Bedienungsanleitung Varomor - Verdampfer

  • HAllo allerseits,


    mit Euch möchte ich gern Bedienhinweise für den Varomor-Verdampfer (und ähnliche bzw. baugleiche) herleiten. Letztendlich soll daraus eine Bedienungsanleitung entstehen. Fußend auf eigenen Erfahrungen.


    Fangen wir mit einem ersten Hinweis bereits an:


    1. Niemals auf die Bienentraube direkt zielen!


    Nach meinen Beobachtungen sterben direkt von dem Sprühstrahl getroffene Bienen innerhalb von ca. 1 Stunde. Dies ist unbedingt zu vermeiden. Vorsicht also auch bei Bienen, die in den Unterboden unterhalb der untersten Zargen durchhängen.


    LG
    Kai

  • 2. 30 gramm Oxalsäure in 100 ml Alkohol


    Das Mischungsverhältnis beträgt 30 gr Oxalsäure kristallin in 100ml (=79 gr) Alkohol (oder Spiritus). Die Oxalsäure ist in einem fest verschlossenen Behälter (z. B. Glas mit Twist-Off-Deckel) in der entsprechenden Menge Alkohol zu lösen. Dies sollte am besten in einem heißen Wasserbad erfolgen, da es dann schneller geht.


    Die Oxalsäure löst sich vollständig im Alkohol auf. Die Lösung ist klar und dünnflüssig.


    Aufgrund des Gewichtes von Alkohol (79gr/100ml) enthält die Lösung also ca. 38% Oxalsäure.


  • Hallo Kai,
    ich gehe davon aus,das meine Bienen jetzt nicht mehr in der unteren Zarge in den Boden reinhängen,allerdings sehe ich bei den Einzargern
    eventuelle Schwachpunkte.


    LG Herbert


    HAllo Herbert, ja das kann gut sein, das Volk dürfte aber nicht komplett auf ganzer Fläche durchhängen, sondern nur teilweise. Der Dampfstrahl ist dann möglichst nicht auf diese Traube zu zielen.


    LG
    Kai


  • Jo Kai,
    hört sich plausibel an,was glaubst Du warum die direkt getroffenen Bienen schnell absterben? Könnte es sein das sie ersticken?


    LG Herbert


    HAllo Herbert,


    keine Ahnung wie heiß der DAmpf ist, aber die Heizspirale glüht, dort sind es also ca 800 Grad. Und mit heißem Alk-OS-Dampf beschossen zu werden, ist glaube ich an sich schon tödlich. Das hat wohl nix mit der OS an sich zu tun.


    Diese Gefahr besteht aber nur bei direktem Beschuss in unmittelbarer Nähe.


    LG
    Kai


  • Hi Kai
    Ist das wirklich so ?
    Sprechen wir nicht von Volumen % und sind so bei 30% ?
    Gruss Markus


  • Hi Kai
    Ist das wirklich so ?
    Sprechen wir nicht von Volumen % und sind so bei 30% ?
    Gruss Markus


    HAllo MArkus, ja mag sein, Vol% wäre dann anders. Gewichts-% finde ich aber realistischer, kommt dem präziseren Mol etwas näher.


    Ist aber egal. Wichtig sind: 30gr OS in 100 ml Alk.
    Lg
    kai

  • 3. 1ml pro Hub


    Für wichtig halte ich die korrekte Einstellung der Hubmenge. Nach meinen Erfahrungen sollte diese bei ca. 1ml sein. Etwas mehr (bis 1,5ml) schadet nicht.
    Im Video hatte ich ca. 3ml eingestellt. das halte ich für zu viel, da sich dann evtl die Menge nicht genügend erhitzt und dann teilweise in flüssiger Tropfenform spritzen kann.
    Das Flüssige ist kein Alkohol, sondern flüssige Oxalsäure.


    Also: ca 1ml pro Hub sollte richtig sein. Die Einstellung werksseitig ist ungefähr richtig eingestellt, sollte aber nochmal überprüft werden.

  • Hi Kai
    Das " Netzt " , Anwender in den USA , geht von gut verträglichen 20 bis max 30 Gramm auf 100 ml aus .
    Das können die entscheidenden Unterschiede in der Verträglichkeit sein .
    Eine Überdosierung sehe ich jedoch auch nicht das entscheidende , vielmehr die Hitze zusammen mit der Druckregulierung und das entstehen von
    Dampf .
    Gruss Markus


  • in den USA , geht von gut verträglichen 20 bis max 30 Gramm auf 100 ml aus .
    Das können die entscheidenden Unterschiede in der Verträglichkeit sein .


    Hallo Markus, vermute ich nicht.
    Pfannenverdampfer arbeiten mit 100% OS, und auch die sind absolut bienenfreundlich. :D
    Der Alkohol dient hier lediglich als "Förderband" bis zum Moment des Verdampfens. Wir wollen ja einen OS-Nebel erstellen, der sich zu 100% auf den Bienen niederschlägt.
    Also, Schäden dürften nicht durch die OS entstehen, sondern bei direktem Schießen auf kurze Entfernung durch heiße Alkohol-Dämpfe.


