Flugloch war komplett verschlossen - was nun?

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Robjohn
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Flugloch war komplett verschlossen - was nun?

Beitrag von Robjohn » Sonntag 15. Oktober 2017, 11:07

Hallo liebe Imkerkollegen

an einem meiner Bienenstände kommt es immer wieder zu "Übergriffen" auf meine Völker. Zuletzt wurde an einem Volk der Buckfast-Biene das Flugloch komplett verschlossen. Der Verschluss dauerte etwa 1.5 bis 2 Wochen.

Vor 8 Tagen habe ich das im Rahmen der üblichen Kontrollen an dem Bienenstand bemerkt. Ich habe das Flugloch geöffnet, die Beute gereinigt und eine Durchsicht gemacht. Es hatte auf 3 Waben etwa handtellergrosse Brutflächen. Die Pollenvorräte waren komplett aufgbraucht, die Honigvorräte waren stark reduziert. Ich habe nochmals 5kg Futterteig gegeben.
Gestern habe ich eine weiter Kontrolle gemacht. Das Volk ist maximal nervös - ich bin dreimal gestochen worden, bislang an diesem Volk noch nie. Die Bienen sitzen nicht auf den Waben, halten sich eher an der Beutenwand auf. Das Volk ist weiselrichtig, jedoch scheint die Königin komplett aus der Eiablage zu sein - Stifte habe ich auf keiner Wabe gesehen.
Auf dem Boden der Beute habe ich viele Rundmaden gefunden (ca.50 Stk.) Auf einer Wabe hatte es ca. 20 stehen gelassene verdeckelte Brutzellen. Es sieht so aus, als hätten die Bienen die Brutpflege aufgeben und die Brut ist ausgekühlt.
Futter haben sie in der einen Woche wieder etwas eingelagert - die Waben sind gut mit Honig gefüllt, jedoch nur im oberen Bereich verdeckelt.

Im Hinblick auf die Überwinterung hat es augenscheinlich genug Bienenmasse, jedoch macht mir das Verhalten der Bienen etwas Sorgen.

Mein Plan ist, dieses Volk jetzt nochmals ein bis zwei Wochen in Ruhe zu lassen, dann dieses Volk für die Einwinterung vorbereiten, ggf. nochmals einengen.

Hat jemand von Euch so etwas schon einmal erlebt? Was meint Ihr zu den Überwinterungschancen. Habt Ihr allenfalls noch Tipps, wie man die Bienen jetzt noch unterstützen könnte?

Vielen Dank für Eure Antworten und liebe Grüsse aus der Schweiz

Rüdiger

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Re: Flugloch war komplett verschlossen - was nun?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Sonntag 15. Oktober 2017, 12:21

Hallo,

das ist ja eine traurige Geschichte. So etwas hatte ich noch nicht. Nach dem gesagten gehe ich davon aus, dass es dem Volk schlecht geht, um es mal einfach auszudrücken. Wie stark ist denn das Volk genau? Welche Beutenart? hat das Volk Gitterboden (offen?)?

Dass Völker jetzt nicht mehr in Brut sind, wäre an sich nicht ungewöhnlich. Wenn das Volk genug Vorräte hat, würde ich es jetzt einfach in Ruhe lassen. Viel tun außer ggf Notfütterung kannst Du jetzt wahrscheinlich nicht mehr.

Mittelfristig würde ich mir einen anderen Standplatz suchen. So etwas darf nicht passieren.

Berichte gern mal weiter, wie es dem Volk ergeht.

LG
kai
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Re: Flugloch war komplett verschlossen - was nun?

Beitrag von Ape » Montag 16. Oktober 2017, 07:18

Hallo Rüdiger,

wenn verschlossen mein, dass "Jemand" die Fluglöcher manipuliert, dann ist das skandalös :shock: Ist denn nichts mehr heilig?!
Ich muss Kai beipflichten, solch ein Standort ist dann leider Gottes nicht mehr geeignet. Da hat man keine Freunde dran. Wünsche gutes Gelingen bei den Rettungsversuchen.

Grüße
Steve

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