Wachs klären

  • Das ist keine Frage der Anzahl, sondern richtet sich nur nach der erreichten Reinheit.


    Ich gieße das flüssige Rohwachs, am besten noch gemeinsam mit möglichst heißem Wasser, durch ein metallisches Feinsieb. Dann lasse ich es im Zielgefäß erkalten und erstarren. Dabei setzt sich der Schmutz fast ausschließlich unten ab. Den schneide ich vom Wachsblock großzügig ab und verfrachte diese Reste erneut in den Sonnenwachsschmelzer, damit so wenig wie möglich von diesem wertvollen Stoff umkommt. Der große Rest ist eigentlich schon genügend sauberes Wachs. Neulich stellte ich allerdings im Schmelzgefäß für das so gereinigte Wachs doch nochmals deutlichen Bodensatz fest. Beherzt goß ich das Wachs daraufhin durch ein Kaffeefeinsieb.


    Für den Hausgebrauch ist selbstgereinigtes Wachs völlig ausreichend, kleine Mutzel und Stippchen stören die Bienen nicht und sind auch nicht unhygienisch, weil nichts Faulendes und i.d.R. völlig vom Wachs umhüllt.


    Jedesmal beim Selbstpressen der Mittelwände freue ich mich, den Raffzähnen ein Schnippchen geschlagen zu haben. Ca. 5 €/kg Ankaufs- gegenüber ca. 20 €/kg Verkaufspreis empfinde ich als ziemliche Frechheit (jaja, die Verarbeitungsmaschinen müssen amortisiert werden...). Hinzukommt, daß man riskiert, etwas gepanschtes oder mit Pestiziden belastetes (verseuchtes?) zu kaufen. Wachs einzuschicken mit dem Versprechen, Mittelwände nur aus eigenem Wach zu erhalten, ist Vertrauenssache und garantiert auch teuer. Klar, es gibt bei den Wachsabgebern auch schwarze Panschschafe, aber ich sehe nicht ein, mit darunter zu leiden, zum einen mit minderwertigen Panschmischungen, die man womöglich kauft, zum anderen mit dem lächerlich geringen Ankaufspreis. Und selber panschen, um sich sozusagen zu wehren? Gott bewahre, das ist moralisch aussätzig und zudem kriminell, weil Betrug.

  • Hallo,


    ich schmelze entweder im Sonnenwachsschmelzer oder, im Winter, im Dampfwachsschmelzer.


    Kläre im Wasserbad. Aufkochen und Schmutz absetzen lassen. dieser sammelt sich, wie von Freizeitimker beschrieben, ausschließlich unten ab. im Erkalteten Zustand kann man den Absatz dann abschaben. Je nachdem, welche Reinheit man erhalten will, muss man entsprechend oft Klären. bis zu 3-4 mal. Meist mache ich nur 2 mal. Das reicht zum Eintauschen. Für Kerzen mind. 3mal (Stichwort Schwebstoffe).

    Aber Freizeitimker hat schon Recht, das Wachs abgegeben und teuer Kaufen mit "unbekannter" Herkunft ist schon preislich eine Frechheit! Die Armortisation ist für mich ein Deckmantel. Ich arbeite in einem Fertigungsbetrieb, das Ganze hat mehr mit der Marge als mit der Abschreibung der Maschinen zu tun. Aber gut.


    Das Mittelwand selber gießen ist für mich, trotz analoger Völkerzahl noch keine rechte Alternative.

    Dazu müsste ich schon deutlich mehr Völker haben.


    Ich hatte mal überlegt, Kunststoffwaben anzuschaffen und dann mein eigenes Wachs nur aufzustreichen. Eigener Kreislauf hätte was. Das bringt aber auch diverse Probleme mit sich. Die Reinigung ist auch nicht wesentlich Aufwendiger, aber die Bienen bekommen ein starres Muster vorgegeben. Können keine Durchlauflöcher schaffen, wie sonst üblich. Für den HR wäre es ok, aber im Brutraum habe ich damit noch keinen Frieden geschlossen, deswegen bleibe ich bis auf Weiteres beim bewärten Holz und MW, mindestens im Anfangstreifen.


