Film: Apis cerana

  • Hallo allerseits,


    inspiriert durch einen Beitrag im Imkerforum möchte ich Euch auch hier einen kleinen Film zeigen über Apis cerana, der östlichen Schwester unserer Honigbiene.


    Apis cerana ist ja bekannt für ihre Varroaresistenz. Die Varroa ist bei dieser Biene "zu Hause".


    Viel Freude am Film
    LG
    KAi


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  • Ein wirklich schöner Film, gezeigt wird auch die Königin.


    Aus dem Inhalt ein paar Punkte:


    • die Cerana ist sehr sanft, Bearbeitung ohne Rauch, es wird nur gepustet
    • kleine Volkseinheiten
    • kleine Bienen
    • keinerlei Propolis im Volk, auch kein Wirrbau
    • Ablegerbildung erfolgt mit Weiselzellen
    • Naturbau in den Rähmchen.


    LG
    KAI


  • Hallo Kai, anbei ein paar Anmerkungen von mir:


    - kein Rauch? Ok, aber "nur pusten" - da wären meine wahrscheinlich "not amused." Reagieren die nicht auf co2 wie unsere A.m.?
    - kleine Völker - War das Miniplus? Die geringe Volksstärke und das "rechtzeitige" (klein)teilen der Völker (Schwärmen!) ist ein Teil
    der Varroatoleranz von A.c.
    - kein Propolis? Macht die A.c. das generell nicht oder waren die gezeigten Rähmchen vielleicht noch zu frisch?


    - Naturbau (fast immer auch ohne Wirrbau) funktioniert auch ganz wunderbar bei unserer A.m.! Ich gebe generell nur Anfangsstreifen.
    Ich habe die letzten Tage das Buch "Phänomen Honigbiene" verschlungen. Was dort zu Wachs und seinen Eigenschaften bzw. Aufgaben
    ausgeführt wird, bestärkt mich nur in dieser Praxis! Was dort von Herrn Tautz und seinem Team zu Tage gefördert wird, ist wirklich
    bemerkenswert. Man kommt ins grübeln...


    Hat die Cerana einen (bzw.) keinen "Beespace"? Der seitliche Abstand der Rähmchen zur Zarge sah mir deutlich über 0,8 cm aus. Kann
    natürlich auch täuschen.


    Lg


    Heiko

  • Hallo Heiko,


    ja, meine wären auch "not amused" beim Pusten. :P:P:P:P:P


    Von daher BITTE NICHT nachmachen, das endet schmerzhaft. :mrgreen:


    Die weiteren Punkte sind aus dem (polnischen) Film zitiert.


    Auch ich liebe Naturbau, aber ich liebe auch Propolis und daher unsere Dunkle Biene. :wink:


    LG
    Kai

  • Leider ist nicht erkennbar, ob eine Hitzekugel oder doch ein placierter Stich der Hornisse den Garaus nachte.

    Das hilft vielleicht:

    Gegen Ende (2:40) ist da eine Sequenz, die mit der Wärmebildkamera aufgenommen wurde. Leider auf Englisch und in Fahrenheit; das Ganze spielt sich bei um die 40 Grad ab. Es gibt eine winzige Temperaturdifferenz, die Bienen ertragen die Temperatur noch, die Hornisse nicht. Die Hornisse kann nur bis 115 Grad F, die Bienen bis 118 Grad F, die erzeugte Temperatur im Knäuel ist 117 Grad F.

    Das, was in den Stock eindringt, ist ein Scout der Hornissen, also eine Such-Hornisse. Die Bienen kommunizieren, indem sie mit dem Hinterteil wedeln. Auf ein bestimmtes Signal hin (das ich nicht weiß) stürzen sie sich alle gleichzeitig auf die Hornisse, knäueln sie ein und erzeugen Hitze mit ihrer Flugmuskulatur.


    Interessant finde ich auch diese Website: https://www.japan-natural-beekeeping.org/ (Englisch)

  • Du siehst am Ende ganz eindeutig das die Hornisse zur Erzeugung der Hitzekugel eingeknäult wird.


    Das hat nichts mit erhöhter Wehrhaftigkeit zu tun, unsere Biene brauchte diese Verteidigung einfach nie. Daher hat war sie kein evolutionärer Vorteil.

  • Das hat nichts mit erhöhter Wehrhaftigkeit zu tun, unsere Biene brauchte diese Verteidigung einfach nie. Daher hat war sie kein evolutionärer Vorteil.

    Wenn die östliche Honigbiene diese geballte Verteidigung - im Gegensatz zur westlichen - benötigt und anwendet, dann IST sie doch wehrhafter! Merken Sie nicht, daß Sie sich in einem Satze widersprechen?


    Das mit dem evolutionären Vorteile brachte ich bereits weiter oben zur Sprache.


    Ob das schon eine Hitzekugel oder einfach nur eine geballte Angriffsladung ist, bin ich mir nicht sicher. Für eine Hitzekugel stelle ich mir nämlich ein noch größeres Bienenknäuel - eine richtige umhüllende Bienenschicht - vor. Vielleicht reicht es ja am Ende des Videos für die nötige Wärmeerzeugung.

  • Hallo,


    laut folgendem Video scheint selbst die tropische Cerana sehr sanft zu sein. Wie sanft muss da erst die Cerana der kaltgemäßigten Breiten (Japan, Korea, Fernöstliches Russland) sein?


    LG

    Kai


  • Warum sollten kühlere Klimata sanft(mütig)ere Bienen hervorbringen?

