Futterteig als Wintereinfütterung

Alles zur Bienenfütterung, Bienenfutter, Zucker, Sirup, Futterteig usw.

Moderator: Johannes

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Hainlaeufer
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Futterteig als Wintereinfütterung

Beitrag von Hainlaeufer » Sonntag 4. März 2018, 15:59

Man liest im Internet ab und zu von Imker die bei der Wintereinfütterung ausschließlich mit Futterteig arbeiten.
Über die Jahr hab' ich dieses Thema immer wieder wo kurz aufgeschnappt, aber wieder verschwitzt... und jetzt, will ich es wirklich wissen.
Ich persönlich kenne keinen Imker aus meiner Gegend, der mit Futterteigfütterung einwintert. Alle verwenden Zuckerwasser oder Sirup.
Die Vorteile von Futterteig sind ja relativ logisch: Man braucht kein Futtergeschirr, es gibt wesentlich geringere Räubereiprobleme und die Abnahme gestaltet sich langsamer aber sicherer. Auch die Arbeitsvorgänge und die Durchführung erscheint ja doch etwas gemütlicher, man kann tadellos sauber arbeiten.
Durch die langsame Abnahme kommt wohl das Brutnest nicht in Bedrängnis und wäre wohl für Ableger besonders optimal, da sie ja auch gerne länger brüten als Altvölker.
Falls aber zum Ende hin doch noch Futter fehlt, muss man wohl die fehlenden Kilo mit Sirup nachreichen, damit das auch sicher noch rasch in die Waben kommt.

Soweit ich das mitbekommen habe, ist der im Handel erhältliche Futterteig, von der Zuckermasse her, sehr hoch angesetzt. Man kann also sagen das 1kg Futterteig auch gut 1kg Winterfutter wäre.
Und man erspart sich da wohl auch etliche Bienenbesuche, wenn man gleich mehrere Kilos verabreicht. (Klar, mit Flüssigfutter ist das ja das selbe eigentlich. Man kann jede Woche ein- bis zweimal 1 Kilo verabreichen, oder gleich 5-10kg anbieten, wo aber dann das Brutnest in kürzester Zeit eingeengt werden könnte.)

Vielleicht melden sich hier ja Imker zu diesem Thema, die damit genug Erfahrung sammelten.
Erfahrungswerte wie zum perfekten, jährlichen Fütterungszeitraum oder die durchschnittliche Abnahemzeit von 10 oder 15kg bei normal gesunden Völkern wären interessant.

Ich habe bisher eigentlich immer nur Flüssigfutter für die Winterfütterung verwendet. Ich kenne es eben nicht anders, umso mehr finde ich es irritierend, wenn es vereinzelte Imker gibt, die das in voller Zufriedenheit mit Futterteig durchführen aber sonst nie die Rede davon ist?
Wo ist da der Haken?

LG

Silas
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Re: Futterteig als Wintereinfütterung

Beitrag von Silas » Sonntag 4. März 2018, 19:51

Hallo Hainlaeufer
Also zum Thema Futterteig
kann ich dir nur so viel sagen das ein Imker Kollege in meiner nähe im August letzten Jahr seine wirtschaftvölker nicht genug Futter eingetragen hatten und er noch flüssig füttern mußte. Obwohl er 20kg hinein gelegt hatte er hat nur gesagt das er es nie wieder machen wird. Für Ableger sollen es wohl einige machen. Ich nehme nur Futterteig für meine Königinnen im begattungskästchen und sonst nehme ich auch nur flüssig mit Tee Zusatz und mir ist zu Ohren gekommen das die Bienen den Futterteig nicht so gut ein lagern als flüssig und sie immer Wasser in der nähe haben müssen , also doppelte Arbeit meiner meinung. Vieleicht gibt es ja tatsächlich Imker die nur mit Teig einfüttern. Gruß Marcus

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Johannes
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Re: Futterteig als Wintereinfütterung

Beitrag von Johannes » Sonntag 4. März 2018, 20:21

Ich glaube, das Problem ist, dass die Abnahme eben "zu langsam" ist. Daher steigt der Bruteinschlag und folglich wieder der Futterverbrauch. Wenn man mit Zuckerwasser / Sirup das Brutnest binnen weniger Tage dicht macht, sind 15 kg Futter auch wirklich drinne. Von 15 kg Teig über eine Abnahmezeit von 2-3 Wochen oder so, bleiben garantiert keine 15 kg übrig für den Winter.

Das ist zumindest mein Gedanke dazu ;)

LG Johannes

Das Bestellformular auf meiner Webseite wird vorübergehend noch geschlossen bleiben. Ich möchte die Zucht erst mal anlaufen lassen und ein paar Verpflichtungen erfüllen.
Je nach Kapazität werde ich im Juli aber bestimmt noch Königinnen anbieten können. Ich bin bei der Planung aber lieber bescheiden, um niemanden zu enttäuschen!

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Re: Futterteig als Wintereinfütterung

Beitrag von robirot » Sonntag 4. März 2018, 20:50

Da gibt es mehrere Haken, ersten es dauert. Selbst wenn man die 15 kg in den Boden packt, dauert es min. 10 Tage bis er weg ist. Das ist eine Sache, die nächste ist das der Futterstrom das Brüten fördert. Futterteig funktioniert im Späten Herbst besser um die letzten 1-2 kg voll zu machen. Einfach Paket in den Boden und gut.

Aber zum Auffüttern geht er nur bei Ablegern wo man will das sie Brüten.

Oft brauchen die Völker aber auch 3-4 Wochen, das blockiert dir die ganze Zeit der Varroabehandlung.

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