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Warré-Beute und -Betriebsweise

Alles zur Warrébeute, zum Top Bar Hive und zur Korbimkerei, Heidjerbetriebsweise, Heidebiene, Heideimkerei, Heidehonig, zum Korbflechten und Aufbau einer Lagd (eines Korbbienenstandes), für Heideimker. Siehe auch hier unser Extra Forum Bienenkörbe

Moderator: Johannes

Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon isartaler44 » Mittwoch 9. Mai 2012, 15:15

Hallo,
ich habe 3 Kernfragen:
1.Was haltet ihr von der Warré-Beute"?
2.Kennt jemand die Warré-Betriebsweise?
3.Passen Warré und Dunkle zusammen, bzw. gibt es da kritische Punkte, die ich als Anfänger auf jeden Fall vermeiden sollte?

Zu meinen Voraussetzungen und Zielen:
ich bin Anfänger und neu hier im Forum.
Nachdem ich mich seit 2 Jahren mit Bienenhaltung beschäftige (theoretisch), will ich jetzt praktisch einsteigen. Habe einiges gelesen, einen Kurs für Neu-Imker gemacht.

Das ganze soll okologisch sinnvoll sein, deshalb heimische Biene und "bienengerechte" Haltung (was immer bienengerecht ist).
Sehr gut hat mir die Warré-Betriebsweise und -Beute gefallen, aber beides ist hier im Verein unbekannt, außerdem sind hier die meisten Mitglieder "Carnica-Fans", von denen keine Unterstützung kommt.
Wenn ich mit der Dunklen anfange, wird ein Problem die Reinhaltung sein. Außerdem habe ich die Befürchtung, dass bei den unvermeidbaren Kreuzungen "Stecher" entstehen.

Mich interessiert jede Meinung!
Alexander Köhler
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon imkerforum-nordbiene » Mittwoch 9. Mai 2012, 16:17

Hallo Alexander,

ganz herzlich willkommen hier im Forum.

Es freut mich immer wieder, wenn angehende Jungimker sich erstmal gründlich informieren und - so wie Du - in die Theorie einarbeiten. Das ist der erste Grundstein für ein nachhaltiges "Imkerleben". :P

Mit der Warré-Betriebshweise habe ich selber keine Erfahrungen. Den Bienen (egal ob Dunkle oder andere) ist es auch eher egal, in welcher Beute sie wohnen, sei es nun Warré, Klotzbeute, Golzbeute oder Magazinbeute. Von daher kann man die Frage Warré und Mellifera nicht negativ beantworten.

Allerdings, und auch da hast Du Recht, ergibt sich die Frage der Reinerhaltung, da spätestens nach dem ersten Schwarm eine Nachzuchtkönigin geboren wird, die sich mit x-beliebigen Drohnen Deiner Umgebung (Radius 5-10 km) paart. Das sind dann Millionen potentielle Drohnen.

Warré ist Stabilbau, ein Austausch der Königin nicht möglich.

Ich persönlich plädiere immer für Magazinbeuten. Eine "ökologische" Betriebsweise gibt es nicht, höchstens eine bienen- und imkergenehme. Und diese lässt sich am einfachsten in der Magazinbeute durchführen. Hier kann man ohne Probleme eine "kranke" (drohnenbrütige) Königin austauschen. Hier kann man auch schnell mal eine Brutwabe entnehmen. Nur hier kann man das Volk wirklich kennenlernen. Doich auch in der Magazinbeute kann man die Warré-Betriebsweise praktizieren.

Beim Magazin passt alles zueinander. Und: Magazinbeuten sind wesentlich günstiger als Warre-Beuten.

Überleg es Dir ruhig noch einmal.
Aber wie gesagt: die Dunkle wie auch jede andere Biene fühlt sich in jedem Beutensystem wohl.
LG
Kai
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon artejagd » Mittwoch 9. Mai 2012, 21:06

Hallo Alexander,
die Warre hat durchaus ihre Vorteile. Kommt drauf an, was du willst.Es gibt im "www" ein Warre -Forum. Dort solltest du dich auch informieren um dir eine eigene Meinung bilden zu können.
LG Tino
Foto: meine Warre gestern, kurz nach mittag- ein Schwarm, "mein" erster !
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon isartaler44 » Mittwoch 9. Mai 2012, 22:40

Hallo Kai,

vielen Dank für die rasant schnelle Antwort.
Nach der ausgiebigen Lektüre von Warré's Buch "Bienenhaltung für alle" hatte ich verstanden, dass die Warré-Beute ebenfalls eine Magazinbeute ist, mit Zargen der Abmessungen L x B x H = 30 x 30 x 21 cm. Diese werden für Stabilbau nur mit Oberträgern ausgestattet. Für Mobilbau müsste man die Oberträger zu Rähmchen ergänzen.

