Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Moderator: Johannes

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Ape
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Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Ape » Dienstag 28. November 2017, 08:35


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Ole86
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Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Ole86 » Dienstag 28. November 2017, 19:56

Hi zusammen,

also was die aktuellen Ereignisse angeht, kann ich einfach nur den Kopf schütteln. Unser Agrarminister Christian Schmidt entscheidet eigenmächtig im Namen von uns allen, dass Deutschland hinter der Verwendung und Ausbringung von Glyphosat steht. Die politischen Folgen lasse ich jetzt einfach mal außen vor und beschränke mich auf den genannten Vorgang.

Dieses Beispiel zeigt einfach einmal mehr, wie großartig die Lobbyarbeit in Deutschland greift. Selbst der totale politische Gesichtsverlust und ein nahezu sicheres Karriereende in der Politik schreckt einen Politiker nicht von entsprechenden Handlungen ab. Ich finde alle Transaktionen von Herrn Schmidt sollten genau unter die Lupe genommen werden.

Die allergrößte Frechheit ist, dass Christian Schmidt seine Entscheidung auch noch unter dem Wort "Ressortverantwortung" verkaufen möchte. Heißt ja letztendlich im Interesse aller Deutschen die von diesem Ressort abhängig sind und da wir ja leider alle essen und trinken müsssen, betrifft dieses Ressort wohl nicht nur die Agrarindustrie sonder eben uns alle.

Man sollte einfach so verantwortungsbewusst sein krebserregene Mittel, die schon jetzt nahezu unseren gesamten Insektenbestand ausgerottet haben, auch weiterhin zuzulassen. Wenn das keine Ressortverantwortung ist, dann weiß ich auch nicht mehr :D

Eine verrückte Welt... Schönen Abend, Ole!

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Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Waxelmann » Dienstag 28. November 2017, 21:11

Hallo Zusammen,
Zum aktuellen Thema ...
https://secure.avaaz.org/campaign/de/de ... f1ec366806

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Ole86
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Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Ole86 » Dienstag 28. November 2017, 21:27

Hehe, danke, Avaaz rules :)

Der Seite darf man vertrauen... Etwas plump gelegentlich, aber effektiv.

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Heiko
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Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Heiko » Dienstag 28. November 2017, 22:52

Hallo

es ist leider völlig egal ob er durch eine Petition gehen muss. Der will (und muss) doch selber gar nicht mehr und hat seine Schäfchen im Trockenen. Eine Petition für eine juristische Untersuchung (kein Untersuchungsausschuss) dieses Vorfalles würde ich dagegen sofort zeichnen.

Ich bin über Recherchen zum Vogelrückgang letztens beim Umweltbundesamt angelangt. Deren nüchterne Statistik gibt für das Jahr 2015 einen PSM Einsatz von 49.000 Tonnen verteilt auf 277 Wirkstoffe an. 49.000 Tonnen klingen für ein Land wir Deutschland wenig? Das sind aber umgerechnet 49.000.000 Kg Wirkstoffausbringung und das nur in einem Jahr. Wem das noch zu abstrakt ist, möge versuchen sich den Berg an 49 Millionen Tetrapaks vorzustellen. Wohlgemerkt jedes Jahr. Natürlich nicht alles Glyphosat aber eben alles, was legal auf unsere Äcker an Giften ausgebracht wird. Tendenz?

So und nun fahre ich mit den (ehemals Kesseldruckimprägnierten) Holzresten aus denen die (lebendigen) Pilzkörper schauen zum Abfallwirtschaftshof.
Oh je= Sondermüll!!!!

Das Beispiel mag hinken aber lasst mal sacken, was hier eigentlich legalisiert wird und ständig weiter passiert. An der Eigenschaft "krebserregend" des Einzelstoffes die Zulassung fest zu machen ist absurd. Man kann auch lauter andere unschöne Dinge bekommen. Die schiere Menge und Vielfalt der Stoffe betrachtet niemand. Dazu wäre wahrscheinlich auch niemand in der Lage, dies nach streng wissenschaftlichen Kriterien zu dokumentieren. So steht Einzelbetrachtung gegen Einzelbetrachtung und alles geht seinen Gang weiter, bis wir einen Tages feststellen werden, dass man Geld nicht essen kann. Aber selbst dann noch werden es Leute als Fakenews oder gefühlte Wirklichkeit abtun.

Heiko

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Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Ole86 » Dienstag 5. Dezember 2017, 21:16

Gestern gab es übrigens eine "hartaberfair" Ausgabe mit dem Thema "Der stille Tod der Bienen - wer vergiftet unsere Natur?".

https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfa ... r-100.html

Hier war auch Herr Schmidt anwesend. Auch die Aussage von Heiko wurde noch einmal sehr schön veranschaulicht. Ich finde es kamen für eine Talkshow erstaunlich gute Aussagen zu Stande.

Beste Grüße, Ole!

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Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Ole86 » Dienstag 5. Dezember 2017, 21:23

Ein weiterer sehr interessanter Artikel trägt den Namen "Meinung: Welche Glyphosatstudie stimmt denn nun?" und stammt von Lars Fischer. Dieser gefällt mir besonders gut, da er mehrere Seiten beleuchtet. Wirklich sehr lesenswert.

http://www.spektrum.de/news/meinung-wel ... un/1410707

LG, Ole!

