Zu wenige Futterreserven: Was tun?

Alles zur Bienenfütterung, Bienenfutter, Zucker, Sirup, Futterteig usw.

Moderator: Johannes

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Ole86
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Re: Zu wenige Futterreserven: Was tun?

Beitrag von Ole86 » Dienstag 5. Dezember 2017, 16:28

Hi zusammen,

passend zu dem netten Video von Johannes, habe ich eine ähnliche Methode heute bei zwei M+ Völkern angewendet. Die Futtermsichung habe ich aus Resten von Futterteig, Zucker und Puderzucker zusammengestellt. Hier erstmal ein paar Bilder vorab:

Bild

Wie auf dem oberen Bild zu erkennen, überwintern beide Völker auf zwei Zargen. Entgegen meiner Erwartung befand sich beim Öffnen des ersten Kastens (Ligustica F1) die Traube direkt unter dem Deckel. Sehr ungünstig...

Die Temperaturen waren mit über 8°C zwar sehr mild für die Jahreszeit, dennoch herrschte etwas Wind und ich war besorgt, dass die Traube zu schnell auskühlt. Also habe ich als allererstes die Leerzarge aufgesetzt um einen leichten Windschutz zu erhalten. Dieses ist sehr schön auf dem rechten Bild in der Mitte zu erkennen.

Solange die Bienen sich noch ruhig verhielten, konnte ich den Beutel mit dem Futter sanft platzieren. Ich hob den Beutel mehrfach vorsichtig an und setzte ihn dann nicht ganz bis zum Boden ab, damit die Bienen eine Chance hatten, sich aus den Quetschbereichen zu entfernen.

Leider hatte ich nicht, wie in dem super Video von Johannes zu sehen, den Beutel vorher aufgeschnitten. Dieses hatte den Grund, dass ich die Öffnung nicht direkt zur Traube zeigen lassen wollte. Der Plan war zunächst die Lage des Beutels zu begutachten und diesen im Anschluss aufzuschneiden.

Leider waren die Bienen plötzlich doch sehr interessiert an mir und dem Beutel und flogen vermehrt auf. Da ich ohne Schleier und Handschuhe arbeitete, wurde mir das Ganze dann doch etwas zu wild. Ich schloss den Deckel und zog erstmal Schutzkleidung an.

Als ich den Kasten wieder öffnete, saßen Bienen über den gesamten Beutel verteilt und flogen leider auch sofort wieder auf. Ich habe, so schnell es mir irgendwie möglich war, den Beutel mit einem Cuttermesser aufgeschnitten und die Öffnung ein wenig mit der Hand ausgwölbt. Glücklicherweise sind am Ende nicht mehr als 5-8 Bienen außerhalb der Beute gelandet. Bei dem milden Wetter haben diese evtl. auch noch die Chance zurück zu finden.

Beim zweiten Kasten (Dunkle-Biene F1) schnitt ich dann doch lieber vor dem Öffnen den Beutel ein. Bei diesem saß die Traube allerdings nicht direkt unter dem Deckel und mein Vorhaben gestaltete sich deutlich einfacher.

Zum Abschluss noch eine Nahaufnahme der wunderschönen Wintertraube des Ligustica F1 Volkes:
Bild

Beste Grüße, Ole!

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Johannes
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Re: Zu wenige Futterreserven: Was tun?

Beitrag von Johannes » Dienstag 5. Dezember 2017, 16:54

Hallo Ole,

tolle Aktion und tolle Bilder!!!
Das Ligustica-F1-Volk ist ja großartig! Bei der Stärke dürfte nichts schief gehen und Futter wäre entgegen deiner Befürchtungen ja auch noch drinne gewesen. ;) Aber lieber zu früh als einen Tag zu spät gefüttert.

Bei der Dunklen musst du aber aufpassen. Wenn die jetzt noch unten sitzen, kommen die wahrscheinlich so schnell auch nicht hoch. Die werden noch genug Futter haben. Bis es dann mal knapp wird, könnte der Teig hart geworden sein. Da musst du halt zum Jahreswechsel mal kontrollieren.

LG Johannes
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Re: Zu wenige Futterreserven: Was tun?

Beitrag von elk030 » Dienstag 5. Dezember 2017, 17:24

Hallo Johannes
Magst du bitte nochmal ganz genau beschreiben, wie du den Futterteig hergestellst hast?
LG Elk

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Johannes
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Re: Zu wenige Futterreserven: Was tun?

Beitrag von Johannes » Dienstag 5. Dezember 2017, 17:47

Na klar! ;)

Ich habe knapp 1 kg Sommerhonig genommen und 1 kg Puderzucker. Dann beides schichtweise in den Beutel gegeben und 24 Stunden auf der warmen Ofenbank liegen lassen. In der Zeit mischen sich die Bestandteile. Gelegentliches Kneten hilft auch.

LG Johannes
Johannes hat geschrieben:
Sonntag 3. Dezember 2017, 12:32
Bild

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Re: Zu wenige Futterreserven: Was tun?

Beitrag von elk030 » Dienstag 5. Dezember 2017, 19:10

Danke
Hast du flüssigen Honig genommen?
Geht auch fester oder lässt er sich dann kaum mehr kneten?
Wie ist es mit der Haltbarkeit solch eines Teiges?
LG Elk

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Johannes
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Re: Zu wenige Futterreserven: Was tun?

Beitrag von Johannes » Dienstag 5. Dezember 2017, 20:18

Hallo Elk,

das war unschön abgesetzter Honig. Also halbes Glas flüssig und ein dicker Bodensatz. Ganz festen Honig musst du wohl erst etwas verflüssigen. Wobei das auf der Ofenbank sicher auch mit festem Honig gegangen wäre. Dann hätte es nur sicher länger gedauert.

Die Haltbarkeit sehe ich unkritisch. Der Honig selbst hatte einen vernünftigen Wassergehalt und durch die Masse an Puderzucker wurde der noch mal halbiert. Gärung schließe ich also aus. Die verschlossene Tüte wird also genau so lange haltbar sein wie Honig selbst... Also ewig! :P Man könnte nur anmerken, dass natürlich in dem Teig der HMF-Gehalt mit der Zeit steigt und er daher nicht viele Jahre alt werden sollte.

Im Volk zieht der Teig ja nur an der Öffnung Wasser und diese Schicht wird rasch abgetragen. Also sicher auch da keine Gärung. ... Wie es mit Schimmel aussieht, weiß ich nicht. Mir ist da noch nie was aufgefallen.

LG Johannes
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Re: Zu wenige Futterreserven: Was tun?

Beitrag von Hainlaeufer » Samstag 9. Dezember 2017, 11:05

Zwei Kleinigkeiten möchte ich noch mit auf dem Weg geben:
- Futterteigpackung auf schmale Holzleisten o.ä. legen, damit die Bienen einen größeren Zugang zum Futter bekommen
- kleine Völkchen bei der Restentmilbung auslassen, hier könnte 1x beträufeln schon 1x zuviel sein

Viel Erfolg!

LG

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Re: Zu wenige Futterreserven: Was tun?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Samstag 9. Dezember 2017, 11:18

Hainlaeufer hat geschrieben:
Samstag 9. Dezember 2017, 11:05

- kleine Völkchen bei der Restentmilbung auslassen, hier könnte 1x beträufeln schon 1x zuviel sein
...
Hier bietet sich dann das Verdampfen an. :wink:

LG
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