Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Von Nosema über Faulbrut, Varroose, Sackbrut, Kalkbrut, Kleiner Beutekäfer, Großer Beutekäfer, Wachsmotten, Wespenplage, Mäuse etc.

Moderator: Johannes

Herbert
Beiträge: 625
Registriert: Samstag 17. Oktober 2015, 12:57
Postleitzahl: 25821
Ort: Breklum
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 18. Apr 1979
Völkerzahl ca.: 25 Segeberger-Beute
Bienen"rasse": Carnica,Mellifera,Ligustica
Zuchtlinie/n: Stavershult,Sikas,Flekkefjord

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von Herbert » Donnerstag 27. Oktober 2016, 14:52

Hallo Christian,
ck1 hat geschrieben:Die Arbeitsbiene braucht zu ihrer Entwickung vom Ei an,
bis sie aus der Zelle kriecht, 20 bis 22, auch 23 Tage, je nachdem Hohegrad der Wärme im Stocke. Neuneinhalb Tage vergehen, bis die Zelle bedeckelt wird, und elf Tage, bisbdie junge Biene
auskriecht.

... Also scheint dies ein Märchen zu sein ... Schade,
was es denn daran schade,sei doch froh das sich die Ammenmärchen nicht bestätigen :lol:
sonst werden doch noch einige mehr von uns verunsichert,es gibt Bienen die eine kürzere
Brutzeit haben,aber nicht bei uns.Es sei denn sie brüten nur Königinnen 8)

LG Herbert

ck1
Beiträge: 244
Registriert: Freitag 24. April 2015, 22:17
Postleitzahl: 14974
Ort: Ludwigsfelde
Land: Deutschland
Telefon: +491772085370
Imker seit: 10. Jul 2015
Völkerzahl ca.: eigentlich zuviele
Homepage: http://bienen-honig.de
Bienen"rasse": Landbiene, Buckfast, Dunkle Biene, Ligustica
Zuchtlinie/n:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von ck1 » Donnerstag 27. Oktober 2016, 15:02

Ok, dann bin ich froh ... :mrgreen:

Schade halt nur, weil es ja schon schön wäre, wenn mit der Rückkehr zu mehr Ursprünglichkeit und Natürlichkeit neben höherer Vitalität, auch eine Verbesserung der Varroaresistenz oder besser -resilenz einher gehen würde.

VG Christian

Benutzeravatar
imkerforum-nordbiene
Site Admin
Beiträge: 6148
Registriert: Dienstag 11. Dezember 2007, 16:42
Postleitzahl: 24247
Ort: Mielkendorf
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 14. Jul 1979
Völkerzahl ca.: 16
Homepage: www.deutsche-biene.de
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Sicula, Ligustica, Carnica, Buckfast
Zuchtlinie/n: Flekkefjord, sowie F1
Kontaktdaten:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 27. Oktober 2016, 15:11

ck1 hat geschrieben:
Schade halt nur, weil es ja schon schön wäre, wenn mit der Rückkehr zu mehr Ursprünglichkeit und Natürlichkeit neben höherer Vitalität, auch eine Verbesserung der Varroaresistenz oder besser -resilenz einher gehen würde.
HAllo,

dies wird leider so nicht passieren. Es sind drei verschiedene Dinge. Kleinere Zellen und kürze Brutentwicklung haben nichts mit höherer Natürlichkeit zu tun. Und diese wiederum nichts mit einer Varroaresistenz.

Die Varroa ist ein artfremder Parasit, dem unsere Honigbiene nichts entgegenzusetzen hat. Ohne den Menschen würde die Varroa unsere Honigbiene in Europa ausradieren, ausrotten.

