Wenn ich nun einen Landbiene haben möchte...

Wissenswertes zur züchterisch unbearbeiteten Biene in Deutschland

Moderator: Johannes

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melissa

Wenn ich nun einen Landbiene haben möchte...

Beitrag von melissa » Freitag 19. November 2010, 08:24

...dann müsste ich

- ein Volk einer solchen hier irgendwo erstehen oder aber
- sie selber "herstellen".
UNd wie mache ich das, das herstellen? Wenn ich die Dunkle habe (in meinem Fall aus Imst, die Braunelle), sollte dann irgendwann noch eine Nordbienenkönigin zugesetzt werden? Wie würde sich denn idealerweise ein Landbienentyp züchten lassen? Ich weiß, das Wort züchten ist hier völlig daneben, aber um eine Basis zu bekommen?
Oder einfach mal irgendein Volk für 3 Jahre machen lassen? Egal, welcher Rasse?

LG,
melissa

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imkerforum-nordbiene
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Re: Wenn ich nun einen Landbiene haben möchte...

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Freitag 19. November 2010, 09:11

melissa hat geschrieben:...dann müsste ich

- ein Volk einer solchen hier irgendwo erstehen oder aber
- sie selber "herstellen".
UNd wie mache ich das, das herstellen? Wenn ich die Dunkle habe (in meinem Fall aus Imst, die Braunelle), sollte dann irgendwann noch eine Nordbienenkönigin zugesetzt werden? Wie würde sich denn idealerweise ein Landbienentyp züchten lassen? Ich weiß, das Wort züchten ist hier völlig daneben, aber um eine Basis zu bekommen?
Oder einfach mal irgendein Volk für 3 Jahre machen lassen? Egal, welcher Rasse?

LG,
melissa

Hallo,

als "Landbiene" wird die Biene bezeichnet, die in Deiner "Land"schaft (Umgebung) ohne Zufuhr weiterer Zuchtköniginnen von anderen Züchtern gehalten wird. Die Landbiene ist also nicht genetisch definiert; es ist die Biene, die heute landauf landab hier vorkommt.

In den meisten Regionen Deutschlands hat die Landbiene wohl CARNICA-Charakter. Oft kommen noch Einflüsse von Kunstrassen (Buckfast) hinzu.

Die Landbiene hat also de facto nichts mit der Dunklen Biene zu tun.

Was also tun um Landbienen haben zu wollen? Schlicht und ergreifend gar nichts, sondern von den Bienen nachziehen, die man hat. :)

LG
Kai
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Beitrag von imkerforum-nordbiene » Freitag 19. November 2010, 11:20

Eine sehr gute Idee :)

Obwohl: nach spätestens 3 Generationen ist von der Dunklen optisch leider gar nichts mehr zu sehen, wenn in dere Umgebung keine weiteren Dunklen fliegen. :)

LG
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melissa

Beitrag von melissa » Samstag 20. November 2010, 08:54

Hallo Ihr zwei,

Danke für's Feedback.

Ja, so hatte ich das auch angedacht, aus der Dunklen nachziehen, zumal diese ja hier mal die heimische war. Ich überschwemme das Land mit Dunklen, woll! (Außerdem ist einer der Imker hier im Umkreis auch an der Dunklen interessiert, sowie einige Nachbarn. Wenn ich mal genügend Reserven haben sollte, werde ich die Dunkle hier vielleicht wirklich gut ansiedeln können.)
Dazu müssen die Dunklen hier aber erstmal richtig Fuß fassen. Und da komme ich zu Deiner Frage nach dem Befinden meiner Braunellen hier, Tim: denen geht es soweit gut, aber ich habe im Spätsommer noch einen dramatischen Schritt getan, und habe sie von einem Holzkasten der Marke Fund auf Dachboden in eine Warré verfrachtet. Dort haben sie zwar gleich mit Wabenbau begonnen, welche auch voll Honig sind, aber die Volksgröße hat natürlich darunter etwas gelitten, zumal der Sommer ja auch nicht sehr gut war. Ich werde sie also über den Winter päppeln und das Beste hoffen.
Ein Plus meinen Buckfast gegenüber: ich hatte im Oktober ein Problem, bei dem mir viele Buckfast gestorben sind, zuletzt ist dann ein ganzer Ableger gestorben :cry: . In einem anderen Forum bin ich natürlich gleich zerlegt worden von wegen Varroa, aber ich denke, ich kann mit Sicherheit sagen, dass die Varroa nicht mal zu 50% Schuld hat. Das Volk wurde massiv beräubert. Ich muss allerdings noch die genaue Ursache herausfinden. Meine Dunklen waren davon nicht betroffen, Gott sei Dank!
Varroa habe ich bisher nur eine am Boden entdecken können, trotzdem habe ich bei allen Stöcken jetzt Fett-Patties mit ätherischen Ölen eingesetzt.


LG,
melissa

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Beitrag von stevwen » Montag 20. Dezember 2010, 11:22

Hallo allesamt,
Meiner Meinung nach kann man sich eine gute Landbiene für den eigenen Standort nur selber züchten, beispielsweise nach dem hier beschriebenen Schema: http://www.yebus.de.tl/Vitalzucht-der-Honigbiene.htm
Ich favorisiere lieber eine robuste Landbiene (mit dunkler Tendenz) als eine selektierte (und mitunter auch hochgezüchtete) Dunkle Biene. Das spart mir viel Arbeit und auch die gängigen "Anti-Varroa-Maßnahmen" (Drohnenschneiden, Ameisensäure ...).
LG

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manne

Beitrag von manne » Montag 20. Dezember 2010, 13:25

stevwen hat geschrieben:Hallo allesamt,
Meiner Meinung nach ...
Hallo Einerallein,

willkommen in unserer Runde und danke für deinen Beitrag!
Ich will ganz offen fragen, der Inhalt hinter jenem Link
beruht auf wie viel Jahren eigene Imkererfahrungen?

Freundliche Grüße

Manne

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Beitrag von Bienenfreund » Freitag 24. Dezember 2010, 11:27

Hallo, hier ist der Bienenfreund. Eine kurze Anmerkung von mir.
Ich imkere auch mit Warré. Falls der Raum zu klein wird, einfach eine weitere Zarge untersetzen. Ich imkere ab Mai immer mit 5 Zargen.
Ich habe auch mellifera lehzenii und bekomme noch im März einen Ableger mit einer norwegischen Reinzuchtkönigin.
Wenn man schon die Rarität einen dunklen Biene hat, sollte man sie schützen wie den eigenen Augapfel, sonst braucht man sich all die Mühe nicht machen und holt sich als Landbiene ein Volk von einem Nachbarn und läßt sie gewähren. Besorge Dir noch eine dunkle Königin dazu, es muß keine Braunelle sein und mache Mondscheinbegattung. Du hast dann eine breitere
Basis auf diesen Weg weiter zu machen.
Ich wünsche Dir Erfolg undein frohes Weihnachtsfest. Gruß Bienenfreund

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Beitrag von Luxnigra » Freitag 24. Dezember 2010, 14:35

@Bienenfreund: bin ganz deiner Meinung
@stevwen: Varroa ist anders. Wenn du nicht, oder wenig behandeln möchtest, rate ich dir, hierfür eigens Völker zu erstellen, vorzugsweise aus Schwärmen. Diese stellst du dann auf einem gesonderten Stand auf. Somit verhinderst du einen möglichen Totlverlust deiner Völker.
Bleib auf deinem Land und wehr dich redlich

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