    Hallo,


    bei Apis mellifera ist das so, daher vermutete ich, dass dies auch bei Apis cerana so sein könnte. Ist nur eine Vermutung, dass der Überlebenskampf in den Tropen härter ist (= mehr Feinde) als in den kühlgemäßigten Bereichen.


    LG

    Kai

  • Da bin ich mir nicht so sicher.


    Nicht die Anzahl der Feinde (sowohl hinsichtlich der Arten als auch hinsichtlich der Individuen) ist m.E. das ausschlagsgebende, sondern die Wahrscheinlichkeit, von einem Feind behelligt zu werden und wie stark die Schadwirkung ist. Auch ist die Lebensweise eines Feindes bzw. die Art seiner Schadwirkung wichtig. Die Varroamilbe ist als Ektoparasit ebenfalls ein Feind, sogar ein komplett volksgefährdender, den die Bienen mit ihrem Stachel, ihre Hauptverteidigungswaffe, nicht bekämpfen können, ja sogar Schwierigkeiten haben, diesen Feind überhaupt wahrzunehmen. Da die Tropen ganzjährig Tracht bieten, ist zumindest von Seiten der Nahrungsbeschaffung der Überlebenskampf dort nicht härter.


    In den gemäßigten Breiten ist der einzige natürliche Feind n.m.W. nur der Braunbär, seit der Entdeckung, daß man Bienen mit Rauch "besänftigen" kann, auch der Mensch.


    Auch wenn die Bienen hierzulande eben nur einen natürlichen Feind haben, sind sie dennoch wehrhaft, denn solch ein Bär, wenn er erstmal zugange ist, kannibalisiert ein Bienenvolk komplett, anders kommt er ja nicht an dessen interne Leckereien. Wie Bären das schaffen, ist mir etwas rätselhaft, denn mit der Nase und den Augen haben auch sie angreifbare Stellen, und ausgerechnet die dürften zu den empfindlichsten äußeren Stellen zählen.


    Nun dürfen wir außerdem eines nicht vergessen: Alle europäischen Unterarten wurden mehr oder weniger domestiziert und mithin auch teilweise gezähmt. Man müßte die Ur- bzw. Wildformen zum Vergleiche heranziehen, aber die gibt es eben nicht mehr.


    Die geringere züchterische Bearbeitung ist z.B. bei der Sicula und Iberica insofern noch deutlich zu spüren, daß diese noch deutlich wehrhafter sind. Die Nordbiene-Videos zeigen es.

  • Mir ist nicht bekannt, inwieweit hier jemand die Erfahrung auch schon gemacht hat.


    Jedenfalls kann jeder bezüglich der Wehrhaftigkeit selber mal ein paar Völker im nächsten Jahr nur mit Schwarmköniginnen vermehren. - Und innerhalb 1 max. 2 Generatioen zeigt sich dann die wirkliche Wehrhaftigkeit.


    Im Frühjahr hatte ich leider bei 6 Völkern am selben Stand Königinnen-Verluste (in unserer Gegend werden derzeit viele Kö und auch Brutwaben geklaut und ich weiß nicht, ob es auch bei mir so war).


    Glücklicherweise (für die spätere Honigernte) hatte ich bei einem anderen Stand insgesamt 35 Schwarmzellen im Zuchtsystem Nicot schlüpfen lassen, sodaß ich aus diesem Königinnen-Angebot aussuchen konnte. Rund 3 Monate nach dem Einsetzen bei den 6 Völkern waren Mitte Juli diese deutlich aggressiver als ihre Ursprungsvölker. - Aber immerhin: sie lebten noch !!!


    Jetzt heißt es in 2020 aufpassen und die Königinnen von der Brut anderer Völker ziehen. - Denn eine Steigerung der Aggressivität würde bedeuten, daß ich dort noch nicht einmal mit einem Bienenanzug arbeiten könnte. Egal ob"nur" zur Durchsicht oder gar zur Honigernte.

  • Denn eine Steigerung der Aggressivität würde bedeuten, daß ich dort noch nicht einmal mit einem Bienenanzug arbeiten könnte. Egal ob"nur" zur Durchsicht oder gar zur Honigernte.

    Dann ist die Schutzbekleidung unzureichend. Genau dafür ist die Schutzkleidung ja da, daß sie vor Bienenstichen (fast) sicher schützt! Ich erlebte es bislang erst einmal, daß ich durch einen Lederhandschuh einen Stich abbekam. Der Imkerhut an meiner Jacke ist auch minderwertig, da die Immen hindurch in die Stirn bzw. Kopfhaut stechen. Also zusätzliche Mütze drunter. Besser sind solche Kopfumhüllungen bzw. -hauben, die den Kopf gar nicht erst berühren. Und die Imkerjacke ist auch zu dünn, also noch etwas druntergezogen. So allmählich finden die kleinen Stechzicken wirklich gar nichts mehr, woran sie ihre schlechte Laune entladen können. Und solcherart geschützt, könnte man sich bzw. ich mich auch zwischen Killerbienen entspannt bewegen.


    Man möge sich vor Augen halten, daß bei Allergikern (von denen es weniger gibt, als es Leute von sich behaupten) jeder Stich eine erhöhte Gefahr darstellt. Es gibt sogar bei den Imkern solche wagemutigen Allergiker. Nach meiner Meinung und Erfahrung ist es allerdings trotz sorgfältigstem Schutze umöglich, sich vollständig vor Bienenstichen zu schützen. Und wenn sie einfach nur "mal eben so" in etlichen Metern Entfernung von ihrer Behausung spontan herumzicken.