Wachsmotten mit neuen Aufgaben nämlich als Zersetzer von PE- Plastikmüll

Von Nosema über Faulbrut, Varroose, Sackbrut, Kalkbrut, Kleiner Beutekäfer, Großer Beutekäfer, Wachsmotten, Wespenplage, Mäuse etc.

Moderator: Johannes

Antworten
Talisien
Beiträge: 4
Registriert: Sonntag 23. April 2017, 15:24
Postleitzahl: 59065
Ort: Hamm
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.:
Bienen"rasse":
Zuchtlinie/n:
Einverständniserklärung: _

Wachsmotten mit neuen Aufgaben nämlich als Zersetzer von PE- Plastikmüll

Beitrag von Talisien » Montag 24. April 2017, 19:15

Den Artikel habe ich heute zufällig im Tagesspiegel entdeckt:

Zitat: " ......Federica Bertocchini vom Institut für Biomedizin und Biotechnologie der Universität Cantabria in Spanien und Paolo Bombelli und Christopher Howe von der Universität Cambridge im Fachblatt „Current Biology“ berichten Plastik aus PE wird von der Wachsmotte ähnlich verdaut wie Bienenwachs.

Sie entdeckten die Fähigkeit der Motten durch Zufall, nachdem sie die Löcher in einer Tüte bemerkten, in der sich die Tiere aufgehalten hatten. Als sie sich das Fressverhalten genauer ansahen, beobachteten sie, dass einhundert Raupen in zwölf Stunden etwa 92 Milligramm einer PE-Plastiktüte auffressen können. Dabei wird das PE nicht einfach nur zerkleinert, sondern tatsächlich zersetzt, wie die Forscher mit einem nicht ganz appetitlichen Experiment herausfanden: Sie zerquetschten eine Handvoll der „Wachswürmer“ und schmierten den Mottenmatsch auf das Plastik. Nach 14 Stunden waren 13 Prozent des PEs verschwunden beziehungsweise in Ethylenglykol umgesetzt. Welche Enzyme es auch sind, die im Magen der Motten diese Verdauensleistung übernehmen, sie schaffen stündlich etwa 0,23 Milligramm pro Quadratzentimeter.

Woher diese Fähigkeit der Wachsmotte kommt, darüber können die Forscher bislang nur spekulieren. Normalerweise ernähren sie sich von Bienenwachs. Die Motten legen ihre Eier in Bienenstöcke, wo sich die Larven dann bis zum Puppenstadium vom Wachs der Bienenwaben ernähren. „Wachs ist ein Polymer, eine Art natürliches Plastik, und hat eine chemische Struktur nicht unähnlich des Polyethylens“, sagt Federica Bertocchini. Bienenwachs besteht aus Alkanen, Alkenen, Fettsäuren und Ester- Verbindungen, von denen viele ähnliche Doppelbindungen zwischen zwei Kohlenstoffatomen enthalten wie beim Polyethylen. Wahrscheinlich können die Enzyme, die diese Doppelbindungen im Bienenwachs auflösen, daher auch Polyethylen spalten. Unklar sei auch noch, ob die Motte diese Enzyme selbst produziert, oder ob sie von einer oder mehreren Bakterienarten stammen, die in ihrem Verdauungstrakt leben."

Luxnigra
Beiträge: 290
Registriert: Sonntag 3. Mai 2009, 18:26
Postleitzahl:
Ort:
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.:
Bienen"rasse":
Zuchtlinie/n:
Einverständniserklärung: _

Re: Wachsmotten mit neuen Aufgaben nämlich als Zersetzer von PE- Plastikmüll

Beitrag von Luxnigra » Dienstag 25. April 2017, 12:45

Jedenfalls sollte man nie nach Sabienes Rezept verfahren und den Wachsmotten die Altwabenentsorgung überlassen. Denn dann sind Kisten und Rähmchen hinüber
Bleib auf deinem Land und wehr dich redlich

elk030
Beiträge: 977
Registriert: Freitag 24. Oktober 2008, 22:32
Postleitzahl: 14057
Ort: Berlin
Land: Deutschland
Telefon: 03032678879
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.: 60
Bienen"rasse": Mellfera/Landbiene
Zuchtlinie/n:
Einverständniserklärung: _
Alter: 57

Re: Wachsmotten mit neuen Aufgaben nämlich als Zersetzer von PE- Plastikmüll

Beitrag von elk030 » Dienstag 25. April 2017, 14:31

Hatte 2016 Segeberger geschenkt bekommen, die aussahen wie Schweizer Käse.
it einem gewissen Aufwand habe ich sie wieder flott gemacht.
Jetzt sind sie gut besetzt mit Bienen beim guten Lutz.
Ich bezweifele, das die Wachsmotten nur mit diesem Plastikzeugs lange überleben.

Antworten

Zurück zu „Bienenkrankheiten und -parasiten“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste