Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Von Nosema über Faulbrut, Varroose, Sackbrut, Kalkbrut, Kleiner Beutekäfer, Großer Beutekäfer, Wachsmotten, Wespenplage, Mäuse etc.

Moderator: Johannes

Postkugel
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Postkugel » Donnerstag 20. September 2018, 22:41

Um die Koenigin sofort zu finden sind nach meiner Erfahrung drei Dinge wichtig:

1. kein Rauch!
2. sehr ruhiges Arbeiten, also die Waben schoen langsam ziehen und den "Knack" beim Deckelabnehmen vermeiden.
3. Nicht ganz frueh am Morgen oder ganz spaet am Abend danach suchen. Die beste Zeit ist die, wenn die meisten Flugbienen unterwegs sind.

Wenn es gut laeuft, stiftet "Madame" ruhig weiter, waehrend man die gezogene Wabe betrachtet. Und wenn man ihre Majestaet bei der Durchsicht dennoch nicht findet, aber Stifte vorhanden sind, ist es besser, am naechsten Tag nochmals zu schauen, als auf Krampf alle Waben mehrfach zu durchwuehlen.

Bezueglich der Ameisensaeure kann ich mich nur wiederholen: 50% der Wirkung bei Langzeitverdunstung beruht m.E. auf der Zerstoerung des Brutnestes, der damit einher gehenden Brutfreiheit und die deshalb fehlende Vermehrungsmoeglichkeit fuer die MiIlben. Nur den gesunden, adulten Bienen macht die Saeure wenig aus.

Wenn ich im Laufe des Sommers bereits einmal auf biotechnischem Wege fuer Brutfreiheit gesorgt habe (TBE, TuB, Bannwabe, Ableger), ist eine Langszeitbehandlung mit AS unnoetige Tierquaelerei. Falls die Milbenbelastung eines Volkes im Herbst dennoch (was selten vorkommen sollte) zu hoch wird, kann man AS jedoch gut zur Kurz- und Mittelzeitbehandlung nutzen (Nassenheider mit nur 80-100 ml fuellen), wenn die Bruttaetigkeit Ende September / Anfang Oktober sowieso deutlich zurueck geht und dicke Futtergraenze vorhanden sind. Dann halten sich die Schaeden an Jungbienen bei guter Wirksamkeit in Grenzen.

Bei meinen Voelkern kann ich in diesem Jahr vermutlich komplett auf AS verzichten. Aber schaunmermal.

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Feuerstein » Freitag 21. September 2018, 17:11

Leider habe ich die Praxis noch nicht so weit perfektioniert. Habe bisher nur bei der Honigernte und beim Umsetzen der Bienen in meine Beute direkt daran gearbeitet. Ansonsten nur Behandlung und Füttern. Und letzte Woche Zargenwechsel beim Imkerpaten, da ich von ihm ein paar Frankenbeuten bekam, aber nur welche nehmen konnte, die ich noch streichen kann. Da sitzt noch nicht jeder Handgriff im Schlaf. Wollte den überlieferten Begriff "Völker tot schauen" nicht neues Futter geben.

Nach allem, was ich jetzt so gesehen und gelesen habe, werde ich für meine kleine Hobby Imkerei wohl auch die TBE probieren und vergleichen. Brutscheunen kann ich in den 8 km entfernten Garten meines Wohnungsnachbarn stellen, hab aber auch schon Filme gesehen, da wurde die Brut einfach vernichtet. Habe am Mittwoch mit meinem Imkerpaten gesprochen, er unterstützt mich bei dem Vorhaben und ist davon auch recht angetan, da es sehr viele Vorteile hat. Den besten Weg werden wir dann ausknobeln. Auch wenn er es nicht praktizieren kann, kennt er sich natürlich darin gut aus. Bin noch hin- und her gerissen, da er mit der AS Behandlung keine Probleme hat, kaum Völkerverluste, vorletzten Winter eins, letzten Winter keins. Und er behandelt nur 1x nach Trachtende.

Habe ja den Winter über genug Zeit, mir einen gangbaren Weg auszudenken. Sind im Frühjahr erst mal nur 4 Völker.

Dan_Stone
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Dan_Stone » Donnerstag 27. September 2018, 21:25

Heute habe ich meine erste negativ Erfahrung mit dem Nassenheider Verdunster machen müssen. Die Sache hat mich relativ ratlos gemacht.
Es war die zweite Behandlung für insg. 6 Völker. Alle Verdunster haben zuverlässig 20ml pro Tag verdunstet - soweit alles gut.
Heute, am letzten Tag der Behandlung, wollte ich alle Verdunster abbauen und die Völker auf den Winter vorbereiten.

5 Völker haben die Behandlung gut vertragen und ich muss mir keine Sorgen machen (hoffe ich). Bei einem Volk traf mich jedoch der Schlag - sämtliche frisch geschlüpfte Jungbienen sind im wahrsten Sinne des Wortes verreckt. Ich habe anderthalb Müllschippen voll toter Bienen aus meiner Beute kehren müssen (HBB NB52) und das Volk ist auf einmal um die Hälfte geschwächt. Ich habe den Verdunster nicht anders eingesetzt als bei meinen anderen Völkern. Das Tragische ist, dass ich in diesem Volk meine einzige Reinzuchtkönigin (Carnica) zu laufen habe. Sie hat zum Glück die Tortur überlebt, jedoch habe ich Zweifel, dass das Völkchen jetzt noch stark genug ist um den Winter zu überleben. Das Volk hat jetzt die Stärke eines kleinen Ablegers mit gerademal 2 Brutwaben... :? Was kann ich hier denn noch tun ohne das Volk auflösen zu müssen? Ich muss und will die Königin auch unbedingt halten.

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Silas » Donnerstag 27. September 2018, 21:57

Hallo Dan-stone
Entweder du nimmst die Königin raus uns setzt sie einen anderen Volk zu .
Oder du läßt die Natur das regeln, ich hatte auch mal angebliche reinzucht Königinnen die Konnten zwar gut Honig eintragen aber in den Winter Monaten waren sie immer die schwächsten. Aber du schreibst auf 2 Waben sind sie noch? Da würde ich sie in die Mini plus einschlagen da kommen sie auf jeden Fall über den Winter. Gruß Marcus
ps; hast du auch ein Vorname ?

Dan_Stone
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Dan_Stone » Donnerstag 27. September 2018, 22:19

Silas hat geschrieben:
Donnerstag 27. September 2018, 21:57
Hallo Dan-stone
Entweder du nimmst die Königin raus uns setzt sie einen anderen Volk zu .
Oder du läßt die Natur das regeln, ich hatte auch mal angebliche reinzucht Königinnen die Konnten zwar gut Honig eintragen aber in den Winter Monaten waren sie immer die schwächsten. Aber du schreibst auf 2 Waben sind sie noch? Da würde ich sie in die Mini plus einschlagen da kommen sie auf jeden Fall über den Winter. Gruß Marcus
ps; hast du auch ein Vorname ?
Hallo Marcus,

das Volk hat 2 Brutwaben, heute sind alle geschlüpft und waren derart geschädigt durch die AS, dass die Jungbienen verendet sind. Die Königin wird denke ich mal, nicht sofort nachstiften (das muss ich beobachten). An "Restbienen" sind noch so grob 3000 Bienen übrig. Also nicht gerade stark. :( Meine anderen Völker sind allesamt intakt, sodass ich die Königin nicht umsetzen kann...

Hmmm... Miniplus wäre sicher eine Variante, jedoch habe ich damit noch gar keine Erfahrung - ich imkere ja erst seit Kurzem. Ich habe meinen Imker Paten bereits um Rat gebeten - wir hatten die Idee, eine verdeckelte Brutwabe einer seiner Völker dazuzugeben. Aber dann ist die Gefahr einer erneuten Varoa-reinfektion recht groß.
Aber irgendeinen Tod werde ich sterben müssen. Die Sache mit der Mini + scheint mir im Moment wirklich die günstigste Variante... :wink: Meinst du die Bienen legen jetzt noch genug Wabenwerk an?
Sorry wegen meiner Newbee Fragen, in manchen Foren oder auf Facebook wird man ja gleich in Grund und Boden gebasht wenn man solche Sachen thematisieren möchte. :roll:

Ach ja, ich heisse Daniel. :D

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Postkugel » Freitag 28. September 2018, 06:59

Hallo Daniel,

einen Umzug auf M+ wuerde ich um diese Zeit auch nicht mehr versuchen. Meine Minis haben fast keine Baulust mehr. Habe gestern erst eine Zarge mit Mittelwaenden wieder entfernt, deren Ausbau ich zwar noch wuenschte, die Bienen aber nicht. Mag sein, dass es bei einem Kunstschwarm besser funktioniert, aber die muessten ja dort auch noch Futter einlagern. Ob Zeit und Temperaturen dafuer reichen?

Ich denke jedoch, das Marcus meint, nur die wertvolle Koenigin in ein bestehendes M+ einzuweiseln und das Restvolk aufzuloesen? Aber ein M+ besitzt Du ja nunmal nicht.

Leider arbeitest Du nicht mit Magazinbeuten. Dort koennte man das schwache Volk einem starken fuer 3-5 Wochen ueber Absperrgitter aufsetzen und so im Zweikoeniginnenbetrieb laufen lassen. Das habe ich dieses Jahr mit einem von Wespen geraeuberten M+ gemacht. Hat prima funktioniert.

