Zu viele Imker in Mielkendorf

  • Langsam merkt es auch die (bislang bienenfreundliche ) Systempresse:


    Bienenalarm

    Wie Hobbyimker neue Probleme züchten

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    Imkern ist hip, doch die Begeisterung für Bienen hat in Städten wie Hamburg oder Berlin ungeahnte Folgen. Von Miriam Olbrisch

    Weiterlesen: Spiegel.de


    Wir sehen: die mediengemachte Bienenfreundlichkeit der Gesellschaft kann auch ganz schnell kippen. Insbesondere dann, wenn auch die Pressevertreter merken, dass es gebietsweise zuviele Imker gibt und Probleme dann gehäuft auftreten.


    Eine Spannende Entwicklung.


    LG

    Kai

  • Hallo zusammen,


    ich als Nichtimker und bisher anonymer Mitleser im Forum möchte mich zu diesem Thema äußern.


    Seitdem in den letzten Jahren das Insektensterben von den Medien aufgegriffen worden ist, sind viele Kampagnen gestartet worden, um hier entgegenzuwirken. Meist unter der Überschrift „rettet die Bienen“! Das Problem hierbei: vom Aussterben bedroht sind die Wildbienen, nicht aber die Honigbienen! Und so haben sich vielerorts Leute über Bienen „informiert“ und eben auch welche angeschafft. Allein in meiner Heimatstadt (Solingen) ist die Mitgliederzahl des Imkervereins um einiges gestiegen.


    Einerseits finde ich es gut, dass sich mehr Personen mit der ganzen Thematik rund um die Bienen beschäftigen. Andererseits sind die Nahrungsgrundlagen / Trachten nicht im gleichen Maß wie die Zahl der Imker gestiegen, um entsprechend mehr Völker zu ernähren. Und das geht halt dann zu aller erst zu Lasten der Nahrungsspezialisten, wie den Wildbienen. Und zuletzt dann auch zu Lasten der jeweiligen Bienenstöcke.


    Und ob der vernünftige und verantwortliche Umgang mit den Bienen immer gegeben ist, würde ich doch bezweifeln. Das geht vom Anmelden der Bienen beim Veterinäramt los bis hin zur vernünftigen Betreuung der Bienen über das gesamte Jahr(en). Meiner Meinung nach ist der Erwerb und auch das Halten von Bienen bisher zu einfach und sollte besser geregelt werden (verpflichtende Betreuung durch verantwortliche Bienenpaten durch den Imkerverein). Nicht wissend, ob die „Schnupperkurse“ der Imkervereine hier ausreichen.


    Und wie sieht es aus, wenn zu viele Beuten auf kleiner Fläche stehen, mit der Verbreitung von Krankheiten aus?! Diese verbreiten sich viel schneller und werden dann zum Problem. Das sieht man leider zur Zeit bei der amerikanischen Faulbrut. Der Ortsteil, wo ich lebe, ist seit letztem November Sperrbezirk. Und dieses Jahr sind weitere Sperrbezirke hinzugekommen.


    Sollte es Eurer Meinung nach behördlich geregelt sein, wieviele Beuten, abhängig von den jeweiligen Trachtverhältnissen, man auf einer bestimmten Fläche halten darf? Getreu dem Motto: wenn voll, dann voll und nicht mehr!

    Nur wer soll das alles überprüfen und auch bezahlen?


    Gruß


    Thomas

  • Ich denke, die Menge pro Fläche ist jetzt erst mal nicht sooo entscheident. Eher ein sekundäres Problem. Das primäre Problem ist einfach,dass sich jeder nach Lust und Laune Bienen hin stellen kann. Wir haben in DE für alles zig Tausend Bestimmungen und Regeln , was oft total übetrieben ist. Aber für die Bienen brauche ich keinerlei Nachweis , Qualifikation usw. Ich sehe das Ganze auch etwas kritisch:|. Hab hier grade so nen Fall... Mal spontan bock auf Bienen gehabt, jetzt stehn paar Kästen im Garten. Anmelden beim Amt etc, schon mal kein Plan! Ein schwieriges Thema. :/


    Gruß

  • Sollte es Eurer Meinung nach behördlich geregelt sein, wieviele Beuten, abhängig von den jeweiligen Trachtverhältnissen, man auf einer bestimmten Fläche halten darf?

