Winterbehandlung 2017/2018

Von Nosema über Faulbrut, Varroose, Sackbrut, Kalkbrut, Kleiner Beutekäfer, Großer Beutekäfer, Wachsmotten, Wespenplage, Mäuse etc.

Moderator: Johannes

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Ole86
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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von Ole86 » Samstag 6. Januar 2018, 23:10

Darf ich kurz fragen, wie du über das Jahr behandelst? LG, Ole!

Herbert
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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von Herbert » Sonntag 7. Januar 2018, 07:26

Moin Klaus
klaus hat geschrieben:
Samstag 6. Januar 2018, 21:48
Hallo @all,

ich kann dieses Wort Oxuvar nicht mehr hören, hab es 2 Jahre also im Dezember 2015 und 2016 zur Restentmilbung eingesetzt und immer wieder starker Totenfall der Bienen festgestellt. Ergebnis Mitte Ende Januar, ich dachte mich trifft ein Schlag, 2-3 Königinnen Tot auf dem Flugbrett, hatte ich ohne Oxuvar nie erlebt.

Habe das Oxuvar genau nach Vorschrift angewendet, -50ml für 2 Zarge, 40 ml für 1 Zarge und 30 ml für Ableger. Mögen die Hersteller mit diesem Zeug glücklich werden. Mein Erfahrungen, Oxuvar kommt mir nicht mehr ins Haus.

Es gibt Gott sei Dank Alternativen, die muss ich euch aber nicht erklären, das weiß jeder selber.
was heißt 2-3 Königinnen tot,zählen kannst Du doch oder?
früher war es Perizin zur Restentmilbung,heute ist es OS, natürlich sterben vom Träufeln einige Bienen
aber es hält sich in Grenzen,das man dadurch Königinnen verliert,höre ich zum 1. mal.
Jeder sollte aber das Mittel seiner Wahl nehmen.

LG Herbert

klaus
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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von klaus » Sonntag 7. Januar 2018, 09:34

Hallo Ole,

Ich benutze Milchsäure und TBE,

@ Herbert, du schreibst ..dass zählen kannst du doch oder?.... ignoriere ich mal.
Januar 2016 -2 Königinnen und Januar 17 -3 Königinnen.
LG Klaus

marcmo
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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von marcmo » Sonntag 7. Januar 2018, 13:55

Hallo!

Das einzige was mich an Oxuvar stört ist der Preis, den finde ich nämlich total abgeschmackt. Lustigerweise hat mich mein Apotheker darauf aufmerksam gemacht, dass man dies doch viel günstiger selber herstellen kann. Wenn hier im Verbund ne hohe zweistellige oder gar dreistellige Völkerzahl behandelt werden muss, macht sich dies schon ziemlich deutlich bemerkbar.

Anders sieht es bei der Behandlung von 10-15 Völkern oder so aus, hier kann man sich den Luxus leisten direkt auf das fertige Produkt Oxuvar zurückzugreifen.

Verluste liegen bei mir im Moment bei 10%, wobei hier wohl zum Teil auch ein Fehler bei meiner Behandlung liegt.

Grüße,
Marco
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Rönsahler
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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von Rönsahler » Mittwoch 24. Januar 2018, 23:48

Hallo ihr lieben....
Hier kann ich auch was zu dem Thema berichten...
also meine Völker habe ich früher immer mit normaler AS behandelt, erst mit 60 % tiger, und als ich der Meinung war, das sich das Volk, incl. Milben dran gewöhnt haben weil nichts mehr viel, obwohl man die Milben sah, habe ich die 85% tige eingesetzt, danach purzelten sie in Massen ....
Mit Oxuvar ging es mir wie dem Klaus.. viele tote Bienen, habe das einmal probiert und dann nie wieder.....

Ich habe von einem bekannten türkischen Mitbewohner, dessen Vater, und viele seiner Verwandten in der Türkei auch Imker sind, Räucherstäbchen bekommen (Vamitrat-Va), diese wurden im Blumenuntersetzer auf dem Beutenboden angesteckt und verbrannten/glimmten dort innerhalb von 5 Minuten.
15-20 Minuten später konnte man die Milben auf der Windel sehen, so schnell wirkte dieses Mittel.(ist aber in der BRD verboten, und selbst über das Internet nicht zu bekommen)
Dieses war das einzigste und beste Mittel was ich bisher in meiner Laufbahn erlebt habe. Diese Varroabehandlung habe ich mit großen Erfolg über 5 Jahre gemacht................... aber bitte nicht weitersagen ... lach...lach..

