Varroabekaempfung mittels Halbzargen-Fangwaben

Von Nosema über Faulbrut, Varroose, Sackbrut, Kalkbrut, Kleiner Beutekäfer, Großer Beutekäfer, Wachsmotten, Wespenplage, Mäuse etc.

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Postkugel
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Varroabekaempfung mittels Halbzargen-Fangwaben

Beitrag von Postkugel » Mittwoch 31. Januar 2018, 21:39

Da ich im Moment darueber knoble, wie ich durch Anwendung biotechnischer Methoden um die Sommer AS-Behandlung herum komme und dabei versuchen will, eine Kombination aus Liebig's "Teilen und Behandeln" und dem Bannwabenverfahren auf Dadant umzusetzen, bin ich ueber den folgenden Link gestolpert:
http://www.bienenfan.de/Varroa/H/halbza ... fahren.htm

Ich finde das gerade fuer Dadant-Imker recht interessant, weil man ja mit den Honigraeumen ueber genuegend ausgebaute Halbraehmchen und Zargen verfuegt. Den Vorteil sehe ich bei dem beschriebenen Untersetzen von Halbzargen darin, dass es nicht so eine enormen Materialschlacht wie beim normalen Teilen- und Behandeln + dem Einsatz einer Bannwaentasche kommt. Auch muss man das Volk nicht auseinanderreissen.

Nachteilig finde ich allerdings 3 Dinge:
- die vermilbte Brut schluepft zunaechst noch im Volk statt in einer Brutscheune; ich denke, eine Nachbehandlung mit OX ist daher Pflicht. Im Vergleich zur AS m.E. aber nur ein kleines Uebel
- es kommt nicht zur vollstaendigen Erneuerung des Wabenwerkes
- man benoetigt einen irgendwie gearteten zusatzlichen Ausgang fuer die Drohnen, weil die ja aus dem alten Brutraum nicht durch das Absperrgitter gelangen

Ich habe mir daher ueberlegt, dass man ja nach dem Abschleudern die gesamten Brutwaben ueber Absperrgitter in den Honigraum umhaengen kann, wo diese schluepfen. Den freien Platz im Brutraum fuellt man mit einer Duplex- Bannwabentasche sowie Mittelwaenden. In der Bannwabentasche befindet sich eine ausgebaute Wabe, eine Mittelwand und die Weisel. Lediglich fuer die Drohnen benoetigt man noch einen Extra-Ausgang aus dem Honigraum.

Aus der Bannwabentasche wird 2x im zeitlichen Abstand die verdeckelte Brut entnommen. Dann wird die Koenigen freigelassen und das gesamte Volk mit OX besprueht (oder verdampft). Der Brutverlust duerfte sich damit in Grenzen halten, vor allem, wenn man mit einer AS-Langzeitbehandlung vergleicht.

Mich wuerde interessieren, ob jamand so eine oder aehnliche Sommerbehandlung praktiziert und welche Erfahrungen es diesbezueglich gibt.

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Re: Varroabekaempfung mittels Halbzargen-Fangwaben

Beitrag von bienengral » Donnerstag 1. Februar 2018, 18:23

Hallo Postkugel,

ich finde das Verfahren was du vorschlägst schlechter da hier mit Chemie (Ox, Milchsäure) gearbeitet werden muss.
Wenn schon das Halbzargen Fangverfahren dann ohne Chemie. Die schlüpfende Brut hat Milben, aber diese sollen ja dann in der Halbzargenbrut gefangen werden. Die geschädigten Bienen gehen ein es sind keine Winterbienen. Diese müssen nicht den Winter überleben.

Also wenn du schon Ox oder Milchsäure anwenden willst dann mach halt gleich TBE. Dann brauch man sich nicht mit Bannwabentasche noch mehr Arbeit machen.

Grüße Thomas

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Re: Varroabekaempfung mittels Halbzargen-Fangwaben

Beitrag von Postkugel » Donnerstag 1. Februar 2018, 22:35

Hallo Thomas,

schoen, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Ideen zu sichten.

Ganz ohne Chemie wird es m.E. leider nicht gehen, sonst erwische ich die phoretischen Milben nicht. Aber im Vergleich zu AS ist OX-Spruehen ja schon ein deutlicher Fortschritt - zumind., wenn man die Wirkungssicherheit und Bienenvertraeglichkeit im Auge hat. Mein Ziel ist eine bienenvertraegliche! Sommerbahehandlung, bei der ich sicher! >90% der Milben erwische. Hier im Oberharz ist die Herbstbehandlung mit AS eine unsichere Sache, weil im September oft keine Temperaturen >15 Grad mehr erreicht werden und die Luftfeuchtigkeit normal stets >85%rel. (meist >90%rel.) betraegt. 60%ige AS kann ich im Herbst im Prinzip gleich ins Gras neben die Beute schuetten - dort wirkt sie auch nicht gegen die MIlben (um mal mit Liebig's Worten zu sprechen).

Eine TBE allein genuegt mir nicht. Die Entmilbung muss eine 10er Potenz besser sein. Reinvassion muss ich nicht befuerchten, weil ich mich im Schutzbereich einer Belegstelle befinde und der einzige Nachbarimker, zu dem ich ein sehr gutes Verhaeltnis habe, ordentlich behandelt und ausserhalb des Hauptflugradius meiner Damen liegt.

Die Grundidee besteht darin, biotechnisch einen erheblichen Teil der Milben aus der schluepfenden Brut rechtzeitig auszuschalten, aber die schluepfenden Bienen - welche sicherlich zu einem gewissen Teil geschaedig sind - noch als Ammen fuer die Winterbienen zu nutzen. Eine AS-Behandlung ueberleben die ja leider oft nicht. Darueber hinaus muss aber die Milbenlast weiter reduziert werden, dass nachher die Winterbienen moeglichst milbenfrei aufwachsen. Deshalb noch die Oxalsaeure.

Mit einer TBE oder dem klassischen Teilen und Behandeln stehen die Bienen aus der verdeckelten Brut nicht mehr als Ammen zur Verfuegung und die Volkseinheit ist gestoert. Das sehe ich als Nachteil.

Diesbezieglich finde ich das Halbzargenverfahren recht interessant.

Soweit meine Gedanken.

Ich freue mich auf Anregungen und Kritik.

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Re: Varroabekaempfung mittels Halbzargen-Fangwaben

Beitrag von Didi » Freitag 2. Februar 2018, 15:03

Moin Postkugel,
eine erfolgreiche "biomechanische" Milbenbekämpfung erreichst du mit TBE und verdampfen gleich nach der letzten Honigernte. Die Bienen aus Brutscheunen werden nicht für die Aufzucht der "Winterbienen" gebraucht da diese ja erst ab ca. Ende August Anfang September entstehen. In Halbzargen Dadant Fangwaben bilden ist aus meiner Sicht kontraproduktiv da das den Vorteil von Dadant eleminiert. Die in der Brutscheune gebildeten und behandelten Bienen kann man sehr gut zu Ablegern, Kunstschwärmen verarbeiten oder um deinem Plan entgegen zu kommen, als Verstärkung der Völker benutzen. Durch die TBE werden ja auch die Altvölker brutlos und können mit den Brutscheunen behandelt werden. So spart man sich sogar die Träufelbehandlung im Winter.

Das ist das was ich mache, aber das muß ja nicht unbedingt nach gemacht werden.
Aber egal wie du es machst, hauptsache es wird behandelt.

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Re: Varroabekaempfung mittels Halbzargen-Fangwaben

Beitrag von Silas » Freitag 2. Februar 2018, 17:46

Hallo Postkugel

@Didi
Ich kann nur sagen wie ich es mache!
Honig ernte TBE "Brutscheune" alle 8 Tage mit Milchsäure 15%Behandeln und im Oktober Königin in den Isolator Fertig. Ich mach keine Experimente. Und ich hoffe 2018 das ich auf die Ameisensäure 60%komplett verzichten kann die ich immer noch im August bei einigen Völker benutzen mußte . Gruß Marcus

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Re: Varroabekaempfung mittels Halbzargen-Fangwaben

Beitrag von Postkugel » Freitag 2. Februar 2018, 19:02

Vielen Dank fuer Eure konstruktiven Antworten.

TBE in Verbindung mit einer Brutscheune + Saeurebehandlung laeuft ja auf "Teilen und Behandeln" hinaus. Vorteil ist, dass man mit der Brutscheune noch eine Koenigin gewinnen kann. So war auch mein urspruenglicher Plan.

Ingo Lau hatte mich dann auf die Idee mit der zusaetzlichen Bannwabe gebracht, welche nach seiner Aussage einen erheblichen Teil der Milben des Fluglings aufnimmt. In Kombination mit einer Saeurebehandlung (OX) sollte man den Flugling damit quasi "sicher milbenfrei" bekommen. Als Nachteil sehe ich hier, dass durch den doppelten Bannwabeneinsatz noch rd. 2/3tel eines Brutsatzes verloren gehen. Das ist im Flugling nicht so schoen, weil dieser ja mehrheitlich aus alten Tanten besteht, die dann recht bald abgehen duerften. Ich denke, dessen Starke duerfte rasch abnehmen, was nachher bei der Winterbienenaufzucht ab Ende August nicht so doll ist. Insofern ist der Gedanke, das Volk beisammen zu lassen, sicher nicht ganz falsch.

Auf der anderen Seite kann man natuerlich eine Rueckvereinigung machen, sobald die Nachschaffungskoenigin des Brutlings in Eilage ist. Wenn man das Volk schon Mitte Juli teilt (die Honigraeume koennen ja, so lange man mit den Bannwaben arbeitet, ggf. noch auf dem Flugling verbleiben), sollte das bis Ende August funktionieren. Ich muss dann wg. der Belegstelle sowieso umweiseln, da passt das gut ins Konzept.

Ob man dann im September nochmal mit Ameisensaeure nachbehandeln muss, haengt davon ab, wie viele Milben im Brutling verbleiben und wie stark der Milbendruck von Aussen ist. Grundsaetzlich ist aber die AS-Herbstbehandlung nach meiner Erfahrung wesentlich bienenvertraeglicher wie jene im Sommer.

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