Reinerbigkeit der Mellifera

Alles, was mit der einzigen in Mitteleuropa heimischen Biene zu tun hat

Moderator: Johannes

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Luxnigra
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Beitrag von Luxnigra » Samstag 20. Februar 2010, 20:33

Ich schliesse mich Andreas an. Danke und gut gemacht!
Habe aber gleich noch ne Frage:
Auf der Seite ist vermerkt, wieviel % Reinheit die jeweiligen Dunklen haben. Wer und wo kann das feststellen? Und was kostet das?
Danke
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imkerforum-nordbiene
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Beitrag von imkerforum-nordbiene » Dienstag 2. März 2010, 22:40

Vielen Dank für die lieben Worte.
Ich habe das Thema verschoben, weil es hier um eine wichtige Frage geht: die Reinheit der Dunklen Biene in den verschiedenen Herkünften. Welche Biene ist rein? Und zu welchem Prozentsatz, wenn ich das mal so unwissenschaftlich bezeichnen darf.

In der Tabelle der Bezugsquellen ist aufgeführt, ob eine Herkunft zu nahezu 100% rein ist. Hierbei habe ich mich natürlich auf die Informationen verlassen, die mir zugetragen wurden und seriös erscheinen. Fehlende oder nicht belegte Informationen wurden mit "unbekannt" tituliert.

Bislang wurden die Bienen ja anhand des Flügelgeäders (Cubital- und Hantelindex, Diskoidalverschiebung) klassifiziert. Seit einigen Jahren steht uns auch das Mittel der gentechnischen Untersuchung (der mitochondrialen DNS) zur Verfügung, die allerdings nur von entsprechenden Labors durchgeführt werden können. Meiner Meinung nach ist dies die einzig sinnvolle und verlässliche Methode, um die Reinheit einer bestimmten Unterart festzustellen.

Soweit ich weiß, wurde dies bei skandinavischen Herkünften bereits gemacht, und alle Bienen, die zu über 95% "reines" Erbgut besitzen, gelten als "reine" Dunkle Bienen. Ich finde, die internationale Organisation zum Erhalt der Dunklen Biene http://www.sicamm.org müsste hier zentral ein Programm koordinieren, um alle noch existierenden Herkünfte in Europa zu untersuchen und zu katalogisieren.

Eine weitere Frage ist dann, was mit den Herkünften geschieht, die dann laut Untersuchung nur zu 80%, 60% oder gar 50% Mellifera-Gene in sich tragen. Ist dann eine züchterische Selektion in Richtung "Reinheit" möglich bzw. sinnvoll? Was hieße dann eigentlich z.B. "60% rein"? Haben alle Bienen dann 60% M-Blut in sich? Oder sind dann 60% der Bienen einer Population reinerbig, die anderen 40% nicht?

Mir stellen sich hier im Moment mehr Fragen als Antworten.
LG
Kai
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molle

Beitrag von molle » Mittwoch 3. März 2010, 11:17

imkerforum-nordbiene hat geschrieben:Seit einigen Jahren steht uns auch das Mittel der gentechnischen Untersuchung (der mitochondrialen DNS) zur Verfügung, die allerdings nur von entsprechenden Labors durchgeführt werden können. Meiner Meinung nach ist dies die einzig sinnvolle und verlässliche Methode, um die Reinheit einer bestimmten Unterart festzustellen.

Ich finde, die internationale Organisation zum Erhalt der Dunklen Biene http://www.sicamm.org müsste hier zentral ein Programm koordinieren, um alle noch existierenden Herkünfte in Europa zu untersuchen und zu katalogisieren.
Da stimme ich Dir voll zu.
Weisst Du genaueres zu den Laboren oder den Kosten?

Gruß Molle

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molle

Beitrag von molle » Freitag 5. März 2010, 15:29

Hallo Andreas,

ich denke der Erhalt der reinen Ökotypen wird am Ort ihrer Herkunft gesichert. Sie können in D als Linien gezüchtet werden mit Auslese nach Ertrag (Früh-, Sommer- oder Spättrachttyp), Sanftmut und Varroatoleranz.
Für Wirtschaftsvölker werden Kreuzungen der Ökotypen (jede als Mutter und als Vater) zu testen sein auf einen Heterosiseffekt beim Ertrag und ob sie aggressiver werden.

Die Dunkle hat bei einigen Ökotypen das volle Potential für Spättrachten und diese Honige sind mehr wert!

Macht es Sinn bei beebreed.eu mitzumachen , um sich mit anderen Mellizüchtern auszutauschen?

Gruß Molle

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Beitrag von imkerforum-nordbiene » Freitag 5. März 2010, 19:18

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Hallo, ich sehe es auch so, dass die ursprünglichen Mellifera-Typen in den heute noch bestehenden Restbeständen vor Ort zu erhalten sind, und dass die Züchter in Deutschland diese Zuchtquellen nutzen und weiter verfolgen, das heißt hiervon nachzüchten, sollten. Selbstverständlich meine ich auch, dass verschiedene lokale Herkünfte miteinander kombiniert werden können, denn die einzelnen Herkünfte innerhalb der Mellifera-Rasse unterscheiden sich ja nur sehr wenig voneinander; sie gehören alle ein und derselben Unterart an.

Die Frage ist ja eine ganz andere: nämlich wie hoch der Anteil der Reinerbigkeit der noch vorhandenen M-Typen in den Ländern überhaupt ist. Bei den Zuchstämmen aus Skandinavien, Irland, Westfrankreich und der Schweiz dürfte diese gegen 100% gehen. Bei anderen, z.B. aus Polen, Litauen, Belgien, eventuell Österreich, kann dieser auch viel niedriger sein, z.B. bei 80%. Genaue Untersuchungen aller Stämme fehlen leider. Ich denke, im Namen der Biodiversität ist es schon nötig, zu definieren, was noch als reine Mellifera "durchgeht", und was nicht. In Polen gibt es beipsielsweise die Linie Asta, die zwar charakterlich alle Eigenschaften der Mellifera besitzt, aber morphologisch deutlichen Mischcharakter (mit Carnica-Einflüssen) zeigt.

Und dann die Frage, was mit den Bienen (z.B. in Polen) geschehen soll, die eben "nur" zu 80% M-Gene in sich tragen? Lohnt sich hier eine weitere Selektion auf Reinerbigkeit?

Zu Andreas' Themen bin ich ebenfalls gleicher Meinung. Ich denke auch, dass wir über einen Mangel an weiteren Zuläufen von interssierten Imkern und auch Züchtern nicht klagen werden können. :P

Ein spannendes Thema ...
LG
Kai
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oliver

Beitrag von oliver » Freitag 7. Mai 2010, 18:57

Hallo Imkerinnen und Imker

ich bin hier auf eine Studie gestoßen die alle Recht Interessant finden dürften, den Link findet ihr unten

außerdem wollte ich nochmals darauf hinweisen das sich die Züchterischen Praktiken, Richtlinien,Maßstäbe auf eine Handvoll Leute beziehen und diese die Imkergemeinshaft Vorgeschrieben wird.

Was ich damit sagen will ist, einer sagt im welchen Index gezüchtet wird und alle machen es. Richtlinien wie Stechlust, Verteidigung vor Feinden, Bären usw., sammeltrieb anstatt den Stock zu putzen, wäre in den Augen der Natur eine Super genetische Anlage.Hoffendlich versteht ihr mich nicht falsch :)
der Mensch maßt sich an die Genetischen Merkmale in Skalen einzuordnen wobei Mutanten die Zucht der Natur sind, um das Überleben der Art in hinsicht der Umgebung in der sie lebt, zu Sichern!
Jede Spezies wirft irgendwann einen Mutanten ab desen Gen sich in der Rasse vergraben tut um die Ausgewogenheit gegen die Launen der Natur Robust gegenüber zu stehen wie zB. Fruchtbarkeit, Krankheiten, Pilze, Parasietäre Krankheiten usw. .

hier der link

http://www.gde-stveit.salzburg.at/dunkl ... g-2010.pdf

Gruß aus Brandenburg

Oliver
Zuletzt geändert von oliver am Freitag 7. Mai 2010, 19:36, insgesamt 1-mal geändert.

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molle

Beitrag von molle » Freitag 7. Mai 2010, 19:27

Hallo Oliver,

Danke für den Link - die Studie ist interessant.

Doch was wolltest Du eigentlich noch sagen :?: Ich habe es nicht verstanden...

Gruß Molle

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Beitrag von imkerforum-nordbiene » Freitag 7. Mai 2010, 20:30

Vielen Dank! Hochinteressante Studie!
LG
Kai

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