Nicht behandeln, sondern auslesen?

Von Nosema über Faulbrut, Varroose, Sackbrut, Kalkbrut, Kleiner Beutekäfer, Großer Beutekäfer, Wachsmotten, Wespenplage, Mäuse etc.

Moderator: Johannes

Tine
Beiträge: 11
Registriert: Montag 12. September 2016, 21:46
Postleitzahl: 37075
Ort: Göttingen
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.:
Bienen"rasse":
Zuchtlinie/n:

Re: Nicht behandeln, sondern auslesen?

Beitrag von Tine » Montag 25. September 2017, 11:53

Darüber hinaus führt das Drohnenschneiden zu einer massiven Einschränkung des Genpools- Nicht mehr das beste genetische Material wird weitergegeben, sondern Jenes was per Zufall übrig geblieben ist.

Was daß Hoffen auf " neutrale" deutsche Bieneninstitute angeht: Solange diese in großem Umfang von Drittmitteln der Chemie- und Pharmakonzerne leben, darf man glaube ich skeptisch sein ohne deswegen ein Verschwörungstheoretiker zu sein.

elk030
Beiträge: 920
Registriert: Freitag 24. Oktober 2008, 22:32
Postleitzahl: 14057
Ort: Berlin
Land: Deutschland
Telefon: 03032678879
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.: 60
Bienen"rasse": Mellfera/Landbiene
Zuchtlinie/n:

Re: Nicht behandeln, sondern auslesen?

Beitrag von elk030 » Montag 25. September 2017, 13:16

Hallo Tine
Zu deinen Fragen:
Kleinere Zellgrössen vorzugeben halte ich nicht für relevant,
aber ein Brutraum in Naturbau, den die Bienen nach ihren eigenen Vorstellungen ausbauen können, halte ich für vorteilhaft.
Microklima im Stock kann man schützen, indem frau nicht unnötig häufig kontrolliert, stattdessen seine Fluglochbeobachtungsfähigkeit schärft.
Futtertechnisch lehne ich Fertigfutter ab, denn Invertieren ist meiner Ansicht nach Aufgabe der Bienen.
Wachs ist fundamental, gerade bei den Verunreinigungen, die sich im öffentlichen Wachskreislauf finden.
Ich habe meinen eigenen Wachskreislauf und gieße auch meine Platten selbst.
Drohnenschneiden finde ich pervers und kontraproduktiv.
Ich setzte auf die Intelligenz des Bien.
Elk

elk030
Beiträge: 920
Registriert: Freitag 24. Oktober 2008, 22:32
Postleitzahl: 14057
Ort: Berlin
Land: Deutschland
Telefon: 03032678879
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.: 60
Bienen"rasse": Mellfera/Landbiene
Zuchtlinie/n:

Re: Nicht behandeln, sondern auslesen?

Beitrag von elk030 » Montag 25. September 2017, 13:24

Hab ich was vergessen?
Ich führe meine Imkerei so nicht aus Faulheit oder Mangel an Verantwortungsbewußtsein,sondern aus tiefster Überzeugung, das es der richtige Weg ist.
Das ich darüber bisher geschwiegen habe, dient dem Schutz meiner Person und meiner Bienen.
Elk

Herbert
Beiträge: 600
Registriert: Samstag 17. Oktober 2015, 12:57
Postleitzahl: 25821
Ort: Breklum
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 18. Apr 1979
Völkerzahl ca.: 25 Segeberger-Beute
Bienen"rasse": Carnica,Mellifera,Ligustica
Zuchtlinie/n: Stavershult,Sikas,Flekkefjord

Re: Nicht behandeln, sondern auslesen?

Beitrag von Herbert » Montag 25. September 2017, 14:16

Hallo Michael,
Sturmimker hat geschrieben:
Montag 25. September 2017, 09:37
Elk, du gefällst mir immer besser
Ich würde sogar weitergehen und behaupte dass unsere ganzen Versuche die Milbe zu verbannen letztendlich zu einer "SUPERVARROA" geführt haben.
Ein Beispiel: Drohnenschneiden
War und ist immer noch in Mode. Viele meiner Kollegen haben sich nach ausfühlichen Versuchen dazu entschieden, es bleiben zu lassen. Denn erstens haben wir eine Milbe selektiert welche sich hauptsächlich in der Arbeiterinnenbrut vermehrt. Drohnenbrut wird ja entfernt. Und zweitens ist die Volksharmonie dadurch empfindlich gestört. Das habe ich heuer bei einer Königin gesehen welche keine unbefruchteten Eier legen konnte. Das Volk war ohne Schutz nicht zu bearbeiten. Es hat still umgeweiselt und siehe da, alles war wieder gut.
lg Michael
in deiner Behauptung SUPERVARROA,unterstütze ich dich wenn es um Chemikalien oder ähnliches dreht wo sich Resistenzen gebildet haben.
was aber für Säuren sprich AS-OS-MS nicht zutrifft.

