Mikrosatellitendaten unterstützen Differenzierung der MLinie

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Mikrosatellitendaten unterstützen Differenzierung der MLinie

Beitrag von Ole86 » Mittwoch 17. Juni 2015, 21:03

Hallo zusammen,

ich bin heute auf der Seite des Journals "Apidologie" auf folgenden sehr interessanten Artikel aus dem Jahre 2010 gestoßen:

Geometrische Morphometrie und Mikrosatellitendaten unterstützen übereinstimmend die Differenzierung der evolutionären M-Linie von Apis mellifera

Klingt zunächst etwas trocken, unterstützt allerdings noch einmal die Berechtigung des M-Haplotypen. Obwohl besonders unter uns Melliferaimkern Übereinstimmung über die Gültigkeit dieser Linie herrscht, wurde die Differenzierung bzw. Existenz der westeuropäischen Linie M kontrovers diskutiert. Traditionelle Morphometrie und die Analyse von Allozymen, sowie mitochondrialer DNA haben bisher eine enge Verwandtschaft zwischen der der M-Linie zugeordneten Unterart A. m. iberiensis und den nordafrikanischen Unterarten der A- (Afrikanischen) Linie unterstützt.

Studien auf der Basis von Mikrosatelliten und Einzelnukleotidpolymorphismen (SNPs) haben jedoch klare Unterschiede zwischen den beiden europäischen Unterarten der M-Linie (A. m. mellifera und A. m. iberiensis) und den nordafrikanischen Unterarten aufgedeckt.

Als Beitrag zur Auflösung dieses Widerspruchs wurden 663 Völker von 6 Unterarten der A, M und C Linie analysiert. Die Flügelform wurde mittels einer geometrisch-morphometrischen Methode analysiert, und die Ergebnisse wurden mit den Resultaten einer Mikrosatellitenanalyse von 6 Loci verglichen. Die morphologischen und genetischen Daten stimmten gut überein. Mit beiden Methoden konnten die drei evolutionären Linien unterschieden werden, und mit beiden Methoden kann eine deutliche Differenzierung zwischen den westeuropäischen Unterarten A. m. mellifera und A. m. iberiensis und den nordafrikanischen Unterarten abgesichert werden.

Die Ergebnisse unterstützen somit eine klare Differenzierung der Unterarten der M-Linie und bestätigen die Hypothese, dass die Präsenz von A-Linien Mitotypen in iberischen Populationen der Honigbiene wahrscheinlich als Folge von sekundärer Einführung betrachtet werden muss. Dabei ist im zurzeit vorhandenen genetischen Hintergrund in Iberien der afrikanische Einfluss minimal.

Durch ihre große deskriptive und statistische Aussagekraft führt die geometrische Morphometrie des Flügels bei der Zuordnung von Individuen zu evolutionären Linien zu einer geringeren Anzahl von Fehlklassifikationen. Sie erscheint daher gegenüber der Analyse von mitochondrialer DNA und traditioneller Morphometrie bei der Überprüfung von Populationen der Honigbiene in Zentral- und Nordamerika zum Verfolgen der Afrikanisierung geeigneter.

(Dieser Text ist eine Ableitung der Zusammenfassung des genannten Artikels: Siehe http://www.apidologie.org/articles/apid ... 09164.html)

Hier findet ihr den Artikel als PDF-Dokument: http://www.apidologie.org/articles/apid ... m09164.pdf

Beste Grüße, Ole!

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Re: Mikrosatellitendaten unterstützen Differenzierung der ML

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Freitag 19. Juni 2015, 12:48

HAllo Ole,

danke für dieses weitere, wichtige wissenschaftliche Dokument mit neuen Erkenntnissen! Manchmal schwierig und trocken zu lesen, aber es lohnt sich und erweitert das Basiswissen.

LG
Kai
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