Imkerlicher Jahresrückblick 2017

Moderator: Johannes

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Johannes
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Imkerlicher Jahresrückblick 2017

Beitrag von Johannes » Sonntag 12. November 2017, 16:46

Hallo Imkerfreunde! :D

Das Kalenderjahr geht dem Ende entgegen, das neue Bienenjahr hat schon angefangen... Nun ist es Zeit, dieses Jahr zu reflektieren und hierzu möchte ich euch herzlich einladen!

Für mich began 2017 mit einem seltsamen Frühling. Später Frost ließ viele Blüten erfrieren. Die Robinie versagte in der Folge gänzlich. Dieser Start ließ mich nichts Gutes erwarten. Aber ich wurde zum Glück eines besseren belehrt. 8) Dieses Jahr war mein bestes Bienenjahr aller Zeiten. Ich hatte noch nie so viele starke Völker, so viel Honig und so viele Königinnen erbrütet. Es gab noch kein Jahr, in dem ich kein Gramm Zucker brauchte. Die Völker haben sich selbst versorgen können trotz Honigernte. Die wenigen Jungvölker, die Futter brauchten, erhielten Honig vom letzten Jahr. Ich bin überwältigt, wie sich dieses Jahr entwickelt hat. Viele neue Projekte ließen sich umsetzen.

Ich "erprobte" die Sicula direkt aus Sizilien und habe für mich reinen Gewissens entschieden, dass ich mit dieser Bienen nichts groß anfangen kann. Ich brauche sie nicht und will sie schon gar nicht weiter vermehren. Es war ein nettes Experiment und hat meine Kenntnis über diese Biene bereichert. Aber es gibt für mich derzeit keinen guten Grund, sie hier zu halten. Jedenfalls bin ich gespannt, wie sich die letzten beiden F1-Völker im M+ diesen Winter machen. Abdrücken werde ich diese Königinnen nicht. Aber eben auch nicht weiter vermehren.

Dann konnte ich meinen Bestand an Ligustica weiter ausbauen und erste wenige F1-Königinnen erbrüten. Mittlerweile habe ich eine gewisse genetische Bandbreite, die es aber unbedingt weiter auszubauen gilt. Das steht für 2018 an. Vielleicht finde ich ja noch weitere vertrauenswürdige Quellen.

Ein kleines Randexperiment bildet eine Elgon direkt aus Schweden. Von dieser habe ich wenige F1 für mich nachgezogen und selektiere hier eindeutig auf "gelb" und will mal sehen, wohin mich dieses kleine Experiment bringt. Momentan kann ich zum Thema Varroa hier noch gar nichts sagen und ein einziges Reinzuchtvolk liefert da natürlich auch keine aussagekräftigen Erkenntnisse.

Für meine Dunkle war es das beste Jahr aller Zeiten. :lol: Ich habe den Bestand erweitert, viele tolle F1 nachgezogen und interessante (neue) Linien für 2018 erworben. Die Dunkle fasziniert mich nach wie vor am meisten. Zwar scheint auch mir die Ligustica "pflegeleichter", aber die Dunkle ist (je reiner sie ausfällt) für mich die liebenswerteste Biene überhaupt!


Kleiner Ausblick für 2018:
Im nächsten Jahr steht für mich beruflich und privat einiges an Herausforderungen an. Daher will ich jetzt noch keine Zucht planen. Sicher wird es wieder Königinnen geben, aber wohl nicht so viele wie dieses Jahr. Die Zucht macht auch im Kleinen und mit Standbegattung viel Arbeit! Wer mal ernsthaft 30, 50, oder mehr Königinnen erbrütet hat, wird mich verstehen. :? Es ist viel Arbeit und präzise Terminarbeit. Da gibt es keinen Raum für Kompromisse und wenn mir nächstes Jahr die Zeit mal knapp wird, beschränke ich lieber meine Zucht, anstatt mir Ärger mit Kunden einzuhandeln. ... Ich denke, das kann hier jeder verstehen.

LG Johannes
Derzeit sind keine Königinnen mehr verfügbar.
Im nächsten Jahr wird es wieder Nachzuchten von Mellifera und Ligustica geben.
Bestellungen nehme ich aber erst nach der Auswinterung entgegen.

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Ole86
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Re: Imkerlicher Jahresrückblick 2017

Beitrag von Ole86 » Dienstag 5. Dezember 2017, 18:39

Hi zusammen,

das Jahr nähert sich dem Ende und ich blicke ebenfalls auf ein ereignisreiches Bienenjahr zurück. Der letzte Winter brachte hohe Verluste mit sich. Glücklicherweise hatte wenigstens ein Volk überlebt, welches im Frühjahr erstaunlich schnell erstarkte. Auf diese Weise konnte ich über das Jahr mehrere Ableger bilden.

Die Ableger wurden mit F1 Königinnen der Dunklen Biene sowie der Ligustica bestückt. Auch wenn sich diese nicht ganz so gut entwickelten, wie ich mir erhofft hatte, durfte ich alle mit einem überwiegend guten Gefühl einzargig einwintern.

Hinzu kamen im Spätsommer noch zwei Miniplusableger, bei denen ich großzügig unterstützt wurde. Eine Übergabe von vier weiteren Ablegern musste ich auf das nächste Jahr verschieben.

Durch eine größere Knieverletzung im April musste ich mich allerdings in vielen Bereichen einschränken und bin heil froh, dass ich keine Schwärme hatte. Diverse Vorhaben musste ich leider zurückstellen und hoffe diese im nächsten Jahr umsetzen zu können. Insgesamt bin ich somit sehr froh doch am Jahresende eine zweistellige Anzahl von Völkern eingewintert zu haben und hoffe auf einen besseren Start im neuen Jahr.

Beste Grüße, Ole!

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Johannes
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Re: Imkerlicher Jahresrückblick 2017

Beitrag von Johannes » Dienstag 5. Dezember 2017, 20:29

Ole86 hat geschrieben:
Dienstag 5. Dezember 2017, 18:39
...Die Ableger wurden mit F1 Königinnen der Dunklen Biene sowie der Ligustica bestückt. Auch wenn sich diese nicht ganz so gut entwickelten, wie ich mir erhofft hatte, durfte ich alle mit einem überwiegend guten Gefühl einzargig einwintern. ...
Hallo Ole,

du hättest sie sicher lieber wie gewohnt 2-zargig eingewintert. Richtig? ... Das gab die Entwicklung dann doch nicht her. Du musst ja bedenken, dass die alle von einem Volk abstammen. So viel Bienenmasse war als Ausgangslage ja gar nicht vorhanden! :) Aber mach dir da mal nichts draus. Ich wintere dieses Jahr 2/3 meiner Zander-/DN-Völker einzargig ein und das mit bestem Gefühl! 8)

Auch habe ich dieses Jahr gelernt, dass ein Brutraum DN mit 11 Waben den ganzen Sommer über ausreicht und trotzdem 3-4 Flachzargen als HR drauf passen und diese 2 mal geschleudert werden können. So hat also ein einzargiges DN-Volk trotzdem ca. 80 kg Honig geliefert. ... Aber DN 1,5 gefällt mir besser und wird die Zukunft in meiner Imkerei bedeuten. Die Testsvölker waren sehr zufriedenstellend zu führen und machten wenig bis keine Arbeit.

LG Johannes
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Re: Imkerlicher Jahresrückblick 2017

Beitrag von Ole86 » Dienstag 5. Dezember 2017, 20:43

Johannes hat geschrieben:
Dienstag 5. Dezember 2017, 20:29
...du hättest sie sicher lieber wie gewohnt 2-zargig eingewintert. Richtig?
Hi Johannes,

also zweizargig hätte ich jetzt nicht erwartet, aber viele sitzen auf 5-8 statt wie erhofft auf 9-12 Waben. Das Futter wurde allerdings gut angenommen und ich hoffe dass viele durchkommen.

LG, Ole!

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Re: Imkerlicher Jahresrückblick 2017

Beitrag von Herbert » Mittwoch 6. Dezember 2017, 17:32

Hallo zusammen,
ich werde mich kurz fassen,für mich ein verrücktes Bienenjahr durch Wetterkapriolen.
Volksentwicklung gut,keine Verluste der Völker eine im Verhältnis zu den letzten Jahren recht gute Ernte der Frühtracht/Raps.
Schlechte Begattung der ersten Serie Königinnen in deren Ableger in Mitte Mai,spätere Ableger wurden gut begattet.
Sehr wenig Sommerhonig geerntet,die meisten meiner Dunklen Bienen haben trotz 4-5 Zargen NM geschwärmt,egal ob Reinzucht
oder F1.
Die ersten gaben an Winterfutter wurden direkt in Brut umgesetzt,sodas fast alle Völker nicht 20,sondern 30-teils33 Kg an Winterfutter
benötigten,dementsprechend ist die Zahl der Varroen gestiegen,das die Restentmilbung von wichtiger Bedeutung ist wenn man seine
Völker nicht verlieren will.
Habe mich in diesem Jahr erstmalig mit gutem Material,sprich Ligustica von nahmhaften Züchtern bestückt,um im nächsten Jahr
durchzustarten,zeitgleich werde ich mich von der Dunklen Biene verabschieden und meine Bestände dementsprechend veräußern.

insgesamt bin ich aber zufrieden,obwohl es dieses Jahr alles anders als Normal war.

LG Herbert

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