Zur Betriebsweise im Stabilbau-Fall:
Überwintert wird im Regelfall mit zwei Zargen, wegen der quadratischne Form ist Warm- oder Kaltbaustellung möglich (wie z.B. bei der 11er DN Beute, diese hat aber Zargen der Abmessungen 40 x 40 x H cm). Im Frühjahr werden nach Warré 1-2 Zargen untergesetzt, im Jahresverlauf wird ggf. immer nach unten erweitert.
Die Bienen, die ja bevorzugen, den Honig oben einzulagern, bauen nach unten weiter aus und das Brutnest wandert allmählich nach unten. Abgenommen werden die Zargen immer nur von oben.
Wegen der geringen Zargen-Abmessungen von 30 x 30 cm wird nur wenig Honig seitlich vom Brutnest eingelagert, was drei Vorteile hat:

1. Die obere Zarge wird relativ schnell voll. Wenn sie brutfrei ist, kann man sie abnehmen und den Honig daraus gewinnen (eigenes Kapitel!).
2. Im Winter ist es vorteilhaft wenn der Honig fast nur oben ist, da ist es immer warm und da kommen die Bienen auch bei großer Kälte hin. Seitwärts kommen sie bei großer Kälte nur hin, wenn die Traube groß genug ist, Deshalb gibt es auch immer wieder verhungerte Bienen, obwohl seitwärts noch Honigwaben vohanden sind. (Laut Warré kommen die Bienen mit 12 - max.14 kg Futter bzw. Honig über den Winter. Meine Vereinsimker sagen, sie brauchen eher so um die 18 kg.)
3. Die "Durchlaufzeit" der Zargen von unten nach oben dauert ca. 2-3 Jahre, Im 1.-2. Jahr sitzt das Brutnest drin, im 2./3. Jahr der Honig.
Im Herbst: wenn die unterste Zarge nicht oder fast nicht ausgebaut ist, wird sie wieder weggenommen. Die oberste Zarge wird im Spätsommer nur dann abgenommen, wenn sie keinerlei Brut enthält. Einfüttern für den Winter braucht man fast nicht, da meistens genug Honig da ist.

Soweit die Warré-Theorie. Ob die Praxis so funktioniert, weiß ich nicht, zumindest erscheint mir alles recht plausibel.
Noch zum Thema "Reinhaltung": Ich schätze, da muß ich mir öfter mal eine Königin kaufen, aber der Austausch der Königin erscheint mir nicht so trivial und kann daneben gehen.

Also nochmals Danke für Deine schnelle Antwort
Gruß,
Alexander
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon isartaler44 » Mittwoch 9. Mai 2012, 22:51

artejagd hat geschrieben:Hallo Alexander,
die Warre hat durchaus ihre Vorteile. Kommt drauf an, was du willst.Es gibt im "www" ein Warre -Forum. Dort solltest du dich auch informieren um dir eine eigene Meinung bilden zu können.
LG Tino
Foto: meine Warre gestern, kurz nach mittag- ein Schwarm, "mein" erster !


Hallo Tino,
danke für Deinen Hinweis mit dem Warré-Forum. Da werde ich versuchen, mich schlau zu machen. -
LG,
Alexander.
P.S. Hast Du Deinen Schwarm erwischt?
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon imkerforum-nordbiene » Mittwoch 9. Mai 2012, 23:30

Hallo allerseits,

dass ich selbe ein "geheimer Liebhaber" von Stabilbau bin, zeigen meine Ambitionen mit der Klotzbeute und den Strohkörben. :wink:

Nennt doch bitte hier gern den Link zum Warré-Forum. Wir brauchen da nichts zu verheimlichen. :wink:
Auch ich selber kenne das Forum leider nicht.
Danke.
LG
Kai
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon isartaler44 » Donnerstag 10. Mai 2012, 15:18

imkerforum-nordbiene hat geschrieben:Hallo allerseits,

dass ich selbe ein "geheimer Liebhaber" von Stabilbau bin, zeigen meine Ambitionen mit der Klotzbeute und den Strohkörben. :wink:

