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Bienen sterben

Verfasst: Sonntag 7. Januar 2018, 08:52
von Ganerb Imker
Schäden sind bis jetzt gewaltig!
Habe gestern, bzw. Frauchen, mit meinen 2 bekannten gesprochen. Beide Imkermeister und Berufsimker. Beide haben über 100 Völker verloren, bei mir sind es 38 von 40. Enorme Verluste in NRW, RLP, Baden, Saarland. Habe da aber keine Anzahl da die Imker nichts genaues sagen und wenn man nachfragt wird man angelogen ohne rot zu werden. Habe gestern mit meinem Garten Nachbarn gesprochen, Bio Imker, und der meinte er habe keine Verluste. Er habe 20 Völker an einem Platz stehen und da wäre alles i.O. Naja habe zwar nur 11 gesehen und im Herbst waren es noch 20. Aber soviel zur Ehrlichkeit unter Imkern. Genau so der Infobrief "Bekanntgabe Völker Verluste" dieser ist auch geschönt und stimmt nicht. Varroa kann man ausschließen. Wachs auch. Futter genügend vorhanden. Wollte ein Bild von Brutwaben hoch laden aber irgendwie funzt das nicht: Meldung - Dateigröße zu hoch.
MFG Andy

Re: Bienen sterben

Verfasst: Sonntag 7. Januar 2018, 12:47
von Johannes
Hallo Andy,

das ist ja dann mindestens der 2. katastrophale Winter für dich und deine Kollegen im Umland! :shock:
Das tut mir sehr leid!

Hier in meiner Region kann ich diese Beobachtung zum Glück nicht erkennen! Mein "Lehrling" hat bisher keines seiner 5 Völker verloren und die sehen auch gut aus. Waren auch alles Jungvölker. Ich selbst habe in meinem Bestand schon einen Verlust von 10 % erlitten, ist bisher weniger als letzten Winter. Es sieht also unkritisch aus hier.

LG Johannes

Re: Bienen sterben

Verfasst: Sonntag 7. Januar 2018, 14:23
von Ganerb Imker
Hier sind die Bilder, habe ich in einem anderem Forum hoch geladen.
https://www.landlive.de/boards/thread/77534/page/1/

Re: Bienen sterben

Verfasst: Sonntag 7. Januar 2018, 14:49
von badenimker
Hallo,
bei mir gehe ich in diesem Winter nur von Verlusten unter 10 % aus. Bei manche Ständen ist gestern auch alles geflogen (wobei ich Räuberei ausschliesse). Letzes Jahr hatte ich aber verherhende Verluste, was ich aber auf die Varroa sicher zurückführe. Habe seit vielen Jahren (1989) einen eigenen Wachskreislauf.
Auch von meinem Verein habe ich im Allgemeinen noch von keinen Horrormeldungen gehört, ich gebe es aber zu, dass es mit der Ehrlichkeit der Imker bzgl.Verlusten schlecht bestellt ist. Verluste werden als Makel verstanden .....

Grüsse

Re: Bienen sterben

Verfasst: Sonntag 7. Januar 2018, 15:31
von Ganerb Imker
badenimker hat geschrieben:
Sonntag 7. Januar 2018, 14:49
Hallo,
bei mir gehe ich in diesem Winter nur von Verlusten unter 10 % aus. Bei manche Ständen ist gestern auch alles geflogen (wobei ich Räuberei ausschliesse). Letzes Jahr hatte ich aber verherhende Verluste, was ich aber auf die Varroa sicher zurückführe. Habe seit vielen Jahren (1989) einen eigenen Wachskreislauf.
Auch von meinem Verein habe ich im Allgemeinen noch von keinen Horrormeldungen gehört, ich gebe es aber zu, dass es mit der Ehrlichkeit der Imker bzgl.Verlusten schlecht bestellt ist. Verluste werden als Makel verstanden .....

Grüsse
Das ist ja das Problem mit der Ehrlichkeit. Fakt ist das es sich um eine Vergiftung handelt. Habe Proben in einem Labor gehabt (kostenlose Analyse) da hieß es "Varroa Probleme"
Meine Antwort war: Kann ich ausschließen darauf bekam ich wieder eine Antwort: Ja wenn wir genauer Untersuchen sollen dann kostet dies ...€.
Also wird doch im Labor auch schmuh betrieben. Letztes Jahr war es Pansch Wachs und jetzt ist es eine Vergiftung und ich bin nicht der einzige dem dies passierte. Ein Paar ehrliche Imker gibt's ja noch.

Re: Bienen sterben

Verfasst: Sonntag 7. Januar 2018, 20:58
von Sturmimker
Grüß euch,
Für eine sinnvolle Analyse wegen PSM muss man schon mit mind. Euro 250,- rechnen. Vorher würde ich mich nicht zu sagen trauen es ist ein Vergiftungsschaden. Ist natürlich eine Menge Geld, dass man nie wieder sieht.
Ich habe heuer mehr als 10 Völker verloren. Teilweise eindeutiger Varroaschaden. Bei etlichen Leichen bin ich mir aber nicht so sicher.
Aufällig ist für mich, dass ich nur an einem Stand diese Ausfälle habe. Drei weitere Stände sind völlig in Ordnung. An diesem Stand hatte ich am 20. Mai eine deutliche Auffälligkeit. Keine Flugbienen, lückenhafte Brutnester... Seuchenwart wurde informiert und hat sich die Sache angesehen. AFB ausgeschlossen! Es war unmöglich etwas zu beweisen. Ich vermute Insektizid/Fungizidbehandlung Ackerbohne, voller Trachtflug ca. 18.00 Uhr. Der Bauer, ich kenne ihn persönlich, hat diese Spritzung auch zugeben. Fakt ist nur: Die Bienen haben Handflächengroße Wabenteile abgeschrotet und sich anscheinend bestens erholt. Leider sind alle eingegangen die nicht im Zuge meiner zweijärigen Baueneuerung auf frisches Wabenmaterial gesetzt wurden.
Ich werde es überleben aber so etwas passiert mir sicher kein zweites mal. Ich Trottel habe dabei zugesehen was sich in den Völkern abspielt und habe falsch gehandelt. Die Behörde war insofern hilfreich um zumindest AFB auszuschliesen. Wenn die PSM-Analyse aus öffentlicher Hand bezahlt worden wäre, hätte ich sofort die Völker auf neuen Wabenbau gesetzt...
lg Michael

Re: Bienen sterben

Verfasst: Montag 8. Januar 2018, 10:59
von Ganerb Imker
Sturmimker hat geschrieben:
Sonntag 7. Januar 2018, 20:58
Grüß euch,
Für eine sinnvolle Analyse wegen PSM muss man schon mit mind. Euro 250,- rechnen. Vorher würde ich mich nicht zu sagen trauen es ist ein Vergiftungsschaden. Ist natürlich eine Menge Geld, dass man nie wieder sieht.
Ich habe heuer mehr als 10 Völker verloren. Teilweise eindeutiger Varroaschaden. Bei etlichen Leichen bin ich mir aber nicht so sicher.
Aufällig ist für mich, dass ich nur an einem Stand diese Ausfälle habe. Drei weitere Stände sind völlig in Ordnung. An diesem Stand hatte ich am 20. Mai eine deutliche Auffälligkeit. Keine Flugbienen, lückenhafte Brutnester... Seuchenwart wurde informiert und hat sich die Sache angesehen. AFB ausgeschlossen! Es war unmöglich etwas zu beweisen. Ich vermute Insektizid/Fungizidbehandlung Ackerbohne, voller Trachtflug ca. 18.00 Uhr. Der Bauer, ich kenne ihn persönlich, hat diese Spritzung auch zugeben. Fakt ist nur: Die Bienen haben Handflächengroße Wabenteile abgeschrotet und sich anscheinend bestens erholt. Leider sind alle eingegangen die nicht im Zuge meiner zweijärigen Baueneuerung auf frisches Wabenmaterial gesetzt wurden.
Ich werde es überleben aber so etwas passiert mir sicher kein zweites mal. Ich Trottel habe dabei zugesehen was sich in den Völkern abspielt und habe falsch gehandelt. Die Behörde war insofern hilfreich um zumindest AFB auszuschliesen. Wenn die PSM-Analyse aus öffentlicher Hand bezahlt worden wäre, hätte ich sofort die Völker auf neuen Wabenbau gesetzt...
lg Michael
Keine Flugbienen, lückenhafte Brutnester,
so war es bei mir auch aber extrem erst im Oktober. Flugbienen Mangel hatte ich nach der Akazientracht. Genau in diesem Zeitraum wurde bei uns die Stechmücken Plage behandelt. Caps flogen mit Hubschrauber bei uns über Wälder u. Wiesen und versprühten das sogenannte B.T.I. Nach Recherchen war die Dosis weit über der wie diese ungefährlich für Insekten ist und dies wurde 4x so gemacht. Erfolg war das zwar weniger Schnaken waren aber es gab auch so gut wie keine anderen Insekten wie Hummeln, Wildbienen. Libellen die es noch wenige gab wiesen Verkrüppelungen auf. Diese Beobachtungen wurden mir auch vom Nabu bestätigt.

Re: Bienen sterben

Verfasst: Montag 8. Januar 2018, 19:50
von Sturmimker
@Ganerb Inker
Tut mir echt leid, was da bei euch und mit deinen Bienen passiert ist! Das Problem ist einfach einen "Fall" daraus zu machen. Mir fehlt es an den finanziellen Mittel dafür. Noch dazu bin ich mit dem Bauern (der meinen PSM-Schaden verursacht hat) sehr gut bekannt. Er muss auch seine Kinder ernähren und seinen Betrieb am Leben erhalten.
Aber wegen Gelsen oder Schnaken so eine Aktion zu starten kenne ich bei uns nur mehr aus den 90er Jahren. Bekommt sicher niemand mehr eine Genehmigung bei uns. Braucht's aber nicht glauben wir wären im "gelobten Land". Unser oberster Bauer (H. Schultes) trägt den Beinahmen "chemical Herman".
lg Michael

Re: Bienen sterben

Verfasst: Montag 8. Januar 2018, 21:16
von robirot
Ich bin dieses Jahr relativ zufrieden, Verlusteliegen jetzt bei 11 Völkern, wobei ich 7 davon nicht Zähle, da diese zu einem Stand gehören an dem ich eine neue Linie getestet habe. Bei dieser Linie leider 15 von 20 Verloren (7 davon meine). Die anderen Verluste gehören zu einem anderen Stand, der leider genau wie letztes Jahr die selben Verluste hat, allerdings wieder genau die selben Plätze (Aufstellung in L form, ein Schenkel total eingegangen, der größere keine Verluste) und ein Mäuseschaden.

Re: Bienen sterben

Verfasst: Dienstag 9. Januar 2018, 13:26
von Richthofen
Gegenüber Nicht-imkern vom platten Bienensterben zu sprechen kann fatal sein . Bei uns zumindest, denn auch den Laien fällt die Zunahme an Ständen bei uns auf . In einigen Regionen reden selbst Imker von einer zu großen Dichte und Stress .
Jedoch würden die Bienenvölker tatsächlich zu Hauf sterben würden sie die Imker nicht dauern überwachen und pflegen .
http://www.bienenrettung.com
35000 Bienenschwärme die sich einfach auflösen ....

Gruss Markus

Re: Bienen sterben

Verfasst: Dienstag 9. Januar 2018, 17:13
von Ganerb Imker
jeder will/muß überleben. Allerdings wird's, zumindest in meiner Region, gewaltig übertrieben. Es wird etliche male Mais, Hirse und anderer Mist angebaut und zu Silage verarbeitet. Dies war vor 20 Jahren nicht der fall. Zudem nennen sich Personen U(n)mweltschützer und fluten die Wälder nur weil sie irgend ein komisches Molchvieh entdeckt haben. Was aber mit den Bäumen, Wildtieren und Insekten, welche auch noch nützlich sind, passiert das Interessiert diese Typen nicht. Im Frühjahr kommt die Schnaken Plage, dann geht das Geschrei los und es wird, durch die Kabs, B.T.I. ausgebracht. Dies in Mengen was absolut Insekten tödlich ist auch für die Honigbiene, was auch durch Studien bewiesen ist. Soviel zum Naturschutz NABU und B.U.N.D. Da ich der Einzige Imker im Radius von 5km bin und genau in diesem Gebiet lebe, Familienbesitz von über 300 Jahren, so kann ich keinen fragen wie es bei ihm aussieht.