Was das Drohnenschneiden angeht,Drohnen gehören ins Volk und lasse die 1. Drohnen schlüpfen,danach schneide ich unregelmässig aus
zur Varroareduzierung,die Milbe hat sich schon immer seit den 80er Jahren sowohl in der Drohnenbrut wie auch Arbeiterinnenbrut vermehrt,extrem selten auch in Königinnenzellen.Meine ersten Bienen 1979 kannten noch keine Varroa.


LG Herbert

Sturmimker
Beiträge: 21
Registriert: Montag 3. Oktober 2016, 14:50
Postleitzahl: 2283
Ort: Obersiebenbrunn
Land: Oesterreich
Telefon:
Imker seit: 0- 0-2015
Völkerzahl ca.: 50
Bienen"rasse": Carnica, Landbiene
Zuchtlinie/n: Sklenar, Troiseck, Peschetz

Re: Nicht behandeln, sondern auslesen?

Beitrag von Sturmimker » Montag 25. September 2017, 19:34

Danke Herbert,
Es gilt derzeit als so gut wie sicher, dass organische Säuren keine Resistenz der Milbe verursachen. Es scheit sogar, als wären diese sehr verlässliche Akarizide. Bereits bei Thymolanwendungen ist es den Milben, oft nach einigen Jahren egal.
Mir geht es jedoch weniger um Resistenzen als um teilweise, nicht notwendige Eingriffe ins Volk. Dazu gehören auch meine eigenen AS-Behandlungen an Völker welche eigentlich kaum eine Milbenlast aufweisen.
Drohnenbrut schneiden fällt für mich in eine ähnliche Kategorie. Den Sinn oder Unsinn dieser Aktion kann jeder, der über mehere Völker verfügt, leicht eruieren. Einfach nur bei der Hälfte der Völker Drohnenbrut schneiden.
Wenn ich Dir noch eine Frage stellen darf?
Immer wieder wird mir von "alt eingesessenen" Imkern berichtet, dass im Laufe der Jahre die Milbe aggressiver geworden wäre und die Viruserkrankungen zugenommen hätten zB. DWV. Auch hätten bis in die 2000'er Jahre die Völker weit mehr Milben vertragen als jetzt. Hast Du das Erfahrungen?
lg Michael

Herbert
Beiträge: 600
Registriert: Samstag 17. Oktober 2015, 12:57
Postleitzahl: 25821
Ort: Breklum
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 18. Apr 1979
Völkerzahl ca.: 25 Segeberger-Beute
Bienen"rasse": Carnica,Mellifera,Ligustica
Zuchtlinie/n: Stavershult,Sikas,Flekkefjord

Re: Nicht behandeln, sondern auslesen?

Beitrag von Herbert » Montag 25. September 2017, 20:33

Moin Michael,
die Zeiten ändern sich,und die Milbe passt sich unseren Bienen/Betriebsweisen an,habe ein einziges mal in den 90er Jahren 1 Volk
an Varroa verloren,hatte es im Frühjahr zugekauft ende August war es Komplett leer,ausser etwas Restbrut mit vielen Milben.
Früher haben wir nicht gleich zur Vorsorge behandelt,sondern meistens erst wenn Milben auf den Bienen sichtbar waren
und die ersten Bienen mit verkrüppelten Flügeln im Volk waren,aber es war ein grosses Risiko.
Das die Viruserkrankung zugenommen hat würde ich nicht behaupten,allerdings haben wir damals bei nicht auffälligen Völkern
nur die Winterbehandlung vorgenommen,mit der wir heute meiner Erachtung nach nicht mehr auskommen.

LG Herbert

Luxnigra
Beiträge: 285
Registriert: Sonntag 3. Mai 2009, 18:26
Postleitzahl:
Ort:
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.:
Bienen"rasse":
Zuchtlinie/n:

Re: Nicht behandeln, sondern auslesen?

Beitrag von Luxnigra » Donnerstag 12. Oktober 2017, 13:24

Das Problem ist, Unterstützung bekommen nur "Profis" wie die von Arista etc. Wobei die eher Profis sind im Geldeinsammeln.

In der Tat sollte man alle "verdächtigen" Völker auf eine Insel packen und sich vermischen lassen. Da wir nicht wissen worauf die Varroatoleranz wirklich beruht, ist es müssig, danach zu "züchten"
Bleib auf deinem Land und wehr dich redlich

elk030
Beiträge: 920
Registriert: Freitag 24. Oktober 2008, 22:32
Postleitzahl: 14057
Ort: Berlin
Land: Deutschland
Telefon: 03032678879
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.: 60
Bienen"rasse": Mellfera/Landbiene
Zuchtlinie/n:

Re: Nicht behandeln, sondern auslesen?

Beitrag von elk030 » Dienstag 17. Oktober 2017, 09:31

Falscher Ansatz
Meine Vermutung:
Es gibt keine varroatolerante Bienen, aber eine tolerante Milbe.
Eine Toleranz, die sich erst aber erst dann einstellt, wenn man aufhört, sich einzumischen.
Elk

Antworten

Zurück zu „Bienenkrankheiten und -parasiten“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast