Magazine: Welches Maß ist optimal?

Formen der Bienenhaltung, Erfahrungen mit altbewährten und neuen Systemen, z. B. in Magazinen, Lagerbeuten, Hinterbehandlungsbeuten usw.

Moderator: Johannes

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Magazine: Welches Maß ist optimal?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Dienstag 26. April 2016, 18:01

Hallo allerseits,

eine typische und völlig berechtigte Frage eines jeden Anfängers: Für welches Magazin (Maß) soll ich mich entscheiden? Eine Frage, die aufgrund von eigenen Beobachtungen und fremden Berichten auch in mir derzeit wieder aufkeimt.

Aufgewachsen bin ich mit dem DN-Maß in Kunststoffbeuten, hauptsächlich Melporit und Segeberger Beuten. 11 Waben pro Zarge und DN ergeben einen (von oben betrachtet) quadratischen Raum von ca. 40 x 40 cm. Danach kamen dann Styropor-Langstrothbeuten mit 10 Rähmchen im Brutraum. Macht eine Fläche von ca. 48 x 38 cm.

Nunmehr habe ich ja Dadant US (Holz) mit 12 Waben und einer wiederum quadratischen Fläche von ca. 48 x 48 cm. DAs sind alles nur grobe Maße, bitte nagelt mich nicht fest.

Ja und dann sehe ich die gute Überwinterung und Entwicklung der Mini-Plus -Völkchen in den kleinen Zargen mit einer Fläche von nur ca. 23 x 23 cm.

Da frage ich mich, ob für unsere Zwecke wirklich ein großes Maß optimal ist? Das Langstroth-Maß gilt ja als das Maß der Weltimkerei; dies wohl allerdings mit nur 9 Waben im Brutraum. Und Dadant US gilt als der Mercedes unter den Beuten, wohingegen das DN als zu klein und nur in Styroporbeuten als optimal angesehen wird.

Ich denke vor allem an die Überwinterung und Durchlenzung in schwierigen Frühjahren. Da wechseln Bienen nur ungern die Wabengassen, um dem Futter zu folgen. Dies wäre in kleinermaßigen Beuten kein Problem, denn hier wandert die Traube von unten nach oben.

Welche Beobachtungen und Gedanken habt Ihr Euch gemacht? Über Beiträge würde ich mich sehr freuen.

LG
Kai

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Johannes
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Re: Magazine: Welches Maß ist optimal?

Beitrag von Johannes » Dienstag 26. April 2016, 19:38

Hallo Kai,

gutes Thema! 8)

Durch die Erkenntnis der letzten Winter wurde meine Liebe zum M+ weiter bestärkt. Ich formuliere es mal so: Für die Überwinterung ist es völlig sinnlos, wenn die Beute einen größeren Querschnitt hat als die Bienentraube. Das "Mehr" an Fläche stört nur den Temperaturhaushalt. Leider ist nun aber das M+ ja sinnlos für die Honigernte. Im Sommerbetrieb braucht es größere Kästen.

Ich habe in 4 Wochen ein Buckfastvolk vom M+ in Zander überführt durch kompatible Zargen. :mrgreen: Jetzt kann die Honigernte in die Gänge kommen.

Wenn man primär keinen Honig will, kann man auch ausschließlich mit M+ arbeiten. Den Bienen gefällt es! :D

LG Johannes

Das Bestellformular auf meiner Webseite wird vorübergehend noch geschlossen bleiben. Ich möchte die Zucht erst mal anlaufen lassen und ein paar Verpflichtungen erfüllen.
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Re: Magazine: Welches Maß ist optimal?

Beitrag von Didi » Mittwoch 27. April 2016, 17:59

Moin ihr 2 Legoimker, :D

ich glaube das jedes System seine Vor- und Nachteile hat. Enge Beuten mit Luft nach oben sind wohl, wie Johannes festgestellt hat, im Winter von Vorteil. Nur, die Bienen dann zum Frühling hin umwohnen zu müssen, ist auch nicht so prickelnd. Geräumige Beuten sind klimatechnisch im Winter vielleicht nicht so gut aber man kann das Volumen ja verkleinern. Ich habe bei meinen Dadantbeuten jedenfalls in diesem Frühjahr festgestellt, daß ich kein Feuchtigkeitproblem, sprich Schimmel, hatte.
Von daher glaube ich, daß es das optimale Beutenmaß garnicht gibt, alles hat Vor- und Nachteile.
Wenn die Klotzbeuten nicht so schwer wären,(wandern) man problemlos Rähmchen einhängen und Honigräume aufsetzen könnte, dann würden sie dem Optimum sehr nahe kommen. :wink:
LG Dieter

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Re: Magazine: Welches Maß ist optimal?

Beitrag von Katrin » Mittwoch 27. April 2016, 20:44

Welches Maß optimal ist, hängt davon ab welche Richtung man einschlägt, denke ich. Wenn man Wanderimker ist, dann wohl bevorzugt Dadant, um die bestmögliche Honigernte, Produktivität und Wirtschaftlichkeit aus den Bienen rauszuholen.

Ich tendiere zu 11er Normalmaß und M+, also alles eher kleiner gehalten. Zargen aufsetzen oder runternehmen kann man immer noch. Was ich nicht versteh ist wieso das Langstroth-Maß mit nur 9 Waben im Brutraum als Maß der Weltimkerei gilt, aber das DN als zu klein und nur in Styroporbeuten als optimal angesehen wird?

LG Katrin

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Re: Magazine: Welches Maß ist optimal?

Beitrag von Johannes » Freitag 29. April 2016, 09:02

Didi hat geschrieben:Moin ihr 2 Legoimker, :D

ich glaube das jedes System seine Vor- und Nachteile hat. Enge Beuten mit Luft nach oben sind wohl, wie Johannes festgestellt hat, im Winter von Vorteil. Nur, die Bienen dann zum Frühling hin umwohnen zu müssen, ist auch nicht so prickelnd. Geräumige Beuten sind klimatechnisch im Winter vielleicht nicht so gut aber man kann das Volumen ja verkleinern. Ich habe bei meinen Dadantbeuten jedenfalls in diesem Frühjahr festgestellt, daß ich kein Feuchtigkeitproblem, sprich Schimmel, hatte....
Hallo Dieter,

den Ärger mit der Nässe habe ich ja in allen Systemen. Nur in den Styroporzargen vom M+ tritt er am deutlichsten zutage. Also ich glaube mittlerweile, dass das MEIN persönliches Problem ist und nichts mit dem Maß zu tun hat. :lol:

Ich hab ja z.B. auch ZaDant, welches ich ohne Abstriche mit deinem Dadant gleich setzen würde und auch da hatte ich Schimmel in den Holzkästen. :|


Ich habe mittlerweile einen Verdacht:
DIE optimale Beute und das dazugehörige Maß kann es schon deshalb nicht geben, weil es sooooo viele verschiedene gibt. :mrgreen: Wenn eines davon wirklich in allen Bereichen optimal wäre, dann hätte es sich schon durchgesetzt.
Und was die angesprochene "Weltimkerei" angeht, so wird die doch in vielen Ländern von wenigen Berufsimkern "regiert". Da verwundert es mich nicht, dass die sich auf ein Maß geeinigt haben. Aber perfekt (für die Biene) muss es deshalb noch lange nicht sein!

LG Johannes

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