Erhaltung der Art am Stand

Alles zur Zucht, Aufzucht, Königinnen- und Völkervermehrung

Moderator: Johannes

Benutzeravatar
Gast02

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von Gast02 » Freitag 15. Februar 2013, 18:49

oha Kalli, da hast du dir was vorgenommen. Beispiel, wie willst du sicher stellen, dass die Bienen von dem Züchter der typischen irischen mellifera entsprechen?

Zum Generationenwechsel habe ich ein schönes Beispiel meiner eigenen Dunklen. Eine F1 von 2012 zeigt immerhin noch 70% mellifera Anteil, eine Nordbiene F3 liegt bei 30%. Dies zu wissen muss sich allerdings mit der morphometrie der Flügel aber ganz wichtig auch der morphologischen Körpermerkmalen auseinander setzen. Ich höre immer nur rein, reiner am reinsten aber zu wissen wie sich das alles auf Dauer verhält weis kaum einer, denn wen interessiert schon unsere Landbiene, eine Biene die uns zu fast 80% umgibt (könnte von Golz sein).

Und Kalli, bitte etabliere nicht zum Drohnenköpfer wenn du auch mal Honig ernten willst - Drohnen sind die Peitsche des Volkes.
HG, Horst

Benutzeravatar
Marakain

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von Marakain » Freitag 15. Februar 2013, 23:48

oha Kalli, da hast du dir was vorgenommen. Beispiel, wie willst du sicher stellen, dass die Bienen von dem Züchter der typischen irischen mellifera entsprechen?
Ich krieg diesen Hornbachwerbungspruch jetzt nicht richtig zusammen aber das war irgendwas mit wachse mit deinen Projekten oder so ähnlich ;)
Und wie ich sicher gehen will? Nun zu allererst natürlich einmal fragen. Mein Englisch ist jetzt nicht perfekt aber ich interpretiere das was er/sie da schreibt so das es irische Mellifera sind die er hat. Bilder sind auch ein paar hochgeladen anhand diejenigen die darin besser sind vielleicht auch sagen können ob das nach Melliferas aussieht. KME hat ja hier auch schon davon berichtet das er bereits eine Probe aus Irland prüfen konnte die 100% Reinheit ergab, ich weiß jetzt allerdings nicht genau wo die herkamen. Zu guter letzt bringt dann nur austesten was. Im schlimmsten Fall hab ich dann ein Wochenende auf den Kopf gehauen, jede Menge Gegend gesehen und dann Königinnen die ich auch quasi aus der Nachbarschaft hätte haben können. Aber wenn es gut läuft... wer weiß wohin das führt. Ich denke einmal im Jahr kann man so eine Tour schon machen. 14 Stunden Autofahrt sind zwar kein Papenstiel aber auch nichts was ich nicht schon einige Male gemacht hätte und wenn ich da an manche Tage in Afghanistand denke wo ich mal 3 Tage quasi nur im Auto verbracht habe.... naja und man hat dann ja auch jeweils noch 16 Stunden Fährfahrt. War zwar noch nie auf solch einer Fähre aber außer Essen und Schlafen kann man da glaube ich nicht viel machen oder?

Und Kalli, bitte etabliere nicht zum Drohnenköpfer wenn du auch mal Honig ernten willst - Drohnen sind die Peitsche des Volkes.
Ich hab den Satz fünfmal gelesen... aber irgendwie versteh ich ihn nicht????


Gruß Kalli

Hainlaeufer
Beiträge: 627
Registriert: Freitag 23. November 2012, 23:22
Postleitzahl: 0000
Ort: -
Land: Oesterreich
Telefon: -
Imker seit: 0- 0-2009
Völkerzahl ca.: >15
Bienen"rasse": Bienen aus der Region
Zuchtlinie/n: -

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von Hainlaeufer » Samstag 16. Februar 2013, 13:32

Host @ Also diesen Satz muss ich mir merken - vielen Dank! Das triffts wirklich voll auf den Punkt! :wink:

