Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Moderator: Johannes

Antworten
Benutzeravatar
imkerforum-nordbiene
Site Admin
Beiträge: 5990
Registriert: Dienstag 11. Dezember 2007, 16:42
Postleitzahl: 24247
Ort: Mielkendorf
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 14. Jul 1979
Völkerzahl ca.: 16
Homepage: www.deutsche-biene.de
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Sicula, Ligustica, Carnica, Buckfast
Zuchtlinie/n: Flekkefjord, sowie F1
Kontaktdaten:

Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 9. November 2017, 16:09

Glyphosat spaltet weiter Europa. Die EU-Länder können sich nicht einigen, wie es weiter geht - Lizenz verlängern oder nicht? Bei einer heutigen Abstimmung im zuständigen Expertengremium der 28 EU-Länder in Brüssel gab es nicht die nötige Mehrheit für eine Verlängerung der Lizenz.

Mehr auf: https://www.zdf.de/nachrichten/heute/we ... t-100.html

Mitte Dezember läuft die Frist für eine mögliche Lizenzverlängerung aus. Wie geht es weiter?

LG
Kai
Große Gemeinschaft Dunkle Biene: Neu, kostenlos, seriös. Mit vielen Bezugsquellen. Bitte hier klicken: Gemeinschaft Dunkle Biene.

Richthofen
Beiträge: 320
Registriert: Dienstag 9. Dezember 2014, 08:45
Postleitzahl: 8918
Ort: Unterlunkhofen
Land: Schweiz
Telefon:
Imker seit: 1. Mär 2013
Völkerzahl ca.: 20
Bienen"rasse": Landrasse- Dunkle Biene
Zuchtlinie/n: Schweizer Landrasse - Dunkle Biene

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Richthofen » Donnerstag 9. November 2017, 17:34

Kein Ende in Sicht !
Die Arbeits(Zeit)ersparnis die durch den Einsatz von Glyphos und der dazu gehörigen Betriebsweise in der Landwirtschaft zu erreichen sind verlangen auch in Zukunft nach diesen Mitteln . Ja Mitteln , würde Glyphos verboten wäre es absehbar , dass es durch ein ähnlich wirkendes Mittel ersetzt würde das womöglich noch heftigere Nebenwirkungen besitzt .
Auch dem selbständigen Landwirt die +-35 Stundenwoche !
Es ist die Gesellschaft die insgesamt zu Gunsten von unnötigem anderen Ausgaben bei der Nahrung seit Jahrzehnten geizt und ein Umdenken sehe ich da nicht kommen .
Gruss Markus

Richthofen
Beiträge: 320
Registriert: Dienstag 9. Dezember 2014, 08:45
Postleitzahl: 8918
Ort: Unterlunkhofen
Land: Schweiz
Telefon:
Imker seit: 1. Mär 2013
Völkerzahl ca.: 20
Bienen"rasse": Landrasse- Dunkle Biene
Zuchtlinie/n: Schweizer Landrasse - Dunkle Biene

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Richthofen » Donnerstag 9. November 2017, 18:18

Ein Beispiel , dass mich im letzten Frühsommer verwundert die Augen reiben liess .
Nach dem zweiten Grasschnitten und dem Abtransport der Rundballen fuhr mein Nachbauer mit seinem Ungetüm von Trecker abermals
über das Stoppelfeld .
Seit Jahren gängige Praxis , auch bei Wind . Vorn am Trecker den Sprühbalken mit Glyphos und hinten die Säheinheit mit Mais bestückt .
Glou an der Vorgehensweise , das absterbende Wurzelwerk vom Grasland schützt den Boden vor Auswaschung bis das Mais in Teilen übernimmt und den Mutterboden schützt .
Glyphos kann der Maissaat nichts anhaben - ist ein Kontaktherbizid über das Blattwerk .

Benutzeravatar
Ole86
Beiträge: 1064
Registriert: Samstag 22. März 2014, 14:50
Postleitzahl: 28832
Ort: Achim
Land: Deutschland
Telefon: 01512 - 2970464
Imker seit: 1. Apr 2014
Völkerzahl ca.: 15
Homepage: olebruens.de
Bienen"rasse": Mellifera (Bjurholm, Norge110, Bön2, Sikas)
Zuchtlinie/n: Keine eigenen Zuchtlinien

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Ole86 » Donnerstag 9. November 2017, 21:44

Hi zusammen,

das Traurige ist, dass die EU-Kommission eine Verlängerung für 10 Jahre empfiehlt und fast das gesamte EU-Parlament sich für 5 Jahre ausspricht.

Heißt einfach ausgedrückt, jeder weiß wie gefährlich Glyphosat ist, aber die Lobby bestimmt die Empfehlung für die EU. Die Abgeordneten wissen, 5 Jahre ist gerade noch mit den Parteispendern vereinbar. Traurig, dass selbst diese Ebene nahezu machtlos gegen die Großkonzerne ist. Ich möchte da die Abgeordneten wirklich nicht verteufeln. Sich für die geringste vertretbare Laufzeit zu entscheiden zeigt, dass die Sache verstanden wurde und den Personen Ernst ist. Um so klarer wird natürlich auch, wie gefährlich Glyphosat wirklich ist.

