Bienen gestohlen (?)

Nachbarschaftsrecht, Bienenhaltung in Wohngebieten, Ärger mit Nachbarn und Behörden, usw.

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Gast4

Bienen gestohlen (?)

Beitrag von Gast4 » Samstag 3. August 2013, 23:11

Hallo zusammen.

Vor einer Woche war hier im Bergsträßer Anzeiger zu lesen das 5 Bienenvölker in der Kreisstadt Heppenheim, nahe das A5 gestohlen worden seien.
Ein paar Tage danach konnte man lesen das diese Volker vom Veterinäramt in Obhut genommen worden sind.
Heute ist mehr zu diesem Thema in der Zeitung zu lesen.
Heppenheim. Ein Hobby-Imker zeigt bei der Polizei den Diebstahl von fünf Bienenstöcken an. Wie sich nun herausgestellt hat, sind die Bienen aber gar nicht gestohlen worden. Das Kreisveterinäramt hatte sie wegen schlechter Haltung und Seuchengefahr sichergestellt und woanders untergebracht. Den Imker erwartet nun ein Bußgeldverfahren.
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Die Geschichte ist kurios: Die angeblich in der Gunderslache in der Nähe des Hambachs gestohlenen Bienenvölker waren in Wirklichkeit vom Kreisveterinäramt sichergestellt worden. Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf erläuterte nun das Geschehen aus Sicht des Amtes. Neulinge seien gut beraten, erst einmal einen Kurs bei einem Imkerverein zu belegen, empfiehlt er.
Ins Rollen gebracht worden war das Geschehen von einem Hobbyimker, dem am vergangenen Montag aufgefallen war, dass seine fünf Bienenvölker verschwunden waren. Das gab er bei der Polizei zu Protokoll. Er musste jedoch zugeben, dass er sich zuvor vier Wochen lang nicht um die Tiere gekümmert hatte.

Aus der Presse erfuhr dann das Veterinäramt, dass ein Imker Bienen als vermisst gemeldet hatte. Zuvor hatte die Behörde vergeblich versucht, den Mann zu kontaktieren. "Ein Bienenhalter hat auch Verpflichtungen", so Schimpf. Wie der Kreisbeigeordnete erläutert, hatte ein anderer Imker die Behörde bereits am 2. Juli wegen eines scheinbar verlassenen Bienenstands in der Gunderslache angesprochen.
Verwahrloste Tiere

Zwei der fünf Bienenstöcke stünden offen und es lägen kaputte und verschimmelte Waben herum. Der Zeuge befürchtete, dass die verwahrlosten Bienen Krankheiten auf andere Völker übertragen könnten. Aufgrund der Bienenseuchen-Verordnung (siehe Box) habe die Behörde handeln müssen und einen Sachverständigen eingeschaltet, erläutert Schimpf.

Als gefährlich gelten insbesondere die Amerikanische Faulbrut und ein Befall mit Varroamilben. Der Sachverständige fand am 5. Juli den Bienenstand in einem desolaten Zustand vor. Von fünf Stöcken sei nur ein einziger mit einem "Wirtschaftsvolk" belegt gewesen, also einem vermehrungsfähigen Volk mit einer Königin. Die anderen Stöcke seien entweder verlassen gewesen oder enthielten Ableger eines Volkes ohne Königin.

Alte Waben seien mit Wachsmotten und Ameisen befallen gewesen. Der Sachverständige hinterließ eine Aufforderung an den Imker, sich bei der Behörde zu melden. Nachdem der Hobbyimker dieser Aufforderung bis 14. Juli nicht nachgekommen sei, habe die Behörde drei Bienenstöcke sichergestellt, so Schimpf. Eines der Völker sei jedoch abgestorben gewesen, ein Zweites nur ein kleiner Ableger mit lediglich drei Waben. Nur ein Volk wurde als lebensfähig eingestuft.

Verschimmelte Waben und schmutzige Rahmen seien wegen Seuchengefahr in der Tierkörperverwertung entsorgt worden. Der Imker habe gegen mehrere Paragrafen der Bienenseuchen-Verordnung sowie Grundsätze der guten Praxis verstoßen, so Schimpf. Er wurde in die Behörde vorgeladen. Ein Bußgeldverfahren sei eingeleitet worden.

Selbst Hobbyimker mit nur einem einzigen Volk müssen dem Veterinäramt melden, wie viele Stöcke sie haben und wo sich diese befinden. Wer die Stöcke vorübergehend woanders aufstellt, muss Name und Anschrift hinterlassen. Wer Völker aus dem Kreis Bergstraße in einem anderen Kreis aufstellen will, brauche sogar eine amtstierärztliche Bescheinigung, die die Seuchenfreiheit bescheinigt.

Hintergrund sei der große Aktionsradius von Bienen und die Gefahr, dass gesunde Völker angesteckt werden könnten, so der Kreisbeigeordnete. Sich vier Wochen lang nicht um seine Bienen zu kümmern, habe "nichts mit guter imkerischer Praxis zu tun". An der Zuverlässigkeit des Mannes bestünden erhebliche Zweifel. mam
© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 03.08.2013
Quelle: http://www.morgenweb.de/region/bergstra ... -1.1143666


Zudem wird nochmals auf die Bienenseuchen-Verordnung hingewiesen.
Nach Paragraf 1a der Bienenseuchen-Verordnung "hat jeder, der Bienen hält, seine Tierhaltung unter Angabe der Anzahl der im Jahresdurchschnitt gehaltenen Bienenvölker, ihrer Nutzungsart und ihres Standortes beim Veterinäramt anzuzeigen".

Der Besitzer von Bienenvölkern, die nur vorübergehend an einen anderen Ort verbracht werden, hat an dem Bienenstand ein Schild mit seinem Namen und seiner Anschrift sowie der Zahl der Bienenvölker [. . .] anzubringen. Falls der Imker Bienenvölker außerhalb des Kreises Bergstraße bringen möchte, benötig er eine amtstierärztliche Bescheinigung.
Ein Beispiel wie es nicht laufen sollte.
Jeder Tierhalter hat Verantwortung und sollte sich dieser auch Bewusst sein.
Ein Glück das keine Seuchen aufgetreten sind. Gut für die Bienen, das sie jetzt hoffentlich in Verantwortungsbewussten Händen sind.

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