Die Idee Deines Paten mit der Brutwabe scheint mir auch die einzig Schluessige. Ich gehe mal davon aus, das er bei seinen Voelkern die Varroa im Griff hat. Insofern solltest Du da nicht zu viele Bedenken haben. Was Du brauchst, sind Winterbienen. Und die bekommst Du mit der Brutwabe. Auf keinen Fall wuerde ich versuchen, diese noch mit irgendwelchen Tricks und/oder organischen Saeuren "nachzubehandeln". Bis zur eigentlichen Winterbehandlung mit Oxalsaeure ist es ja nicht mehr so lange hin. Wenn erst einmal genuegend gesunde Winterbienen vorhanden sind, spielt die Varroa nur eine untergeordnete Rolle. Eine weitere Behandlung schaedigt die Winterbienen mehr, wie es die Milbe jetzt noch kann.

Wenn es Dich ermuntert: Ein Vereinsmitglied hatte ein Bienenvolk, bei dem sind im vergangenen November bis zu 75 Milben/Tag natuerlich! gefallen. Verkrueppelte Bienen inclusive. Das Volk bruetete verzweifelt gegen die Milbe an. Selbst der Experte vom Bieneninstitut Celle meinte: "das wird nicht mehr". Mitte Dezember! wurde die Brut entfernt, und eine einmalige OX-Spruehbehandlung mit 3%iger Oxalsaeure durchgefuehrt. Was soll ich sagen? 2 Monate spaeter vielen keine Milben mehr, das Volk hat ueberlebt und sich im Sommer praechtig entwickelt. Also mach Dich nicht verrueckt bezueglich der Milbe. Jetzt nicht mehr.

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Dan_Stone » Montag 1. Oktober 2018, 09:56

Hallo Postkugel,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Ich bin da Deiner Meinung, Mini+ fällt für mich als Option weg, da ich keine Beuten davon parat habe und es wohl saisontechnisch zu spät dafür ist (Baulust etc).

Ich habe btw 3 Völker in Segeberger Beuten - also wäre es durchaus möglich es mit dem "Zweiköniginnenbetrieb" zu versuchen. Erfahrungen habe jedoch noch keine mit der Methode. Was ist das Ansinnen dabei? Wandern dadurch Arbeiterinnen vom starken Volk durch das Gitter und verstärken das schwache Volk nach und nach? Und ich nehme das verstärkte Volk nach 3-5 Wochen wieder raus und verfrachte es in die alte Beute? :?: Hört sich erstmal spannend an!

Ansonsten wird die Sache mit der Brutwabe das Mittel der Wahl werden. Und nein, ich werde dann da auf keinen Fall nochmal mit Säuren rumbehandeln. Das muss bis kurz vor Weihnachten warten.

Danke für Deine aufmunternden Worte. :D

LG

Daniel

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Silas » Montag 1. Oktober 2018, 10:44

Hallo Daniel
Wen du Segeberger hast, das starke Volk nach unten, Königin Absperrgitter, Zeitungspapier bisschen nass machen, schwaches Volk oben drauf so dass sie beide einen Ausgang haben. Und ich würde das so bis nächstes Jahr Februar März stehen lassen. Gruß Marcus

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Dan_Stone » Montag 1. Oktober 2018, 11:56

Silas hat geschrieben:
Montag 1. Oktober 2018, 10:44
Hallo Daniel
Wen du Segeberger hast, das starke Volk nach unten, Königin Absperrgitter, Zeitungspapier bisschen nass machen, schwaches Volk oben drauf so dass sie beide einen Ausgang haben. Und ich würde das so bis nächstes Jahr Februar März stehen lassen. Gruß Marcus
Dem Forum fehlt ein "Danke-Button". :D

Hallo Marcus!
Ok, das hört sich nachvollziehbar an. Ich denke, ich werde es auf diesen versuch ankommen lassen. :idea:

BG
Daniel

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Postkugel » Montag 1. Oktober 2018, 19:03

Bitte nicht im Zweikoeniginnenbetrieb ueber den Winter gehen. Auf dem Absperrgitter sammelt sich der gesamte Totenfall des oberen Voilksteiles incl. Gemuell und Schimmel. Nicht gut fuer die, denen der Schmutz auf den Kopf rieselt

Entweder die Voelker vor Beginn der flugfreien Zeit wieder trennen oder richtig vereinigen.