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Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von robirot » Dienstag 5. Dezember 2017, 22:26

Warum den gleich so viel Vorstellen, das kann eh keiner, aber das bedeutet das pro Kipf 0.6 kg Pestizide ausgebracht werden und die müssen ja auch irgendwo hin.

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Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Ape » Mittwoch 18. April 2018, 06:44

Hm...nun auch diese Meldung. Ähnlich wie die Meldung der Unterstützung des Verbots von Neonikotinoiden (viewtopic.php?f=11&t=2092&p=32319#p32319).

https://www.agrarheute.com/politik/kloe ... ken-544200

Ist das nur eine politische Farce, die Fr. Klöckner hier verfolgt, oder ernste Absichten? Jedoch, die beschriebenen Pläne haben einen fahlen Beigeschmack. Einschränkungen und zusätzliche Hürden, die ein Landwirt übersteigen muss, ohne aber richtige Alternativen zu besitzen, kann nicht die Lösung sein. Zudem soll die jeweilige Pflanzenschutzbehörde darüber befinden, ob er es einsetzen darf? Wie soll das funktionieren oder wer soll das bezahlen? Das Pferd hinkt da gewaltig. Hier wird m.M.n. ein Aufschrei "Verbot hier, Verbot da" vermittelt, ohne nachhaltigen Plan.

LG
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Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Katrin » Mittwoch 18. April 2018, 07:40

Guten Morgen Ape,

Ich versteh das Problem nicht. Gibt mit Sicherheit Alternativen und wenn man "nur" die Mittel verwendet die es davor gab und nicht verboten sind oder sich endlich mal auf den Einsatz von Nützlingen einlässt. Evtl. ist das sinnvoller und kostet weniger im Folgejahr, wenn man sich drauf einlässt und ihnen einen Raum anlegt wo sie überwintern können. Beispiel Florfliegenkästen gegen Blattläuse, die brauchen nicht wirklich viel Platz. Man stellt sie im ersten Jahr auf, bringt Florfliegenlarven aus wenn man besonders ungeduldig ist und hat keinen Zeitaufwand und Arbeit mehr mit ständig Pflanzenschutzmittel ausbringen. Erspart Zeit, braucht nicht viel Platz und kostet weniger weil das von alleine läuft und man nicht ständig nachkaufen muss. :wink:

LG Katrin

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Re: Glyphosat - (k)ein Ende in Sicht?

Beitrag von Ape » Mittwoch 18. April 2018, 11:38

Katrin hat geschrieben:
Mittwoch 18. April 2018, 07:40
Guten Morgen Ape,

Ich versteh das Problem nicht. Gibt mit Sicherheit Alternativen und wenn man "nur" die Mittel verwendet die es davor gab und nicht verboten sind oder sich endlich mal auf den Einsatz von Nützlingen einlässt. Evtl. ist das sinnvoller und kostet weniger im Folgejahr, wenn man sich drauf einlässt und ihnen einen Raum anlegt wo sie überwintern können. Beispiel Florfliegenkästen gegen Blattläuse, die brauchen nicht wirklich viel Platz. Man stellt sie im ersten Jahr auf, bringt Florfliegenlarven aus wenn man besonders ungeduldig ist und hat keinen Zeitaufwand und Arbeit mehr mit ständig Pflanzenschutzmittel ausbringen. Erspart Zeit, braucht nicht viel Platz und kostet weniger weil das von alleine läuft und man nicht ständig nachkaufen muss. :wink:

LG Katrin

Hallo Kathrin,

ja, alles prinzipiell richtig. Der Einsatz von Nützlingen ist eine Option. Gibt es ja auch im Obstbau, bei Bio-Apfelplantagen, um nur ein Beispiel zu nennen. Da bin ich voll und ganz bei dir. Hier könnte man mehr tun, auch wenn der anfängliche Ertragseinbruch u.U. nicht unerheblich wäre. Ich hatte da mal eine interessante Reportage über das alte Land gesehen und die Umstellung eines Betriebes auf Bio. Es war nicht unerheblich, was in den ersten Jahren an Verlust zu verbuchen war. Am Ende hat es aber funktioniert.
Die Frage ist, ob nicht die Art und Weise des Pflanzenschutzes das Problem ist, sondern die Art und Weise wie Pflanzen angebaut werden und in welcher Menge auf welcher Fläche und in welcher "Hochertragszucht". Man sollte das eher an der Wurzel des Übels angehen, nicht wenn die Pflanze schon steht, sondern eher die Frage stellen, wieviel Pflanzenart kann ich pro Fläche anbauen, um mit natürlichen Mitteln (Nützlinge, etc.) das Gleichgewicht zu halten und die Ertäge stabil zu halten. Thema Monokultur und Masse.

Jedoch sehe ich es beim Thema Pflanzenschutzmittel nicht ganz so einfach. Einfach die alten Mittel verwenden? Hier muss beleuchtet werden, warum wurden die Mittel ausgetauscht bzw. abgelöst? Waren Sie zu teuer? Zu uneffektiv? Vielleicht sogar zu schädlich? Es gibt viele Gründe, wieso Mittel nicht mehr verwendet werden, obwohl gesetzlich zugelassen. So einfach kann man das denke ich nicht sehen. Es ist doch am Ende immer so, dass hier gewaltige finanzielle Interessen dahinter stehen, die das Schicksal des Einzelnen untergehen lassen. Leidtragender ist die Natur selbst.

LG
Steve

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