Marakain @ Drohnen sind deshalb die Peitsche des Volkes, da sie für Ordnung und Effizienz sorgen. Angeblich gab es mal eine Untersuchung wo Völker Drohnenfrei gehalten wurden um zu sehen welche Auswirkungen das für die Harmonie des Volkes haben könnte. Das Ergebnis war die fehlende Harmonie, weniger Ordnung und Arbeitseffizienz war zu beobachten, quasi unglückliche Mädls! Auch kann ich mir denken, dass die Anwesenheit von Drohnen im Volk noch zusetzlich über den Weg der Vermehrung, nach der Arterhaltung, nach dem ja jedes Lebewesen strebt, für Motivation sorgen. Sollten keine Drohnen im Volk sein oder immer wieder dessen Brut geschnitten werden, so löst man damit sicher einen bösen Stress im Volk aus, die ganze Energie vieler Bienen wird dann in die Drohnenaufzucht gesteckt um ja wieder welche zu haben! Drohnen sind nicht nur faule Honigfresser, sie sind einfach absolut wichtig für den Bien :wink:.

Daher, wenn du so viele und reine Nachzuchten haben willst, würde ich schleunigst mit dem Drohnenscheiden aufhören oder aus dem Plan löschen. Man braucht das nicht, man kommt ohne dem schneiden auch so sehr gut gegen die Varroa klar. Ich würde an deiner Stelle sowieso sehr viele Vatervölker aufstellen, wo du ab und zu etwas Honig klauen, aber sonst nur die Beute erweitern und zur gegebene Zeit die Varroa bekämpfen würden. Rund 20 Vatervölker und sehr kleine Begattungskästchen (man sagt ja, je kleiner die Völkchen in den Begattungseinheiten, umso kürzer ist die Flugstrecke der jungfräulichen Königin beim Begattungsflug), starke Drohnen und passendes Wetter (angeblich fliegt die Dunkle ja auch bei weniger sonnigen Tagen) sollten doch für ein gutes Nachzuchtergebnis sorgen können!? Wichtig wäre natürlich, dass nicht in einem Radius von 1-3km andere Imker mit anderen Bienenblut stehen, ansonsten wird wohl immer eine andere Farbe dabei sein!

Ich bin zwar kein Halter der Dunklen Biene, aber ja.... so könnte ich mir das vorstellen. Auch wenn es vlt. Träumerei sein sollte, hoffe ich etwas geholfen haben zu können!

Benutzeravatar
imkerforum-nordbiene
Site Admin
Beiträge: 6043
Registriert: Dienstag 11. Dezember 2007, 16:42
Postleitzahl: 24247
Ort: Mielkendorf
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 14. Jul 1979
Völkerzahl ca.: 16
Homepage: www.deutsche-biene.de
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Sicula, Ligustica, Carnica, Buckfast
Zuchtlinie/n: Flekkefjord, sowie F1
Kontaktdaten:

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Samstag 16. Februar 2013, 14:35

Hainlaeufer hat geschrieben:... aber ja.... so könnte ich mir das vorstellen. Auch wenn es vlt. Träumerei sein sollte, hoffe ich etwas geholfen haben zu können!
Hallo,

vielen DAnk für Deine Hinweise.

Auch Du hast es auf den Punkt gebracht: je günstiger die Bedingungen (viele eigene Drohnen und Völker, keine Imker in der Nähe), desto besser wird das Begattungsergebnis ausfallen.

In meinem Bereich gibt es viele andere Imker, daher freue ich mich immer über ein gutes Ergebnis auch bei Standbegattung.

Interessant wäre es dann, immer nur von den unvermischten Nachkommen nachzuziehen. Voraussetzung hierfür: eine knallharte Auslese nach Farbe und Flügelindizes. Ob dies wohl gelänge?

LG
Kai
Große Gemeinschaft Dunkle Biene: Neu, kostenlos, seriös. Mit vielen Bezugsquellen. Bitte hier klicken: Gemeinschaft Dunkle Biene.

Benutzeravatar
Marakain

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von Marakain » Samstag 16. Februar 2013, 15:10

Gleichfalls vielen Dankf für die Ausführungen die mein eventuell bald anfangendes Vorhaben ja in seiner Machbarkeit unterstützt.

Was das Drohnenschneiden angeht. Ich dachte mir halt das ich in 3/4 Drittel der Völker diese Art der Varroabekämpfung betreibe und dort ein Rähmchen ohne Mittelwand reingebe in dem dann primäer Drohnenbrut gezogen wird, die ich dann rausnehmen kann um die Varroa zu bekämpfen. Das sind dann auch die Völker bei denen es mehr um Honig geht und weniger um "Arterhaltung".
Außer diesem einen Drohnenrahmen wollte ich jetzt aber nicht auch in den anderen Rahmen die Drohenwaben rausschneiden.