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Silas » Montag 1. Oktober 2018, 20:01

hallo Postkugel
Also ich habe im letzten Jahr drei Völker übereinander stehen gehabt und da war kein müll oder sogenannten Schimmel, auf den anderen Beuten muss allerdings dazu sagen habe holzbeuten und die Dächer sind aus Stroh, Morsches Holz und heu. Unten ist alles offen. Habe jetzt nichts negatives festgestellt deswegen habe ich zu dieser Maßnahme geraten. Aber heute Schütte ich Schwache Völker in die Mini +. Aber ich sage immer probieren geht über studieren :P. Gruß Marcus

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Postkugel » Mittwoch 10. Oktober 2018, 08:41

Ich habe im Moment auch bei zwei Voelkern die Nassenheider im Einsatz, wo eine Nachbehandlung erforderlich ist. Bei einem ging bei der TBE etwas schief (Koenigin in der Bannwabentasche wurde gekillt, so dass ein Teil der Flugbienen in den Brutling zurueck ist und die Bannwabe nicht bestiftet wurde), das andere ist ein Ableger von Anfang Mai, der lediglich bei der Erstellung mit OX spruehbehandelt wurde.

Zunaechst einmal positiv: Die Nassenheider funktionieren auch bei den inzwischen schon recht tiefen Nachttemperaturen (vorletzte Nacht hatten wir hier 7 Grad) einwandfrei. Es gibt keine Pfuetze in der Verdunsterwanne, die Abtropfmenge meiner Bierfilzdochte, ich nutze den "mittleren", entspricht exakt dem Sollert von 18ml.

Der Milbenfall liegt im erwartbaren Rahmen.

Leider, und das ist das Negative, gibt es auch wieder Bienenschaeden. Nicht so massiv wie bei Kai, aber das liegt m.E. einfach daran, das jetzt weniger Brut und Jungbienen in den Voelkern sind und die Futterkraenze dicker ausfallen. Es liegen aber im selben Zeitraum mehr tote Milben auf der Windel wie tote Bienen vor dem Flugloch (etwa 10), weshalb die Anwendung der AS in meinen Augen zu rechtfertigen ist.

Es zeigt sich aber wieder, das die Verwendung von AS die Ausnahme und nicht die Regel sein sollte. Alle anderen TBE-Voelker und ein im Juni erstellter Ableger liegen unter eine Milbe/Tag, dass ich hier bis Dezember nicht mehr aktiv werden muss. Fuer mich ist klar, dass ich zukuenftig die Hauptentmilbung im Sommer nur noch mittels TBE machen werde.

Uebrigens lasse ich die Nassenheider nicht so lange in den Voelkern, wie in der "Packungsbeilage" angegeben. Ich habe 100ml AS eingefuellt und diese ist nach max. 5 Tagen verdunstet. Die Bienenschaeden zeigen mir eine ausreichende Wirkung auch in die Brut an. Man muss die armen Bienen wirklich nicht 2 Wochen lang damit quaelen.

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Postkugel » Donnerstag 11. Oktober 2018, 22:46

Heute war ich beim Ableger.

Vorweg: In diesem hing nicht der Nassenheider prof. sondern der neue Nassenheider universal "R". Also die Ausfuehrung, welche wie der ganz alte Nassenheider im Raehmchen haengt. Es handelt sich um eine Dadantbeute im *Kalt*bau.

Mit dem Ergebnis bin ich, obwohl ich wg. dem Kaltbau zunaechst etwas skeptisch war (die alten Nassenheider im Raehmchen waren ja urspruenglich fuer Hinterbehandlungsbeuten im Warmbau konzipiert), absolut zufrieden. Verdunstungsmenge exakt wie vorberechnet (verwende meine Bierfilzdochte). Milbenernte groesser wie berechnet, Bienenschaeden nicht feststellbar. Koenigin vorhanden und munter am stiften. Normaler Flugbetrieb. Kurz: Ich bin begeistert.

Den Verdunster hatte ich an Stelle des Schiedes an die letzte (fluglochferne) Randwabe gehaengt. Somit grosser Abstand zum Brutnest. Das Flugloch war eingeengt auf etwa 5x2,5cm. Ich hatte in dieser Konstellation eigentlich Angst, ob ueberhaupt eine ausreichende Wirkung erziet wird. Diese Angst war unbegruendet.

Leider hatte ich bei dem anderen Volk, welches einen Nassenheider prof. traegt (Wanne steht auf den Obertraegern), heute wieder einige tote Bienen auf dem Flugbrett und die Verdunstungsmenge schien mir auch etwas zu hoch. Und die Wirkung auf die Milben ist gefuehlt auch etwas weniger gut, verglichen mit dem errechneten Wert (diese Hochrechnungen auf Basis des natuerlichen Milbenfalls sind doch etwas Sternendeuterei) .

Das Ergebnis ist natuerlich nicht "wissenschaftlich", aber die Raehmchenvariante der Verdunster scheint mir doch die bessere Loesung.

Hat noch jemand erfahrung mit den neuen Nassenheidern "universal R" gesammelt? Mit welchen Ergebnissen?

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