Drohnenwabe "verbaut" - was nun?

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Daniela
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Drohnenwabe "verbaut" - was nun?

Beitrag von Daniela » Freitag 10. Mai 2019, 12:03

Liebe Retter in der Not,

ich bräuchte mal wieder einen Ratschlag von euch Experten.
Im letzten Jahr hatte ich bei meinem Volk keine Drohnenbrut geschnitten, da es auf Naturwaben saß.
Das neue Volk habe ich mit Drohnenbaurahmen bekommen und mir wurde auch gesagt, ich solle etwas mehr Platz beim Rähmchen zusammen schieben lassen.
Ich habe das überhaupt nicht mehr auf dem Schirm gehabt, erst gestern, als ich noch mit mir am hardern war, Drohnenbrut schneiden ja oder nein......
Bei der Schwarmkontrolle (so war mein Plan) wollte ich mir dazu durchringen, die Drohnenbrut zu schneiden. ABER: ich habe die Waben doch so eng zusammen geschoben, dass der Baurahmen mit dem Nachbarrähmchen verbaut wurde :oops: . Ein Versuch, die Rähmchen vorsichtig zu trennen hat nur dazu geführt, dass mir die Wabe fast abgerissen ist.

Wie sollte es anders sein: ich hatte das Gefühl, dass fast alle Bienen auf genau diesen Waben saßen und ich wollte keinesfalls das Risiko eingehen, dass mir die Wabe abfällt und die ganzen Bienen und womöglich noch die Königin unter sich begräbt.

Wie ihr euch vorstellen könnt, habe ich nun gleich 3 Probleme:
-eine Wabe, die auf halb 8 hängt und wo ich nicht wie geplant die Drohnenbrut entfernen kann
- ich kann keine anständige Schwarmkontrolle durchführen
- wie bekomme ich wieder Ordnung in der Beute hergestellt ohne die Bienen zu gefährden?

Meine Idee war jetzt alles so zu lassen, wie es ist und abzuwarten, bis die dicken Herren geschlüpft sind. Dann müssten doch für eine kurze Zeit die Waben frei von Bienen sein (außer die, die vielleicht gerade mit dem Putzen beschäftigt sind) sodass ich sie besser heraus nehmen kann. Wenn sie dann abreißt, begräbt sie zumindest nicht eine große Masse an Bienen unter sich.

Was meint ihr? Auf Teufel komme raus die Drohnen rausnehmen oder abwarten und womöglich einen Schwarm riskieren?
Oder habt ihr sogar noch eine viel bessere Idee?

Ich tendiere zum Abwarten, wollte aber doch mal lieber die Meinung der Profis hören.

Herzlichen Dank und viele Grüße!
Daniela

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Didi
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Re: Drohnenwabe "verbaut" - was nun?

Beitrag von Didi » Freitag 10. Mai 2019, 16:51

Moin Daniela,
ich würde mit einem langen,scharfem Messer zwischen Drohnen- und anderem Rähmchen vorsichtig 2-3 cm tief schneiden. Am besten zu zweit an der Beute. Die Kö ist eher nicht auf der vollen Drohnenwabe. Wenn du ganz sicher gehen willst, so binde nach auseinanderrücken der Rähmchen ein dünnes Band um die Drohnenwabe, so verhinderst du das sie auseinander fällt. Nachdem das Rähmchen draußen ist, kannst du die ansitzenden Bienen vorsichtig abfegen.
LG
Dieter

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Re: Drohnenwabe "verbaut" - was nun?

Beitrag von Postkugel » Freitag 10. Mai 2019, 19:54

Leider weiss ich nicht, welche Beuten Du verwendest.