Das 4/4 wird dann das was primär um Arterhaltung geht und nur sehr wenig um Honigertrag. Dort dann halt die Drohnenzahl möglichst hoch halten.
Vatervölker
Damit meinst du die Völker wo möglichst viele Drohnen enthalten sind richtig? Ich kannte die bisher nur unter dem Namen Drohnenvölker.

Rund 20 Vatervölker und sehr kleine Begattungskästchen (man sagt ja, je kleiner die Völkchen in den Begattungseinheiten, umso kürzer ist die Flugstrecke der jungfräulichen Königin beim Begattungsflug), starke Drohnen und passendes Wetter (angeblich fliegt die Dunkle ja auch bei weniger sonnigen Tagen) sollten doch für ein gutes Nachzuchtergebnis sorgen können!? Wichtig wäre natürlich, dass nicht in einem Radius von 1-3km andere Imker mit anderen Bienenblut stehen, ansonsten wird wohl immer eine andere Farbe dabei sein!
Ist die Zahl von 20 Vatervölkern jetzt willkürlich festgelegt oder wie kommst du auf sie.
Sehr interessant finde ich das mit den Begattungskästchen. Bisher hatte ich relativ oft rausgelesen man solle lieber auf z.B. die kleinen Apideakästchen verzichten und die wesentlich größeren Mini-Plus Kästen zur Königinnenzucht setzen. Das was du schreibst wäre für diesen Fall ja dann das Gegenteil und die Verwendung von Apideakästen würde das "reinhalten" begünstigen. Hast du das aus eigener Erfahrung oder aus Literatur? Falls aus Literatur aus welcher?
Das mit den 1-3km kann ich noch nicht sagen. Da die Wiese ist zwar sehr verlockend, aber ohne Arbeit geht ja nix, daher bin ich da noch nicht tiefer eingestiegen und hab z.B. beim Imkerverein Bremen-Blumenthal (zu dem einige Schwaneweder gehören) angefragt.

In meinem Bereich gibt es viele andere Imker, daher freue ich mich immer über ein gutes Ergebnis auch bei Standbegattung.
Die schaffst du noch einmal wie? Durch Glück oder aktives handeln?

Benutzeravatar
Gast02

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von Gast02 » Samstag 16. Februar 2013, 18:22

Hallo,
ich schneide auch Drohnenbrut aber nur zur Kontrolle des Milbenbefalls. In meinen Dadatbeuten hängen im Brutraum rechts und links immer lere Rahmen und im Honigraum ebenfalls.
Das Königinnen aus kleine Begattungseinheiten weniger weit fliegen hab ich noch nicht gehört, aber, ich weis dass Apidae-Völkchen weniger gut auf Belegstellen abschneiden als Völker in großen Einheiten wie z.B. 6er Dadant; bei letzteren gibt es so gut wie keine Ausfälle -Harmonie ist wichtig!
Grüße

Hainlaeufer
Beiträge: 627
Registriert: Freitag 23. November 2012, 23:22
Postleitzahl: 0000
Ort: -
Land: Oesterreich
Telefon: -
Imker seit: 0- 0-2009
Völkerzahl ca.: >15
Bienen"rasse": Bienen aus der Region
Zuchtlinie/n: -

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von Hainlaeufer » Samstag 16. Februar 2013, 19:38

Hallo!

Das Wort Vatervölker ist in meiner Gegend gebräuchlich, ist und hat die selbe Bedeutung wie Drohnenvölker.