Nennt doch bitte hier gern den Link zum Warré-Forum. Wir brauchen da nichts zu verheimlichen. :wink:
Auch ich selber kenne das Forum leider nicht.
Danke.
LG
Kai


Hallo,
der Link lautet http://www.immenfreunde.de. Der Initiator und Promotor dieser page (mit Forum) ist vermutlich Bernhard Heuvel, der selbst einiges zu Warré verfaßt hat und über den ich selbst auf Warré gestoßen bin.
Außerdem findet man eine engl. Übersetzung des Buches "L'Apiculture pour tous" von Abbé Warré als freies e-Book auf http://warre.biobees.com/beginner.htm.

Eine deutsche Übersetzung gibt es auch, die habe ich mir mal als pdf-file runtergeladen (ca. 3500 kB), ich weiß aber nicht mehr wo. Zu finden ist die wahrscheinlich über google, Stichwort: "Bienenhaltung für Alle".

Gruß,
Alexander

P.S. hier noch eine Ergänzung:
Warré-Beuten kann man kaufen bei:
http://www.holtermann.de oder bei http://massivholz-tischler.at
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon Heidjer » Freitag 11. Mai 2012, 00:25

Die deutsche Übersetzung wurde von Mandy Fritzsche ausgeführt und in Druck gegeben. Deshalb sollte man es auch dort kaufen.
Also Warré, Abbé; Bienenhaltung für Alle, Einfach und ertragreich Imkern, 12. Auflage, atramentum 2011

Im Buch stehen folgende Informationen: www.atramentum.de / www.warré.de /
www.warre-bienenhaltung.de / e-mail: post@warre-bienenhaltung.de

Das Buch kostete im Februar 2011 mit Versand ca. 17 € und ist wohl über obige e-mail.Anschrift zu bestellen.
Viel Erfolg und einen Informationsgewinn beim Lesen.

Wolfgang, der Heidjer
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon Bienenfreund » Samstag 12. Mai 2012, 15:15

Ich imkere auch mit Warre´. Die "Bienenhaltung für alle" habe ich heruntergeladen, es sind 234 Seiten. Hier wird auf alle Imkerfragen ausführlich eingegangen. Die Seiten habe ich ausgedruckt und in einen Ordner gesetzt.
Die Oberträger habe ich nur leicht angestiftet, so daß ich sie nach Bedarf anheben kann. Die Königin fängt man demnach mit einem Absperrgitter zwischen 1. und 2. Zarge, dann viel Rauch, so daß die Bienen runtergehen. Die Königin soll dann auf dem Absperrgitter sein. Ich habe es aber bisher nicht ausgeführt, aber bald muß ich meine Norwegerin auswechseln, weil sie zu alt ist. Ich werde sehen, ob es dann klappt.
Die Warre´-Beute hat einige Vorteile. Keine Falz, so daß bei entspr. Vorsicht keine Bienen zerdrückt werden. Gute Kippmöglichkeit bei Schwarmkontrolle, keine verschimmelte Waben, kein Kunststoff der die Umwelt belastet ect. Ich kann die Beute jedem empfehlen.
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon Johannes » Donnerstag 21. November 2013, 19:03

Hallo,

manchmal macht es richtig Spaß in alten und sicher schon fast vergessenen Themen zu lesen!
Ich kannte bis soeben diese Einträge gar nicht.

Ich wusste auch nicht, dass man Bücher für Warre-Betriebsweise kaufen kann.
Braucht man die denn?
Ich meine eigentlich dürfte es doch nicht so viel anders sein?!
Man setzt die Zargen halt unten drunter und nicht oben drauf, aber sonst sollte man sich doch eh mit Eingriffen zurück halten.

LG Johannes
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon Hainlaeufer » Donnerstag 21. November 2013, 22:38

Der gute alte Warre hatte damals natürlich andere Verhältnisse bzw. Arbeitsrythmen. Die Bienen brauchten weniger Platz, und es gab immer übers ganze Jahr eine Läppertracht. Daher ist auch das Buch von Warre leider mit der heutigen Zeit nicht mehr 100%ig Zeitgemäß. Man muss seine Trachten kennen um dann entsprechend zu handeln. Es gibt mittlerweile schon viele Modifikationen, die sind zwar nicht mehr das Original, aber ein paar Warreaner (wie ich) brauchen sowas ;).

Warre-Literatur kann man kostenlos im Internet finden!

LG
Michi
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon warrebilly » Sonntag 24. November 2013, 17:27

Hallo Isartaler44,
ich arbeite mit der Warré-Betriebsweise und finde sie auch immer noch optimal für meine Bedürfnisse, aber es gibt ein paar Punkte, die sich mit unserer heutigen Situation nicht vertragen:
- Warré war genau wie z.B. Thür der Meinung, dass der Kasten möglichst geschlossen zu bleiben hat, um die Stockluft möglichst zu erhalten. Nur 1mal im Jahr will er die Beute von oben öffnen, nämlich zur Ernte.
Wir aber wollen, möglichst im Februar schon die erste Futterkranzprobe machen, um AFB-Befall rechtzeitig feststellen zu können. Natürlich könnte man sich hinstellen und behaupten, dass eben wegen der gut gehüteten Stockluft bestimmt keine AFB-Sporen zu finden seien, aber das wäre reiner Selbstbetrug. Gerade starke Völker rauben im Herbst die Kranken aus und holen sich dann die Krankheiten rein. (Hamburger AFB-Weisheit, leider vielfach bestätigt.)
- Die Varrroa-Bekämpfung müsste komplett von unten geschehen. Dazu unsere Gesetzeslage: AS85% hat keine Zulassung erhalten, wäre aber für die Behandlung von unten effektiver als 60%ige. Oxalsäureverdampfung ist schlicht verboten, obwohl es von unten die ideale Methode wäre.
-Zeitablauf Honigernte: Warré geht davon aus, dass man den Honig erst erntet, wenn sich die Anzahl der Sommerbienen schon reduziert hat. Also Ende September oder Anfang Oktober. Dann ist es für die Varroabehandlung aber schon mehr als zu spät. Wenn sich die Bienenzahl reduziert, dann muss die erste Ameisensäure schon längst gegeben sein, weil sonst das Verhältnis von Varroenzahl pro Bienenzahl sich zu stark erhöht. Nach der Ameisensäure darf man aber in der gleichen Saison keinen Honig mehr ernten. Man muss sich also einen anderen Erntezeitpunkt suchen.
Allerdings kann das Brutnest Mitte Juli zur "normalen" Erntezeit noch bis in die oberste Zarge reichen.
An der Stelle müsste man dann wieder anfangen, Absperrgitter zu verwenden, um das Brutnest frühzeitig nach unten zu drücken. Dafür muss man natürlich ganz Warré-ungemäß den Kasten nochmal aufmachen.

An dieser Stelle bin ich selber noch am experimentieren und habe noch kein Patentrezept parat.
@Bienenfreund: Wie gehst Du denn so vor? Hast Du da auch eine eigene Methode?

Gruß Billy
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon Hainlaeufer » Montag 25. November 2013, 12:06

Lieber warrebilly!

Vielen Dank das du dir die Mühe gemacht hast, und die Details so schön geschrieben hast :wink:.

Grundsätzlich denke ich, kann man ruhig nach Warre arbeiten. Im Frühjahr zwei Zargen untersetzen, und der Sache ihren Lauf lassen. Das ist bestimmt das angenehmste imkern was es gibt. Zur Schwarmzeit könnte man bei einer Schwarmstimmung das Volk teilen, ansonsten bis zur Honigernte abwarten, falls da überhaupt dann was anfällt :wink:. Man sollte ja schon ein Glas Honig eines Volkes als göttliche Immengabe entgegen nehmen. :)

Viel Spaß mit der Warre!

LG
euer warremichl :P
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon Bienenfreund » Dienstag 26. November 2013, 11:13

warrebilly hat geschrieben:Hallo Isartaler44,
ich arbeite mit der Warré-Betriebsweise und finde sie auch immer noch optimal für meine Bedürfnisse, aber es gibt ein paar Punkte, die sich mit unserer heutigen Situation nicht vertragen:
- Warré war genau wie z.B. Thür der Meinung, dass der Kasten möglichst geschlossen zu bleiben hat, um die Stockluft möglichst zu erhalten. Nur 1mal im Jahr will er die Beute von oben öffnen, nämlich zur Ernte.
Wir aber wollen, möglichst im Februar schon die erste Futterkranzprobe machen, um AFB-Befall rechtzeitig feststellen zu können. Natürlich könnte man sich hinstellen und behaupten, dass eben wegen der gut gehüteten Stockluft bestimmt keine AFB-Sporen zu finden seien, aber das wäre reiner Selbstbetrug. Gerade starke Völker rauben im Herbst die Kranken aus und holen sich dann die Krankheiten rein. (Hamburger AFB-Weisheit, leider vielfach bestätigt.)
- Die Varrroa-Bekämpfung müsste komplett von unten geschehen. Dazu unsere Gesetzeslage: AS85% hat keine Zulassung erhalten, wäre aber für die Behandlung von unten effektiver als 60%ige. Oxalsäureverdampfung ist schlicht verboten, obwohl es von unten die ideale Methode wäre.
-Zeitablauf Honigernte: Warré geht davon aus, dass man den Honig erst erntet, wenn sich die Anzahl der Sommerbienen schon reduziert hat. Also Ende September oder Anfang Oktober. Dann ist es für die Varroabehandlung aber schon mehr als zu spät. Wenn sich die Bienenzahl reduziert, dann muss die erste Ameisensäure schon längst gegeben sein, weil sonst das Verhältnis von Varroenzahl pro Bienenzahl sich zu stark erhöht. Nach der Ameisensäure darf man aber in der gleichen Saison keinen Honig mehr ernten. Man muss sich also einen anderen Erntezeitpunkt suchen.
Allerdings kann das Brutnest Mitte Juli zur "normalen" Erntezeit noch bis in die oberste Zarge reichen.
An der Stelle müsste man dann wieder anfangen, Absperrgitter zu verwenden, um das Brutnest frühzeitig nach unten zu drücken. Dafür muss man natürlich ganz Warré-ungemäß den Kasten nochmal aufmachen.

An dieser Stelle bin ich selber noch am experimentieren und habe noch kein Patentrezept parat.
@Bienenfreund: Wie gehst Du denn so vor? Hast Du da auch eine eigene Methode?

Gruß Billy


Hallo Billy, ich werde im kommenden Jahr erstmals mit Absperrgitter arbeiten. 3 Wochen vor dem Abschleudern und anschließendem Auffüttern, werde ich die Absperrgitter einlegen. Die Brut wird dann geschlüpft sein. Falls ich mich entschließen sollte, mit einem Volk in den Raps zu wandern, werde ich kein Absperrgitter verwenden, da die Bienen mit Sicherheit die obere Zarge voll Honig haben werden.
Warre´läßt durchaus Varianten zu, wenn die Voraussetzungen nicht so vorhanden sind, wie er sie darstellte. Die Trachtverhältnisse haben sich grundsätzlich geändert. Bei einem festen Standort könnte man nach Warres` Vorstellung keinen Honig mehr ernten.
85% AS ist in Ausnahmefällen zulässig, aber nur auf Antrag beim Veterinärsamt, falls der Befall im November noch sehr hoch ist.
Mit der Oxalsäure, na ja, wo keine Kläger ist, ist auch kein Richter. Manchmal wundert man sich über Verbote, wahrscheinlich waren Lobbyisten am Werk.
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Re: Warré-Beute und -Betriebsweise

Beitragvon warrebilly » Mittwoch 27. November 2013, 16:17

Hallo Hainläufer,
das würde ich auch gerne: Im Frühjahr 2 Zargen druntersetzen und dann mal schauen, was so kommt. Im Grunde mach ich das auch. Allerdings muss ich die umliegenden 5 Imker mitbeachten. Da ist einer, der ist nicht dazu zu bewegen, eine vernünftige Varroabehandlung zu machen, obwohl ihm jeden Winter Völker eingehen und wir schon alle Fransen am Mund haben. Wenn sich so ein varroageschütteltes Hungerschwärmchen bei Dir einfindet, kannst Du nur reagieren, sonst sind Deine auch weg. Dabei ist es wurscht, ob die Oxalsäure von oben oder unten kommt.

Ich glaube, die Verbote bei AS85 und Verdampfung gibt es vor allem wegen der "Unfallgefahr". Nicht jeder Imker geht mit den Chemikalien fachgerecht und verantwortungsvoll um. Bei den zugelassenen Methoden ist die Gefahr noch am geringsten.

Gruß Billy
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