Keinerlei Milben mehr im Volk, keinerlei Verluste mehr bei den Völkern, Keine winterliche Restmilbenbehandlung nix.

Je nachdem wie viele Milben fielen, wurde es im Abstand von 14 Tagen wiederholt, aber mehr wie 2-3 mal habe ich dieses nie machen brauchen.
Leider ist diese Bezugsquelle versiegt, und ich habe keinerlei Beziehungen mehr zu diesem Mittel..

Früher habe ich immer die Behandlung auch mit Perizin durchgeführt, aber auch nicht mit dem versprechenden Erfolg.
Reine Oxalsäure habe ich Abstand von genommen, weil ohne Maske und Gesichtsschutz beim Verdampfen Gefahren lauern.

Ich benutze jetzt mit zufriedenstellendem Gefühl das Bienenwohl aus Österreich zur Restmilbenbehandlung immer zwischen Weihnanchten und Sylvester. Aber auch dieses ist in der BRD nicht zugelassen, ich beziehe es über den österr. Imkerbund, dort wird es frei gehandelt.
Auch mit dem Apilive-Var, das sind Auflegestreifen, gibt es auch nur in Österreich, auch in der BRD nicht erlaubt, bin ich sehr zufrieden.
Diese Streifen werden anstatt der AS benutzt. Auch damit bisher gute Erfolge, der einzige Nachteil bei dieser Behandlung ist, das es sich über Wochen hinzieht. Ein großer deutscher Imkerhandel hat es einmal versucht , dieses in seinem Programm aufzunehmen, aber durch den amtl. Druck von außen, wurde es sofort wieder aus dem Programm genommen. Ich habe den Eindruck, das alles ausser der AS, und der Oxalbehandlung usw. im Umlauf ist, und von unseren Instizuten getesten wird, nur in der BRD erlaubt wird, aber eine wirkungsvolle richtige Bekämpfung der Varroamilbe findet gar nicht statt.

Es ist wie bei uns Menschen mit den Kopfschmerzen, es werden Tabletten genommen um den augenblicklichen Schmerz zu betäuben, aber richtig auf den Grund gehen diese Mittel/Tabletten nicht.

Die einzigste richtige Bekämpfung hat nur Vamitrat-Va vorgenommen, 1-3 malige Verdampfung der Beute von unten und es wurde Ruhe geblasen.

Ich würde viel drum geben, wenn ich irgendwie nochmal an dieses Mittel kommen würde, ob erlaubt oder verboten, das wäre mir egal...

Ich nehme an, das ich jetzt hier gesteinigt werde...
Aber trotz allem..
vG Heinz

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Ape
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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von Ape » Donnerstag 25. Januar 2018, 07:06

Rönsahler hat geschrieben:
Mittwoch 24. Januar 2018, 23:48
Hallo ihr lieben....
Hier kann ich auch was zu dem Thema berichten...
Hallo Heinz,

ich spreche für mich persönlich und nach meiner persönlichen Erfahrung wurde hier im Forum noch niemand gesteinigt, wenn er eine fachliche Meinung zu einem Thema puplizierte. Das schätze ich eben auch hier in dieser Forengemeinschaft. Die Offenheit mit der Themen bearbeitet/gelebt werden, habe ich so in noch keinem Forum erlebt. Und sind wir mal ehrlich, jedes Forum lebt von Disskussion mit für und wider der Argumente. Nur sachlich muss es bleiben. Allen Emotionen zum Trotz.