    LG
    Kai

  • Eben, an diesem "Förderband" liegt der Haken.
    Vom ungenauen Mischrezept bis zum ungenauen einspritzen der Menge und der Temperaturführung schaukelt sich das leicht zum
    Unheil der Bienen hoch .
    In der Tocken - Trockenverdampfung sehe ich trotz mangelhafte Videos an anderer Stelle die dem Ruf des Pfannenverdampfer womöglich schadenden weiterhin die Zukunft .
    Nachteilig ist der Zeitaufwand - der sollte mit unseren Beständen jedoch nicht ins Gewicht fallen .
    Eine Behandlung von oben ist mir insgesamt sympatischer - weshalb bei mir momentan eine Eigenentwicklung in der Testphase ist . :D


    Gruss Markus


  • Eine Behandlung von oben ist mir insgesamt sympatischer - weshalb bei mir momentan eine Eigenentwicklung in der Testphase ist . :D


    Gruss Markus


    Mir auch, deshalb kommt beim nächsten Mal meine Verdampferzarge zur Anwendung. :P
    LG
    Kai

  • 4. 4 Hübe pro Volk
    Wie wir gesehen haben, ist die Menge pro Hub auf ca. 1 ml Lösung eingestellt. Das sind nicht weniger als 0,3 gr Oxalsäure pro Hub, die in das Volk gebracht wird. Da mindestens 1 gr Oxalsäure in das Volk verdampft werden sollen, sind somit ca. 4 Hübe notwendig. Aus jetzt schon vorliegenden Erfahrungen sind auch mehr Hübe unschädlich, aber wohl nicht notwendig.

  • 5. Zeit für's Heißwerden!


    Vor dem Einsatz in Echtbetrieb lassen wir den Varomor auf Betriebstemperatur kommen. Die Spindel muss vor Hitze hellrot glühen. :shock: Dann erst ist die richtige Temperatur erreicht. Das heißt, 3-5 Minuten bei voller Flamme laufen lassen. Und zwischen jedem einzelnen Hub 10-20 Sekunden warten, je nach Gefühl.


    Ich überlege mir auch, das Gitter um die Heizspirale mit einem Dosenblech und einer Schlauchschelle zu umwickeln und das Rohr mit Steinwolle-Rohrisolierung vor Kälte zu schützen.

  • 6. Reinigen mit reinem Alkohol


    Sowohl vor als auch nach einer Verdampfungsbehandlung ist der Varomor durchzuspülen, zu reinigen. Dies geschieht am besten mit reinem Alkohol. Also erstmal in kaltem Zustand durchpumpen, dann erst einheizen und reinen Alkohol "verdampfen". Auf diese Weise werden eventuelle Oxalsäurereste gelöst und nach außen befördert.


    Dies beugt dem viel beklagten "Verstopfen" vor.


    Niemals mit Wasser oder mit anderen Säuren spülen. Dies könnte den Varomor zerstören oder aber unerwartete chemische Reaktionen hervorrufen.

  • 7. Lösung ist nicht haltbar


    In Alkohol gelöste Oxalsäure ist nicht haltbar! Unmittelbar nach dem Lösen beginnt schon ein chemischer Prozess, der langsam aber sicher vonstatten geht.


    Zitat

    Ester der Oxalsäure
    Oxalsäure löst sich leicht in Ethanol oder Methanol. Der Zusatz eines sauren Katalysators ist für die Estersynthese nicht notwendig. Denn die Konzentration an freien Protonen der Oxalsäure ist auch im Alkohol so hoch, dass die Estersynthese schon beim Herstellen der Lösungen einsetzt. Hierzu muss man bedenken, dass Alkohole in Gegenwart von Säuren durchaus als Brönstedbasen wirken.


    Zitat aus: http://www.chemieunterricht.de/dc2/os/os-derivate.htm


    Daher sollte nicht verbrauchte Lösung am besten gleich über das Abwasser entsorgt werden. Also: nicht zuviel auf einmal herstellen.

  • Moin Kai,



    bist du dir da sicher? denn in der übersetzten Anleitung steht was von mit 100ml Essigwasser spülen um die Ablagerungen zu lösen.


    LG Herbert


  • bist du dir da sicher? denn in der übersetzten Anleitung steht was von mit 100ml Essigwasser spülen um die Ablagerungen zu lösen.


    LG Herbert


    HAllo Herbert,


    sicher bin ich mir nicht, aber ich hätte da meine Bedenken, Oxalsäure mit Alkohol gelöst und dann mit Essig zu reinigen. Es gibt Beiträge im Imkerforum, wo genau dies zu einer Verstopfung geführt hat. Wobei ich aber nicht weiß, wie Oxalsäure mit Essigsäure unter Zuhilfenahme des Katalysators Alkohol wirkt. :roll: Ich habe mal gelesen, dass Oxalsäure sich aufspaltet und zB eines der Nachfolger dann Gips ist. Also ich bin zumindest vorsichtig. Muss aber nix heißen.


    Bis gestern hat mir das Spülen und anschließende Erhitzen mit reinem Alkohol gut gefallen. Mal sehen, wie sich das entwickelt.


    LG
    Kai

  • Sooo, habe soeben eine Verdampferzarge für Mini Plus hergestellt. Wie? Ganz einfach: mit einem heißen Nagel ein ca. 8mm großes Loch in die Seitenwand gebrannt.


    Es soll nunmehr das Verdampfen von oben getestet werden. Ich will berichten.


    LG
    Kai