LG
Kai
Große Gemeinschaft Dunkle Biene: Neu, kostenlos, seriös. Mit vielen Bezugsquellen. Bitte hier klicken: Gemeinschaft Dunkle Biene].

ck1
Beiträge: 244
Registriert: Freitag 24. April 2015, 22:17
Postleitzahl: 14974
Ort: Ludwigsfelde
Land: Deutschland
Telefon: +491772085370
Imker seit: 10. Jul 2015
Völkerzahl ca.: eigentlich zuviele
Homepage: http://bienen-honig.de
Bienen"rasse": Landbiene, Buckfast, Dunkle Biene, Ligustica
Zuchtlinie/n:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von ck1 » Donnerstag 27. Oktober 2016, 15:46

Hallo Kai,

Entschuldige, wenn ich widerspreche ... Aber:
imkerforum-nordbiene hat geschrieben:Kleinere Zellen und kürze Brutentwicklung haben nichts mit höherer Natürlichkeit zu tun.
Wenn der Mensch - wie unter den Link.geschildert - erst die unnatürlich größeren Zellmaße eingeführt hat, die dann zu einem bis zu 24h längeren Brutzyklus führen, dann bedeutet Naturbau und Verzicht auf größere Zellmaße schon ein mehr an Natürlichkeit.

imkerforum-nordbiene hat geschrieben: Und diese wiederum nichts mit einer Varroaresistenz.
Das stimmt natürlich, aber wären gesunde, vitale Völker nicht in der Lage, sich über kurz oder lang mit der Varroa zu arrangieren? Dies braucht Zeit und bedeutet vermutlich den Verlust sehr vieler Bienenvölker ... Aber kein Parasit würde seinen Wirt ausrotten und hatte unsere Biene überhaupt eine Chance, sich selbst mit der Bedrohung durch die Varroa auseinander zu setzen? Das Beispiel mit der afrikanisierten Biene zeigt doch, dass es auch resistente Stämme gibt, die sich gegen Varroa und Beutenkäfer wehren können ... Natürlich in diesem Fall auf Kosten der Sanftmut ...

Ich habe zu wenig praktische Erfahrung, aber mir scheinen die Argumente auf resistent bees nachvollziehbar ... Und es sind ja dort nicht nur Zellgrössen ... Es sind Zellgrössen, Überwinterung auf Honig, langwierige Basiszucht einer angepassten Landbiene und langwierige, teure Selektion überlebender Völker etc. pp. die nach den Aussagen dort zu Völkern führen, die sich besser gegenüber den Bedrohungen zur Wehr setzen können ... Das ich meine Völker behandeln muss und sie mir sonst kaputt gehen ist mir schon klar und das so Reinzucht auf Sanftmut, Honigleistung etc. nicht möglich ist und dies zu anderen vlt. auch aggressiveren und weniger produktiven Bienen führt auch.

Kennt jemand hier aus dem Forum die Familie Lusby (http://www.beverlybees.com/treatment-fr ... hat-is-it/) die zitiert und referenziert wird?

VG Christian

Benutzeravatar
imkerforum-nordbiene
Site Admin
Beiträge: 6148
Registriert: Dienstag 11. Dezember 2007, 16:42
Postleitzahl: 24247
Ort: Mielkendorf
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 14. Jul 1979
Völkerzahl ca.: 16
Homepage: www.deutsche-biene.de
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Sicula, Ligustica, Carnica, Buckfast
Zuchtlinie/n: Flekkefjord, sowie F1
Kontaktdaten:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 27. Oktober 2016, 15:58

HAllo, na ich wage es zu bezweifeln, dass der Mensch die Honigbiene auf unnatürlich große Zellen "getrimmt" hat. Ich sehe es eher anders herum: die Honigbiene soll auf kleine Zellen gezwängt werden. Seit 13 Jahren wird geforscht, ob die zu einer Varroafestigkeit führt. Bislang ohne Ergebnis.

Doch, der Parasit würde seinen Wirt ausrotten. Dies wurde millionenfach in der Evolution durchexerziert. Wieviele Arten wurden im Laufe der Evolution von ihren Feinden ausradiert? Unzählige. Aktuelles Beispiel: Ausrottung des Neuseeländischen Vogels Kakapo durch vom Menschen eingeschleppte Fressfeinde.

Zur Honigbiene: es gibt kein einziges belegtes Beispiel, dass europäische Bienen dauerhaft ohne Behandlung gegen die Varroa in einer Imkerei gehalten wird. Dies ist leider so. Ob es sich irgendwann ändert? Mag sein. Vielleicht mithilfe von Genmanipulation, z. B. Einfügung von Cerana-Gene in unsere westliche Honigbiene.

