Abwandern, um Wildbienen zu retten

Moderator: Johannes

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elk030
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Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von elk030 » Donnerstag 28. Juni 2018, 11:43

Moin
Evtl. werde ich aufgefordert werden, meine Bienen wegzuschaffen, weil meine Ecke zum Naturschutzgebiet erklärt ist.
Grund sind die Wildbienen, die damit gerettet werden sollen. Das ist wohl jetzt der neue Hype.
Ich wurde zwar noch nicht entdeckt, aber das ist nur eine Frage der Zeit.
Da ich nicht mobil bin, muß ich dann evtl. das Handtuch werfen.
Die Imkerei besteht nun schon seit 30 Jahren. Gibt es da so etwas, wie Bestandsschutz oder muß ich mich beugen?
Schöne Grüsse, Elk

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imkerforum-nordbiene
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Re: Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 28. Juni 2018, 12:43

HAllo Elk,

erstmal: kühlen Kopf bewahren, so schnell passiert nix. Ich brauche aber weitere Informationen:
  • Stehen Deine Bienen auf Privatgrundstück? Falls ja, auf wessen?
  • Gehört das Gelände zum Naturschutzgebiet?
  • Ist der Name des NSG bekannt?
  • Seit wann ist es NSG?
LG
Kai
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Didi
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Re: Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von Didi » Donnerstag 28. Juni 2018, 15:12

Moin,
seit ich Bienen habe, nimmt der Bestand an Wildbienen aller Art stetig zu(auf meinem Grundstück). Ich kann bisher nicht feststellen das meine Bienen den wilden Schwestern das Futter rauben, dafür sind die Bedürfnisse der einzelnen Arten viel zu unterschiedlich. Von daher würde ich mich Kais Meinung anschließen, Ruhe bewahren und abwarten.
LG Dieter

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Re: Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von elk030 » Freitag 29. Juni 2018, 08:50

Das Privatgrundstück gehört den Forsten, hat aber private Mieter.
Mein Standplatz, die ehemalige Fallobstwiese des Grundstückes wurde mir von den Forsten zugewiesen,
nachdem ich die dort etablierte Imkerei vor 10 Jahren übernommen hatte
Das Gebiet drumherum ist schon lange Naturschutzgebiet, die Wiese selbst wohl nicht.
Die Forsten sagten mir, unauffällig zu bleiben, da ich in Gefahr bin gehen zu müssen.
Das NSG ist erweitert worden, was zur Folge hatte, das ein Berufsimker,
der sich dort vor 4 Jahren aufgestellt hate, bereits gehen musste.
Dieser ist aber sehr flexibel und hat sich nicht weiter gewehrt.
Soweit, Elk

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Re: Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von elk030 » Freitag 29. Juni 2018, 08:55

Der Name des NSG lautet "Teufelsfenn".

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Re: Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von elk030 » Freitag 29. Juni 2018, 09:07

Fragt sich noch, ob die dunkle Biene ein Argument wäre, um bleiben zu dürfen.
Dann müsste ich allerdings die Lingustica, die nun dazugekommen sind, an meinen Aussenstand verfrachten.
Zudem würde ich wohl an einer Reinheitsprüfung scheitern.
Gut ist letztlich, das meine Imkerei nicht ausgewiesen ist.
Das habe ich bisher so gehalten, weil ich einfach nicht mit einem Zuviel an Besuchern umgehen kann und möchte.

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Re: Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Freitag 29. Juni 2018, 09:42

Hallo Elk,

danke für die Information. Wenn ich es richtig verstanden habe, stehen Deine Bienen auf einem Grundstück, dessen Eigentümer die Berliner Forstverwaltung ist (private Mieter lasse ich jetzt mal beiseite). Diese hat Dir die Erlaubnis erteilt, und diese könnten sie Dir auch wieder entziehen. Wie Du aber schreibst, ist die Forstverwaltung Dir wohlgesonnen. Von diesen dürfte nichts passieren.