    Grüße

  • Fuer Mittelwaende ist die Sache recht unkritisch. Das ausgeschmolzene Wachs vom DWS geht bei mir noch einmal durch eine Damenfeinstrumpfhose. Danach noch 2x Schmelzen und Abkuehlen. Reicht vollkommen aus.


    Der wenige verbleibende Schmutz sammlet sich dann beim Giessen der Mittelwaende am Boden des Wachsschmelztopfes. Wenn man diesen Sumpf nicht mit herausschoepft, werden die Mittelwaende perfekt. Und wenn doch mal ein paar Verunreigungen (meist Pollen) hineingeraten, stoert das die Bienen spaeter auch nicht weiter.


    Jedenfalls weniger wie Parafin, Stearin & Co. Ich halte die Verfaelschungen gekauften Bienenwachses inzwischen fuer erheblich. Was mich stutzig macht, sind die verschiedenen Einloettemperaturen der gekauften bzw. eigenen Mittelwaende. Bei meinen eigenen dauert der Einloetvorgang erheblich laenger. Wohlgemerkt: Ich arbeite nicht mit einem der uebliche Trafoloeter sondern mit einem Konstant*strom*netzteil, weshalb sich der Raehmchendraht, unabhaengig von der Drahtlaenge, immer gleich schnell erwaermt. Sicherlich ist das noch kein Kausalbeweis fuer eine Wachsverfaelschung, aber eine erhebliche Korrelation, die mich gruebeln laesst...


    Eine gute Mittelwandgiessform kostet rd. 1000 Euro. Gutes Werkzeug bereitet einem viel Freude bei der Arbeit! Eingedenk der Tatsache, dass ich jaehrlich fuer mehrere hundert Euro Mittelwaende benoetige, eine durchaus lohnende Investition!

  • Hallo Postkugel,


    ja, ab gewisser Völkerzahl lohnt sich das.


    Rechnen wir mal pro Zarge 10 MW. Bei zwei Zargen pro Volk pro Jahr neu. Standart für 15 Blatt rund 21,00€. Für 60MW also 84,00 € a 6 Zargen. Das sind also 3 Völker. insofern, ab 30 Völker kann man schon nachdenken, die MW selber zu gießen.


    Zugegeben, dass ist jetzt eine Milchmädchenrechnung und vollkommen rund überschlagen. Finanziell, ohne Arbeitszeit zu rechnen, würde ich pauschal sagen ab 25 Völker kann man schon darüber nachdenken. Den Vorteil von eigenem Wachskreislauf kann man aber denke ich nicht wirtschaftlich aufrechnen, außer man kalkuliert jedes Jahr einen Totalverlust durch gepanschtes Wachs... was man keinem wünscht...


    Gruß

  • Eine gute Mittelwandgiessform kostet rd. 1000 Euro. Gutes Werkzeug bereitet einem viel Freude bei der Arbeit! Eingedenk der Tatsache, dass ich jaehrlich fuer mehrere hundert Euro Mittelwaende benoetige, eine durchaus lohnende Investition!

    Nun, die reinen Silikonmatrizen gibt's auf ebay schon für 3x-4x €. Der Rest ist ein wenig Bastelei. Sicher ergibt sich daraus i.d.R. nicht eine solche Profiausführung wie bei Kaufexemplaren. Insbesondere das überlaufende überschüssige Wachses ist bei meinen Exemplaren ein wenig störend und Mehrarbeit verursachend. Dafür habe ich aber mehrere Pressen mit verschiedenen Zell- und Rähmchenmaßen.


    Der Genuß, den Bienen ihr eigenes, reines Naturprodukt angeboten und auf die Dauer ziemlich viel Geld gespart zu haben, ist für mich einfach einmalig!

  • Die Matritzen sind immer aus Silikon.