Die Literatur ist sehr wertvoll, ich habe selber über 20 Imkerbücher zu Hause, aber manchmal gibt es Tipps, die man nirgends sonst findet. So bin ich froh, Bekanntschaft mit erfahrenen, zum Teil mit bereits in Pension gegangene Berufsimker gemacht haben zu dürfen. Solche Erfahrungswerte aus einem halben Jahrhundert, dass ein sehr erfolgreicher Berufsimker hat, sind unermäßlich wertvoll. Natürlich bekommt man manchmal ein paar "Goldmünzen aus dieser Erfahrungsschatztruhe "mit. So ist der Tipp mit den kleinen Begattungseinheiten (es muss ja kein Apidea sein, kann ja auch eine 1-2 Waben Beute sein, denke ich mir) eines davon! Ich glaube aber schon einmal den selben Tipp bei der Imkerfraktion "kleine Zellen" gelesen zu haben...
Aber es ist auch irgendwo eine Logik dahinter. Mittlerweile weiß man, dass eine Truppe Bienen der jungen Königin beim Begattungsflug begleiten. Diese haben so ihre Aufgaben, ich kann mir aber gut vorstellen, wenn dieser Trupp wesentlich kleiner ist als wie von einem 1-Zargenvolk oder 2-Zargenvolk, dass dann auch die Risikobereitschaft des Trupps und damit die Distanzt wesentlich verringert wird.

Eine weitere "Goldmünze aus der Erfahrungsschatztruhe" die ich zu erzählen hätte (falls dies aber schon bekannt sei, so entschuldigt mich bitte):
Dieser Tipp ist für Imker die ohne großes Risiko Königinnen vermehren und begatten lassen wollen, wo fremdes Bienenblut unerwünscht ist!
Es beginnt im Frühling, sobald es die Temperaturen ermöglichen die Völker (es sollten z.B. gut besetzte 2-Zargenvölker sein) zu kontrollieren, den Zargenwechsel zu tätigen oder Waben zu ziehen ohne den Bien zu gefährden. Hier wird jeweils eine ausgebaute Drohnenwabe direkt in das Brutnest gesetzt. Dies regt die Bienen natürlich an, sehr früh mit der Drohnenzucht zu beginnen. Diese Methode ermöglicht einem Imker sehr früh Königinnen zu produzieren, die ausschließlich NUR von den eigenen Drohnen begattet werden. Denn um diese Jahreszeit hat sonst noch kein Volk nennenswert Drohnen. Es ist ein Zeitfenster, dass noch vor der gewöhnlichen Königinnenzucht beginnt. Natürlich muss man da die reife der Drohnen miteinberechnen (ist das rund ein Monat oder? bis die Spermien fertig gereift sind?) und in der Zwischenzeit die Königinnen ziehen. Ich denke mich erinnerin zu können das man dann im Laufe des Volkswachstums noch Drohnenwaben hinzugeben kann, bin mir aber nicht mehr so sicher. Auf jeden Fall bekommt man da ein Zeitfenster... ein wertvolles! Vlt gelingt euch damit eine Reinzucht? Bis die später, im normalen Zeitraum geschlüpften Drohnen der Nachbarsimker einmal geschlechtsreif werden, könntet ihr schon eine Gage begattete Königinnen besitzen. Denkt mal darüber nach!

Natürlich muss ich sagen, dass ich selber noch nicht diese Erfahrungen machen durfte. Keine Praxis bislang... allerdings werde ich 100%ig diese Goldmünzen in Zukunft selber testen - ich vertraue halt doch auf die Erfahrungen anderer und hoffe doch das da was dahinter ist!

Eines will ich aber noch klar stellen: mit meinen Erzählungen will ich niemanden etwas beweisen oder so, ich fühl mich auch kein bisschen besser wenn ich diesen Beitrag dann absende. Mich würde es ja auch nicht wundern wenn jemand bereits diese Tipps schon kennt, kommt ja oft vor das Leute mehrmals das Rad neu erfinden. Aber es würde mich irrsinnig freuen, wenn ich mit meinen "Goldmünzen" den einen oder anderen Vermehrer damit helfen könnte!

Warum ich von rund 20 Vatervölkern spreche? Nun ja, wenn jedes Volk rund 4-5 Drohnenwaben besitzt, und keine Drohnen geschnitten werden (man braucht das nicht unbedingt! ich schneide keine Drohnenbrut, sollen es doch die Nachbarn machen, meine Drohnen sind mir wichtig! allein schon für die Harmonie!), hat jedes Volk locker rund 500-1000 Drohnen im Kasten (ich weiß nicht wie viel Drohnen ein dunklen Bienenvolk produziert, wird aber sicher bei 500 liegen?). Dann sind das rund 10.000 Drohnen in deiner Umgebung! Also wenn da keine Begattung statt findet, dann weiß ich auch nicht! Ich ging bzgl. der Anzahl 20 einfach vom Bauchgefühl aus, dass so viel eben sehr gut wären!

