Offener oder geschlossener Boden?

Moderator: Johannes

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Boden offen oder geschlossen?

Die Umfrage läuft bis Mittwoch 15. August 2018, 22:36.

Offen
9
41%
Geschlossen
10
45%
Weiß nicht
3
14%
 
Abstimmungen insgesamt: 22

ck1
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Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von ck1 » Dienstag 15. August 2017, 22:36

Hallo Zusammen, es gibt ja wieder mehr und mehr Imker die mit geschlossenen Böden Imkern. Die Empfehlung der Institute ist ja immer noch der offene Gitterboden.

Kai hat z.B. in einem anderen Thread geschrieben, dass er alle Böden mit einem passenden Styropor-Stück verschlossen hat.

Was ist nun besser? Warum?
Gibt es Gebiete, wo geschlossene Böden besser sind?
Was ist mit der Feuchtigkeit und damit verbunden Schimmel?

Wofür habt ihr euch entschieden und warum?

VG Christian

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Johannes
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Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Johannes » Mittwoch 16. August 2017, 06:57

Hallo Christian,

was "besser" ist, lässt sich vermutlich so leicht nicht sagen. Zumal sich die Frage stellt, ob "besser" für Bienen oder Imker?

Für den Imker ist ein offener Boden deutlich besser! Der Milbenfall kann leicht kontrolliert werden und bei der Wanderung bracht man keine Gaze statt Deckel. Alles sehr gute Gründe für einen offenen Boden.

Wenn wir uns die Frage stellen, was natürlicher ist, dann kommt ganz klar der geschlossene Boden besser bei weg. Denn Spechthöhlen sind doch eigentlich nach unten geschlossen. ;) Nun spinne ich die Geschichte weiter. ... Die Korbimkerei und auch Bienenwagen / -häuser mit Hinterbehandlungsbeuten kamen immer mit geschlossenen Böden aus und damals war die Bienen- & Imkerdichte weit höher als heute. Somit kann der offene Boden gar nicht "besser" sein.


Wofür habe ich mich entschieden und warum?
Ich habe beide Systeme im Benutzung. Offene Böden finde ich auch imkerfreundlicher. Aber ich stelle sie auf Bretter, sodass nur 5 cm Luft zwischen Gitter und Brett sind. Das dürfte keine störenden Turbulenzen erzeugen. Ein Teil meiner Beuten steht noch auf 30 cm hoch gelegenen Dachbalken. Da habe ich das Gitter auch offen gelassen, aber als Bausperre ein Stück Sperrholz eingelegt, welches nur einen ca. 3 cm großen Spalt zulässt. Dadurch habe ich quasi einen geschlossenen Flachboden in einem offenen Hochboden. ;)

M+ bilden eine Ausnahme. Hier halte ich geschlossene Böden für fatal! Der Querschnitt der Beute ist so gering, dass kaum störende Turbulenzen entstehen werden und Ablauf für Kondenswasser erscheint mir hier sehr wichtig!

LG Johannes
Derzeit sind keine Königinnen mehr verfügbar.
Im nächsten Jahr wird es wieder Nachzuchten von Mellifera und Ligustica geben.
Bestellungen nehme ich aber erst nach der Auswinterung entgegen.

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Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Stormarner » Mittwoch 16. August 2017, 10:28

Moin,
ich imkere mit offenem Boden (Segeberger Beute) wegen besserer Durchlüftung-keine Schimmelwaben und
im Winter kein durchbrüten.
Ausnahme: zur Krokusblüte schließe ich alle Böden. Damit möchte ich den Brutansatz unterstützen und den futterverbrauch reduzieren.
zur Raps/Kirschblüte öffne ich die Böden dann wieder.

