Offener oder geschlossener Boden?

Moderator: Johannes

Boden offen oder geschlossen?

Die Umfrage läuft bis Mittwoch 15. August 2018, 22:36.

Offen
9
33%
Geschlossen
15
56%
Weiß nicht
3
11%
 
Abstimmungen insgesamt: 27

ck1
Beiträge: 244
Registriert: Freitag 24. April 2015, 22:17
Postleitzahl: 14974
Ort: Ludwigsfelde
Land: Deutschland
Telefon: +491772085370
Imker seit: 10. Jul 2015
Völkerzahl ca.: eigentlich zuviele
Homepage: http://bienen-honig.de
Bienen"rasse": Landbiene, Buckfast, Dunkle Biene, Ligustica
Zuchtlinie/n:

Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von ck1 » Dienstag 15. August 2017, 22:36

Hallo Zusammen, es gibt ja wieder mehr und mehr Imker die mit geschlossenen Böden Imkern. Die Empfehlung der Institute ist ja immer noch der offene Gitterboden.

Kai hat z.B. in einem anderen Thread geschrieben, dass er alle Böden mit einem passenden Styropor-Stück verschlossen hat.

Was ist nun besser? Warum?
Gibt es Gebiete, wo geschlossene Böden besser sind?
Was ist mit der Feuchtigkeit und damit verbunden Schimmel?

Wofür habt ihr euch entschieden und warum?

VG Christian

Benutzeravatar
Johannes
Beiträge: 3999
Registriert: Freitag 30. März 2012, 08:34
Postleitzahl: 06122
Ort: Halle
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-1998
Völkerzahl ca.: 20 Völker & M+
Homepage: www.dunkle-bienen.eu
Bienen"rasse": Mellifera und Ligustica
Zuchtlinie/n: Krokvag, Stavershult, Flekkefjord u.a.

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Johannes » Mittwoch 16. August 2017, 06:57

Hallo Christian,

was "besser" ist, lässt sich vermutlich so leicht nicht sagen. Zumal sich die Frage stellt, ob "besser" für Bienen oder Imker?

Für den Imker ist ein offener Boden deutlich besser! Der Milbenfall kann leicht kontrolliert werden und bei der Wanderung bracht man keine Gaze statt Deckel. Alles sehr gute Gründe für einen offenen Boden.

Wenn wir uns die Frage stellen, was natürlicher ist, dann kommt ganz klar der geschlossene Boden besser bei weg. Denn Spechthöhlen sind doch eigentlich nach unten geschlossen. ;) Nun spinne ich die Geschichte weiter. ... Die Korbimkerei und auch Bienenwagen / -häuser mit Hinterbehandlungsbeuten kamen immer mit geschlossenen Böden aus und damals war die Bienen- & Imkerdichte weit höher als heute. Somit kann der offene Boden gar nicht "besser" sein.


Wofür habe ich mich entschieden und warum?
Ich habe beide Systeme im Benutzung. Offene Böden finde ich auch imkerfreundlicher. Aber ich stelle sie auf Bretter, sodass nur 5 cm Luft zwischen Gitter und Brett sind. Das dürfte keine störenden Turbulenzen erzeugen. Ein Teil meiner Beuten steht noch auf 30 cm hoch gelegenen Dachbalken. Da habe ich das Gitter auch offen gelassen, aber als Bausperre ein Stück Sperrholz eingelegt, welches nur einen ca. 3 cm großen Spalt zulässt. Dadurch habe ich quasi einen geschlossenen Flachboden in einem offenen Hochboden. ;)

M+ bilden eine Ausnahme. Hier halte ich geschlossene Böden für fatal! Der Querschnitt der Beute ist so gering, dass kaum störende Turbulenzen entstehen werden und Ablauf für Kondenswasser erscheint mir hier sehr wichtig!

LG Johannes
Derzeit sind keine Königinnen mehr verfügbar.
Im nächsten Jahr wird es wieder Nachzuchten von Mellifera und Ligustica geben.
Bestellungen nehme ich aber erst nach der Auswinterung entgegen.