Aber da ich selber noch in den Kindesschuhen der Königinnenvermehrung usw. stehe und eigentlich nur aus der Erfahrungsschatztruhe und den Goldmünzen aus der Theorie erzählen kann, will ich nicht mehr länger darüber schreiben. Ich bin eher der Typ der Sachen vermittelt worüber ich auch Erfahrung habe, dachte mir aber ich will auch euch mal diese Goldmünzen zeigen, falls diese überhaupst ebenfalls für euch den selben Wert haben, wie für mich!

StefanK
Beiträge: 32
Registriert: Sonntag 15. März 2009, 12:58
Postleitzahl: 06862
Ort: Dessau-Rosslau
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-1998
Völkerzahl ca.: 30
Bienen"rasse":
Zuchtlinie/n:

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von StefanK » Sonntag 17. Februar 2013, 18:31

Hallo Marakin und alle Anderen,
bitte bloß keine Drohnenbrut bei den Dunklen ausschneiden ! Das ist bzgl. Varroa völliog unnötig, denn die damit erreichbare Milbenreduktion um ca. 30 % bringt in Wirklichkeit gar nichts, da sich die Milbenpopulation pro Monat ca. verdoppelt. Das Drohnenschneiden macht aber einen Riesenschaden bzgl. des Fortbestandes der Dunklen Biene.
Was den Honigertrag angeht: Du musst aus deinen Ertragsvölkern nicht das letzte rausquetschen. Wer zwingt dich denn dazu ? So viel bringt es eh nicht und es ist extra Arbeit (mal rein betriebswirtschaftlich betrachtet). Zusätzlich zum schon Gesagten (bzgl. Volksharmonie) möchte ich noch ergänzen, dass es Untersuchungen gibt, die zu dem Ergebnis kommen, dass die schlichte Anwesenheit von Drohnen die Wärmeregulation erleichtert und es damit gerade an kühleren Tagen bzw. z.B. in den noch frischen Morgenstunden mehr Arbeiterinnen möglich ist, Sammelflüge zu unternehmen. Damit wir der Honigkonsum der Drohen zu mindest zum Teil kompensiert. Also, lass sie doch bitte leben...
Übrigens kannst du mit einer reinrassigen importierten Königinn mehrere Jahre immer wieder Wirtschaftsköniginnen via Standbegattung nachziehen und hast dann massig reinrassige Drohenen. Der finanzielle Aufwand ist also nicht so groß. Und wenn in deiner Umgebung nicht gerade die ganz hartnäckigen Carni-Züchter wohnen, sonern diesbezüglicvh eher passive Imker, dann wird sich auch derenBestand allmählich "verdunkeln", was sich auf lange Sicht bei der Standbegattung angenehm bemerkbar machen wird.
Was Colmore angeht: Ich denke auch schon darüber nach, mal einen Kurzurlaub in Irland zu machen...

lg
Stefan

Benutzeravatar
Marakain

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von Marakain » Sonntag 17. Februar 2013, 21:53

Moin,
bitte bloß keine Drohnenbrut bei den Dunklen ausschneiden ! Das ist bzgl. Varroa völliog unnötig, denn die damit erreichbare Milbenreduktion um ca. 30 % bringt in Wirklichkeit gar nichts, da sich die Milbenpopulation pro Monat ca. verdoppelt. Das Drohnenschneiden macht aber einen Riesenschaden bzgl. des Fortbestandes der Dunklen Biene.
Könntest du mir Anfänger bitte mal erklären warum das bei der Dunklen so schlecht ist wo es doch bei den Carnicas und Buckfast als gute Methode angesehen wird?
Also nicht falsch verstehen, wenn es nach mir ginge würde ich am liebsten gar keine Bienchen killen, Chemie/Mittel/Säuren in sie reinkippen usw. Aber von allen verschwindet die Hybris Varroa ja wohl nicht mehr und durch diverse ander Dinge die die Biene schwächt denke ich mal, mit meinem kleinen Einblick, können wir uns wohl auch nicht zurücklehnen und sagen "dass wird die Natur schon alleine regeln".