Zu deinen Ausführungen. Für mich als Neuimker ist das sehr interessant. Nach meinen ersten Behandlungen mit AS (60%) und Oxalsäure bleibt bei mir so ein flaues Gefühl zurück, das es den Bienen einfach nicht gut tut. Der Totenfall war einfach vorhanden. Wir wenden es ja nur an, um die Milbe zu schwächen. Dabei schwächen wir aber auch immer den Bien. Los werden wir sie deshalb dennoch nicht. Es ist wie du schreibst, wir bekämpfen das Symptom, aber nicht die Ursache. Derzeit habe ich es so betrieben, da schlicht und ergreifend keine wirkliche Alternative bestand.
Von dem Vamitrat-Va habe ich bislang noch nichts gehört/gelesen gehabt. Danke für das Teilen deiner Erfahrungen. Kennst du die Zusammensetzung? Es muss ja wie ein Räucherstäbchen aus einer festen Masse (Pulver verdichtet) bestehen, damit es dann während des Verdampfungsprozesses seine Wirkstoffe entfalten kann. Wenn man die Zusammensetzung kennt kann man sich auch am Ende Gedanken über Rückstande machen, vorher nicht.
Danke für deine Rückmeldung vorab.

Grüße
Steve

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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von Antilles » Donnerstag 25. Januar 2018, 14:09

Herr Eich spricht hier wohl von der Generation E406 oder so :-D
Interessant das zu hören, aber trotz all der Umstände die unsere Zulassungsverfahren mit sich bringen finde ich diese Wichtig.

Die Zusammensetzung der Medikamente würde mich da auch mal interessieren.
Über Perizin muss man glaub ich nichtmehr viel sagen.
Aber irgendwelche Medikamente zu nutzen über die man möglicherweise nicht viel weis finde ich gar nicht gut.
Da braucht man sich über die Stearin-Wachsverfälschung nicht aufregen wenn man das reine Bienenwachs mit Medikamenten und Ölen verunreinigt.
Ähnlich sehe ich das mit Spritzmitteln (usw.) der Landwirte. Riesiger Medienrummel, üble Strafen bei nicht zugelassenen Mitteln/falscher Anwendung und generell schlechte Presse auch durch Imkerverbände. Nicht falsch verstehen, ich bin auch kein Freund von Glyphosat, Neonicotinoiden usw. Aber das steht dann halt immer im Kontrast zu Imkern (sprich Lebensmittelproduzenten und Tierhaltern) die dann irgendwelche Chemiekeulen aus dem Ausland, direkt an den Bienen einsetzen :roll:

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Rönsahler
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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von Rönsahler » Donnerstag 25. Januar 2018, 17:05

Hallo Steve,
Hast Du Handy mit WhatsApp ? schick mir bitte eine PN, dann sende ich Dir Fotos von dem Mittel.
Heinz

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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von Rönsahler » Donnerstag 25. Januar 2018, 17:30

Hallo Antilles,
war Dein Antwort/Bericht auf meinen Bericht gemünzt ???

Wenn ja, dann glaube ich nicht das die Imker in der Türkei, bzw. in Österreich irgendwelche Mittel einsetzen die den Wachs, oder den Honig
verunreinigen, dieses kann ich mir nicht vorstellen............
Den viele deutsche Imker importieren aus den beiden genannten Ländern Bienen nach Deutschland, sei es wenn es um Königinnen bzw. Ableger oder ganze Völker geht.
Wie gesagt ich habe dieses Mittel 5 Jahre lang benutzt und ich lebe noch und bin gesund, sowie auch meine Kinder, Enkelkinder, Verwandten, und auch meine Kunden leben immer noch.

Ich imkere bereits seit 58 Jahren, und glaube mir, ich habe schon vieles versucht, erlebt und mitgemacht, grade was die Bienen betrifft.

Wenn ich nach dem ersten Mal wo ich dieses Mittel angewendet habe, irgendwelche negativen Einflüsse oder sonstiges gesehen hätte, dann hätte ich bestimmt sofort mit dieser Behandlung Schluss gemacht.
Mein damaliger Bestand : 25-30 Völkern, alles Carnica oder Buckfast.