Stormarner
Beiträge: 7
Registriert: Donnerstag 4. Mai 2017, 09:58
Postleitzahl: 22885
Ort: Barsbüttel
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 4-2010
Völkerzahl ca.: 22
Bienen"rasse": 18x Carnica 4x Mellifera
Zuchtlinie/n:

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Stormarner » Mittwoch 16. August 2017, 10:28

Moin,
ich imkere mit offenem Boden (Segeberger Beute) wegen besserer Durchlüftung-keine Schimmelwaben und
im Winter kein durchbrüten.
Ausnahme: zur Krokusblüte schließe ich alle Böden. Damit möchte ich den Brutansatz unterstützen und den futterverbrauch reduzieren.
zur Raps/Kirschblüte öffne ich die Böden dann wieder.

lutz
Beiträge: 80
Registriert: Montag 11. Juni 2012, 07:28
Postleitzahl: 12685
Ort: Berlin
Land: Deutschland
Telefon: 030 5638607
Imker seit: 4. Mai 2012
Völkerzahl ca.: 15
Bienen"rasse": mellifera
Zuchtlinie/n: Schweden
Wohnort: 12685 Berlin

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von lutz » Mittwoch 16. August 2017, 15:01

Hallo,
ich arbeite im Sommer mit offenen und im Winter mit geschlossenen Böden. Im Winter wird die letzte Wabe rausgenommen um eine bessere Luftzirkulation zu erreichen.
LG Lutz

elk030
Beiträge: 919
Registriert: Freitag 24. Oktober 2008, 22:32
Postleitzahl: 14057
Ort: Berlin
Land: Deutschland
Telefon: 03032678879
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.: 60
Bienen"rasse": Mellfera/Landbiene
Zuchtlinie/n:

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von elk030 » Mittwoch 16. August 2017, 22:20

Moin Lutz
Womit schliesst du die Böden?
Elk

Benutzeravatar
Ape
Beiträge: 101
Registriert: Montag 17. Juli 2017, 22:19
Postleitzahl: 09471
Ort: SA
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-2017
Völkerzahl ca.: 2
Bienen"rasse": Carnica
Zuchtlinie/n:

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Ape » Sonntag 5. November 2017, 20:14

Hallo zusammen,

auch dieses Thema lässt mir keine richtige Ruhe. Dazu gab es ja auch schon den Beitrag von 2016 viewtopic.php?f=222&t=2982. Ich finde es auch wichtig die als "Gute Praxis" definierten Vorgehensweisen immer wieder kritisch zu hinterfragen, neu zu bewerten und ggf. umzuorientieren.
Johannes hat geschrieben:
Mittwoch 16. August 2017, 06:57
Auszug
...
Ein Teil meiner Beuten steht noch auf 30 cm hoch gelegenen Dachbalken. Da habe ich das Gitter auch offen gelassen, aber als Bausperre ein Stück Sperrholz eingelegt, welches nur einen ca. 3 cm großen Spalt zulässt. Dadurch habe ich quasi einen geschlossenen Flachboden in einem offenen Hochboden. ;)
...
Aktuell (seit der letzten Varroabehandlung im September) habe ich die Böden bei mir durch die Schieber verschlossen. Natürlich zwischendurch kontrolliert und gereinigt. Dabei ist es wie bei Johannes zu verstehen. In meinem Hochböden sind Schubladen mit Gitter, die wiederrum den Schieber für die Varroakontrolle fassen. Also ein geschlossener Flachboden in einem offenen Hochboden. Das beschreibt es am Besten. Der Grund bei mir für den aktuell geschlossenen Boden: Nicht Wärmehaushalt, sondern Schutz gegen Zugluft. Und da kommt mir etwas in den Sinn, was mich so beschäftigt. Vielleicht ein Gedankenexperiment an euch gerichtet.

Kann bei offenem Gitterboden wirklich (starke) Zugluft entstehen? Dazu kleine Skizzen. Man entschuldige meine übertriebene Darstellung der Zugluft. Anordnung der Waben Längsbau.
Szenario 1: Flugloch eingeengt.
Szenario 2: Flugloch komplett offen.

Bild
Zugluft_Beute_Ueberlegung.jpg

Bei diesen Überlegungen sind die Parameter Fluglochbreite und Höhe des Bodens. Ich denke, ein flacher offener Boden und zudem viel Zugluft sind kritischer zu betrachten, als das bei einem hohen Boden der Fall ist. Dabei drängt sich mir zudem auf, ob Längs- oder Querbau einen Einfluss auf den "Abtransport vom Luftgemisch haben (Natürlich nur im unteren Bereich des Kastens). Eigentlich nicht?
Viel Wichtiger ist doch auch die Tatsache, ob Wasserniederschlag (durch Kondensat, geschmolzener Reif bei Frost, etc.) abtransportiert werden kann. Abfluss bei geschlossenem Boden realisiert durch die leichte Neigung nach vorn durch das Flugloch.
Auf Grund dieser ganzen Überlegungen fällt es mir derzeit schwer, auch in Ermangelung von Erfahrung, meine Stimme der Umfrage zu verleihen. Vielleicht später.

