"Wie dunkel ist Dunkel?" Bienenjournal

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"Wie dunkel ist Dunkel?" Bienenjournal

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Samstag 23. Februar 2013, 16:43

Hallo allerseits,

in der aktuellen März-Ausgabe des Deutschen Bienenjournals fragt ein Leser zu Recht,wie man die reine Dunkle Biene erkennt.

Geantwortet hat Dr. Gabriele Soland, der wichtigste Satz darin:

"Viele Völker, die als Dunkle Biene gelten, sind in Wahrheit Hybriden".

Desweiterin weist Dr. Soland auf die Wichtigkeit der Messung des Flügelgeäders hin, um die Unvermischtheit festzustellen.

Dem möchte ich mich ausdrücklich anschließen und hinzufügen, dass Gott sei Dank kein Wort zu den unrühmlichen DNA-Messungen gesagt wurde. Vielen DAnk dafür.

Mein Kommentar hierzu: über kurz oder lang wird feststehen, welche wenigen Mellifera-Populationen als unvermischt gelten. Meine Ansicht, dass die Salzburger Nigra, die Braunelle, die Kampinoska, Augustowska, die Pomorska, Polnocna etc nicht hierzu zählen, wird sich bestätigen.

Meine Bitte, mir Bienenproben gerade der letztgenannten Typen zuzusenden, möchte ich aufrecht erhalten.

Siehe meine Hinweise zur Aufbereitung der Proben: http://www.nordbiene.de/dunkle-biene-fl ... oidal.html Nach Rücksprache mit mir könnt Ihr mir auch gern tote Bienen zusenden.

Vielen DAnk nochmals an Dr. Soland.

Hierzu passt auch mein Leserbrief, der leider nicht veröffentlicht wurde, daher stelle ich ihn hier ein:
Leserbrief "Die Dunkle in Deutschland"

In der Februarausgabe arbeitet Prof. Günter Pritsch, langjähriger Carnica-Zuchtobmann, die vermeintlichen Nachteile und Risikien einer Verbreitung der Dunklen Biene in Deutschland heraus und warnt ihre Anhänger vor einer Zunahme der Stechlust und der sinkenden Honigerträge.

Diesen Warnungen möchte ich bei allem Respekt vor der Person widersprechen. Seit 1986 bis heute habe ich Erfahrungen mit der Dunklen Biene sammeln können, sowohl in ihrer Reinform als auch in der F1- und F2-Nachzuchtgeneration. Eine erhöhte Stechlust der Dunklen Biene, ihrer Nachkommen wie auch der Bienen der Nachbarstände konnte niemals festgestellt werden. Auch eine sinkende Honigernte war nie bemerkbar. Gerade in Bezug auf die Sanftmut konnte dieselbe doch beispielsweise anhand vieler Youtube-Filme meinerseits (aufrufbar über http://www.nordbiene.de) belegt werden, neben der Robustheit unserer ursprünglich heimischen Biene.

Der Leser möge bitte auch die vielen internationalen und nun auch deutschen Artenschutzbemühungen an dem heimischen Wildtier "Dunkle Biene" berücksichtigen. In diesem Zusammenhang muss ich allerdings auch kritisch anmerken, dass nicht jede als Dunkle Biene angebotene Biene auch eine Dunkle Biene darstellt. Manch "Neuzüchter" sollte nochmals die Herkunft und Unvermischtheit seiner Dunklen Biene überprüfen.
Mit freundlichen Grüßen
Kai-M. Engfer, http://www.nordbiene.de
Die Diskussion ist eröffnet.

LG
Kai

Foto: Unvermischte Dunkle Bienen. Ja, so müssen sie aussehen.

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Re: "Wie dunkel ist Dunkel?" Bienenjournal

Beitrag von Bschein » Sonntag 24. Februar 2013, 13:35

Hallo Kai,

eventuell reden wir nicht von der selben Veröffentlichung, aber die von dir oben genannten Aussagen finde ich in der Ausgabe 3/2013 des Bienenjournals so nicht. In meiner Ausgabe steht z.B. "... wird es besonders schwierig, anhand morphometrischer Merkmale - also äußerlicher Körpermerkmale - Mischlinge zu identifizieren....Die einzige Möglichkeit die Vermischung noch nachzuweisen, ist die Überprüfung des Erbgutes." Überprüfung des Erbgutes bedeutet für mich Gen-Test.

Sie hat aber geschrieben viele Völker sind Hybride, das stimmt schon.

Servus
Philipp

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Re: "Wie dunkel ist Dunkel?" Bienenjournal

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Dienstag 26. Februar 2013, 18:36

HAllo Philipp,

ja da hast Du Recht, das habe ich tatsächlich überlesen. Dennoch und gerade deswegen ändert es nichts an folgender Tatsache:

Was nützt die "beste DNA-Analyse", wenn schon das Flügelgeäder eine Vermischung mit Carnica zeigt? Wenig bis gar nix!
Bernd Klotz, der mir nun wirklich nicht nach dem Mund redet, hat auf seiner Seite http://www.kvarnhult.de/ eindeutig die von Oberursel u.a. ermittelten Werte für die Dunkle Biene dargestellt.

Andere als die von ihm korrekt zitierten (Oberursel u.a.) Werte kommen im genetischen Spektrum der Mellifera nicht vor. Darüber hinausgehende Ergebnisse im Flügelgeäder belegen immer einen Hybrideinfluss anderer Herkünfte, in der Regel der Carnica. Dies haben ja bei der Nigra bislang auch alle Flügeluntersuchungen so bestätigt, siehe Ruttner u. a., die bereits in den 1950er Jahren eine Hybridisierung der Nigra feststellten.

Dies betrifft m. E. aber nicht nur die Nigra, sondern fast aller anderer M-Bienen des europäischen Kontinentes, die seit 1850 mit der Verbringung von Fremdbienen zu kämpfen haben. Nach meiner bisherigen Einschätzung sind weder die meisten französischen, noch die Braunelle, die Salzburger, die Kampinoska, Augustowska etc. unvermischt.

In Deutschland führte die Verdrängungszucht ja sogar so weit, dass die alte deutsche Biene hier gar nicht mehr erkennbar ist.

Und auch in Skandinavien ist bei weitem nicht jede Dunkle Biene unvermischt. Es sind nur wenige Goldkörner, wie wiederum auch Bernd Klotz richtig feststellt.

LG
KAi
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