In fünf Jahren wird übrigens sowieso eine neue Substanz entwickelt sein, die natürlich weitere 20 Jahre braucht, um verboten zu werden. Das alte Spiel. Eine verrückte Welt in der wir leben...

LG, Ole!

Richthofen
Beiträge: 320
Registriert: Dienstag 9. Dezember 2014, 08:45
Postleitzahl: 8918
Ort: Unterlunkhofen
Land: Schweiz
Telefon:
Imker seit: 1. Mär 2013
Völkerzahl ca.: 20
Bienen"rasse": Landrasse- Dunkle Biene
Zuchtlinie/n: Schweizer Landrasse - Dunkle Biene

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Richthofen » Freitag 10. November 2017, 18:01

Da wage ich zu behaupten - unsere Politiker sind dahingehend noch mehrheitlich "Realpolitiger".
Ich glaube , wenn Glyphosat und ähnliches verboten würde , diverse " grüne" Massnahmen tatsächlich umgesetzt würden - es käme in Kürze zu einer Revolte gegen diese Politik weil uns das mächtig auf den leeren knurrenden, Magen schlagen würde .....unsere Ansichten und Standpunkte dazu würden wir innert Wochen wechseln .
Dazu muss man nicht erst Landwirt sein .

Gruss Markus

Benutzeravatar
Ole86
Beiträge: 1064
Registriert: Samstag 22. März 2014, 14:50
Postleitzahl: 28832
Ort: Achim
Land: Deutschland
Telefon: 01512 - 2970464
Imker seit: 1. Apr 2014
Völkerzahl ca.: 15
Homepage: olebruens.de
Bienen"rasse": Mellifera (Bjurholm, Norge110, Bön2, Sikas)
Zuchtlinie/n: Keine eigenen Zuchtlinien

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Ole86 » Freitag 10. November 2017, 18:54

Richthofen hat geschrieben:
Freitag 10. November 2017, 18:01
Da wage ich zu behaupten - unsere Politiker sind dahingehend noch mehrheitlich "Realpolitiger".
Ich glaube , wenn Glyphosat und ähnliches verboten würde , diverse " grüne" Massnahmen tatsächlich umgesetzt würden - es käme in Kürze zu einer Revolte gegen diese Politik weil uns das mächtig auf den leeren knurrenden, Magen schlagen würde .....unsere Ansichten und Standpunkte dazu würden wir innert Wochen wechseln .
Dazu muss man nicht erst Landwirt sein .

Gruss Markus
Schlicht falsch. Diverse landwirtschaftliche Studien haben bewiesen, dass selbst bei vollständigem Verzicht auf Pestizide, allerdings bei "natürlicher Düngung" (Kali, Gülle, natürliche Düngpflanzen) der Ertrag gerade einmal um 10 - 20 % zurück geht. Es müsste keiner Hungern, es gebe nur weniger Profit und da in Deutschland eh fast die gesamte Landwirtschaft subventioniert ist, würde es da auch nicht wirklich drauf ankommen. Der wirtschaftliche Wettkampf macht die Landwirte von den Pharmaunternehmen abhängig. Nur wenn die Substanzen verboten werden, kann ein fairer Wettkampf am Markt herrschen und es können Innovationen entstehen. Mit genug Erfahrung, wird der Ertrag sogar wieder steigen. Gruß, Ole!

Benutzeravatar
Didi
Beiträge: 439
Registriert: Donnerstag 24. Januar 2013, 19:56
Postleitzahl: 25451
Ort: Quickborn
Land: Deutschland
Telefon: 0410660040
Imker seit: 12. Apr 2013
Völkerzahl ca.: 4
Bienen"rasse": Carnika, teilweise mit gelben Strteifen. Also mehr Landbiene und 3 Dun
Zuchtlinie/n: Flekkefjord+ Stavershult

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Didi » Freitag 10. November 2017, 19:15

Moin,
gestern war ein Bauernverband Präsident im Fernsehen, der sagte das Glyphosat eigentlich weg könnte, aber auf nassen Böden hätte es wohl seine Vorteile. Und von daher sollte man es ruhig weiter benutzen bis ein besseres (schädlicheres?)Mittel auf dem Markt sei. Das Zeug ja auch deshalb so gut weil man nur 2 ml auf 100 l Wasser braucht. Nebenbei muß ich dir voll zustimmen Ole. Es wird ja schon Landwirtschaft ohne oder minimum an PSM und Herbiziden erfolgreich betrieben.
Gruß Dieter

Benutzeravatar
Ole86
Beiträge: 1064
Registriert: Samstag 22. März 2014, 14:50
Postleitzahl: 28832
Ort: Achim
Land: Deutschland
Telefon: 01512 - 2970464
Imker seit: 1. Apr 2014
Völkerzahl ca.: 15
Homepage: olebruens.de
Bienen"rasse": Mellifera (Bjurholm, Norge110, Bön2, Sikas)
Zuchtlinie/n: Keine eigenen Zuchtlinien

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Ole86 » Freitag 10. November 2017, 19:33

Danke Dieter.

Aktuell haben wir ja eh fast alle Insekten ausgelöscht, also wozu noch spritzen :D :mrgreen:

Genauso lustig, wie traurig...

Richthofen
Beiträge: 320
Registriert: Dienstag 9. Dezember 2014, 08:45
Postleitzahl: 8918
Ort: Unterlunkhofen
Land: Schweiz
Telefon:
Imker seit: 1. Mär 2013
Völkerzahl ca.: 20
Bienen"rasse": Landrasse- Dunkle Biene
Zuchtlinie/n: Schweizer Landrasse - Dunkle Biene

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Richthofen » Freitag 10. November 2017, 21:42

Jetzt überschlagen wir uns aber :D !
Das schreibt sich so flüssig und liest sich so logisch und trotzdem wird es nicht befolgt . :cry:
Die Agrochemie , von der ich absolut kein Fan bin , stehts zu verteufeln ist das Leichteste . So man weiss , dass alles beim Alten bleibt -- :evil:
Der heutige Hochertrags-weizen bei uns und auch die neuen Reissorten in Asien verlangen nun mal eine andere Behandlung als die alten Sorten .
Übrigens : Unglücklicherweise verursachen die neuen Sorten bekanntlich zunehmend bei vielen Menschen Glutenalergie und das nicht nur bei uns - auch den Asiaten schlagen die neuen Reissorten auf den Magen .
Diese modernen Reissorten in Asien gehen übrigens auf die Initiative der UNO zurück welche die Bevölkerungsexplosion in Asien kommen sah und man hat damals mit ihnen gut die Kurve hinbekommen - sprich keine Hungersnöte .
Erst kürzlich las ich eine Publikation in der die UNO ob dem anhaltenden Bevölkerungswachstum abermals eine eine neue Reisgeneration forderte .
Das erzeugt auch bei mir schon beim Gedanken daran Bauchschmerzen ....
Ich denke , es bleibt alles beim Alten und womöglich wird eher einen Gang hochgeschalten .
Wir werden es erleben .

Gruss Markus

Richthofen
Beiträge: 320
Registriert: Dienstag 9. Dezember 2014, 08:45
Postleitzahl: 8918
Ort: Unterlunkhofen
Land: Schweiz
Telefon:
Imker seit: 1. Mär 2013
Völkerzahl ca.: 20
Bienen"rasse": Landrasse- Dunkle Biene
Zuchtlinie/n: Schweizer Landrasse - Dunkle Biene

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Richthofen » Freitag 10. November 2017, 22:22

Didi hat geschrieben:
Freitag 10. November 2017, 19:15
Moin,
aber auf nassen Böden hätte es wohl seine Vorteile.
Gruß Dieter
Was hat das bitte mit nassen Böden zu tun ? :o

Benutzeravatar
Didi
Beiträge: 439
Registriert: Donnerstag 24. Januar 2013, 19:56
Postleitzahl: 25451
Ort: Quickborn
Land: Deutschland
Telefon: 0410660040
Imker seit: 12. Apr 2013
Völkerzahl ca.: 4
Bienen"rasse": Carnika, teilweise mit gelben Strteifen. Also mehr Landbiene und 3 Dun
Zuchtlinie/n: Flekkefjord+ Stavershult

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Didi » Samstag 11. November 2017, 12:04

Da sich auf nassen Böden bekanntlich schlecht ackern läßt, grubbert man nicht sondern "bekämpft" das böse Unkraut per Spritze.

Richthofen
Beiträge: 320
Registriert: Dienstag 9. Dezember 2014, 08:45
Postleitzahl: 8918
Ort: Unterlunkhofen
Land: Schweiz
Telefon:
Imker seit: 1. Mär 2013
Völkerzahl ca.: 20
Bienen"rasse": Landrasse- Dunkle Biene
Zuchtlinie/n: Schweizer Landrasse - Dunkle Biene

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Richthofen » Samstag 11. November 2017, 13:22

Didi hat geschrieben:
Samstag 11. November 2017, 12:04
Da sich auf nassen Böden bekanntlich schlecht ackern läßt, grubbert man nicht sondern "bekämpft" das böse Unkraut per Spritze.
Naja :lol: !

elk030
Beiträge: 906
Registriert: Freitag 24. Oktober 2008, 22:32
Postleitzahl: 14057
Ort: Berlin
Land: Deutschland
Telefon: 03032678879
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.: 60
Bienen"rasse": Mellfera/Landbiene
Zuchtlinie/n:

Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von elk030 » Samstag 11. November 2017, 21:28

Russland will seine Landwirtschaft komplett auf Bio umstellen.
Mal sehen, ob sie das hinkriegen.
Elk

Antworten

Zurück zu „Imkerliches allgemein“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 1 Gast