Wieviel Dunkle Biene muss in einer "Dunklen Biene" sein?

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Wieviel Dunkle Biene muss in einer "Dunklen Biene" sein?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Mittwoch 6. Januar 2016, 23:30

Hallo allerseits,

wir leben in einem (politischen) System, in dem es legal ist, Ware feilzubieten, die nicht dem entspricht, womit sie angepriesen wird (Beispiel: eine Pansche mit 10% Nativem Olivenöl genügt, um sie als "Natives Olivenöl" legal anzupreisen). :evil:

Soll dies auf diese exzessive Weise etwa auch für die Dunkle Biene gelten? Der sog. "Zuchtverband Dunkle Biene" preist Nigra-Bienen als "Dunkle Biene" an, ebenso tun dies einige private Händler mit der "Salzburger Alpenland" und der "Braunelle". Wohlahnend: es sind Hybriden.

Meine Frage daher: wieviel % Dunkle Biene muss in einer Dunklen Biene sein? :wink:

Eine Frage zum Nachdenken. Unser politisches System erlaubt ja so viel! :P

LG
Kai

Foto: Braunelle Reinzucht - darf diese hellgraue Biene als Dunkle Biene angepriesen werden???

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Re: Wieviel Dunkle Biene muss in einer "Dunklen Biene" sein?

Beitrag von Abramis » Donnerstag 7. Januar 2016, 07:01

Hallo Kai,

wenn ich da rein rechtlich mal mutmaßen darf: als "Dunkle Biene" - ja; als "reine Dunkle Biene" - nein!
Das Ganze wird aber immer eine Grauzone sein, bis offizielle Grenzwerte definiert werden. Aber wer sollte das rechtsverbindlich tun?
Ich habe mich mal mit der Etikettierung von Honiggläsern auseinander gesetzt. "Honig von der Dunklen Biene" ist ebenso ein Begriff, über den man unheimlich streiten kann, allein schon mangels ausreichender rechtsverbindlicher Definitionen.

Viele Grüße,
Heiko

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Johannes
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Re: Wieviel Dunkle Biene muss in einer "Dunklen Biene" sein?

Beitrag von Johannes » Donnerstag 7. Januar 2016, 07:09

Hallo zusammen,

ich würde Interessenten solch "heikler" Herkünfte immer raten, den Verkäufer nach einem Flügelmess-Ergebnis zu fragen. Wenn er eines liefern kann, was gut aussieht, ist alles okay. Wenn er abwiegelt, sollte man vielleicht lieber die Finger davon lassen. ... Ob das gelieferte Ergebnis dann aber wirklich von der Zuchmutter stammt, ist Vertrauenssache. :?
Im Übrigen würde ich davon ausgehen, dass alle Nachzuchten zunächst mal F1 sind. Egal welche ursprüngliche Herkunft.

Und ganz generell: Kaufen und Testen ist nicht verboten! ... Man sollte nur nicht alles glauben und lieber kritisch hinterfragen, bzw. eigene Flügelmessungen machen (lassen)! :mrgreen:

LG Johannes
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Re: Wieviel Dunkle Biene muss in einer "Dunklen Biene" sein?

Beitrag von Katrin » Dienstag 22. März 2016, 06:54

Uhhh, das ist ne ziemlich knifflige Frage. Würde schon auch sagen ab 95%. Allerdings ist es auch verwirrend wenn die Flügelmessergebnisse das ergeben, sie aber trotzdem noch "braun" ist. Beispiel wäre die Nigra, bei der eine Untersuchung einer Probe 98% ergeben haben. Weiss nicht, bei der Nigra würde ich es ja noch verstehn, aber bei der Braunelle nicht.

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Johannes
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Re: Wieviel Dunkle Biene muss in einer "Dunklen Biene" sein?

Beitrag von Johannes » Dienstag 22. März 2016, 08:54

Hallo Katrin,

du hast das Problem schon ganz richtig erkannt.

Die Prozentzahl ist nur ein starrer Wert, der nicht unbedingt eine ganzheitliche und gerechte Beurteilung erlaubt. Der optische Gesamteindruck spielt eine ebenfalls sehr wichtige Rolle!

Ob nun bei der Messung 90 %, 95 %, 98 % oder im besten Fall 100 % rauskommen, ist auch nur die halbe Miete. Denn bei Werten unter 100 % entscheidet die Streuung der Werte und auch ein Blick auf die Diskoidalverschiebung ist wichtig. Die muss in jedem Fall negativ sein, sonst liegt ganz eindeutig eine Hybridisierung vor!
Bei Ci und Hi ist es etwas lockerer zu sehen. Besonders beim Hi gibt es teilweise starke Abweichungen von Optimum. Das ist mir ganz extrem bei der Vermessung von Carnicabienen aufgefallen. Nicht selten liegen die Werte da außerhalb des anzeigbaren Bereichs. :P Aber deshalb ist die Carnica trotzdem okay!


Hier mal das Bild einer Carnicamessung. Man beachte die Hi-Werte, die den Messbereich überschreiten. :mrgreen:
Bei dieser Probe darf man nur auf die Ci-DsA-Korrelation schauen. Denn die sagt 100 %. Die 68 %, die aus er Hi-Korrelation resultieren, sind totaler Quatsch.
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LG Johannes
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Re: Wieviel Dunkle Biene muss in einer "Dunklen Biene" sein?

Beitrag von Katrin » Mittwoch 23. März 2016, 09:23

Hallo Johannes,

Darf ich fragen wofür du dir die Testvölker zugelegt hast?

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Re: Wieviel Dunkle Biene muss in einer "Dunklen Biene" sein?

Beitrag von Johannes » Mittwoch 23. März 2016, 13:19

Blue hat geschrieben:Hallo Johannes,

Darf ich fragen wofür du dir die Testvölker zugelegt hast?
Meinst du damit das je eine Carnica-, Buckfast-, Ligustica- & Sicula-Volk? :)
Ganz einfache Antwort: Weil jede Biene liebenswert ist und es lohnt, mit so vielen wie möglich mal gearbeitet zu haben! Nur wenn man selbst die Rasse "kennt", sollte man sich auch darüber ein Urteil erlauben!

In diesem Sinne kritisiere ich alle Imker scharf, die gegen die Dunkle vorgehen und hetzen, ohne diese je selbst erlebt zu haben und ohne zu wissen, wovon sie reden. :evil:

LG Johannnes
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