Ist am Ende das Ganze egal und nur wirres Gedankengut? Wie seht ihr das? Bin gespannt auf den Austausch.

Grüße
Steve

Benutzeravatar
imkerforum-nordbiene
Site Admin
Beiträge: 6039
Registriert: Dienstag 11. Dezember 2007, 16:42
Postleitzahl: 24247
Ort: Mielkendorf
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 14. Jul 1979
Völkerzahl ca.: 16
Homepage: www.deutsche-biene.de
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Sicula, Ligustica, Carnica, Buckfast
Zuchtlinie/n: Flekkefjord, sowie F1
Kontaktdaten:

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Sonntag 5. November 2017, 22:59

Hallo Ape :D

es ist immer gut, sich theoretische Gedanken zu machen. Besser, als "einfach drauf los imkern". Da gebe ich Dir Recht. :P
Ape hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 20:14
Ich finde es auch wichtig die als "Gute Praxis" definierten Vorgehensweisen immer wieder kritisch zu hinterfragen, neu zu bewerten und ggf. umzuorientieren.
Jo, das mag seine Berechtigung haben. Altbewährtes sollte man aber nicht verwerfen, es sei denn, in der Praxis hat sich etwas besseres herausgestellt.
Ape hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 20:14

Kann bei offenem Gitterboden wirklich (starke) Zugluft entstehen?
Das hängt von vielen FAktoren ab, aber im Winter und noch viel mehr im Frühling herrschen hier im Norden oft kalte Winde aus dem Nordosten von der erkalteten Ostsee. Wie oft haben wir Ende April 10 Grad bei Seewind, wo gleichzeitig im nicht weit entfernten Berlin 30 Grad herrschen. Durch den starken, eiskalten Ostwind würde mit Sicherheit dem Volk nichts gutes gedeihen. Von daher stellt sich mir die Frage nach offenem oder geschlossenem Boden gar nicht.
Ape hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 20:14
Ist am Ende das Ganze egal und nur wirres Gedankengut? Wie seht ihr das? Bin gespannt auf den Austausch.

Grüße
Steve
Weder noch. Ich würde es einfach ausprobieren und dem altbewährten vertrauen.

Ich bin Freund des geschlossenen Bodens und kleiner Fluglöcher. Geschadet hat das noch nie.

LG
Kai
Große Gemeinschaft Dunkle Biene: Neu, kostenlos, seriös. Mit vielen Bezugsquellen. Bitte hier klicken: Gemeinschaft Dunkle Biene.

Benutzeravatar
Ape
Beiträge: 101
Registriert: Montag 17. Juli 2017, 22:19
Postleitzahl: 09471
Ort: SA
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-2017
Völkerzahl ca.: 2
Bienen"rasse": Carnica
Zuchtlinie/n:

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Ape » Montag 6. November 2017, 07:12

Guten Morgen Kai, Hr. imkerforum-nordbiene 8)

Ja dem ist so. Erst Kopf einschalten, dann los legen.
Jo, das mag seine Berechtigung haben. Altbewährtes sollte man aber nicht verwerfen, es sei denn, in der Praxis hat sich etwas Besseres herausgestellt.
Natürlich, vollkommen richtig. Wenn dem nicht so wäre, wo kämen wir da hin? Ich weiß nicht mehr, ich glaube du warst es sogar. Jahrelang haben Imker mit geschlossenen Böden gearbeitet und die Bienen haben die Winter (strengere Winter) sehr gut überstanden. Noch ein Beispiel wäre die Diskussion um Quer- und Längsbau. In den HBB‘s haben wir i.d.R. Querbau (Warmbau) und die Völker sind deswegen auch nicht reihenweise im Winter verhungert, wie gern bei dieser Wabenanordnung aufgeführt wird. Und das sind nur zwei alte Praktiken. Von daher ist es vollkommen richtig, die bewährten Vorgehensweisen auch zu nutzen. Und ich bin froh, dass es so Vieles gibt, was wir von den "alten" Imkern lernen können und mit Unter auch von den Zeiten, wo es uns Alle noch nicht gab. Das meinte ich ja dann eben auch mit "neu bewerten". Ist denn diese Vorgehensweise wie vor...sagen wir mal...100 Jahren noch Zeitgemäß (verändertes Klima, Milbenlast, zuchtbedingte Verhaltensänderung, etc.). Wenn man dann für sich zu dem Schluss kommt, jo das passt noch, ist Alles gut. Und wenn man für sich feststellt, hm...hier muss ich vllt mal drüber nachdenken und was Neues ausprobieren, dann ist das ebenfalls in Ordnung. Am Ende meine ich damit nur, die Aufgeschlossenheit für Altes und Neues zugleich. Hach schon fast Philosophisch :D

