"Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Wissenswertes zur züchterisch unbearbeiteten Biene in Deutschland

Moderator: Johannes

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Michal Anton

"Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Beitrag von Michal Anton » Sonntag 6. November 2011, 15:59

"Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse" in anbetracht der Veränderten Rassenverhältnisse in Deutschland.
Angeregt durch die Umfrage von Reinhard habe ich mir die Golz-Hefte angeschafft und gelesen. Wie sieht es aber 30 Jahre später aus? Ist die Folgende Aussage noch zu halten? Und wie kann man als Basiszüchter noch ruhig schlaffen in Anbetracht der Flächendeckenden Canikanisierung?

„Exakte, anhaltende Leistungsauslese bei Standbegattung schafft ihren eigenen Standard: große Völker mit dunklen, schmalbindigen Bienen, die sicher überwintern und bis in den März hinein fest sitzen, robust, schwarmträg und ertragssicher und mit etwas Rauch gut zu bearbeiten. Dies ist im Grunde unsere alte N-Biene. Daß die Natur ihr den Vorzug einräumt, sollte uns bewegen, ihre heilsame Regenerierung geschehen zu lassen und zu fördern.“

LG Michal
Zuletzt geändert von Michal Anton am Montag 7. November 2011, 08:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: "Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Sonntag 6. November 2011, 18:16

Hallo,

Nordbiene wird immer wieder mit "Landrasse" verwechselt, wie sie auf http://www.basiszuechter.de beschrieben wird.

Die Landbiene haben wir bereits in Form der Carnica heute in unserer Umgebung.

Die heutige Landbiene wird auch "von alleine" nicht wieder zur Dunklen Biene mutieren, wie es manche vermuten mögen.

Von daher streben wir ja auch keine "Landbiene" an, sondern den Erhalt der Dunklen Biene. .

LG
Kai
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Michal Anton

Re: "Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Beitrag von Michal Anton » Sonntag 6. November 2011, 22:24

imkerforum-nordbiene hat geschrieben:Hallo,

Nordbiene wird immer wieder mit "Landrasse" verwechselt, wie sie auf http://www.basiszuechter.de beschrieben wird.

Die Landbiene haben wir bereits in Form der Carnica heute in unserer Umgebung.

Die heutige Landbiene wird auch "von alleine" nicht wieder zur Dunklen Biene mutieren, wie es manche vermuten mögen.

Von daher streben wir ja auch keine "Landbiene" an, sondern den Erhalt der Dunklen Biene. .

LG
Kai
Hallo Kai,
ich weis das alles recht gut, aber trotzdem finde ich das recht interessant was der W.Golz so schreibt. Er hat vor 30 Jahren als anscheint noch 5 vor 12 war erkannt das nur eine Biene die über Jahrtausende an das Klima angepasst war die Landbiene beherrschen soll. Auf eigenen Leib hat er erfahren das Carnikazucht für Deutschland eine Sackgasse bedeutet. Und er auch gesehen hat das jeder Imker sich an der Auslese beteiligen soll. Heute 30 Jahre später ist die Situation noch schlimmer. Zuchtstoffabgabe von Landwirtschaftlichen Versuchsanstalten und Flächendeckend Belegstellen. In Bayern keine einzige von Staatlich anerkannten für Buckfast oder N-Biene. Ich hab gedacht das eben eine Diskussion in diesem Forum mit ein paar Irrtümern aufräumt. Das was er geschrieben hat zeigt mir das man an der N-Biene nicht vorbei kann, auch wen man „nur Landbiene“ haben will.. Die Carnika und die aus dem Balkan oder Südlich der Alpen schon gar nicht, kann man wen man Golz liest, als Landbiene bezeichnen. Da wo sie natürliches Verbreitungsgebiet hat schon aber nicht bei uns.
LG Michal

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Re: "Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Beitrag von Bschein » Sonntag 6. November 2011, 23:03

Hallo,
wenn es nicht so teuer wäre, würde ich mir mal den Spaß leisten und meine Landbienen testen lassen - wie viel Mellifera da drin ist.
Oder gibt es dazu irgendwelche Erhebungen?
Servus
Philipp

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Re: "Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Sonntag 6. November 2011, 23:06

Hallo Michal,

ja, interessant finde ich es auch, was Golz geschrieben hat. Damals, in den 1960 und 1970 Jahren mag auch vieles noch zutreffend gewesen sein, als es noch möglich war, in der Landbiene die Dunkle Biene zumindest ansatzweise noch zu erkennen. Die Situation in Deutschland damals ist vielleicht vergleichbar mit der Situation heute in Polen.

Dennoch: die Zeiten haben sich geändert, es sind 50 oder 60 Jahre massivster Carnica-Verbreitung ins Land gegangen, die bis heute anhält. Die Landbiene hat sich grundlegend verändert.

Darüber hinaus sehe ich einige Theorien von Golz als falsch an, z. B.:

- die von ihm beschriebene "mütterliche Dominanz"

Somit ist auch seine Ansicht, dass die Landbiene bei Standbegattung zunehmend wieder dunkler würde, falsch. Genau das Gegenteil ist der Fall: die Bienen werden immer Carnica-ähnlicher.

Dies haben mittlerweile die "Basiszüchter" erkannt, die jede Form der kontrollierten Paarung ablehnen, und sich deshalb mit dem Carnica-Material zufrieden geben, das es in Deutschland gibt.

Im übrigen ist der "Basiszüchter" eigentlich auch kein Züchter. Der Begriff an sich ist schon falsch, denn welcher Züchter legt keinen Wert auf die väterliche Herkunft? Derartiges gibt es nirgendwo in der gesamten Tier- oder Pflanzenzüchtung.

Meine Meinung ist: die Thesen von Golz sind zumindest nicht mehr aktuell, wenn sie denn nicht sogar falsch sind.

LG
Kai
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Michal Anton

Re: "Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Beitrag von Michal Anton » Montag 7. November 2011, 08:00

bukem hat geschrieben:Hi Frankfurter,

jetzt bin ich etwas verwirrt. Einheimisch war für mich die Dunkle Biene bisher. Ist es etwa doch nicht so?
Ich setze mich gerne für Naturschutz ein, daher dachte ich wäre das eine gute Ergänzung es gleich mit der Dunklen Biene zu probieren.
Werde noch in dem Imkerverein in Offenbach vorstellig werden die sollen angeblich nett sein.
Leider ist der Beitrag der davorgegangen ist aus dem Forum gelöscht. Der war aber der Grund warum ich die Frage über Golz in den Raum gestellt habe. Viele übersehen einfach das angepasst kan nur eine Biene sein die natürlich im einem Gebiet endstanden ist. Und da meine ich Mittel und Nord-Europa. Ein Polarbär wird auch nach 60 Jahren im Hamburger Zoo kein Braunbär. Den Zitat aus meinem erstem Beitrag brauche ich hier nicht zu wiederholen. Für mich eindeutig eine Erklärung von Golz für die Dunkle.

Gruß Michal

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manne

Re: "Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Beitrag von manne » Dienstag 8. November 2011, 18:59

Hallo Kai,

Reinhard sprach unsere aktuellen Bauchschmerzen an, einen "Plan" oder besser eine Vision für alle Interessenten der Dunklen. Dabei kommt es auf Züchter und auf Halter an. Jede Gruppe ist in gewisser Weise auf die Andere angewiesen.
Dass klassische Zucht nicht Landbienenzucht ist, das ist unstreitig. Aber Beide haben ihre Berechtigung, jede auf ihrem Platz. Kai, ich würde mich freuen, gelänge es dir, einen Rahmen zu gestalten, in dem sich beide Gruppen zu Hause fühlen könnten, zum gegenseitigen Vorteil.

Gruß
Manne

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Dumoint

Re: "Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Beitrag von Dumoint » Dienstag 8. November 2011, 20:59

Hallo

Also wie gesagt einer muß nach vorne :D :D

Grüße

Simon

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Michal Anton

Re: "Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Beitrag von Michal Anton » Mittwoch 9. November 2011, 09:17

Hallo Kai,
es ist eine Tatsache das neben ein Paar wenigen Züchter wie Andreas z.B. die meisten die sich für die Dunkle Biene Interessieren Biennen Halter oder meine wegen Imker sind mit wenigen Völker. Das die alleine keine Rasse retten können ist wohl klar, aber wen sie nicht währen für wen wollen wir uns engagieren? Ich hab mich für die Rassenerhaltung entschieden trotzdem respektiere ich Andersdenkende, und jede der eine Landbiene auf der Basis von der Dunkle haben möchte ist mir viel sympathischer wie eine mit Caucasika, Pomonella und weis was noch. Was leider bei uns in Polen immer mehr Mode wird.

Und nimm mir bitte nicht übel aber ein Basiszüchter ist in meinen Augen auch ein Züchter der allerdings andere Kriterien an die Vatterseite legt als ein Linien oder Rasse Züchter. Jeder ist in Recht von seinen Standpunkt.

LG Michal
Zuletzt geändert von Michal Anton am Donnerstag 10. November 2011, 13:05, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: "Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Beitrag von Heidjer » Donnerstag 10. November 2011, 01:04

Nach meiner Auffassung züchtet jeder, der nach bestimmten Kriterien Einfluss auf die Vermehrung von Lebewesen und Pflanzen nimmt. Es gibt keine generell festgelegten Kriterien / Ziele, die für alle Züchter verbindlich sind. Wer also eine Auswahl nach eigenen Maßstäben trifft, und dann Nachkommen heranzieht, züchtet.
Wer lediglich vermehrt, ohne Einfluss auf irgendwelche Eigenschaften / Kriterien zu nehmen, züchtet nicht.

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Re: "Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse"

Beitrag von Heiko » Dienstag 15. November 2011, 22:10

Ich finde es ganz korekt wenn Hobbyimker sich eine Reinzuchtkönigin kaufen, und davon nachziehen und Standbegatten lasse. Holen sie sich alle 1-2 Jahre Nachschub, und giebt es in der Nachbarschaft nicht zu viele Imker mit anderen Bienen, kann man so schon in wenigen Generationen Dunkle Landbienen von zum Teil mit erstaunlich hohem N-Bienen Anteil erhalten.

Dieses Forum nur für Halter der reinen Rasse? Dann ist ja wohl auch gemeint solche die selber besamen lasse, oder nur noch Reinzuchtköniginnen kaufen? Dann stehen wir bald sicherlich nur noch mit einer Hand voll Mitgliedern da, und Jungimker werden wir so auch nicht motivieren.

Ich finde jeden der Dunkle hält gut, ich muss auch nicht schreien meine sind ja viel Dunkler, jedem das seine, und es geht hier doch nicht drum dass jemand versucht uns zu überzeugen das wir alle auf Carnica
umsteigen, den würde ich hier auch fehl am Platze halten.


Hallo Andreas, Du sprichst mir aus dem Herzen!

Grüße!

Heiko

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