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Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von lutz » Mittwoch 16. August 2017, 15:01

Hallo,
ich arbeite im Sommer mit offenen und im Winter mit geschlossenen Böden. Im Winter wird die letzte Wabe rausgenommen um eine bessere Luftzirkulation zu erreichen.
LG Lutz

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Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von elk030 » Mittwoch 16. August 2017, 22:20

Moin Lutz
Womit schliesst du die Böden?
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Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Ape » Sonntag 5. November 2017, 20:14

Hallo zusammen,

auch dieses Thema lässt mir keine richtige Ruhe. Dazu gab es ja auch schon den Beitrag von 2016 viewtopic.php?f=222&t=2982. Ich finde es auch wichtig die als "Gute Praxis" definierten Vorgehensweisen immer wieder kritisch zu hinterfragen, neu zu bewerten und ggf. umzuorientieren.
Johannes hat geschrieben:
Mittwoch 16. August 2017, 06:57
Auszug
...
Ein Teil meiner Beuten steht noch auf 30 cm hoch gelegenen Dachbalken. Da habe ich das Gitter auch offen gelassen, aber als Bausperre ein Stück Sperrholz eingelegt, welches nur einen ca. 3 cm großen Spalt zulässt. Dadurch habe ich quasi einen geschlossenen Flachboden in einem offenen Hochboden. ;)
...
Aktuell (seit der letzten Varroabehandlung im September) habe ich die Böden bei mir durch die Schieber verschlossen. Natürlich zwischendurch kontrolliert und gereinigt. Dabei ist es wie bei Johannes zu verstehen. In meinem Hochböden sind Schubladen mit Gitter, die wiederrum den Schieber für die Varroakontrolle fassen. Also ein geschlossener Flachboden in einem offenen Hochboden. Das beschreibt es am Besten. Der Grund bei mir für den aktuell geschlossenen Boden: Nicht Wärmehaushalt, sondern Schutz gegen Zugluft. Und da kommt mir etwas in den Sinn, was mich so beschäftigt. Vielleicht ein Gedankenexperiment an euch gerichtet.

Kann bei offenem Gitterboden wirklich (starke) Zugluft entstehen? Dazu kleine Skizzen. Man entschuldige meine übertriebene Darstellung der Zugluft. Anordnung der Waben Längsbau.
Szenario 1: Flugloch eingeengt.
Szenario 2: Flugloch komplett offen.

Bild
Zugluft_Beute_Ueberlegung.jpg

Bei diesen Überlegungen sind die Parameter Fluglochbreite und Höhe des Bodens. Ich denke, ein flacher offener Boden und zudem viel Zugluft sind kritischer zu betrachten, als das bei einem hohen Boden der Fall ist. Dabei drängt sich mir zudem auf, ob Längs- oder Querbau einen Einfluss auf den "Abtransport vom Luftgemisch haben (Natürlich nur im unteren Bereich des Kastens). Eigentlich nicht?
Viel Wichtiger ist doch auch die Tatsache, ob Wasserniederschlag (durch Kondensat, geschmolzener Reif bei Frost, etc.) abtransportiert werden kann. Abfluss bei geschlossenem Boden realisiert durch die leichte Neigung nach vorn durch das Flugloch.
Auf Grund dieser ganzen Überlegungen fällt es mir derzeit schwer, auch in Ermangelung von Erfahrung, meine Stimme der Umfrage zu verleihen. Vielleicht später.

Ist am Ende das Ganze egal und nur wirres Gedankengut? Wie seht ihr das? Bin gespannt auf den Austausch.

Grüße
Steve

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Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Sonntag 5. November 2017, 22:59

Hallo Ape :D

es ist immer gut, sich theoretische Gedanken zu machen. Besser, als "einfach drauf los imkern". Da gebe ich Dir Recht. :P
Ape hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 20:14
Ich finde es auch wichtig die als "Gute Praxis" definierten Vorgehensweisen immer wieder kritisch zu hinterfragen, neu zu bewerten und ggf. umzuorientieren.
Jo, das mag seine Berechtigung haben. Altbewährtes sollte man aber nicht verwerfen, es sei denn, in der Praxis hat sich etwas besseres herausgestellt.
Ape hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 20:14

Kann bei offenem Gitterboden wirklich (starke) Zugluft entstehen?
Das hängt von vielen FAktoren ab, aber im Winter und noch viel mehr im Frühling herrschen hier im Norden oft kalte Winde aus dem Nordosten von der erkalteten Ostsee. Wie oft haben wir Ende April 10 Grad bei Seewind, wo gleichzeitig im nicht weit entfernten Berlin 30 Grad herrschen. Durch den starken, eiskalten Ostwind würde mit Sicherheit dem Volk nichts gutes gedeihen. Von daher stellt sich mir die Frage nach offenem oder geschlossenem Boden gar nicht.
Ape hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 20:14
Ist am Ende das Ganze egal und nur wirres Gedankengut? Wie seht ihr das? Bin gespannt auf den Austausch.

