Pollenbretter - Ein Problem der Imker?

Moderator: Johannes

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Johannes
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Pollenbretter - Ein Problem der Imker?

Beitrag von Johannes » Montag 13. November 2017, 14:04

Hallo zusammen,

ich wundere mich ja regelmäßig im Frühjahr darüber, dass manche Imker ihren Völkern die Pollenwaben weg nehmen und damit meinen, sich und den Bienen was Gutes zu tun. Es soll wohl den Schwarmtrieb bremsen.... Das kann ich absolut nicht verstehen. Denn ich mache das nie und maximal 1/4 meiner Völker zeigt überhaupt Anzeichen von Schwarmstimmung. Aber alle haben massig Pollen!

Jetzt wird es noch unverständlicher für mich. Heute sehe ich in einem anderen Forum, dass Pollenwaben vor dem Winter entfernt werden sollen, weil sie angeblich negative Auswirkungen auf die Isolation haben und die Bienen noch dazu keinen Pollen bräuchten, weil sie ihre Brut ausreichend über ihre Körperreserven versorgen.... Da wird es für mich langsam zur Tierquälerei!

Sicher, Winterbienen haben einen umfangreichen Eiweißspeicher, wenn sie in ihrer Entwicklung genug Pollen zur Verfügung hatten. Warum ich beim Erbrüten der ersten Jungbienen ausschließlich darauf setzen soll, verstehe ich nicht.... Beschweren sich solche Imker dann über eine schlechte Frühtrachtnutzung?... Ich weiß es nicht. Aber Verständnis habe ich für derart unsinnige Aktionen nicht.

Mangelernährung kann nicht Ziel der Imker sein. Eine reichhaltige Pollenversorgung ist mir sehr wichtig und ich tue einiges dafür, dass meine Völker volle Waben haben.

Wie seht ihr das?

LG Johannes
Derzeit sind keine Königinnen mehr verfügbar.
Im nächsten Jahr wird es wieder Nachzuchten von Mellifera und Ligustica geben.
Bestellungen nehme ich aber erst nach der Auswinterung entgegen.

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Re: Pollenbretter - Ein Problem der Imker?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Montag 13. November 2017, 14:57

HAllo Johannes,

das sehe ich ganz genauso. Von mir gibt es da nichts neues hinzuzufügen. Ich würde nie auf die Idee kommen, Völkern Pollenwaben zu entnehmen.

LG
Kai
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Re: Pollenbretter - Ein Problem der Imker?

Beitrag von Didi » Montag 13. November 2017, 18:00

Moin,
das kommt von Bruder Adam der angeblich im Frühjahr die Pollenbretter voll Wut in die Büsche feuerte. Dieses Gerücht hält sich seit 50 Jahren oder länger. Ich entferne auch keine Pollenbretter und habe seit 2 Jahren keine Schwärme. Leider??
LG Dieter

Herbert
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Re: Pollenbretter - Ein Problem der Imker?

Beitrag von Herbert » Montag 13. November 2017, 18:15

Moin Johannes,
auch ich bin deiner Meinung,sehe auch keinen Sinn beim entfernen der Pollenwaben,es gibt auch schlechte Frühjahre,wo die Völker
auf ihre Pollenvorräte zurückgreifen können.
Allerdings wenn bei der Frühjahrskontrolle Pollenwaben angeschimmelt sind,nehme ich sie auch raus,die übrigen nicht schimmligen
sind in der Regel bis zur Rapstracht verbraucht und bebrütet.

Pollenwaben zu entfernen als Schwarmverhinderung,halte ich für schwachsinnig!
Habe ja auch in diesem Jahr etwas Pollen geerntet zum Eigenverbrauch,allerdings mit schlechtem Gewissen den Bienen gegenüber.

LG Herbert

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Re: Pollenbretter - Ein Problem der Imker?

Beitrag von elk030 » Montag 13. November 2017, 19:40

Erst ist es Pollen. Dann machen die Bienen es zu Perga.
Dieses ist haltbar und nun aufgeschlossen, so das seine wertvollen Inhaltsstoffe genutzt werden können.
Solch ein Aufwand treffen die Bienen nicht, wenn sie Perga nicht bedürfen.
Es ist auch auffallend, mit welcher Inbrunst die Bienen im Herbst Pollen sammeln.
Sie gehen bereits früh im Frühling stark in Brut, bevor es überhaupt Pollen zu holen gibt.
Schon seltsam, wenn man ihnen ihr das dann einfach nimmt,
Gruss, Elk

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Re: Pollenbretter - Ein Problem der Imker?