Was den Wachs betrifft kann ich keine Angaben machen, weil ich keinen Wachskreislauf betreibe.
Ich beziehe meine Mittelwände von einem in Deutschland sehr bekannten Imkerversand, und wo dieser seinen Wachs her bekommt, kann ich auch nicht sagen. Ich vertraue diesem Händler das ich kein verunreinigtes Wachs bzw. Mittelwände bekomme, aber ich lasse auch keine Laboranalyse erstellen welchen Inhalt oder Bestandteile dieses Wachs hat. Ich schmelze auch keine Waben ein, sondern bei mir bekommen die alten Waben incl. der Rähmchen alle eine Feuerbestattung.
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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von falkner » Donnerstag 25. Januar 2018, 21:03

Rönsahler hat geschrieben:
Mittwoch 24. Januar 2018, 23:48


Die einzigste richtige Bekämpfung hat nur Vamitrat-Va vorgenommen, 1-3 malige Verdampfung der Beute von unten und es wurde Ruhe geblasen.

Ich würde viel drum geben, wenn ich irgendwie nochmal an dieses Mittel kommen würde, ob erlaubt oder verboten, das wäre mir egal...
Der Wirkstoff ist Amitraz.

Postkugel
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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von Postkugel » Donnerstag 25. Januar 2018, 23:00

Na, dann ist der Einsatz ja fast legal :mrgreen:

@Rönsahler
Ich glaube, das Zeugs hatten wir frueher in der DDR auch. Brannte irgenwie schlecht. Dann kamen die Bierdeckel mit Ameisensaeure unter dem Volk. Die Dosierung war Lotteriespiel. Ich kann mich noch daran erinnern, dass Ende der 80er in einem unserer Wanderwagen von 30 Voelkern mal noch 2 am Leben waren...

Ich finde, es gibt heute mit den organischen Saeuren eine gute fachliche Praxis, wobei ich die Ameisensaeure allerdings kritisch sehe. Deshalb moecht ich im kommenden Sommer bspw. verstaerkt auf Oxalsaeure kombiniert mit biotechnischen Massnahmen setzen.

Ich verteufel synthetische Mittel nicht vollkommen. Fuer mich haben diese aber die selbe Stellung, wie Antibiotika in der Humanmedizin: Sparsamst, nur bei entsprechender Indikation und mit den notwendigen flankierenden Massnahmen (Wachsmanagement) eingesetzt, sind sie ein Segen. Bei exzessiver Nutzung werden sie jedoch schnell zum Fluch (Rueckstaende, Resistenzen). Nicht das Mittel ist boese, sondern dessen unueberlegter Einsatz, was ebenfalls fuer organische Saeuren gilt.

rall0r
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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von rall0r » Freitag 26. Januar 2018, 07:55

@Postkugel
Die AS Behandlung ist wirklich ein sehr komplexes Thema, und deswegen habe ich da auch Probleme mit.
Problematisch sind die vielen unterschiedlichen Applikationsformen, die Details, die jeweils immer zu beachten sind, die große Abhängigkeit zu Außentemperatur, Stockfeuchte, Futterstatus, Kaltbau vs. Warmbau, Größe des Verdunstungsraums, und nicht zuletzt der Applikator ansich (Liebig Dispenser, Nassenheider Pro/Horitzontal/Universal, Schwammtuch etc.).
Auch die Nebenwirkungen, wie Brutschäden, Weiselverlust, Brutpausen werden ja immer wieder thematisiert.

Insgesamt werde ich das Gefühl nicht los, dass die AS zwar ein probates und erprobtes Mittel ist, aber eben auch ein sehr hohes Maß an Erfahrung, Sorgfalt und Einarbeitung erfordert, um einen maximalen Wirkungsgrad bei möglichst wenig Nebenwirkungen zu erzielen.

Und deswegen möchte ich kommenden Sommer mal zumindest bei einem Teil der Wirtschaftsvölker mit der TBE und Fangwabe sowie OSX/Milchsäure bei den Brutscheunen arbeiten und ein intensives Milbenmonitoring betreiben, um ggf. doch noch mit AS eingreifen zu können.
Der Dr. Jens Radtke hat anno 2010 dazu eine sehr interessante Doktorarbeit geschrieben, die im Netz leicht zu finden ist, und die ich jedem empfehlen würde, weil dort das Thema Varroa wirklich umfassend beleuchtet wird.