    Ganz bestimmt nicht! Deutschland ist schon jetzt katastrophal überreglementiert. Wer wollte denn kompetent entscheiden, wieviel Bienen(völker) (v)erträglich sind? Der allesbesserwissende allmächtige Staat mal wieder?


    Die Haltung der Bienen unterscheidet sich von anderer Nutztierhaltung zudem dadurch, daß die Bienen nicht eingepfercht sind/werden. Sie haben die Freiheit, das Weite zu suchen. Sie könnten es jederzeit tun. Umgekehrt, wenn die behördlich limitierte Bestandsdichte erreicht ist, soll man dann Schwärme ziehen und sie ihrem Schicksal überlassen?


    Wer wollte die Völkerzahl auch ständig kontrollieren? Wie soll das alles konkret umgesetzt werden?


    Früher gab es in Deutschland noch deutlich mehr Bienenvölker. Konnten sich damals auch ernähren.


    Nein, mir geht die staatlich-behördliche Einmischung in fast alle Lebensbereiche hier in Deutschland dermaßen auf die Nerven, daß ich froh bin, als Imker davon wenigstens noch halbwegs (mehr aber auch nicht) verschont zu werden, sodaß einem bzw. mir die Freude daran (noch?) nicht deutlich vergällt wird.

  • Nein, mir geht die staatlich-behördliche Einmischung in fast alle Lebensbereiche hier in Deutschland dermaßen auf die Nerven, daß ich froh bin, als Imker davon wenigstens noch halbwegs (mehr aber auch nicht) verschont zu werden, sodaß einem bzw. mir die Freude daran (noch?) nicht deutlich vergällt wird.

    Ja, du hast ja im Prinzip recht. :roll: Mir gehts da ähnlich. Deswegen wundert es mich ja schon fast , dass sich einfach jeder Bienen hinstellen darf. :/Ohne irgend nen kleinen "Pflichtkurs" etc... Was eben Vielen sicher nicht schaden würde. Hier müsste ein Mittelweg her. Überreglementierung nein! Aber aktuell sehe ich die Entwicklung auch kritisch.


    Gruß

  • Hallo Manu


    Gegenfrage

    Du hast bestimmt Kontakt zu,,Alt Imkern " Sorry !

    Im Verein oder auch einfach nur so.


    Hat von denen einer einen Imkerkurs besucht ?


    Ich Denk ,,Nein"


    Im Moment ist durch die Medien Bienenhaltung ,, Hip "

    So schnell wie diese Leute kommen werden sie auch wieder verschwinden.

    Glaub mir.

    Und die Menge der Bienenvölker war so weit ich weiß schon deutlich höher in Deutschland.

    Gruss Dirk

  • So schnell wie diese Leute kommen werden sie auch wieder verschwinden.

    Glaub mir.

    Hoffen wir mal das du Recht hast :).

    Und zu deiner Frage, na klar kenne ich andere Imker. Alt und jung. Und nein, sicher keine Kurse. :D Aber damals war einfach ne andere Zeit. Heut springt man auf jeden Zug auf , viele "mal schnell spontan" . Das da viel Müll dabei raus kommt , hab ich nun auch schon öfter gesehn. Schau ma mal wie sich alles entwickelt.