Ansonsten zu deinem restlichen Feedback. Ich denke dem altbewährten Vertrauen ist hier (wegen eigenem Erfahrungsmangel) einfach angebracht. Unser alter Imker im Ort. Gute 35 Jahre Erfahrung (HBB und Magaziner) lässt die Schublade bei den Magazinen auch drin, eben wegen Zugluft. Wir haben im Gebirge ein ebenfalls feuchteres Klima, ebenfalls teils heftige Sturmböen und gerade im Winter, wenn die Wetterlage sich ändert gern mal einen extrem kalten Ostwind aus dem Böhmischen (Tscheschien), der dann wiederum seinen Ursprung in Russland hat. Das kann gut und gerne mal länger anhaltend sein, ehe sich wieder Süd-West-Wetterlage einstellt.

Danke Kai für deine Meinung.

Grüße
Steve


Nachtrag:
Vielleicht mal für dem, der Interesse hat. Link zur Temperaturentwicklung von 10/2007-10/2017 im Erzgbirge im Schnitt. Da schaudert es Einem :lol: Dabei bedenke man, meine Bienen stehen auf fast 800 Metern. http://www.wetterdienst.de/Deutschlandw ... rge/Klima/

Benutzeravatar
Johannes
Beiträge: 3999
Registriert: Freitag 30. März 2012, 08:34
Postleitzahl: 06122
Ort: Halle
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-1998
Völkerzahl ca.: 20 Völker & M+
Homepage: www.dunkle-bienen.eu
Bienen"rasse": Mellifera und Ligustica
Zuchtlinie/n: Krokvag, Stavershult, Flekkefjord u.a.

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Johannes » Sonntag 3. Dezember 2017, 20:03

Geschlossene Böden haben aktuell den Vorteil, dass man anhand der Wachskrümel darauf derzeit sehr leicht feststellen kann, welche Völker noch auslaufende Brut haben und welche nicht.
Mich beruhigt es sehr, dass ich für diese Erkenntnis kein Volk öffnen muss. Ich fege jedes Wochenende den Einschub sauber und wenn keine Deckel (bzw. Krümel davon) von Brutzellen mehr drauf liegen, kann die Winterbehandlung beginnen. Aktuell sind noch fast überall diese Zelldeckel zu finden.

LG Johannes
Derzeit sind keine Königinnen mehr verfügbar.
Im nächsten Jahr wird es wieder Nachzuchten von Mellifera und Ligustica geben.
Bestellungen nehme ich aber erst nach der Auswinterung entgegen.

Benutzeravatar
Ape
Beiträge: 101
Registriert: Montag 17. Juli 2017, 22:19
Postleitzahl: 09471
Ort: SA
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-2017
Völkerzahl ca.: 2
Bienen"rasse": Carnica
Zuchtlinie/n:

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Ape » Donnerstag 7. Dezember 2017, 07:08

Johannes hat geschrieben:
Sonntag 3. Dezember 2017, 20:03
Geschlossene Böden haben aktuell den Vorteil, dass man anhand der Wachskrümel darauf derzeit sehr leicht feststellen kann, welche Völker noch auslaufende Brut haben und welche nicht.
Mich beruhigt es sehr, dass ich für diese Erkenntnis kein Volk öffnen muss. Ich fege jedes Wochenende den Einschub sauber und wenn keine Deckel (bzw. Krümel davon) von Brutzellen mehr drauf liegen, kann die Winterbehandlung beginnen. Aktuell sind noch fast überall diese Zelldeckel zu finden.