LG
Kai
Große Gemeinschaft Dunkle Biene: Neu, kostenlos, seriös. Mit vielen Bezugsquellen. Bitte hier klicken: Gemeinschaft Dunkle Biene].

Rene
Beiträge: 446
Registriert: Samstag 6. August 2016, 19:15
Postleitzahl: 16515
Ort: Oranienburg
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 7-2016
Völkerzahl ca.: 10
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Buckfast, Ligustica
Zuchtlinie/n:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von Rene » Donnerstag 27. Oktober 2016, 17:20

Hallo Christian,

ja, theoretisch - ich war auch begeistert, als ich es das erste Mal gesehen habe, diesen Film. https://www.youtube.com/watch?v=Lb2rigB9Co0
Bei Überfliegen der Internetseite allerdings kamen mir schon Zweifel. Nicht im Detail, sondern als Ganzes.
Das die Y Zellenanordnung eben nicht zwingend so ist wie angegeben, hat Johannes schon mal dargelegt. Ich will das nächstes Jahr auch mal ausprobieren. Mal schauen, wie die Bienen ganz von selbst die Zellen herrichten.
Kann man denn wirklich behaupten, dass in den ca 100 Jahren die Bienen alles verlernt haben?
Zur Zellengröße noch, nach dem was ich gelesen habe bisher, gibts bei Carnica Probleme beim Umstellen, die Buckfast geht da ehr mit.
Fakt ist, von 5,4 auf 4,9 geht so einfach nicht. Da kommt Murks bei heraus. Das muss man dann mit 5,1 dazwischen probieren. Warum findet man keine Literatur darüber? Warum wird nicht auch auf den Abstand zwischen den Waben und zwischen den Zargen eingegangen?
Und die anderen Beispiele, nimm den Honig / Zucker für die Überwinterung. Man kann natürlich sagen, wir müssen nicht schlauer sein, als Gott selbst und im Honig finden sich Vitamine usw usf. Aber andersrum, im Winter ist Energie wichtig (Wärme) und auch die Kotblase spielt irgendwann eine Rolle. Oder denken wir an den Heidehonig, wo in mehreren Beiträgen hier schon geschrieben wurde, dass dieser für die Überwinterung nicht so schön ist...
Ganz so einfach wie es dargestellt wird von den Leuten, ist es leider nicht.
Ich wünschte, es wäre anders :-)
L.G. Rene

Rene
Beiträge: 446
Registriert: Samstag 6. August 2016, 19:15
Postleitzahl: 16515
Ort: Oranienburg
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 7-2016
Völkerzahl ca.: 10
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Buckfast, Ligustica
Zuchtlinie/n:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von Rene » Samstag 5. November 2016, 19:42

Bin grade über einen Beitrag gestolpert, der Kais Zweifel betrifft
20.08.2006, 10:30 #13