Was den Honigertrag angeht: Du musst aus deinen Ertragsvölkern nicht das letzte rausquetschen. Wer zwingt dich denn dazu ?
Also falls der Eindruck entstanden ist das ich das vorhätte dann würde ich das gerne wiederlegen. Ich wollte jedenfalls nicht auf Teufel komm raus und unter in Kaufnahme von Haufen toter Bienen Profit/Honig scheffeln. Gemeint war nur das ich 3/4 eher so halten wollen würde das Honig in einem vernünftigen Rahmen abfällt und das andere Viertel im Zweifel gar keinen Honig ernte wenn dafür die Gegebenheiten für die Arterhaltung möglichst optimiert sind.

Was Colmore angeht: Ich denke auch schon darüber nach, mal einen Kurzurlaub in Irland zu machen...
Eine sehr feine Sache das. Muss man dann halt nur so timen das man am letzten Tag die Königinnen abholt und halt nicht mit dem Flieger reist (kann mir jedenfalls nicht vorstellen das das ginge). Einmal im Jahr so ein Wochenendtripp ist aber denke ich vollkommen machbar.

Hainlaeufer
Beiträge: 627
Registriert: Freitag 23. November 2012, 23:22
Postleitzahl: 0000
Ort: -
Land: Oesterreich
Telefon: -
Imker seit: 0- 0-2009
Völkerzahl ca.: >15
Bienen"rasse": Bienen aus der Region
Zuchtlinie/n: -

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von Hainlaeufer » Sonntag 17. Februar 2013, 23:22

Ich kann StefanK gut verstehen! Er als Halter dunkler Bienen will jeden einzelnen dunklen Drohn für seine jungen dunklen Königinnen erhalten! Daher ist ein Drohnenschneiden kontraproduktiv, will man diese Unterart erhalten!

Ich hab das schon oft mitbekommen... das Thema Drohnenschneiden ist ein schon sehr oft durchgekauter Brei! Mittlerweile weiß man, dass das Drohnenschneiden bei gewöhnlicher Varroabehandlung komplett überflüssig ist. Und wenn man schneidet, stört man die Harmonie im Volk, und viele denken auch das man damit eventuell auch auf längerer Sicht Varroas züchtet die dann mehr auf Arbeiterinnenbrut gehen. Und, und und...

Das Drohnenbrut schneiden macht doch ja auch viel Arbeit. Dann das Problem mit den Waben voller Bienenpuppenfleisch... und dieses Gemetzel... ich weiß nicht. Ich kenne keinen Berufsimker der Drohnenbrut schneidet, und die wissen doch erst recht was man unbedingt machen soll und was überflüßig ist.

Also lieber Marakain, meine hier lieb gemeinten, geschriebene Worte sollen nicht belehrend sein, aber hoffentlich überzeugend ;).

Heidjer
Beiträge: 443
Registriert: Donnerstag 12. Februar 2009, 03:31
Postleitzahl: 29640
Ort: Schneverdingen
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.: 20 Beuten,-- Korb
Bienen"rasse":
Zuchtlinie/n:
Kontaktdaten:

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von Heidjer » Montag 18. Februar 2013, 15:55

@all:
In dem hier nochmal wiedergegebenen #4 Beitrag aus diesem Thread steht, so meine ich, bereits genug zu dem leidigen Thema 'Drohnenschnitt'. Außerdem habe ich bereits in zahlreichen Beiträgen hinsichtlich der Vermehrung der Dunklen Kö auf dem eigenen Stand geschrieben, das für mich kein Drohnenschnitt in Frage kommt. Ihr dreht Euch im Kreis.

Wer die Dunklen Bienen leidlich erhalten will, braucht gesunde Völker, dazu gehören auch die Drohnen, und selbige in großer Zahl in der Luft, um nicht hoffnungslos den anderen Rassen bei der Vermehrung unterlegen zu sein.

Nochmal: Ich schneide keine Drohen und habe noch kein Volk durch Varroa verloren!

Wolfgang, der Heidjer



Heidjer hat geschrieben:Moin Kalli,

um Deine 25 Völker garantiert rein zu erhalten benötigst Du laufend 25 reine Kö. Bei Schwarmverhinderung bleibt die Frage, wie viele Völker gerne still Umweiseln wollen. So viele neue Kö benötigst Du dann. Also doch rein hypothetisch und nicht umsetzbar.