LG Johannes
Hallo Johannes,

den Fakt der "schnellen" Feststellung des Zustandes des Volkes schätze ich auch unwahrscheinlich. Dadurch stört man die Bienen wahrscheinlich noch am Wenigsten in den Wintermonaten.
Am Samstag steht bei mir wieder Schieberkontrolle an. Ich bin gespannt. Die Oxalsäure steht bereit, kommt nun auf die Ergebnisse an, wie weiter verfahren wird. Beträufeln oder aber noch eine Woche warten. Das Wetter ist seit gut 3 Wochen winterlich und soll vorerst so bleiben.

Grüße
Steve

Benutzeravatar
Johannes
Beiträge: 3999
Registriert: Freitag 30. März 2012, 08:34
Postleitzahl: 06122
Ort: Halle
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-1998
Völkerzahl ca.: 20 Völker & M+
Homepage: www.dunkle-bienen.eu
Bienen"rasse": Mellifera und Ligustica
Zuchtlinie/n: Krokvag, Stavershult, Flekkefjord u.a.

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Johannes » Samstag 9. Dezember 2017, 14:17

Hallo Steve,

ich habe soeben meine Bodenschieber gereinigt und noch bei einigen Völkern frische Brutzelldeckel gefunden. Nun bin ich gespannt, wie es nächstes Wochenende ausschaut! Bei mir dümpelt das Wetter bei Temperaturen zwischen -6 und +8 °C. Da scheinen manch starke Völker noch zu brüten.

LG Johannes
Derzeit sind keine Königinnen mehr verfügbar.
Im nächsten Jahr wird es wieder Nachzuchten von Mellifera und Ligustica geben.
Bestellungen nehme ich aber erst nach der Auswinterung entgegen.

Benutzeravatar
Ape
Beiträge: 101
Registriert: Montag 17. Juli 2017, 22:19
Postleitzahl: 09471
Ort: SA
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-2017
Völkerzahl ca.: 2
Bienen"rasse": Carnica
Zuchtlinie/n:

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Ape » Sonntag 10. Dezember 2017, 11:04

Guten Morgen Johannes,

habe heute Morgen ebenfalls wieder die Schieber (bei -7°C) kontrolliert. Volk 2 hat noch Brut. Nicht viel, aber vorhanden. Habe transparente Wachsplättchen und aufgebissene Zelldeckel gefunden, darunter auch ein Ei der Königin. Der nicht besetzte Bereich zeigt sich auf dem Schieber als Reif ab. Sie sitzen auf 5 Wabengassen.

Volk 1 macht mir etwas Sorgen. Zeigt seit Wochen einen höheren Abflug, wobei bis ca. 30 Bienen/Tag noch im Normalbereich wären denke ich (zähle im Schnee liegend, Bodenfall auf Gitter nicht berücksichtigt). Als ich heute Morgen durch den Gitterboden von unten schaute, sah ich viele Tote Bienen liegen. Der vordere Bereich des Schiebers zeigt mir an, dass die Bienen aber leben und auf 4 Wabengassen sitzen (man bedenke die Außentemperatur). Ich denke jedoch auch, dass der hohe Totenfall die Diagnose verfälscht und Vieles auf den Toten selbst liegen bleibt. Daher kann ich auch nicht mit Sicherheit sagen, ob das Volk noch Brut hat. Insgesamt kommt es mir aber schwächer vor. Bei diesem Volk war die Ameisensäurebehandlung auch nicht so erfolgreich wie bei Volk 2.
Sollte ich bei etwas milderen Temperaturen (> 0°C) die Zarge mal anheben und drunter schauen? Was meinst du?
Achso, beides sind Jungvölker, in diesem Jahr gebildet, mit Königin aus 2016.

Prinzipiell würde ich jetzt wieder eine Woche bis zur nächsten Schieberkontrolle warten, ob noch Brut vorhanden ist.

LG
Steve

Benutzeravatar
Johannes
Beiträge: 3999
Registriert: Freitag 30. März 2012, 08:34
Postleitzahl: 06122
Ort: Halle
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-1998
Völkerzahl ca.: 20 Völker & M+
Homepage: www.dunkle-bienen.eu
Bienen"rasse": Mellifera und Ligustica
Zuchtlinie/n: Krokvag, Stavershult, Flekkefjord u.a.

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Johannes » Sonntag 10. Dezember 2017, 11:26

Hallo Steve,

hast du Mäusegitter vor den Beuten? Viele tote Bienen könnten auch auf Störungen durch Mäuse hinweisen. Sind die toten Bienen alle ganz, oder liegen auch Bienenteile rum?