Ich wuerde zunaechst versuchen, die betreffenden Waben brutfrei zu bekommen. Das geht recht einfach, wenn man sie hinter ein Schied haengt. Also: Schauen, wo die Koenigin ist und diese ggf. auf eine andere Wabe des Brutnestes bugsieren. Dann den verbauten Wabenblock zur Seite schieben und zw. Brutnest und diesem eine Futterwabe + Schied setzen. Es ergibt sich dann folgende Anordnung:

FW-BW-BW.(incl. Koe.)..BW-FW-Schied-Verbauter Block

FW - Futterwabe
BW - Brutwabe

In 23 Tagen ist der verbaute Block recht sicher brutfrei und kann entnommen und eingeschmolzen werden. Auch kannst Du bereits einen neuen Baurahmen zw. letzter BW und FW vor das Schied haengen:

FW-BW-BW...BW-BR-FW-Schied-verbauter Block

Alternativ kannst Du den verbauten Block auch ueber Absperrgitter in den Honigraum setzen. Nur aufpassen, dass die Ko. nicht mit in den Honigraum gelangt. Nachteil dieser Variante ist, dass die Drohnen nicht durch dass Absperrgitter passen. Der Honigraum sollte also ein weiteres Flugloch haben, damit die kleinen Kerlchen nicht im Absperrgitter verenden.

Nachteil ist natuerlich auch, dass die Drohnenbrut und damit auch die Varroen schluepfen. Solltest Du einen hohen Varroadruck haben (Fallzahlen der Winterbehandlung?), dass die Drohnenbrut nicht schluepfen darf, dann kannst Du ggf. auch einen Ableger erstellen. Wird dann jedoch recht aufwendig.

Wenn der Verbau jedoch nicht so schlimm ist, wuerde ich, wie von Dieter empfohlen, mit dem Messer trennen. Muesste man sehen. Viele Wege fuehren nach Budweis!

Daniela
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Re: Drohnenwabe "verbaut" - was nun?

Beitrag von Daniela » Dienstag 14. Mai 2019, 22:12

Vielen Dank für eure Antworten!!

Leider lag ich nun auch noch ein paar Tage flach und war weder am PC noch an den Bienen. Sonst hätte ich zwischendurch schon mal " Danke" gesagt und berichtet, wie es gelaufen ist.

Da die Drohnen nun in der Entwicklung langsam fahrt aufgenommen haben müssten, tu ich mich mit dem schneiden noch schwerer als eh schon.....

Ich habe mich jetzt dazu entschlossen, die verbauten Waben tatsächlich hinter das Schied zu hängen und sie schlüpfen zu lassen. Beim nächsten Drohnenrahmen bin ich dann schlauer :roll:
Nun fahre ich morgen erstmal hin und lass mich überraschen, was wohl nun wieder passiert ist :lol:

Nochmals herzlichen Dank!
Daniela

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Re: Drohnenwabe "verbaut" - was nun?

Beitrag von robirot » Mittwoch 15. Mai 2019, 21:21

Nehm beide Waben für n Ableger, nach 3 Wochen sind sie Brutfrei, Dann die Bienen Abstoßen und und die Waben einschmelzen.

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Re: Drohnenwabe "verbaut" - was nun?

Beitrag von Daniela » Donnerstag 16. Mai 2019, 09:53

Guten Morgen!

Mal ne ganz blöde Frage.... was ist mit Abstoßen gemeint? Oder eher gefragt: wohin stoße ich die Bienen ab? Ins alte Volk zurück? Wenn die so lange ohne Königin sind, besteht dann nicht die Gefahr, dass aus den Ammenbienen plötzlich "Legehennen" werden und sie anfangen selbst Drohnenbrut zu erzeugen?
Vielleicht eine dämliche Frage aber ihr habt bestimmt eine einleuchtende Antwort für mich parat...

Vielen Dank und lieben Gruß,
Daniela

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Re: Drohnenwabe "verbaut" - was nun?

Beitrag von Herbert » Donnerstag 16. Mai 2019, 10:26

Moin,
Abstoßen oder Abfegen,ja ins bestehende Volk,um es nicht noch komplizierter zu machen.

Lg Herbert

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Re: Drohnenwabe "verbaut" - was nun?

Beitrag von Daniela » Donnerstag 16. Mai 2019, 10:45

Vielen Dank!! ich dachte ich frag besser nach, bevor ich hier was in den falschen Hals bekomme :-)

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