Bernhard Heuvel: "Zuckerwasser ist Scheiße!" (?)

  • Demnach verstehe ich nicht, wie hinsichtlich dieser beiden Vorteile 3:2 oder gar 1:1 bei der Winterauffütterung ernsthaft diskutiert oder gar verwendet werden.

    Zum ersten Teil deines Posts gebe ich dir recht. Aber ich verfüttere 3:2, da ich am Stand mit kaltem Wasser mische. Unschlagbarer Vorteil, sofern man dort einen Anschluss hat, weil weniger zu transportieren. Auch gibt es die Ansicht, dass gerade wegen der geringen Konzentration das 1:1 oder 1,5:1 Gemisch öfter "durch die Bienen geht" und somit mehr Enzyme zugesetzt werden. Soll dann wohl gesünder sein als nur kurz prozessiertes Zuckerwasser.

    Für mich ist aber hauptsächlich das am Stand lösen mit kaltem Wasser ausschlaggebend.


    Grüße

  • Gut, der Punkt geht an Sie.


    Ich bin in der komfortablen Lage, Wasser- und Stromanschluß zu haben. Wer nicht: In kaltem Wasser bekommt man in der Tat kaum 2 Teile Zucker in 1 Teil Wasser gelöst, jedenfalls nimmer zügig.


    Aber das Enzymargument: Bienen sind doch keine "Wiederkäuer"?! Gesund ist am Zucker, auch am umgewandelten, ohnehin nichts, weder für Tier noch Mensch, reiner Energieträger eben. Jedoch erfordert seine Aufspaltung eine Enzymproduktion, also Eiweiß als Nahrung, das er selbst nicht liefern kann. Deshalb ist Invertzuckersirup natürlich besser, nur leider viel zu teuer.

  • Ich bin schon sehr lange im Warrė Forum dabei und schätze Bernhard und seine Ratschläge sehr. Ich füttere grundsätzlich mit Zucker ein, denke aber

    Bernhard war von den ellenlangen Beiträgen des Imkeranfängers einfach genervt. Das kann ich durchaus nachvollziehen. Seine Ansicht zu Zucker teile ich nicht.

  • Hallo

    Meine Meinung


    Da ist wieder das Thema Berufsimker- Hobby Imker


    Herr Heuvel hat wohl gar nicht die Zeit,um nach ein -zwei Tagen zu schauen ob das Futter

    Gärt, Schimmelt oder Fäden zieht.


    Das ist wie bei der Varroa Behandlung.Es muss schnell und effektiv gehen.


    Der Mann verdient seinen Lebensunterhalt mit den Bienen.


    Kai schreibt das er mit 20-25 Völkern keine Freizeit mehr hat.

    Wie ist das dann mit 400 Völkern.


    Ich kann das schon nachvollziehen.

    Gruß Dirk

  • Da gebe ich dir vollkommen recht Dirk. Und meine Erfahrung im 4. Jahr ist, dass man als Anfänger mit viel theoretischem Wissen gern mal klüger sein will als der Imkerpate. Mit der Zeit relativiert sich das 😉

  • Ich habe mich beim Imkertreffen mal umgehört, viele füttern 3:2 und haben keinerlei Probleme damit. Mein ehem. Imkerpate und jetzt Freund, 56 Jahre Bienenerfahrung, ebenfalls. Wenns keine Probleme gibt, muss man sie auch nicht herbei reden. Man kann ja, je nachdem wie intensiv man das Hobby betreibt, 1-2 Völker zusätzlich hinstellen und etwas mehr Honig belassen.

  • HAllo,


    ich füttere seit ewig schon 2:1 und habe damit auch keine Probleme. Die einzigen 2 Gründe für mich hierfür sind die etwas längere Haltbarkeit der Lösung und die Maxime, möglichst viel Zucker in möglichst kurzer Zeit ins Volk zu bekommen.


    LG

    Kai

  • Gut, der Punkt geht an Sie.


    Ich bin in der komfortablen Lage, Wasser- und Stromanschluß zu haben. Wer nicht: In kaltem Wasser bekommt man in der Tat kaum 2 Teile Zucker in 1 Teil Wasser gelöst, jedenfalls nimmer zügig.


    Aber das Enzymargument: Bienen sind doch keine "Wiederkäuer"?! Gesund ist am Zucker, auch am umgewandelten, ohnehin nichts, weder für Tier noch Mensch, reiner Energieträger eben. Jedoch erfordert seine Aufspaltung eine Enzymproduktion, also Eiweiß als Nahrung, das er selbst nicht liefern kann. Deshalb ist Invertzuckersirup natürlich besser, nur leider viel zu teuer.

    Dir ist aber schon klar das die Aufnahme von Invertzuckersirup die Produktion der Invertase nicht hemmt?

  • Zitat von Kai
    ich füttere seit ewig schon 2:1 und habe damit auch keine Probleme. Die einzigen 2 Gründe für mich hierfür sind die etwas längere Haltbarkeit der Lösung und die Maxime, möglichst viel Zucker in möglichst kurzer Zeit ins Volk zu bekommen.

    Also bei meinen Völkern ist die Futterzarge (11L) in ca 30h leer das ist mir schnell genug. Da schimmelt auch nichts! die Mädels bekommen 2 Portionen und gut is'. Das ansetzen mit Warmwasser wäre für mich einfach zuviel Aufwand ->weil: 2x füttern muss ich sowieso (pro fütterung 3:2=6,6kg zucker 2:1 = 7,33kg zucker).


    Ich bin jetzt fertig geworden mit auffüttern (letzte Woche Samstag 1x und Gestern 1x).

    Diese woche werde ich dann nochmal alle wiegen ob alles ok ist (eigentlich unnötig aber -naja)

    Zwei Völker noch umweiseln und dann war's das ->bis zu OX Behandlung im Dezember

    Grüße aus Stormarn

    Martin

  • Flüssignahrung als solche kann ohnehin kaum schimmeln: Dieser Pilz möchte sein Myzel irgendwo verankern. Also schimmelt es bestenfalls an der Oberfläche des Zuckersirups (wenn überhaupt) oder bevorzugt auf der Oberfläche solcher Festkörper, die von diesem Sirup benetzt wurden. Ideal für den Schimmel sind hingegen große, grobe, poröse Oberflächen wie Brot oder massiv perforierter Käse.


    Viel rascher als die Schimmel- sind die Hefepilze. Schon nach einigen Tagen fängt es nämlich alkoholisch an zu riechen (was die Bienen wegen Ihrer natürlichen Nahrung garantiert wahrnehmen können, um es meiden zu können). Deshalb nehme ich auch kein Heu als Schwimmhilfe bzw. Ertrinkretter mehr. Mit Kork, Blähton oder Apimagma fährt man hygienischer.

  • Hallo.

    Die Aussage, dass "Zucker Scheiße" sei, kam in dem Forum vom B. Heuvel ja aus dem Gesamtkontext der dort geführten Diskussion und war extra provokant platziert. Ich finde es nicht ganz korrekt, diesen Satz herauszunehmen und ihn dann in diesem Forum zuplatzieren. Aber Kai ist ja auch gerne für provokante Aktionen zu haben.:)

    Dennoch, bei diesem Thema kann und wird man immer beide Lager an Befürwortern haben. Ich habe dies Jahr 9 Völker eingewintert und es mit Fertigfutter probiert, einfach weil es praktisch ist, das bereits fertige Gebinde zum Stand und dann in die Völker zu bringen. Es ist zwar einiges teurer und ich habe so 150,- Euro mehr als nötig ausgegeben. Jedoch sind im ablaufenden Jahr beim probieren und Erfahrung sammeln, wie jedes Jahr, mehr Euro beim Imkerhändler meines Vertauens gelandet...

    Tatsächlich habe ich letzten Herbst ein Futtergeschirr im Lager gefunden, welches ich vergaß zu reinigen. Und dort war nichts geschimmelt, schmeckte noch einwandfrei. Somit schimmelt oder gärt es nicht unbedingt immer und überall. Ist auch eine Kombination aus Luftfeuchte, Raumklima, Lagerung, Wetter und Hygiene.

    Bei 3 Völkern habe ich nach dem Füttern die Gitter in der Futterzarge etfernt und die Bienen die ganze Futterzarge ausschlecken lassen. Das war auch interessant und die Zargen sind dann "besenrein" hatte ich den Eindruck. Normalerweise nehme ich Bürste, Wasser und Natron und gut ist, Ablüften ist wichtig.

    Und klar ist ja auch, dass wenn man Honig entnimmt, man Futter wieder zutun muß, will man die Bienen durch den Winter bringen. Da sie kein Brot essen, ist es Zucker oder Invertsirup. Da mit beidem die Bienen gut durch die kalte Zeit kommen, ist beides in Ordnung und kann aus meiner Sicht nach Vorliebe des Imkers verwendet werden.

    Als Schwimmhilfe habe ich Pinienrinde genommen, ging auch gut. Gutes Einfüttern wünscht Rudi:)

  • Ich benutze Kiefernzapfen. Die schwimmen in der Zuckerlösung immer oben, und die Damen kommen gut ans Futter ran.

    Seit ich dass so mache, keine ertrunkene Biene mehr.


    Und Schimmel ist auch kein Thema. Die Mädels schlecken auch die Zapfen komplett sauber.

  • Beitrag von Gast110919 ()

    Dieser Beitrag wurde von Kai aus folgendem Grund gelöscht: Unerlaubte Werbung und fachlich falsche Tatsachendarstellungen ().
  • Nicht verwunderlich. Honig ist nunmal eine edle Naturspeise "nach Art des Hauses", reiner, also raffinierter Zucker hingegen eine reine Energiequelle ohne weitere Vitalstoffe.


    Allerdings üben wir Imker mit Honigraub und Kunstnahrungsfütterung auch einen Selektionsdruck auf die Bienen aus: Wer damit besser zurechtkommt, hat eine bessere Überlebensaussicht.