Dienstvorgesetzter der Forstverwaltung ist aber der Berliner Senat, der gleichzeitig die untere Naturschutzbehörde darstellt, die auch für das Wohl des Naturschutzgebietes zuständig ist. Theoretisch kann natürlich die Naturschutzbehörde die Forstverwaltung anweisen, Dir die Erlaubnis zur Bienenhaltung dort zu entziehen. Da das Grundstück offensichtlich nicht Dein Eigentum ist, müsstest Du Dich solch einem Verweis sicher fügen (Mietverträge etc regelt das BGB). Es wäre eine Kündigung des (mündlichen?) Nutzungsvertrages. Bestandsschutz o. ä. gibt es hier nicht.

Von daher auch mein Tipp: Unauffällig bleiben. Holzbeuten verwenden statt Styropor. Möglichst wenig Rauch. Und ja: klar ist die Dunkle Biene ein Argument (=heimisches Wildtier). Erfahrungsgemäß lässt sich mit Behördenmitarbeitern reden! Auch hier wirkt ein Glas Honig manchmal Wunder. Aber erstmal still bleiben.

Musst Du gesperrte Wege nutzen, um zu den Bienen zu gelangen?

Interessante Infos zum NSG gibt es hier: https://www.berlin.de/senuvk/natur_grue ... sg47.shtml

LG
Kai
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Re: Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von elk030 » Freitag 29. Juni 2018, 12:01

Nein, ich muß keine gesperrten Wege nutzen.
Ja, der Vertrag über die Wiese ist mündlich, nur der Vertrag über die Bienenremise ist schriftlich.
Danke für deine Aufmerksamkeit und ja, still bleiben ist für mich selbstverständlich, so oder so.
Schönen Gruss, Elk

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Re: Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von Ape » Freitag 29. Juni 2018, 12:04

Hallo Elk,
dann drücke ich dir die Daumen!
Halte uns bitte auf dem Laufenden. Ich hoffe das Beste für dich.

Gruss
Steve

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Re: Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von Heike » Samstag 30. Juni 2018, 11:42

Hallo Elk,
halte uns bitte auf dem Laufenden, vor allem was das Argument "Dunkle Biene=heimisches Wildtier" angeht. Das könnte durchaus interessant werden.
Ansonsten drücke ich Dir natürlich die Daumen und wünsch Dir das Beste.
Beste Grüße!

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Re: Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von Antilles » Samstag 30. Juni 2018, 16:53

Au Backe,
da sind ja mal wieder spezialisten am Werk!
Viel Glück, wie alle bereits empfohlen haben unauffällig, wo kein Kläger da kein Richter.

imkerforum-nordbiene hat geschrieben:
Freitag 29. Juni 2018, 09:42
Erfahrungsgemäß lässt sich mit Behördenmitarbeitern reden!
Der war gut :lol: ich schmeiss mich weg.
Mir graust es vor jedem Behördengang bzw. -kontakt

Elk, Ohren steif halten!

LG Jonas

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Re: Abwandern, um Wildbienen zu retten

Beitrag von Abramis » Sonntag 1. Juli 2018, 18:50

Ich frage mich immer noch, wann diesem sachgrundlosen Unfug endlich ein Riegel vorgeschoben wird, keine Biene oder Hummel steht in Konkurrenz zueinander! Das nennt man biologische Nische! Parallele Arten vermeiden durch Spezialisierung die direkte Konkurrenzsituation. Hummeln zum Beispiel haben einen längeren Rüssel und befliegen dadurch auch Blüten, die für unsere Honigbiene uninteressant sind. So fördert die Konkurrenzvermeidung gleichzeitig die Biodiversität.

Da ich gerade merke, dass ich beginne mich aufzuregen, schreibe ich wohl besser nichts weiter dazu.
Viele Grüße, Heiko
Und erstens machen sie es anders, als es zweitens im Lehrbuch steht :!: :!: :!:

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