Grüße
Steve
Weder noch. Ich würde es einfach ausprobieren und dem altbewährten vertrauen.

Ich bin Freund des geschlossenen Bodens und kleiner Fluglöcher. Geschadet hat das noch nie.

LG
Kai
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Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Ape » Montag 6. November 2017, 07:12

Guten Morgen Kai, Hr. imkerforum-nordbiene 8)

Ja dem ist so. Erst Kopf einschalten, dann los legen.
Jo, das mag seine Berechtigung haben. Altbewährtes sollte man aber nicht verwerfen, es sei denn, in der Praxis hat sich etwas Besseres herausgestellt.
Natürlich, vollkommen richtig. Wenn dem nicht so wäre, wo kämen wir da hin? Ich weiß nicht mehr, ich glaube du warst es sogar. Jahrelang haben Imker mit geschlossenen Böden gearbeitet und die Bienen haben die Winter (strengere Winter) sehr gut überstanden. Noch ein Beispiel wäre die Diskussion um Quer- und Längsbau. In den HBB‘s haben wir i.d.R. Querbau (Warmbau) und die Völker sind deswegen auch nicht reihenweise im Winter verhungert, wie gern bei dieser Wabenanordnung aufgeführt wird. Und das sind nur zwei alte Praktiken. Von daher ist es vollkommen richtig, die bewährten Vorgehensweisen auch zu nutzen. Und ich bin froh, dass es so Vieles gibt, was wir von den "alten" Imkern lernen können und mit Unter auch von den Zeiten, wo es uns Alle noch nicht gab. Das meinte ich ja dann eben auch mit "neu bewerten". Ist denn diese Vorgehensweise wie vor...sagen wir mal...100 Jahren noch Zeitgemäß (verändertes Klima, Milbenlast, zuchtbedingte Verhaltensänderung, etc.). Wenn man dann für sich zu dem Schluss kommt, jo das passt noch, ist Alles gut. Und wenn man für sich feststellt, hm...hier muss ich vllt mal drüber nachdenken und was Neues ausprobieren, dann ist das ebenfalls in Ordnung. Am Ende meine ich damit nur, die Aufgeschlossenheit für Altes und Neues zugleich. Hach schon fast Philosophisch :D

Ansonsten zu deinem restlichen Feedback. Ich denke dem altbewährten Vertrauen ist hier (wegen eigenem Erfahrungsmangel) einfach angebracht. Unser alter Imker im Ort. Gute 35 Jahre Erfahrung (HBB und Magaziner) lässt die Schublade bei den Magazinen auch drin, eben wegen Zugluft. Wir haben im Gebirge ein ebenfalls feuchteres Klima, ebenfalls teils heftige Sturmböen und gerade im Winter, wenn die Wetterlage sich ändert gern mal einen extrem kalten Ostwind aus dem Böhmischen (Tscheschien), der dann wiederum seinen Ursprung in Russland hat. Das kann gut und gerne mal länger anhaltend sein, ehe sich wieder Süd-West-Wetterlage einstellt.

Danke Kai für deine Meinung.

Grüße
Steve


Nachtrag:
Vielleicht mal für dem, der Interesse hat. Link zur Temperaturentwicklung von 10/2007-10/2017 im Erzgbirge im Schnitt. Da schaudert es Einem :lol: Dabei bedenke man, meine Bienen stehen auf fast 800 Metern. http://www.wetterdienst.de/Deutschlandw ... rge/Klima/

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