"Gift in unserem Honig"

Ernte, Aufbewahrung, Abfüllung, Behandlung, Pflege, Aufbereitung und Verkauf von Honig; Honigsorten, Wachs, Propolis, Pollen

Moderator: Johannes

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imkerforum-nordbiene
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"Gift in unserem Honig"

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Freitag 17. August 2012, 22:24

Hallo allerseits,

heute erschien auf der Titelseite der Tageszeitung "Kieler Nachrichten" und in dem Online Angebot folgender Artikel über die Giftigkeit vom Jakobskreuzkraut und die Auswirkungen auf Honig und Mensch:

Gift in heimischen Honig nachgewiesen

Die Imkerin Silke von Silkes Imkereibedarf klagt schon über zurückgehenden Honigabsatz. Sie meinte, man müsse täglich 1 Kilogramm Honig vom Jakobskreuzkraut essen, damit giftige Substanzen wirken können.

Wahrscheinlich wird uns das Thema noch länger beschäftigen.
LG
Kai
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elk030
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Re: "Gift in unserem Honig"

Beitrag von elk030 » Samstag 18. August 2012, 07:03

Moin
In Österreich kann der Imker seinen Honig kostenlos auf Pestizide untersuchen lassen.
Da der Imker die Pestizide nicht ausbringt, halte ich das auch für gerechtfertigt.
Würden wir das in Deutschland auch einführen, ließe sich eine Prüfung auf Jakobskraut gleich mit einbinden.
Beides, speziell ersteres, wäre für den Verbraucher von Bedeutung.
Müssten wir solch Prüfungen aber in Zukunft selbst bezahlen, wäre das für die Hobbyimker finanziell ein echtes Problem; sind doch die Einnahmen eh dürftig.
LG Elk

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Heiko
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Re: "Gift in unserem Honig"

Beitrag von Heiko » Samstag 18. August 2012, 14:06

Hallo,

ja, die Medien und Ihre (gesteuerte?!) Berichterstattung. Ist doch irgentwie komisch, dass gerade jetzt
sich die Berichte über PA im Honig häufen! Bekannt ist das Thema den Leuten, die es wissen müssen, doch
schon viel länger! Just wo es mal eng wird für die "Agrarindustrie" (Genverbote, angestrebte Einschränkungen bei Beizen, neue EU-Förderkriterien u. ä.) wird diese Sau durchs Dorf getrieben. Warum? Um die kleinen, unbequemen Imker und die Naturschützer bei der Gelegenheit gleich mit bei der Duchschnitts (-informierten) Bevölkerung zu diskreditieren. Diese Leute wissen, das der Honigabsatz auch viel mit Vertrauen der Kundschaft zu tun hat und nutzen diese Achillesverse.

Komischerweise interessiert das nur beim Imker von nebenan oder bei Bioprodukten. Die große Masse
läst sich den je nach Analyse "verschnittenen" (=gepanschten) Exporthonig schmecken, der auf diese Weise
den Bestimmungen entspricht. Ja nach Herkunft gibt es dort teilweise PA-Massentrachten die durchaus
einen Honigverzehr nicht empfehlen lassen.

Achtung Ironie:Nun taucht hier so eine "freche" Pflanze auf die sich erlaubt, sich auf "unseren" Flächen auszubreiten. Natürlich breitet sie sich dort am schlimmsten aus, wo die "Grünen" (nicht die Partei) das Sagen haben.
Der ordentliche Nachbar fühlt sich bedroht! Hier muss in Notwehr gehandelt werden. Und sowie so haben wir das nur solchen Spinnern zu verdanken die Blühstreifen anlegen und im Verhältnis zur Landesfläche
winzige Gebiete größtenteils sich selbst überlassen.
Ironie Ende
Man o man, um ein Artikelzitat aufzugreifen > das ist pervers! Nicht das Imker in Städten aufstellen.

Ich will die PA-Problematik nicht verniedlichen aber an die Fakten sollte man sich schon mal halten und die
vorliegenden Studien zitieren. Honig kann eben sehr unterschiedlich sein und je nach dem wo geerntet wird
ist eben auch die Umgebung drin. Allein die Dosis macht, dass ein Gift ein Gift sei. Die Bienen sterben nicht
daran und niemand zwingt die Leute Honig 500 g- weise zu "vertilgen". Auch Ameisensäure ist ein natürlicher
Bestandteil des Honigs und der Imker tut es auch noch in die Beute! :shock: (schon wieder Ironie...)

LG Heiko

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Re: "Gift in unserem Honig"

Beitrag von דבורה » Sonntag 19. August 2012, 10:44

In Zeiten, wo der Mensch nur noch durch Angst bei der Laune gehalten wird, gibt es immer ein Nährboden für Glaubenskriege. Und wenn der Homo Talibanus in unserem Garten nicht gedeiht, muss ein anderes Lebensart vernichtet werden.

Die Natur ist heidnisch. :lol:
die höchste der Arzneien ist aber das Licht

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Re: "Gift in unserem Honig"

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Sonntag 19. August 2012, 11:24

Hallo allerseits,

ja, auch ich habe mich über den KN-Beitrag und andere Veröffentlichungen über das Jakobskreuzkraut gewundert.

Ganz ehrlich gesagt kannte ich die Pflanze bisher gar nicht, sondern ich habe mich in den letzten Jahren zunehmend über die "Europäische Goldrute" gefreut, die man verstärkt wieder vermeintlich beobachtet. Ich lag falsch, denn erst jetzt weiß ich, dass es sich um das Jakobskreuzkraut Senecio jacobaea handelt.

Und noch überraschter war ich, dass es sich nicht um einen Neophyten, also Neubürger handelt, sondern um eine einheimische Pflanze!

JA, da wird wieder eine Sau durchs Dorf getrieben. Und der Normalbürger kauft jetzt keinen Honig mehr. Schrecklich. Wie kann man so verantwortungslos mit Informationen umgehen.

Auch Rhododendron produziert leicht "giftigen" Nektar. Sollen jetzt alle Rhododendron-Sträucher in den Gärten abgesäbelt werden?

Foto vom Jakobskreuzkraut, frei aus Wikipedia:

Bild

LG
KAi
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Re: "Gift in unserem Honig"

Beitrag von Heiko » Montag 20. August 2012, 12:47

Moin,

noch ein weiterer Grund, warum diese Diskussion nicht ehrlich geführt wird: Der Blühtermin!
Hauptblüte um Ende Juli - da sind hier doch die wesentlichen Trachten schon geschleudert :?: :!:

Gefährlich im Sinne der anteiligen PA-Einlagerung müten theoretisch doch nur Spättrachten werden
können, die in S-H (Heide/Honigtau) eigentlich keine große Rolle spielen.

Wir kommen nun also die PA in den Honig und somit in die KN???

- schleudert da etwa jemand seine letztjährigen Futterwaben?
- wer Frühtracht verkaufen möchte, entnimmt normalerweise das Winterfutter beim Einsetzen einer solchen

Beide Varianten wären weder appetitlich noch regelkonform! :evil: Dies wäre der Skandal nicht das Kraut selber.

Sollten sich dagegen PA im Wachs anreichern, hätte man in den betroffenen Gebieten wirklich den "Zonk" gezogen. Dies entzieht sich aber meiner Kenntnis - hat jemand dazu Informationen?

LG Heiko

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Re: "Gift in unserem Honig"

Beitrag von Heiko » Mittwoch 5. September 2012, 09:25

Heiko hat geschrieben:Sollten sich dagegen PA im Wachs anreichern, hätte man in den betroffenen Gebieten wirklich den "Zonk" gezogen. Dies entzieht sich aber meiner Kenntnis - hat jemand dazu Informationen?
Hat jemand???

lg Heiko

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