Beitrag von Richthofen » Dienstag 14. November 2017, 11:29

Moin ,
Wut tut selten gut und das angeblich ausgerechnet von einem Bruder Adam der die Buckfast kreierte und damit bis heute unter den Buckfastimkern wohl als allwissender Heiliger gesehen wird .....
Wut darüber weil ein hoffnungsvolles Zucht - Volk den Pollen nicht in Bienenmasse verbrütet hat ?
Ich lasse den Bienen auch sämtlichen Pollenvorräte .
Zwei Imker kenne ich die auch Pollenbretter reduzieren - beide darf man als erfolgreiche Imker bezeichnen .
Der Anhänger Adams hängt Rapspollenbretter um , begründet es jedoch damit dass diese womöglich durch PSM belastet seien - diese sollten nicht als Winternahrung dienen . Ansichten eben ....

Gruss Markus

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Re: Pollenbretter - Ein Problem der Imker?

Beitrag von badenimker » Dienstag 14. November 2017, 12:03

Hallo,
warum Bruder Adam als "Heiliger" hinsichtlich der Bienenhaltung in manchen Imkerkreisen gehandelt wird, ist mir auch ein Rätsel. Seine Meinung, dass in den 20 Jahren des letzten Jh. die "Altenglische" Dunkle Biene durch eine Krankheit für immer verschwunden sei, war (ist) nicht zutreffend. Seine Idee über eine Kombinationszucht die "beste" Biene (Buckfastbiene) zu erschaffen führte und führt auch dazu, dass die verschiedenen reine Unterarten der Honigbiene weiter verschwinden (durch Einführung fremder Bienenrassen), was der Biodervisität u.a. nicht gut tut.
Dass Pollenbretter raus sollen, ist der Idee mit dem Schied zu verdanken. Das Brutnest wird so eingeengt, dass für Pollen und Honig kein Platz mehr dort ist. Da die Bienen um die Brut Pollen ablegen und nicht gerne den durchs Absperrgitter schleppen, sammeln sie weniger Pollen (und vielleicht mehr Honig).WEnn doch Pollen im beschränkten Brutraum abgelegt werden, dann werden diese Pollenwaben entnommen. Damit wird natürlich auch das Schwarmverhalten eingeschränkt, denn Pollenablagerung im beschränkten Brutraum würde durch das "Verstopfen" des Brutnestes die Schwarmstimmung erhöhen. Aber warum schränkt man dann so stark ein (auf 5-7-Dadantwaben) ?
Ob das dem Organismus der Bienen gut tut?
Vor drei Jahren standen ganz in der Nähe eines meiner Wanderplätze ca. 20 Dadantkästen mit Schied. Durch das Flugloch habe ich gesehen, dass das Brutnest auf 6 Waben geschränkt war. Meine mehrfache Beobachtung war, dass die Flugaktivität bei meinen Völker immer höher war.
Von Bruder Adam kommt übrigens die Schiedmethode nicht. Da konnten die Bienen Pollen eintragen, wie sie wollten.

Grüsse

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Re: Pollenbretter - Ein Problem der Imker?

Beitrag von robirot » Dienstag 14. November 2017, 17:10

Keine Ahnung woher das kommt, ich habe es dieses Jahr aber eröebt wie Pollenfreie Völker aussehen und das ohne Entnahme von Pollen. Da musst ich mit Pollenersatz zufütterm damit es weiter geht. Fazit Pollen bleibt drinnen und sollte es mal wieder zu so einer frühen langen kälteperiode wie dieses Jahr kommen werde ich wieder Pollenersatz füttern.

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Re: Pollenbretter - Ein Problem der Imker?

Beitrag von Sturmimker » Mittwoch 15. November 2017, 08:51

Grüß euch,
Wie groß regionale Unterschiede sein können!?
Bei mir (östlich von Wien) schaut die Sache anders aus. In meinen ersten Imkerjahren habe ich die Pollenbretter drinnen gelassen. Ich würde sagen, das war ein Fehler. 4-5 sind im Juli/August keine Seltenheit. Mittlerweile gestatte ich keinem Volk mehr als zwei Pollenbretter. Überwintert wird nur mit einem. Ich arbeite ohne Schied und ohne Absperrgitter(Zander Jumbo/Flach). Üblicherweise drückt die Tracht die Brutnester nach unten. Wenn aber jetzt kein Platz für Brut zur Verfügung steht, entstehen schmale (2-3 Waben) und längliche Brutnester welche bis in die Honigräume reichen. Dies möchte ich vermeiden. Perga ernte ich nicht. Nur die Jungvölker dürfen sich freuen. Je nach Volksstärke hänge ich diese mitunter sogar mitten ins Brutnest.
lg Michael

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