Wenn Du in 3/4 Deiner Völker Drohenschnitt machst, so sehe ich die Chancen auf leidlich reine F1-Nachkommen als gering an. Lasse allen Völkern die Drohnen. Du hast dann zwar weniger Honig, aber mehr reinrassige männliche Vertreter in Deinem Luftraum und damit eine größere Hoffnung auf reiner begattete Kö. Natürlich musst Du eine sehr gute Milbenbehandlung durchführen, denn sonst bekommst Du dort Schwierigkeiten.

Wolfgang, der Heidjer

Benutzeravatar
Marakain

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von Marakain » Montag 18. Februar 2013, 19:18

Nur zu meiner "Verteidigung" auch wenn ich das bestimmt nicht richtig ausgedrückt habe. Ich wollte eigentlich nie Drohnenwaben aus allen Rähmchen im Brutraum raussuchen und schneiden. Ich dachte eher an diese Sache nachdem der eigentlich Brutraum fertig ausgebaut ist ein Rähmchen ohne Mittelwand reinzuhängen wo dann meines Wissens primär Drohnenwaben gebaut werden und diesen dann rauszunehmen.
Aber nach den doch massiven abraten davon werde ich es wohl sehr wahrscheinlich lassen. Hoffe nur ich kann Stand halten wenn, z.B. im Imkergrundkurs, mir das jemand als das Mittel der Wahl zur Varroabekämpfung anpreißt ;)

Benutzeravatar
imkerforum-nordbiene
Site Admin
Beiträge: 6043
Registriert: Dienstag 11. Dezember 2007, 16:42
Postleitzahl: 24247
Ort: Mielkendorf
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 14. Jul 1979
Völkerzahl ca.: 16
Homepage: www.deutsche-biene.de
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Sicula, Ligustica, Carnica, Buckfast
Zuchtlinie/n: Flekkefjord, sowie F1
Kontaktdaten:

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Montag 18. Februar 2013, 19:37

HAllo,

welcher Kurs ist das, und wo und wann genau? Wer ist Kursleiter?

LG
KAi
Große Gemeinschaft Dunkle Biene: Neu, kostenlos, seriös. Mit vielen Bezugsquellen. Bitte hier klicken: Gemeinschaft Dunkle Biene.

Benutzeravatar
Marakain

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von Marakain » Montag 18. Februar 2013, 20:08

Moin,

also das sind die Daten die ich bereits habe:
Bienenkundlichen Grundkurs 2013 des Kreisimkerverein Hannover angemeldet. Er findet auf dem Lehrbienenstand in Langenhagen am 09./16.03. (Theorie) und am 04.05. (Praxisteil, bitte entsprechend Stichschutz mitbringen), jeweils von 09.00 - 16.00 Uhr statt. Die Kursgebühr beträgt 60 €. Eine separate Einladung wird ca. 2-3 Wochen vor Kursbeginn verschickt. Gehören Sie schon einem Imkerverein an? Außer Papier und Stift benötigen Sie keine weiteren Materialien.

Gruß, Horst Schäfer
Horst Schäfer ist der 1 Vorsitzende von dem hier http://www.imkerverein-burgwedel-isernhagen.de/

Ob er den Kurs selber macht oder dann ein anderer Dozent weiß ich noch nicht müsste aber ja demnächst Post erhalten.
Kennst du hier jemanden der in Frage käme?

Benutzeravatar
imkerforum-nordbiene
Site Admin
Beiträge: 6043
Registriert: Dienstag 11. Dezember 2007, 16:42
Postleitzahl: 24247
Ort: Mielkendorf
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 14. Jul 1979
Völkerzahl ca.: 16
Homepage: www.deutsche-biene.de
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Sicula, Ligustica, Carnica, Buckfast
Zuchtlinie/n: Flekkefjord, sowie F1
Kontaktdaten:

Re: Erhaltung der Art am Stand

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Montag 18. Februar 2013, 20:27

Na, das hört sich doch gut an. Ich wünsche einen guten Kursverlauf.
LG
Kai

PS: Nein, kenne ich selber nicht.
Große Gemeinschaft Dunkle Biene: Neu, kostenlos, seriös. Mit vielen Bezugsquellen. Bitte hier klicken: Gemeinschaft Dunkle Biene.

Antworten

Zurück zu „Zucht, Vermehrung, Belegstellen, Besamung, Zusetzen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast