Salzburger Alpenland - Messung

Moderator: Johannes

Rene
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Re: Salzburger Alpenland - Messung

Beitrag von Rene » Montag 19. September 2016, 18:38

Schade, dass bei uns in D nicht auch konsequent gearbeitet wird an der Erhaltung. Ich erinnere mich an den im Forum schon angesprochenen Zuchtverband... Da sind uns die Schweizer weit voraus.

@Otto, ich finde es schade, dass du dich abgemeldet hast ....wenn ich das richtig sehe.... So erreichst du nichts für die Biene.

Wäre schöner du würdest deine Argumente weiter ausführen. Und so wie andere deine Meinung zu respektieren haben, muss es doch umgekehrt auch sein.

Es wird doch niemand beleidigt. Die Aussagen beziehen sich doch auf eine Rasse und die Flügeluntersuchungen.
Damit würdigt man doch die Arbeit der Menschen dahinter nicht herab.
Oder sehe ich etwas falsch? :oops:

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Johannes
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Re: Salzburger Alpenland - Messung

Beitrag von Johannes » Mittwoch 9. November 2016, 22:30

Hallo zusammen,

es ist an der Zeit, meine Gedanken und Erkenntnisse aus den wirklich netten Mails mit dem Züchter in den letzten Tagen zusammen zu fassen.

Zunächst möchte ich mich bei dem Züchter bedanken, dass sich trotz (oder gerade wegen) dieser Geschichte hier ein sehr angenehmer Schriftverkehr entwickelte und sicher auch in loser Folge andauern wird. :D

Folgender Text wurde dem Züchter vor Veröffentlichung gezeigt:

"Mittlerweile habe ich einen recht guten Überblick und muss zwei etwas unterschiedliche Zielsetzungen und Ansprüche zwischen mir und diesem einen Züchter feststellen.
Mein Anspruch ist es, reine Königinnen zu beziehen und von diesen nachzuziehen und so die F1-Königinnen zu verbreiten. Für dieses Vorhaben nützen mir nur reine Herkünfte. Bezugsquellen dafür habe ich bisher nur in Schweden und Norwegen für mich gewinnen können. Aber deshalb lasse ich die Bemühungen im Alpenraum nicht außer Acht.
Der ehrbare Anspruch dieses Züchters hier ist es, die wenigen Reste „Dunkler-Genetik“ im Alpenraum zu erhalten. Sicher hätte er es leichter, reine Königinnen aus Skandinavien zu kaufen und auf Gebirgsbelegstellen zu vermehren. Aber wenn der Züchter es sich so einfach machen würde, wäre der letzte Rest Mellifera aus dem Alpenraum für verloren erklärt und schlicht ersetzt.
Da ich nach wie vor nicht von Ökotypen sprechen möchte, sondern die „reine Dunkle“ sehe, wäre mir der Verlust alpiner Gene etwas gleichgültiger. Aber ich habe durchaus Verständnis und vollsten Respekt für Züchter, die den langen Weg trotzdem auf sich nehmen. Respekt vor allem deshalb, weil der Druck groß ist.

Bei den Bemühungen des Züchters geht es also darum, durch kontrollierte Rückzüchtung eine reine Biene wieder zu gewinnen. Dafür müssen im Zuchtprozess natürlich morphologisch enttarnte Hybride akzeptiert werden. Dies ist wahrlich ein langer Prozess und über den Sinn / die Notwendigkeit lässt sich streiten. Aber man kann das auch einfach mal akzeptieren!

Mir liegt dank des Züchters eine Pexa-Messung vor, wo im Ergebnis „Entspricht den Merkmalen der Rasse Mellifera“ steht. Aber da wurde nur der Ci gemessen und die DsA außer Acht gelassen. Da mir auch der Scann der Flügel geschickt wurde und ich selbst gemessen habe, sehe ich das Pexa-Ergebnis etwas anders. Aber ich werde das hier nicht weiter breit treten. Es ist halt eine andere Zielsetzung! Natürlich enthält diese Flügelprobe auch reine Dunkle. Aber eben auch deutlich Hybride. Das muss man so hinnehmen. Folgendes Zitat des Züchters spiegelt das wohl sehr gut wider: „Bei der Zucht taucht irgendwann die eine Biene auf und DIE suche ich.“

Als Fazit kann man schreiben, dass die derzeitigen alpinen Herkünfte nur schwerlich mit schwedischen mithalten können, was die Reinheit betrifft. Die Zukunft wird zeigen, in wie fern die züchterischen Bemühungen Erfolg haben.
Deshalb kann man trotzdem diese Arbeit der Züchter durch den Kauf von Königinnen unterstützen. Aber ich bleibe bei meiner grundlegenden Vorsicht. Eine unter einem bestimmten „Label“ gekaufte Königin muss nicht zwangsläufig den eigenen Ansprüchen genügen. Dazu muss aber jeder erst mal für sich seine Ansprüche erkennen und festlegen. Der nächste Schritt ist es dann, die Anliegen des Züchters zu erfahren und zu verstehen! Diesen Prozess habe ich für meinen Teil jetzt abgeschlossen, meine ich.

Im nächsten Jahr wird es wieder Königinnen von verschiedenen Züchtern geben und dann muss jeder Interessent wieder für sich seine Entscheidung treffen. Mehr kann und will ich dazu nicht schreiben.

Schöne Grüße :D
Johannes
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Re: Salzburger Alpenland - Messung

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Montag 14. November 2016, 14:26

Hallo Johannes,

ganz ganz herzlichen Dank für Deinen Bericht und das Resümee.
Johannes hat geschrieben:Als Fazit kann man schreiben, dass die derzeitigen alpinen Herkünfte nur schwerlich mit schwedischen mithalten können, was die Reinheit betrifft. Die Zukunft wird zeigen, in wie fern die züchterischen Bemühungen Erfolg haben.
Deshalb kann man trotzdem diese Arbeit der Züchter durch den Kauf von Königinnen unterstützen. Aber ich bleibe bei meiner grundlegenden Vorsicht. Eine unter einem bestimmten „Label“ gekaufte Königin muss nicht zwangsläufig den eigenen Ansprüchen genügen. Dazu muss aber jeder erst mal für sich seine Ansprüche erkennen und festlegen. Der nächste Schritt ist es dann, die Anliegen des Züchters zu erfahren und zu verstehen! Diesen Prozess habe ich für meinen Teil jetzt abgeschlossen, meine ich.

Im nächsten Jahr wird es wieder Königinnen von verschiedenen Züchtern geben und dann muss jeder Interessent wieder für sich seine Entscheidung treffen.
Dies würde ich ganz genauso sehen. Eine reine Dunkle Biene aus Österreich ist mir noch nicht vorgestellt worden, bislang scheint die DSA-Messung nur Hybridbienen zu belegen. Habe ich es richtig verstanden? Der Züchter will durch "Rückzüchtung" aus einer Hybridbiene eine reine Dunkle Biene erschaffen? Oder durch Auslese einen restlichen reinen Bestand entdecken?

LG
Kai
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Re: Salzburger Alpenland - Messung

Beitrag von Johannes » Montag 14. November 2016, 16:36

imkerforum-nordbiene hat geschrieben:...Habe ich es richtig verstanden? Der Züchter will durch "Rückzüchtung" aus einer Hybridbiene eine reine Dunkle Biene erschaffen? Oder durch Auslese einen restlichen reinen Bestand entdecken?

LG
Kai
Hallo Kai,

so oder so ähnlich. Ja!
Prinzipiell ist das Vorgehen nicht unüblich. Die Rückzüchtung des Auerochsen ist schließlich auch (im Rahmen der Möglichkeiten) mehr oder minder gelungen!

Über den Sinn bei gleichzeitiger Verfügbarkeit reiner Herkünfte lässt sich streiten, aber ich würde dich bitten, dies hier zu unterlassen. 8)

LG Johannes
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Re: Salzburger Alpenland - Messung

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Dienstag 15. November 2016, 11:40

Johannes hat geschrieben: Über den Sinn bei gleichzeitiger Verfügbarkeit reiner Herkünfte lässt sich streiten, aber .....
HAllo Johannes,

dies würde mir in diesem Thema nicht in den Sinn kommen. 8)

Es bleibt auf jeden Fall spannend, und ich freue mich auf die weitere interessante Entwicklung.

LG
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