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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von Antilles » Freitag 26. Januar 2018, 09:55

Rönsahler hat geschrieben:
Donnerstag 25. Januar 2018, 17:30
Hallo Antilles,
war Dein Antwort/Bericht auf meinen Bericht gemünzt ???
Ja
Rönsahler hat geschrieben:
Donnerstag 25. Januar 2018, 17:30
Wenn ja, dann glaube ich nicht das die Imker in der Türkei, bzw. in Österreich irgendwelche Mittel einsetzen die den Wachs, oder den Honig
verunreinigen, dieses kann ich mir nicht vorstellen............
Ich hoffe das war jetzt einfach ein bisschen unüberlegt. Mehrere der von dir genannten Mittel sind Wachslöslich/Lipophil und damit potentiell in der Lage sich im Wachs anzureichern.
Rönsahler hat geschrieben:
Donnerstag 25. Januar 2018, 17:30
Wie gesagt ich habe dieses Mittel 5 Jahre lang benutzt und ich lebe noch und bin gesund, sowie auch meine Kinder, Enkelkinder, Verwandten, und auch meine Kunden leben immer noch.
Das würde ich nicht anzweifeln wollen. Darum ginge es mir sicherlich nicht!
Rönsahler hat geschrieben:
Donnerstag 25. Januar 2018, 17:30
Ich imkere bereits seit 58 Jahren, und glaube mir, ich habe schon vieles versucht, erlebt und mitgemacht, grade was die Bienen betrifft.

Wenn ich nach dem ersten Mal wo ich dieses Mittel angewendet habe, irgendwelche negativen Einflüsse oder sonstiges gesehen hätte, dann hätte ich bestimmt sofort mit dieser Behandlung Schluss gemacht.
Mein damaliger Bestand : 25-30 Völkern, alles Carnica oder Buckfast.
Ich wollte sicher nicht deine Erfahrung in Zweifel ziehen!
Wirkstoffe ob zugelassen oder nicht sind bestandteil verschiedenster Versuche. Zu diesen Versuchen gibt es dann Berichte oder ggf. Abschlussarbeiten/Promotionsschriften/Patentschriften usw.
Da ist z.B. zu lesen, dass die OX-Winterbehandlung tatsächlich nicht gerade gut für die Bienen ist. Aber: Sie WIRKT! Somit ist sie nicht gut für die einzelne Biene, die ein Säure-Zucker gemisch aufnimmt, sondern gut für das Bienenvolk. Was sie zu einem willkommenen Behandlungsmittel macht.
Für mich hingegen klingt das schon gar nicht gut und ich versuche es zu vermeiden.
Habe mich deshalb für das Verdampfen entschieden. Da nimmt die Biene angeblich gar keine Säure auf, die Säurekristalle/der Staub bleibt nur an den feuchten Haftlappen der Milbe hängen und verätzt diese. Klingt für mich besser. Da auch der einzelnen Biene nicht geschadet wird.
(Habe auch da mittlerweile andere Berichte gelesen, aber bisher keine Belege gefunden)
Rönsahler hat geschrieben:
Donnerstag 25. Januar 2018, 17:30
Was den Wachs betrifft kann ich keine Angaben machen, weil ich keinen Wachskreislauf betreibe.
Ich beziehe meine Mittelwände von einem in Deutschland sehr bekannten Imkerversand, und wo dieser seinen Wachs her bekommt, kann ich auch nicht sagen. Ich vertraue diesem Händler das ich kein verunreinigtes Wachs bzw. Mittelwände bekomme, aber ich lasse auch keine Laboranalyse erstellen welchen Inhalt oder Bestandteile dieses Wachs hat. Ich schmelze auch keine Waben ein, sondern bei mir bekommen die alten Waben incl. der Rähmchen alle eine Feuerbestattung.
vG Heinz
Na dann bist du da denke ich eher ein Einzelfall.
Denn die Wachsverunreinigungen der letzten Jahre beziehen sich ja nicht nur auf Stearin und Parafin, welches von Händlern oder Imkern zum strecken des Wachses verwendet wurde. Nahezu jeder Imkerhandel hat ja entsprechende geprüfte Mittelwände um eben auch Wachslösliche Medikamente und landwirtschaftliche Behandlungsmittel im Wachs auszuschliessen.
Da sind natürlich alle Öle (Thymol, Bienenwohl usw), wachslösliche Medikamente (Perizin, Amitraz) nicht gerade förderlich wenn man den "großen Wachskreislauf" irgendwann mal wieder sauberer bekommen will, ohne dafür Wachs aus Afrika zu importieren, welches ich als noch kritischer sehe.
Das ungeprüfte Wachs stammt im Regelfall einfach von Imkern aus der Umgebung. Die verbrennen es nicht, sondern sammeln und verkaufen es.
Sollten diese Imker ausschliesslich mit organischen Säuren behandeln ist das Wachs auch entsprechend unbedenklich. Aber das weiss man eben nicht.
Und das von dir verwendete Medikament beeinträchtigt eben nicht nur das Wachs, welches du ja verbrennst, sondern eben auch den Honig: "Amitraz zerfällt innerhalb weniger Tage in sogenannte Metaboliten. Amitraz selbst kann daher als Rückstand im Honig schwer nachgewiesen werden, jedoch seine Metaboliten, die eine lange Lebensdauer aufweisen" aus: "Gesamt-Amitraz-Rückstände in Bienenhonigen“ Ch. Hemmerling, B. Augustyniak und Ch. Risto. Erschienen in: Die Nahrung 35 (1991) 10,1047-1052. Herausgegeben vom Hygieneinstitut Frankfurt (Oder)