Ehrlich gesagt würde ich nichts machen (außer ggf. Mäusegitter). Denn jede Störung durch den Imker verschlimmert die Stresssituation nur weiter.

LG Johannes
Derzeit sind keine Königinnen mehr verfügbar.
Im nächsten Jahr wird es wieder Nachzuchten von Mellifera und Ligustica geben.
Bestellungen nehme ich aber erst nach der Auswinterung entgegen.

Benutzeravatar
Ape
Beiträge: 101
Registriert: Montag 17. Juli 2017, 22:19
Postleitzahl: 09471
Ort: SA
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-2017
Völkerzahl ca.: 2
Bienen"rasse": Carnica
Zuchtlinie/n:

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Ape » Sonntag 10. Dezember 2017, 17:35

Hallo Johannes,

da ich der integrierten Mäusesperre meiner Böden nicht traue, habe ich seit Ende Oktober die Mäusegitter dran. Konnte von außen auch keine "Beschädigung" feststellen. Auch von unten hat sich nichts durchgenagt. Spechtanzeichen ebenfalls negativ. Die Bienen sind in einem Stück. Keine zerfressenen, zumindest was ich außerhalb so gefunden habe.
Habe die Fluglöcher hinter dem Gitter auf ca. 8cm eingeengt. Aber das ist eher eine Angstgröße gegen Wind.

Ich habe auch mal gelesen, dass ein zu sonniger Winterstandort einen erhöhten Totenfall verursachen könnte. Hast du davon schon einmal gehört? So recht erklären kann ich mir das nicht. Wobei man sagen muss, das mein Standort im Winter nur über die Mittagszeit 11-ca. 14/max.15 Uhr Sonne abbekommt (aber nur bei gutem Wetter klarerweise), im Sommer ist natürlich weit mehr drin. Hier zeigen sich 2/3 des Tagesverlaufes als Sonnenbad. Vielleicht sollte ich eine "Sonnenblende" nächsten Winter anbringen.

OK, ich werde mir bis zum nächsten Wochenende zu anstehenden Schieberkontrolle die Finger festbinden, auch wenn es schwer fällt. Prinzipiell will ich danach arbeiten, die Bienen im Winter nur wenn unbedingt nötig zu stören. Das beinhaltet Schieberkontrolle, Winterbehandlung, Wiegen vor dem Winter, nach dem Winter, Flugloch bei Tauwetter freiräumen.
Schwierig aktuell ist nur die Diagnose der Brutfreiheit. Nach meinem Gefühl würde ich sagen, in Anbetracht der Tatsache das Volk 2 später gebildet wurde. Ist dieses Brutfrei, werden Beide behandelt.
Aktuell ist das Wetter sowieso so winterlich, dass es Alles zuweht wird. Eigentlich die ideale Winterruhe für die Immen.
Vorhin -9°C, gefühlt aber eisig kalt durch stürmischen Ostwind.

Gruß
Steve

Benutzeravatar
Johannes
Beiträge: 3999
Registriert: Freitag 30. März 2012, 08:34
Postleitzahl: 06122
Ort: Halle
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-1998
Völkerzahl ca.: 20 Völker & M+
Homepage: www.dunkle-bienen.eu
Bienen"rasse": Mellifera und Ligustica
Zuchtlinie/n: Krokvag, Stavershult, Flekkefjord u.a.

Re: Offener oder geschlossener Boden?

Beitrag von Johannes » Sonntag 10. Dezember 2017, 18:54

Ich habe auch mal gelesen, dass ein zu sonniger Winterstandort einen erhöhten Totenfall verursachen könnte. Hast du davon schon einmal gehört?
Hallo Steve,

nein, das habe ich noch nirgends gelesen und auch selbst noch nie bemerkt. Ich lasse meine Völker in alle 4 Himmelsrichtungen fliegen mit entsprechend verschiedener Sonneneinstrahlung und da erkenne ich keine Tendenz.

LG Johannes
Derzeit sind keine Königinnen mehr verfügbar.
Im nächsten Jahr wird es wieder Nachzuchten von Mellifera und Ligustica geben.
Bestellungen nehme ich aber erst nach der Auswinterung entgegen.

Antworten

Zurück zu „Imkerliches allgemein“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste