Oxalsäure im Sommer sprühen

Von Nosema über Faulbrut, Varroose, Sackbrut, Kalkbrut, Kleiner Beutekäfer, Großer Beutekäfer, Wachsmotten, Wespenplage, Mäuse etc.

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Postkugel
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Oxalsäure im Sommer sprühen

Beitrag von Postkugel » Dienstag 14. August 2018, 18:50

Nachdem ja die Spruehbehandlung mit Oxalsaeure seit dem letzten Jahr auch in Deutschland zugelassen ist, bin ich dazu uebergegangen, diese im Sommer fuer brutfreie Voelker an Stelle der Milchsaeure zu verwenden.

Gefuehlt ist die Wirksamkeit mit nur einer Behandlung besser wie mit Milchsaeure und ich bin sowohl bei den Ablegern wie auch bei meinen TuB-Voelkern bisher recht zufrieden.

In den Fluglingen der TuB-Voelker hatte ich zunaechst noch fuer 7 Tage eine Fangwabe im Einsatz und habe erst dann mit OX gesprueht. Der Milbenfall ist dort inzwischen bei allen Voelkern gleich Null, so dass ich evtl. sogar auf die Herbstbehandlung mit AS verzichten koennte. Ich habe jedoch das Gefuehl, dass die gespruehte Oxalsaeure nur etwa 3-4 Tage lang wirkt, wobei der Hauptmilbenfall 24 Stunden nach der Behandlung einsetzt und ca. 24 Stunden anhaelt. Am 5. Tag kam faktisch nichts mehr.

Damit die Brutlinge nicht zu Milbenschleudern werden, hatte ich dort waehrend des Auslaufens der Brut Bayvarolstreifen eingehaengt (die Brutlinge werden auf neue Mittelwaende gesetzt, sobald deren Nachschaffungskoeniginnen in EiIlage sind, das Wachs geht in die Kerzenproduktion). Gestern, 21 Tage nach der Volksteilung, kamen die Streifen raus und eine abschliessende OX-Spruehbehandlung fand statt. Ich kann zumind. schonmal sagen, dass die Oxalsaeure noch einiges an Milben herausholt, was das Bayvarol nicht schaffte (das sind genau die gefaehlichen, weil flumethrinresistenten Milben!). Genaue Zahlen habe ich in ein paar Tagen.

Allerdings besteht auch beim Spruehen von OX 3,0% (m/m) nach meiner gestrigen Erfahrung etwas die Gefahr einer Ueberdosierung. Ich hatte einen Hand-Pumpzerstaeuber https://www.imkereibedarf-bienenweber.d ... ucts/00225 im Einsatz, der eigentlich ganz gut funktioniert.

Nur ist es so, dass man dort erst einmal etwas druecken muss, ehe der Spruehnebel wirklich fein ist. Gerade wenn man noch ein kleines "Beinengrueppchen" in einer Ecke bespruehen will, ist das m.E. nicht optimal und man sprueht da erst einmal zu grob bzw. auch zu schnell, zu viel.

Mir wurde das bereits nach dem ersten Volk bewusst und ich habe mich dann auch mit der Menge etwas zurueck gehalten. Bei dem Volk mit der vermuteten Ueberdosierung lagen heute Nachmittag dann auch so ca. 20 tote Bienen auf dem Flugbrett. Aber das ist absolut kein Vergleich zu den Massakern, welche Ameisensaeure anrichten kann! Bei den anderen Voelkern war das nicht so, Milben fallen dort trotzdem ganz gut.

Mich wuerde mal interessieren, ob und welche Erfahrungen Ihr schon mit dem Spruehen (nicht verdampfen!) von Oxalsaeure im Sommer gemacht habt und ob da ein Drucksprueher, bspw. https://www.werkstatt-produkte.de/Reini ... r%C3%BCher evtl. bezueglich der Dosierung besser funktioniert?

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Re: Oxalsäure im Sommer sprühen

Beitrag von robirot » Dienstag 14. August 2018, 20:16

Vitondichtung brauchst du für Ox nicht. Mit einem Sprüher geht es wesentlich besser, wobei ich die große Spritze mit Rückentank bevorzuge (gut ich brauch auch ein wenig mehr auf einmal).
Meine Erfahrung ist aber die selbe, Ox wirkt wesentlich besser als MS. Ich werde meine restliche MS nur noch aufbrauchen und dann wars das damit.

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Re: Oxalsäure im Sommer sprühen

Beitrag von Stefan » Mittwoch 15. August 2018, 10:24

Hi - welchen Rückensprüher nutzt Du?

Beste Grüße, Stefan
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Re: Oxalsäure im Sommer sprühen

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Mittwoch 15. August 2018, 14:17

Postkugel hat geschrieben:
Dienstag 14. August 2018, 18:50
Mich wuerde mal interessieren, ob und welche Erfahrungen Ihr schon mit dem Spruehen (nicht verdampfen!) von Oxalsaeure im Sommer gemacht habt und ob da ein Drucksprueher, bspw. https://www.werkstatt-produkte.de/Reini ... r%C3%BCher evtl. bezueglich der Dosierung besser funktioniert?
HAllo Postkugel,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ich habe nicht allzuviel Erfahrung, lediglich 2017 habe ich Völker gesprüht. Die Erfahrung war sehr positiv, aber die Gefahr des "Zuviel" ist gegeben, sowohl beim Mischungsverhältnis als auch beim Sprühen selber.

Bei einem Volk hatte ich etwas sehr viel gesprüht; die Bienen waren daraufhin für ein, zwei Tage etwas "benommen". Totenfall deswegen hatte ich aber nicht.

LG
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Re: Oxalsäure im Sommer sprühen

Beitrag von robirot » Mittwoch 15. August 2018, 16:03

Glaube den, den ich habe habe gabs mal beim Lidl. Würde, funktioniert gut, werde aber bei nächsten drauf achten das ich einen bekomme der sowohl zwei Schultergurte und auch einen Beckengurt hat. Ein Schultergurt geht zwar aber das rumgewackel nervt.

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Re: Oxalsäure im Sommer sprühen

Beitrag von Stefan » Montag 20. August 2018, 15:06

Danke!

Für mich ist das Sprühen mit Oxalsäure Mittel der Wahl.

Nicht zu viel, möglichst fein gesprüht.

Ich zieh eine Wabe und dann schieb ich nur noch und Sprüh nur auf die mit Bienen vollen Waben ein, zwei Mal.

Schöne Grüße, Stefan
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Re: Oxalsäure im Sommer sprühen

Beitrag von Postkugel » Montag 20. August 2018, 21:14

Vielen Dank Euch allen.

Die vermutliche Ueberdosierung eines Volkes ist auch dadurch entstanden, dass ich die Waben, welche ich gerade besprueht habe, mit einer Ecke auf den anderen, im Kasten befindlichen Obertraegern abstellte und dadurch ein Teil des Spruehnebels auf die darunter befindlichen Raehmchen traf. Leider sind Dadant-Vollraehmchen nicht gerade Leichtgewichte, wenn sich dort dicke Honigkraenze drauf befinden. Die halte ich auf Dauer nicht mehr so locker-fluffig in einer Hand...

Ich denke jedoch, mit einem Drucksprueher sollt das mit der Dosierung besser klappen. Das Schadbild war am naechsten Tag verschwunden. Leider war dieser Brutling jedoch der Einzige, bei dem ich bisher noch keine Stifte gefunden habe. Hoffentlich ist die Nachschaffungskoenigin nicht ueber den Deister gegangen. Ich werde uebermorgen kontrollieren und ggf. eine Weiselprobe zuhaengen.

Das oben von mir verlinkte Druckspruehermodell habe ich seit bestimmt 10 Jahren im Werkstatteinsatz (ich hab's allerdings wo anders gekauft, soll auch keine Werbung sondern nur ein "Symbollink" sein) und dieses hat bereits so manchen Absturz schadlos ueberstanden. Von den "Dreieurofufzschteilen" diverser Baumaerkte und Diskouter kann ich das nicht behaupten. Da sind schon so manche zu Bruch gegangen. Eine Viton-Dichtung braucht es fuer OX natuerlich nicht, aber dieses Modell gibt es m.E. nicht ohne.

Einen "Rucksacksprueher" will ich mir nicht zulegen. Dafuer habe ich zu wenige Voelker, dass sich die Befuellung eines solchen Teiles lohnt.

Noch ein kurzer Zwischenstand zu TUB/TBE: Die Fluglinge haben aktuell keinen feststellbaren Milbenfall mehr auf den Windeln aber superschoene Brutnester mit verdeckelter Brut. Wie Fruehling, aber das werden die Winterbienen :) . Bei den Brutlingen, die ich ja vor exakt einer Woche behandelte, liegt der Milbenfall so zwichen 0 und 1 pro Tag. Ob das nun noch Nachwirkungen der Behandlung oder schon der natuerliche Milbenfall ist, mag ich nicht zu sagen. Der Milbenfall vor der Behalndlung lag allerdings zwischen 5 und 9 Milben pro Tag, weshalb ich vorerst mit dem Ergebnis zufrieden bin.

Ich habe mit noch ueberlegt, ob es bei den Brutlingen starker TUB-Voelker (also die, wo sowohl der Flug- wie auch der Brutling jeweils bereits auf 8 DD-Vollwaben sitzt->keine Ahnung, wie ich die vereinigt bekomme) evtl. Sinn macht, die Wabe mit der ersten verdeckelten Brut zu entnehmen. Denn wenn sich noch vorhandene Milben vermehren, dann genau dort drin. Das schoene bei dem Verfahren ist die Schlechtestenauswahl. Wir zuechten "doofe" Milben. TAM's erreichen das Gegenteil.

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Re: Oxalsäure im Sommer sprühen

Beitrag von marcmo » Dienstag 21. August 2018, 01:32

Hi!

ich ziehen die Rähmchen nur auseinander und sprühe dann in die Wabengassen in nem 70° Winkel oder sowas hinein - erreiche ich wahrscheinlicht nicht so die Wirkung, wie es beim ziehen jedes einzelnen Rähmchens der Fall wäre. Aber ich hab ja vorher schon durch Brutentnahme und Fangwabe 90% der Milben aus dem Volk entfernt. Anfang September haue ich den Völkern noch ApiLife Var als Langtzeitbehandlung in die Kisten und dann mal sehen!

Bin leider dieses Jahr durch berufliche Verpflichtungen sehr spät dran, das hätte man alles schon vor 3-4 Wochen durchführen können.

Grüße,
Marco
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Re: Oxalsäure im Sommer sprühen

Beitrag von Postkugel » Dienstag 21. August 2018, 22:24

Hallo Marco,

ja, wahrscheinlich war ein so massiver Saeureeinsatzt nicht notwendig. Biotechnische Milbenbekaempfung ist doch die Beste!

Noch eine Frage: Wie nutzt Du beim Brutling eine Fangwabe? Also so, wie ich es mir denke, dort die erste Wabe mit verdeckelter Brut zu entfernen?

Ach ja, aktueller Zwischenstand: Mit Ausnahme der Ableger war binnen der letzten 24h keinerlei Milbenfall unter den Voelker zu verzeichnen! Ok, die Milben narren gern und jetzt, wo wieder Brut da ist, sind die Biester vorerst dort abgetaucht. Spannend wird es in 8-14 Tagen, wenn die erste Jungbrut schluepft. Mal schauen, ob ich bei den TBE-Voelkern im September auf AS verzichten kann...

LG
Thomas

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