    Gruß

  • Hallo zusammen,


    Ich bin vielleicht eine von denen, die hier in die Kategorie "mal schnell mitmachen"reinfällt. Daher möchte ich meinen Standpunkt kurz einbringen. Soll kein Angriff werden nicht falsch verstehen. Bienen haben mich schon immer fasziniert und mit der Bienenkiste wollte ich als Neuling ( auch etwas vom Hype angesteckt) starten. Mein Imkerpate (ja Sowas hab ich trotzdem) hat mir aber ein paar richtige Tipps zum Start gegeben (u.a richtige Beute damit konkrete Durchsicht und Hilfe möglich und auch seinerseits Rahmen passen) um alles in geordnetere Bahnen zu lenken und sich sonst (vermutlich) gedacht lass die mal machen, die zieht das nicht durch. Erst als ich meinen Schwarm eigenhändig gefangen hatte war ich auch bei ihm angekommen. Klar im Imkerkurs wäre vermutlich deutlich mehr Praxis vorgekommen, aber ich lese mich seit mehr als 4 Jahren in das Thema ein und der Pate hilft mir sehr. Ich denke daher dass man mit Verein oder Pate das ganze trotzdem schaffen kann und vorschreiben von einem Weg macht es schwerer. Ein 20WE Kurs wäre bei uns mit Baby nicht gegangen. Imkern mit Anleitung geht aber schon.


    Das einzige was mein Pate nicht versteht, warum ich jetzt am liebsten dunkle Bienen haben möchte....

    Obwohl ich noch nicht ganz raus hab, wie ich da dran komme.

  • Bei 4 Jahren einlesen fällst du definitiv nicht unter die Rubrik "mal schnell mitmachen". ;) Ich will ja jetzt nicht auf DEN Kurs rum reiten. Nicht falsch verstehen. Ein Studium von Literatur, ein Betreuer, ernstes hinterfragen, schon sieht die ganze Sache wieder anders aus, im positiven Sinne.


    Gruß

  • Ich denke daher dass man mit Verein oder Pate das ganze trotzdem schaffen kann und vorschreiben von einem Weg macht es schwerer. Ein 20WE Kurs wäre bei uns mit Baby nicht gegangen. Imkern mit Anleitung geht aber schon.

    Willkommen im Club, sozusagen. Einen Kurs hatte ich auch nicht, dafür aber einen Imkerpaten, der Goldstaub wert war. Allein für das Nehmen der Stechangst (die ich bis heute nicht ganz losgeworden bin, eine gereizt-wütend brummende Imme bekommt mich heute noch vertrieben, sofern ohne Schleier) war er schier unentbehrlich. Kurse sind recht komprimiert (viele Informationen pro Zeiteinheit), sodaß vieles auch wieder vergessen wird. Was man selbst erlebt, womit man sich selbst beschäftigt, bleibt im Gehirn i.d.R. besser haften, so selektiv funktioniert es nunmal. Oder auf Neudeutsch: Learning by doing. Verein? Auch dort lernt man so einiges bis vieles, von den einschlägigen sozialen Kontakten ganz zu schweigen, man findet praktisch immer Hilfe oder jemanden, dem man helfen kann. In bezug auf Varroabekämpfung erfahre ich von diesem Verein aber schon seit längerem nichts neues mehr, was mir weiterhülfe... ;-)

  • ja die Varroa Bekämpfung.... Zwei Imker gefragt und vier Meinungen erhalten....


    Ich würde ja gerne Bienensauna testen oder sublimox nutzen, beides aber für ein Volk etwas teuer :/

    Da bleibt einem nicht viel alternativ.

  • Ich würde ja gerne Bienensauna testen oder sublimox nutzen, beides aber für ein Volk etwas teuer :/

    Die Bienensauna funktioniert wohl grundsätzlich, hat aber zwei Probleme: Zum einen ist der wirksame, anwendare Temperaturbereich klein (so wie die Ameisensäure nur einen kleinen wirksamen Konzentrationsbereich bietet), zum anderen muß dieser kleine Temperaturbereich in der gesamten Beute vorherrschen. Schwierig zum einen nahe der Außenwände, zum anderen darf das Brutnest im Zentrum nicht überhitzen.


    Ich nähme den Sublimox.


    Ergänzung: Die Behandlung mit der Bienensauna ist langwierig und wird sehr lästig, wenn man mehr als nur wenige Bienenvölker hat.