Hausmesse bei Swienty in Dänemark

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Abramis
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Hausmesse bei Swienty in Dänemark

Beitrag von Abramis » Samstag 6. Mai 2017, 21:20

Moin zusammen,

die Tage hatte sich ein Vereinskollege aus dem Dorf bei mir gemeldet. Er wollte einen Roadtrip nach Rageböl in Dänemark machen. Die Firma Swienty hatte zur Hausmesse geladen.
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Morgens um 9:00 Uhr hat er mich zuhause aufgepickt und nach einem relativ kurzen Trip waren wir gegen halb elf vor Ort.
Die Firma war erstmal deutlich kleiner, als ich es erwartet hatte. Hintenrum ging es zum "Messegelände", dem Hof mit Haupteingang, Shop und Lager.
Seitlich gab es ein kleines "Kuchenzelt" mit einem kleinen Verkaufsstand des örtlichen Imkervereins. Auf dem Hof gab es ein deutlich größeres Zelt mit Schleudern, Entdeckelungsmaschinen, Sieben und Honigrührern. In der Mitte war die Kaffeetafel.
Vor dem Lager war der Wurstgrill aufgebaut. "Ringreiterwurst", Brötchen und Kaffee/Wasser for free.
Ein gelungenes Gimmick waren die beiden kleinen Honigabfüller, die auf Knopfdruck Senf oder Ketchup spendeten.
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Dank eines sehr netten Imkers und seiner Frau bekamen wir eine kleine Führung durch die Firma in deutscher Sprache.
Als Maschinenbauer und Konstrukteur fand ich die Werkstätten natürlich besonders spannend. In der Firma selbst machen sie Prototypenbau und Endmontage. Die Einzelteile der Eigenprodukte werden nach eigenen Plänen fremdgefertigt und vor Ort endmontiert. Alles sehr sauber und ordentlich.
Die fertige Abfüllanlage sah ich am Ende der Besichtigung.
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Ein Abfüller mit Rotationstisch, weiter über ein kleines Förderband, seitlich ein Deckelszuführer, dann die Verdeckelungsstation und nach einem weiteren Förderband die Etikettierung. Alles auch einzeln zu bekommen, auch in kleineren Größen.
Die kleinste Variante davon war ein kleiner Abfüller mit selbst sortierendem Indextisch (siehe Bild: Ketchupspender). Daneben stand dann ein kleiner Verdeckeler. Auf meine Frage, wozu man den so einzeln braucht, bekam ich die verblüffende Antwort "Ehefrauenfaktor"!?
Es seien meist die Ehefrauen der Imker, die sich um die Honigabfüllung kümmerten und die Deckel auf die Gläser schraubten. Nach der ersten Sehnenscheidenentzündung, Tennisarm oder dergleichen wären es daher die Ehefrauen, die bei Ihren Männern auf die Anschaffung der kleinen Verdeckeler bestünden.
Ok, konnte ich mir nach ein paar hundert (oder tausend) Twist-Off Gläsern durchaus vorstellen und fand ich daher einleuchtend.
Die große Verdeckelungsstraße ist eher was für Großimker oder Abfüllbetriebe. Wird aber gerade nach Deutschland durchaus öfter verkauft, erzählte man uns.
Mit dem Equipment in dem Verkaufsraum konnte man die ganze Verarbeitung und Abfüllung einer deutlich großen Imkerei mit ein bis zwei Personen bewerkstelligen, was natürlich Kosten spart.
Von der Technikseite her - absolut beeindruckend!

Zum Schluß verlegten wir noch zu Kaffee und Kuchen zu dem kleinen Zelt des Imkervereins. Hinter dem Zelt ging es zur kleinen "Imkerschule". Es gab ein kleines Haus mit Schulungsraum, entsprechenden Bildtafeln, einem kleinen Lager unter dem Dach und ein paar Schulungsvölkern direkt vor der Tür.
Dort fand ich dann auch dass, worauf ich die ganze Zeit spekuliert hatte: eine Dänische Trogbeute!
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Ich bekam von dem freundlichen Imker sofort erklärt, wie man mit diesen Beuten imkert. In dem Trog, also unten, ist der Brutraum. Man benutzt ein Schied und kann die Leerrähmchen nach vorne dazugeben. Erinnerte mich bis dahin stark an die Betriebsweise mit einem Brutraum.
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Über den Trog legt man bei Tracht ein Absperrgitter und setzt eine Honigraumzarge auf. Den oberen Teil der Beute klappt man dann einfach über den Honigraum nebst Folie/Innendeckel herunter.
Als Showeffekt fast unschlagbar, nur eben wenig mobil.
Ich liebäugele immer noch damit, sowas mit dem M+ Überwinterungsmagazin und Zander-Aufsetzzarge zu bauen. :mrgreen:
Dänische Kuchentafeln sind übrigens sehr reichhaltig (man soll viele verschiedene Kuchen zusammen bekommen) und vor allem sehr süß. Das mit am wenigsten süße Stück auf meinem Teller war die Schokoladentorte! :shock:
Wir beendeten den Tag bei Swienty mit einem kurzen Abstecher zu den Düppeler Schanzen im Nachbarort und einem dänischen Klassiker in Annies Kiosk - einem Hotdog.
Und meine bessere Hälfte wunderte sich beim Abendessen, dass ich nicht so recht wollte. :mrgreen:
Ein wirklich gelungener Tag!

Viele Grüße,
Heiko
Und erstens machen sie es anders, als es zweitens im Lehrbuch steht :!: :!: :!:

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Re: Hausmesse bei Swienty in Dänemark

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Montag 8. Mai 2017, 12:52

HAllo Heiko,

danke für die Fotos. Swienty ist immer eine Reise wert. :) Und ja, die Dänische Trogbeute finde ich wunderschön. ;)

LG
Kai
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