    Fuer Arbeitsfreude und Ergebnisqualitaet ist aber die "Klapperatur" drumherum nicht unwesentlich. Das beginnt bei der Parallelitaet der Matritzen im geschlossenen Zustand, geht weiter bezueglich der Frage, wo das ueberschuessige Wachs herauskommt und wie man es auffaengt. Wichtig ist auch, dass sich die Form leicht oeffnen laesst und nach dem Entnehmen der Mittelwand moeglichst keine Wachsreste irgendwo anheften, welche den naechsten Guss behindern, wenn man nicht zuvor herumkratzt.


    Auch eine vernuenftig *einstellbare* Kuehlung der Form ist fuer die Arbeitsfreude recht wichtig. Bei der Wasserkuehlung macht man das mit Hilfe der Durchflussmenge. Da laesst sich die Kuehlintensitaet schoen an das gewuenschte Arbeitstempo anpassen, dass es sich hernach stressfrei arbeiten laesst.


    Ich denke, wer viel Zeit, Geschick und das passende Werkzeug hat, kann sich so etwas auch selbst bauen. Ob das jedoch wirtschaftlicher ist, sei mal dahingestellt. Das haengt sehr von den eigenen Moeglichkeiten ab. Nicht alles funktioniert auf Anhieb und am Prototyp erkennt man oft erst Dinge, die sich besser machen lassen. Man koennte aber auch einfach etwas mehr Honig verkaufen...

  • Insgesamt funktionert das mit den Matrizen nach meiner Erfahrung längst nicht so gut wie mit den Preß-Walz-Maschinen. Die damit erhaltenen Mittelwände sind dicker und brüchiger als die gewalzten.


    Damit die beiden Seiten der Matrizen verzerrungsfrei ineinandergreifen, klebte ich ohne Spannungen beide Seiten - die beiden Matrizenseiten lagen dabei aufeinander und sozusagen miteinander "verzahnt" - auf je eine Unterlage. Damit diese Unterlage absolut eben ist und auch nicht zu verbiegen droht, nahm ich zurechtgeschnittene Bodenfliesen (die sind ausreichend dick), auf die ich dieses Matrizenpaar klebte. Erst diese Fliesen wiederum klebte ich dann jeweils auf zurechtgeschnittene Holzplatten, die ich dann mit Scharnieren auf einer Seite verband. Wenistens dort, wo die Scharniere sind, dichtete ich den - beim Öffnen und Schließen variabel großen - Spalt mit dem elastischen Silikon (aus Tuben) ab, damit wenigstens dort das flüssige, überschüssige Wachs nicht herauskleckert.


    Weder habe ich eine Kühlung noch einen Auffangrand für das überflüssige Wachs. Ich benutze Silikon-Backunterlagen, auf denen das herauslaufende und dann erstarrte Wachs nicht haftet.


    Als "Trennmittel", um das sehr geringe Haften des Wachses am Matrizensilikon weiter zu vermindern, nehme ich ausschließlich Wasser. Das funktioniert recht gut.

  • Um Mittelwände selber zu machen?


    Ausm Sonnenwachsschmelzer und einmal in Wasser aufschmelzen und fertig.


    Mit Dampfwachsschmelzer aufschmelzen bis sich unten nur eine gräuliche Schicht aus feinem Material bildet.


    Wachs für Bienen muss optisch nicht besonders sauber sein, Wände mit Propolisressgen werden besser angenommen als Wände aus dem Laden.

  • Um die Anfangsfrage aufzugreifen: Mittelwände selber machen

    hier treiben aber einige foristi meiner meinung nach aber ganz schönen Aufwand und Energieverschwendung.

    Ich bin sicherlich noch kein Profi aber bei mir reicht folgender Ablauf-

    Nach dem (Dampf)schmelzer einmal in Wasser aufschmelzen und beim umfüllen in ein Gefäss zum abkühlen durch ein Gartenflies (Gibt´s als meterware) giessen.

    Unten (zwischen Wasser und Wachs) bildet sich dann eine gräuliche Schicht aus feinem Material die muss mit einem Stockmeißel abgekratzt werden. Das Wachs ist dann optisch "Sauber"

    Das reicht völlig! Nur für Kerzen muss man mehr aufwand treiben

    Gruß Martin