Auch ich bin hier über jeden Bericht dankbar, dass man sieht was andere machen! Aussagen wie diese:
Rönsahler hat geschrieben:
Donnerstag 25. Januar 2018, 17:30
glaube ich nicht das die Imker in der Türkei, bzw. in Österreich irgendwelche Mittel einsetzen die den Wachs, oder den Honig
verunreinigen, dieses kann ich mir nicht vorstellen.
sind aber schlichtweg falsch! Das ist keine Glaubensfrage sondern schlichtweg ein auswerten von Tatsachen.
Ob man das jetzt schlimm finden, gut heisst, bei sich selbst anwenden möchte oder auch nicht kann ja jeder selbst für sich entscheiden.
Meine herangehensweise deckt sich da glaube ich eher mit rall0r.
Einen resistenzen- und rückstandsbildenden zumal krebserregenden Wirkstoff (wie Amitraz) will ich nur einsetzen müssen, wenn TBE, Drohnenschnitt und organische Säuren versagt haben. Und da das Verdampfen ja nicht so komplex wie die AS-Behandlung zu sein scheint zumal nicht so Temperaturempfindlich glaube ich, dass es soweit nicht kommen wird.

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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von Rönsahler » Freitag 26. Januar 2018, 10:06

Guten Morgen Antilles,

wir wollen uns jetzt nicht streiten ob gut oder falsch, ich danke Dir für deine Aufklärung.
Aber ich benutzes es ja jetzt schon seit fast 20 Jahren nicht mehr, weil die Quelle versiegt ist.
Ich benutzes jetzt das Bienenwohl und die Apilive-Var Streifen, was hälst du denn da von ?
Aber auch hier kommen die ausgedienten Rähmchen mitsamt den Waben zur Feuerbestattung,
es ist mir einfach zu umständlich diese alle einzuschmelzen usw.
In meiner Gegend ist war niemand mehr, der Bienenwachs annahm, alle zu alt und verstorben.
Und daher habe ich seit Jahren alles verbrannt, und wieder gegen ganz neues Material ausgetauscht.
Heinz

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Re: Winterbehandlung 2017/2018

Beitrag von Antilles » Freitag 26. Januar 2018, 11:11

Genau :-D
Geht ja um den Erfahrungsaustausch.
das Apilife und das Bienenwohl ist ja im Prinzip das gleiche. Verschiedene ätherische Öle welche im Volk angewendet werden.
Natürlich und Bienenfreundlich. Finde ich (besonders in deinem Fall -> Altwaben) sehr gut.
Da ich einen eigenen (offenen) Wachskreislauf anstrebe wäre das für mich nix, da sich die Öle auch im Wachs anreichern.
Bei uns lässt sich das Altwachs direkt um die Ecke bei Geller verkaufen. Geht aber auch bei diversen Händlern im Internet.

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