Avatar von Lothar

Lothar


Lothar ist offline Erfahrener Benutzer


Registriert seit:10.04.2002Ort:32791 LageBeiträge:6.957


Standard Wabenzellengröße



Hallo Zusammen,
wie angekündigt, schreibe ich über diejenigen, die Schuld an der "Vergrößerung" der Bienen sind.
Dabei fiel mir auf, das man zunächst die Anzahl der Wabenzellen je Quadratzentimeter erhöht hat, also die Bienen verkleinert hat.
Die ersten Mittelwandformen von MEHRING (1857) hatten
748 bis 750 Zellen pro dm² (Z/dm²).
Dann produzierter der Schweizer GRABERG solche
von 835 bis 1120 Z/dm².
VOGT (1911) legte den Zellendurchmesser auf 5,37 mm fest,
=800 Z/dm².
ALPANTOV(1925) stellte geografische Unterschiede in der Größe der Bienen fest: in Südrussland klein und langrüsselig, in Nordrussland groß und kurzrüsselig.
Seitdem gibt es Untersuchungen, welche Bedeutung die Größe der Zellenprägung auf die Bienen hat.
Zunächst glaubte man nicht an einen Einfluss verschiedener Zellenweiten, wie e sich z.B. aus der Häufigkeit der Bebrütung ergibt.
A.S. MICHAILOV stellte 1927 fest, das die Vergrößerung des Zellendurchmessers auch eine Vergrößerung der Bienen zur Folge hat.
BOGDANOV (1929) : Weite der natürlichen Arbeiterzellen in der Umgebung Leningrads: junger Bau 5,69mm, alter Bau 5,53 mm.
Im Südosten Finnlands 5,5 mm.
TUENIN (1927) ermittelte in der Umgebung von Tula Zellenweiten je nach Wabenalter von 4,99 bis 5,26mm.
GONTARSKI (1933/34) sah mit 5,7 mm die Grenze der Vergrößerungder Bienen als erreicht an.
1935 sah er die Vergrößerung als fraglich an.
Dazu kam denn noch: Vermehrungder Waben, Vergrößerung der Beuten, Änderung der Absperrgitter, Störung der Volksentwicklung durch Drohnenbrut in Arbeiterzellen.
Gleiche Einwände durch EVENIUS (1933) und GOETZE (1936).
K.J. MICHAILOV vergrößerte dennoch auf 5,85 mm und konnte einen Honigmehrertrag von 10% erreichen.
Vorschläge zur Vereinheitlichung der Zellenzahl pro dm² machten
JÜSTRICH (1938) und RUEGER (1939),
dazu fand ich nichts näheres.
Der Versuch, die Bienen Größer zu machen ist also noch gar nicht so alt.
Viele Grüße
Lothar

Richthofen
Beiträge: 394
Registriert: Dienstag 9. Dezember 2014, 08:45
Postleitzahl: 8918
Ort: Unterlunkhofen
Land: Schweiz
Telefon:
Imker seit: 1. Mär 2013
Völkerzahl ca.: 20
Bienen"rasse": Landrasse- Dunkle Biene
Zuchtlinie/n: Schweizer Landrasse - Dunkle Biene

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von Richthofen » Samstag 5. November 2016, 22:43

Hallo Zusammen
Ein Parasit und ein Fress-feind sind per Definition etwas ganz unterschiedliches das kann man unmöglich so gleichsetzten .
Selbst ein natürlicher Fressfeind bringt sein Beutetier alleine nicht zum aussterben .
Ein Parasit und sein Wirt haben haben natürlicherweise ein seit tausenden Jahren eingespieltes Verhältnis und profitieren voneinander . Ein Parasit bringt nur einzelne schwache Wirte um - wirkt so auch selektionierend . Nie löscht er die Population aus !
Bei unseren Bienen ist die Wachsmotte wohl der klassische Parasit oder eben die Laus .
Die Varroamilbe ist bei der Cerana ein Parasit - bringt die Bienenart nicht um, es herrscht das seit langen natürlich eingespielte Verhältnis , diese Biene hat eine Abwehrstrategie .
Unsere Biene ist evolutionsgeschichtlich erst seit einen Fingerschnipper mit der Varroa in Kontakt , da hat sich noch gar nichts eingespielt fraglich wann das wirklich und ob überhaupt jemals geschieht .
Ich imkere auf 4.9mm
LG Markus

ck1
Beiträge: 244
Registriert: Freitag 24. April 2015, 22:17
Postleitzahl: 14974
Ort: Ludwigsfelde
Land: Deutschland
Telefon: +491772085370
Imker seit: 10. Jul 2015
Völkerzahl ca.: eigentlich zuviele
Homepage: http://bienen-honig.de
Bienen"rasse": Landbiene, Buckfast, Dunkle Biene, Ligustica
Zuchtlinie/n:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von ck1 » Sonntag 6. November 2016, 13:05

Ergänzend zu unserer Diskussion vielleicht folgender Link: http://www.bienenjournal.de/fachbericht ... e-wirkung/

Wobei ich noch mal betonen möchte, wenn man auf den Seiten der "treatment-free-beekeeping"-Szene unterwegs ist, betonen alle, dass es nicht die kleinen Zellen allein sind ... Es ist vor allem die extreme Selektion auf sehr vitale Völker (mit Inkaufnahme sehr hoher Verluste) mit hohem Putztrieb und oft auch Vermehrung über den Schwarmtrieb (Stichwort Brutstopp/TBE) ... Die kleinen Zellen und/oder Naturbau gehören dann als ein Punkt dazu.

Insofern widerspricht die Autorin im verlinkten Artikel oben nur der Aussage, dass kleine Zellmaße als ALLEINIGES Mittel gegen Varroa ausreicht.

VG Christian

ck1
Beiträge: 244
Registriert: Freitag 24. April 2015, 22:17
Postleitzahl: 14974
Ort: Ludwigsfelde
Land: Deutschland
Telefon: +491772085370
Imker seit: 10. Jul 2015
Völkerzahl ca.: eigentlich zuviele
Homepage: http://bienen-honig.de
Bienen"rasse": Landbiene, Buckfast, Dunkle Biene, Ligustica
Zuchtlinie/n:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von ck1 » Sonntag 6. November 2016, 13:34

Noch ein wirklich interessanter Beitrag: http://www.bienenarchiv.de/veroeffentli ... roesse.htm

Fazit: "Es kann anhand der oben aufgeführten Recherchen letztlich nicht eindeutig geklärt werden, ob es nicht doch Einflüsse der Bienengröße auf ihre Vitalität und auf die Vermehrungsrate der Varroamilben im Volk gibt. Die monokausalen Zusammenhänge, die mancherorts dargestellt werden, scheinen jedenfalls nicht zu existieren. Wenn der Versuchsansatz in der Praxis zu Erfolgen führt (an denen hier nicht gezweifelt werden soll), dann bedarf es jedoch weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen, bevor allgemeingültige Empfehlungen ausgesprochen werden können." Quelle siehe Link oben

VG Christian

Benutzeravatar
Katrin
Beiträge: 256
Registriert: Sonntag 20. März 2016, 06:24
Postleitzahl: 83278
Ort: Traunstein
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 25. Mär 2017
Völkerzahl ca.: 2
Bienen"rasse": Carnica
Zuchtlinie/n:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von Katrin » Sonntag 6. November 2016, 14:32

Hallo Christian,

Wenn du schon aus den Schlussfolgerungen kopierst dann auch den Rest, bzw die ersten beiden Absätze dazu. ^^
Akzeptiert man die Aussage „Die Zellengröße bestimmt die Bienengröße“, dann zeigt der Vergleich der Wabenzellen, dass die heutigen Bienen nur unwesentlich größer sind als ihre Vorfahren. Demnach wurden die Bienen nach dem Ansatz von Lusby (1998) und Österlund (2001) nicht auf ihre ursprüngliche Größe zurückgezüchtet, sondern künstlich verkleinert. In Anlehnung an die allgemeine Tierzucht haben derartige Zuchtbemühungen vermutlich die gleichen Folgen wie die Überlegungen in den 30er Jahren, eine größere Biene zu züchten: Sie führen zu Bienenwesen, die unter ihrer unnatürlichen Größe leiden und dadurch an Vitalität verlieren.

Die Untersuchung von Martin und Kryger (2002) zeigt, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Zellgröße, der Larvengröße und der Vermehrungsrate der Varroamilben gibt. Allerdings sagt dieser Zusammenhang, dass die Vermehrungsrate von den Platzverhältnissen in der Brutzelle abhängig ist. Werden nun in kleineren Zellen auch kleinere Bienen geboren (was bei den Beschreibungen von Lusby, Österlund und Kober der Fall ist), dann ändert sich an den Platzverhältnissen in der Zelle nichts. Die Vermehrungsrate der Milben würde also nicht beeinflusst.
Das heißt dann wohl im Klartext, dass die Bienen in kleinere Zellen gezwängt wurden, wenn es "stimmt" dass die Bienen dann "angeblich Varroarestistent" sein sollen. Im Grunde ist einfach nur kein Platz mehr für die Varroa und die Bienenlaven übel eingeengt. Ob das so gut für die Entwickling der Larven ist, ist fraglich. :?

Wieso kann man sie nicht einfach lassen wie sie sind, wieso muss man ständig rummurksen?


LG Katrin

Richthofen
Beiträge: 394
Registriert: Dienstag 9. Dezember 2014, 08:45
Postleitzahl: 8918
Ort: Unterlunkhofen
Land: Schweiz
Telefon:
Imker seit: 1. Mär 2013
Völkerzahl ca.: 20
Bienen"rasse": Landrasse- Dunkle Biene
Zuchtlinie/n: Schweizer Landrasse - Dunkle Biene

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von Richthofen » Sonntag 6. November 2016, 15:59

Hallo Katrin
Das ist kein Gemurkse , denn " umgestellte " die Bienen sind auch kleiner .
Die Dunklen machen Wirrbau am ehesten im ersten Jahr , danach fällt das so gar nicht mehr auf .
Das Anbieten von unnatürlich großen Zell-mittelwänden war wohl das erste unnatürliche Gemurkse .
Natürlich wäre natürlich auch Naturbau :wink: !
Denn egal was man an Zellmass anbietet , Futtrkranzellen haben ein anderes Mass . Deshalb habe ich auf den Brutwaben oben einen Streifen mit 5.1 mm
Die Vorzüge : 3 Stossbehandlungen mit 25ml 75% Ameisensäure im Sommer plus Oxalsäureverdampfung im Winter .
Zugegeben , im Netzt wird da sowas von fabuliert , da kann man sich weiteres ersparen .
Bis dato passt das bei mir und bei meinem Paten seit Jahren .
LG Markus

Benutzeravatar
Katrin
Beiträge: 256
Registriert: Sonntag 20. März 2016, 06:24
Postleitzahl: 83278
Ort: Traunstein
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 25. Mär 2017
Völkerzahl ca.: 2
Bienen"rasse": Carnica
Zuchtlinie/n:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von Katrin » Sonntag 6. November 2016, 16:53

Hallo Richthofen :)
Richthofen hat geschrieben:Das ist kein Gemurkse , denn " umgestellte " die Bienen sind auch kleiner .
Na dann, die armen Bienen, riesige Monster-Varroa! :lol:
Oder werden die dann auch kleiner? ^^
Richthofen hat geschrieben:Die Dunklen machen Wirrbau am ehesten im ersten Jahr , danach fällt das so gar nicht mehr auf .
Wundert mich nicht, dass sie im ersten Jahr Wirrbau machen. Aber das dürfte dann auf alle Bienenrassen zutreffen, nicht nur auf die Dunkle. ^^
Richthofen hat geschrieben:Das Anbieten von unnatürlich großen Zell-mittelwänden war wohl das erste unnatürliche Gemurkse .
Natürlich wäre natürlich auch Naturbau :wink: !
*nick* Seh ich auch so. :wink:

LG Katrin

Rene
Beiträge: 446
Registriert: Samstag 6. August 2016, 19:15
Postleitzahl: 16515
Ort: Oranienburg
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 7-2016
Völkerzahl ca.: 10
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Buckfast, Ligustica
Zuchtlinie/n:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von Rene » Sonntag 6. November 2016, 19:27

....ich habe das so verstanden, dass durch kleinere Zellen = kleinere Bienen = weniger Zeit die zur Entwicklung benötigt werden soll. Vereinfacht gesagt... DARUM sollen kleine Zellen gegen die Milbe helfen (nicht mehr).
L.G. Rene

Benutzeravatar
Katrin
Beiträge: 256
Registriert: Sonntag 20. März 2016, 06:24
Postleitzahl: 83278
Ort: Traunstein
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 25. Mär 2017
Völkerzahl ca.: 2
Bienen"rasse": Carnica
Zuchtlinie/n:

Re: Resistentere Bienen durch kleinere Zellen

Beitrag von Katrin » Sonntag 6. November 2016, 19:58

Rene hat geschrieben:....ich habe das so verstanden, dass durch kleinere Zellen = kleinere Bienen = weniger Zeit die zur Entwicklung benötigt werden soll. Vereinfacht gesagt... DARUM sollen kleine Zellen gegen die Milbe helfen (nicht mehr).
Hm, wenn man dabei vor lauter kleine Zellen nicht übersieht, dass die Varroa zuerst in die Drohnenbrut geht, würde es vielleicht Sinn machen. Da hilft nur Behandeln, Drohnenbauentnahme oder bei Naturbau Drohnen schneiden. :wink:

LG Katrin

Antworten

Zurück zu „Bienenkrankheiten und -parasiten“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste