Kalte Wände - isolieren?

Fragen rund ums imkerliche Eigenheim

Moderator: Johannes

Heidjer
Beiträge: 454
Registriert: Donnerstag 12. Februar 2009, 03:31
Postleitzahl: 29640
Ort: Schneverdingen
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.: 20 Beuten,-- Korb
Bienen"rasse":
Zuchtlinie/n:
Einverständniserklärung: _
Alter: 74
Kontaktdaten:

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von Heidjer » Donnerstag 4. Dezember 2014, 21:22

Heidjer hat geschrieben:
imkerforum-nordbiene hat geschrieben:Hallo allsereits,

da Imker oftmals auch Häuslebesitzer sind, hier mal in eigener Sache eine Fachfrage außerhalb der Imkerei:

Seit ca. 1 Jahr bin ich Eigentümer eines alten geerbten Hauses. Baujahr 1959, Wände innen mit Kalksandstein, außen Rotstein-Klinker, ohne Isolierung. Das Haus erhielt 2014 neue Iso-Fenster, Kunststoff, teils dreifach verglast.
Diese Fenster gehören zum Problem: Gute Isolirung (k-Wert wohl unter oder nahe 1) und zwei Dichtungen, somit keinerlei Zugluft, so bleibt die Luftfeuchtigkeit durch die Menschen und
Pflanzen im Raum. Dagegen hilft nur ein Raumentfeuchter. Mein Freund (tischlermeister) sagt seit Jahren: "Wir dichten uns noch zu tode":
Heidjer hat geschrieben:
imkerforum-nordbiene hat geschrieben: Problem: in den von mir bewohnten und geheizten Räumen fallen mir "eiskalte" Außenwände auF, scheinbar gibt es hier Wärmebrücken. Dort schlägt sich Feuchtigkeit nieder, und auch den ersten Schimmel durfte ich schon entfernen. Der Schimmel tritt längs der Außenwände oberhalb der Fußleisten und in den Ecken hoch bis zur Decke auf.
Die Raumecken sing geomtrisch immer die größten Wärme- /Kältebrücken. An diesen kalten Stelen schlägt sich immer die Luftfeuchtigkeit nieder und führt zwangsl#ufig zur Schimmelbildung. Da nützt keien Chemie.[/quote]
Heidjer hat geschrieben:
imkerforum-nordbiene hat geschrieben: Temperatur der Wohnraumluft: 23° Celsius
Feuchtigkeit dere Wohnluft: 55-60% rel.
Zu hoch.
Heidjer hat geschrieben:
imkerforum-nordbiene hat geschrieben: Lüftung: Stoßlüften morgens und abends je 15 Minuten Durchzug
Heizen: tags 23°, nachts leichte Absenkung auf 19° C
Zwangsläufig schlägt sich die von der wärmren Luft gespeichrte Feuchtigkeit nachts nieder.
Heidjer hat geschrieben:
imkerforum-nordbiene hat geschrieben: Es muss also ausschließlich an den kalten Wänden liegen, deren Temperaturen offensichtlich unterhalb des Taupunktes von ca. 10 ° C liegen. Die letzte Woche hatten wir hier DAuerfrost, und in dieser Zeit ist der Schimmel entstanden (Entfernung desselben mit Wasserstoffperoxid).

Frage: Wie löse ich dieses Problem? HAt jemand Erfahrung? Reicht eine Innenraumdämmung der entsprechenden Wände mit diffusionsfähigen Kalziumsilikatplatten aus? Oder muss eine Außenfassadenisolierung her?
Dämmungen sind hochkomplexe Systeme. Nicht den Lieferanten trauen. Auch nicht den "Energiefachberatern" unter den Schornsteinfegern und Handwerkern, die habe ihrenvTitel in Kurzkursen erworben, um auch im Geschäft zu bleiben. Bei den studierten Architekten und Dipl.-Ing. gibt es qualifizierte (nicht nur) Fachleute. Von soiner Person, die elbst andere aubildet, habe ich mit ein Einergigutachten vom ganzen Haus machen lassen. Hochinteresant und dazu ghören auch Wirtschatlichkeitsberechnugen der theoretisch möglichen Arbeiten. Diese Ausgabe für so ein Gutachten lohnt sich auf jeden Fall.
Heidjer hat geschrieben:
imkerforum-nordbiene hat geschrieben: Antworten bitte gern hier im Forum, oder auch gern per Email: mail (at) nordbiene.de

Danke.
LG
Kai

Benutzeravatar
imkerforum-nordbiene
Site Admin
Beiträge: 6462
Registriert: Dienstag 11. Dezember 2007, 16:42
Postleitzahl: 24247
Ort: Mielkendorf
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 14. Jul 1979
Völkerzahl ca.: 16
Homepage: www.deutsche-biene.de
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Sicula, Ligustica, Carnica, Buckfast
Zuchtlinie/n: Flekkefjord, sowie F1
Einverständniserklärung: Ja
Alter: 53
Kontaktdaten:

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Freitag 5. Dezember 2014, 11:09

HAllo Wolfgang, der Heidjer :P

ganz ganz herzlichen Dank für die Ausführungen, Erfahrungen und Tipps.

Ja, ich werde nun einen Architekten, wie von Dir empfohlen, einschalten. Danach wird sich alles weitere entscheiden.

LG
Kai
Große Gemeinschaft Dunkle Biene: Neu, kostenlos, seriös. Mit vielen Bezugsquellen. Bitte hier klicken: Gemeinschaft Dunkle Biene].

Hanseleb
Beiträge: 2
Registriert: Sonntag 2. Februar 2014, 17:03
Postleitzahl: 73660
Ort: Urbach
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 12. Mär 2012
Völkerzahl ca.: 6Völker
Bienen"rasse": Carnica
Zuchtlinie/n:
Einverständniserklärung: _

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von Hanseleb » Sonntag 14. Dezember 2014, 10:36

Hallo Kai
Ich würde dein Problem mit der Feuchtikeit und Schimmel
mitfolgendem entgegenwirken.Ich würde mir einen Holzofen
in die Küche oder Wohnraum stellen,dieser zieht feuchte Luft an
und gibt warme trockene Luft ab.Es muß aber auch da dafür gesorgt
werden ,daß von ausen frische Luft,durch eine Lüftungsklappe oder
leicht gekipptes Fenster ein lüftungaustausch stattfinden kann.

Lindenthaler
Beiträge: 2
Registriert: Samstag 11. Januar 2014, 10:44
Postleitzahl: 14163
Ort: Berlin
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 6-2009
Völkerzahl ca.: 2 C 3 M
Bienen"rasse": Carnica-Buckfastmischung und Mellifera
Zuchtlinie/n: Carnica-Landmischung und Norges Birökterlag
Einverständniserklärung: _

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von Lindenthaler » Dienstag 23. Dezember 2014, 20:10

Hallo,
wenn Du mal denjenigen hören willst, der unter den Architekten und Bauphysikern uns Melliferaimkern entspricht:



Da wird von derzeitiger Isolierung abgeraten. Warum war denn vor der Versorgung mit neuen Fenstern kein Schimmel da? Es wurde doch wohl auch geheizt!?
Ich würde eher die Wand Wand sein lassen, allenfalls das Schimmelfutter (mjam mjam - biologisch abbaubare Wandbestandteile wie Papiertapete/Dispersionsfarbe) entfernen, einen Kalkputz drauftun (ist jetzt eh viel angesagter als z.B. Rauhfasertapete) und das wichtigste: Strahlungswärmequellen genau an die Schimmellwandecken bringen, d.h. kleine Heizkörper oder auch nur eine Heizungsrohrschleife v o r der Wand.
Die Nachtabsenkung vielleicht geringer ausfallen lassen bei etwas niedrigerer Tagestemperatur.
LG Lindenthaler

Benutzeravatar
Johannes
Beiträge: 4323
Registriert: Freitag 30. März 2012, 08:34
Postleitzahl: 06122
Ort: Halle
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0-1998
Völkerzahl ca.: 20 Völker & M+
Homepage: www.dunkle-bienen.eu
Bienen"rasse": Mellifera und Ligustica
Zuchtlinie/n: Krokvag, Stavershult, Flekkefjord u.a.
Einverständniserklärung: _
Alter: 26

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von Johannes » Dienstag 23. Dezember 2014, 20:56

Ich hab mir das Video gerade ein wenig angesehen. Nicht komplett, aber ich bin ja zum Glück auch nicht betroffen.
Nach der Präsentation kommen ein paar interessante Praxishinweise!
So bin ich durch das Video darauf gekommen dir, Kai, einen Tipp zu geben.

In meiner Studentenwohnung (DDR-Plattenbau; ungedämmt) sind bei allen Fenstern 20 cm der oberen Gummiabdichtung entfernt. Dadurch herrscht ein konstanter, aber nicht spürbarer Ausstrom warmer Luft mit Feuchtigkeit. Folglich stellen weder die Betonwände, noch die ohnehin gut isolierenden Fenster (erst 5 Jahre alt) den kältesten Punkt dar. Schimmelprobleme hat soweit ich weiß niemand. Selbst im Bad ohne Fenster nicht!

Schau doch mal, ob bei deinen neuen Fenstern die Dichtung ringsherum geht. :!:
Falls ja, kannst du dich ja mal an die Firma wenden, die dir die Dinger eingebaut hat. Einfach ohne zu fragen dran rum schneiden würde ich nicht, weil dann sicher die Garantie erlischt. Aber vielleicht wäre diese "Ablüftung" eine Hilfe gegen dein Problem.

LG Johannes

Der Großteil Vorbestellungen ist nun erfüllt. Die letzten Königinnen gehen bis Mitte Juli raus. Den Rest der Saison möchte ich nutzen, um das Zuchtprogramm des Landesverbandes Dunkle Biene Sachsen e.V. zu unterstützen. Daher kann ich leider keine umfangreichen Anfragen mehr annehmen. In dringenden Fällen bitte einfach eine Anfrage per Mail schicken und ich werde sehen, was ich tun kann!

Heidjer
Beiträge: 454
Registriert: Donnerstag 12. Februar 2009, 03:31
Postleitzahl: 29640
Ort: Schneverdingen
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 0- 0- 0
Völkerzahl ca.: 20 Beuten,-- Korb
Bienen"rasse":
Zuchtlinie/n:
Einverständniserklärung: _
Alter: 74
Kontaktdaten:

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von Heidjer » Mittwoch 24. Dezember 2014, 02:00

So ist es, die feuchte Luft muss raus. Mein Freund, ein Tischlrmeister, der ja an 2 oder 3-fach verglasten Fnstern mit 1 oder2 Gummilippen verdient, warnt immer und sgt: "Wir dämmen uns nochmal zu Tode."
Ich kenne eine Hndwerkerbaugenossenschaft, die war diese eigenen Rechtstreitigkeiten mit den Mietern leid und hat als Reaktion aus allen Fenster die Gummidichtungen entfernt.(Offiziell nicht zulässig.) Egebis seit diesem Zeitpunkt keine Klagen mehr von Mieten.
Wichtig ist es, die Wände gleichmäßig temperatiert zu halten und bei starken Feuchtigkeitsquellen sofort ablüften. Warme Wände geben Wärmestahlung ab und das Wohlgefühl im Raum steigt an, auch bei 2°C niedriger Raumlufttempertur, also weniger Heizleistung und kleiner Temperaturdifferenz nach draußen.
Eine unendliche Geschichte > Informieren, nachdenken und die richtigen Schlüsse ziehen.
MfG
Wolfgang, der Heidjer, der sich mit dieser Thematik seit 1976 (ohne Freude) als ein Vermieter beschäfftigte.
PS.: Jedem recht getan, ist eine Kunst,die niemand kann.

Benutzeravatar
tinafalke
Beiträge: 262
Registriert: Mittwoch 15. Dezember 2010, 09:08
Postleitzahl: 26452
Ort: Sande
Land: Deutschland
Telefon: 04422/1031
Imker seit: 26. Dez 1954
Völkerzahl ca.: Mal mehr mal weniger
Bienen"rasse": Mellifera Sicula Carnica
Zuchtlinie/n:
Einverständniserklärung: _
Alter: 70

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von tinafalke » Mittwoch 24. Dezember 2014, 11:48

Hallo!
Warme Wände geben Wärmestrahlung ab.
Eine weise Feststellung.
Nur bedarf es dazu auch des Mauerwerkes.
Die Hohlschichten sind belüftet, und der Wind
fegt darin rundum.
Bei mir war das so.
Von innen ein Loch durchgebohrt und ein Strahl
aus der Hohlschicht wie ein Düsentriebwerk.
Hohlschicht mit Schaum ausgefült und Ruhe war.
Warme Innenwände.
Frohe Weinachten.
Fooke

Benutzeravatar
Marakain

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von Marakain » Sonntag 1. Februar 2015, 13:48

Moin Kai,

ich hoffe bei deinem Problem hat sich inzwischen etwas zum positiven verändert und du hast wenigstens gute Aussichten das das demnächst so ist.

Benutzeravatar
Joerg878

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von Joerg878 » Samstag 7. Februar 2015, 17:20

Hallo Lindenthaler,
wenn Konrad Fischer unter den Architekten und Bauphysikern derjenige ist der unter den Imkern den Melliferaimkern entspricht, dann suche ich ab sofort nach hellen Bienen! :)
Ich habe es mir angetan und das ganze Video einmal angesehen und mal ganz im ernst, das einzige wo Herr Fischer Recht hat ist die Tatsache, dass es sehr viele Fehler und Probleme im Bereich energetischer Sanierung gibt. Wenn aber jemand pauschal und ohne Einschränkungen behauptet Wärmedämmung und auch Mehrfachverglasungen hätten keinen Einfluss auf den Energieverbrauch kann man solch einen Menschen einfach nicht ernst nehmen. Bei den Mehrfachverglasungen widerspricht er sich in seinem Vortrag gleich mehrfach. Auf der einen Seite behauptet er eine zweite Glasscheibe hätte keinen Effekt, da nachgewiesen sei, dass ohnehin keine Wärmestrahlung durch Glas hindurchgeht und folglich eine zweite Scheibe gar keine Wirkung hätte. Andererseits behauptet er aber quasi in dem gleichen Satz, dass durch die zweite Scheibe die Wärmeeinstrahlung von außen erheblich behindert wird. Ja was gilt denn nun? Etwas weiter gibt er zu Bedenken, dass es früher weniger Feuchtigkeitsschäden gegeben hat weil das Kondenswasser zuerst an der kalten Fensterscheibe ausgefallen ist. Da das nach seinen Aussagen heute nicht mehr der Fall ist muss die Glasinnenseite doch durch die Verwendung von Mehrfachverglasungen offensichtlich wärmer sein und damit die Mehrfachverglasung ja sehr wohl eine Wirkung haben.
Und das sind nur die offensichtlichsten Beispiele, die meines Erachtens auch jedem einleuchten sollten der in Physik nicht so aufgepasst hat.
Wir haben in den letzten Jahren einen Resthof gekauft und energetisch saniert. Wir haben Dreifachverglasungen, eine Lüftungsanlage, allseitig 25 cm Dämmung aufgebracht und keine Feuchtigkeitsschäden und außerdem ein deutlich besseres Raumklima. Die Heizkosten konnten dadurch von ca. 6 T€ auf jetzt 1T€ reduziert werden. Der einzige Nachteil ist, dasslich, dass wir die ersparten Heizkosten für Zinsen und Tilgung der Baumaßnahmen ausgeben müssen und nicht frei zur Verfügung haben.

@Kai: Heiko hat deine Fragen schon sehr gut beantwortet. Leider sind Einzelmaßnahme, wie z.B. neue Fenster, häufig mit Folgeproblemen verbunden. Den Schimmel wirst du vermutlich nur mit einer Dämmung von außen in den Griff bekommen. Eventuell kannst du im Bereich der Fußleisten auch einfach die Heizungzuleitungen offen verlegen. Das würde die Wände speziell in diesem Bereich zusätzlich erwärmen und dadurch Kondensat und damit auch den Schimmel verhindern. Energetisch wäre das zwar nicht optimal, aber vermutlich eine praktikable und verhältnismäßig günstige Lösung. Das gibt übrigens ganze Heizungssysteme die nur so arbeiten, anstelle von Heizkörpern. Bei Interesse gib einmal "Fußleistenheizung" in Google ein. Auch in der Raumecke könnte man das so beheben. Aber bitte nicht die Dichtungen aus den Fenstern nehmen.

Grundsätzlich ist eine Ferndiagnose ohne genauere Kenntnis der tatsächlichen Gegebenheiten nicht wirklich möglich. Insofern ist deine Entscheidung einen Architekten zu Rate zu ziehen sicherlich richtig. Achte aber bitte darauf, dass er auch Erfahrungen auf diesem Gebiet vorweisen kann. Architekten sind nicht zwangsläufig auch Bauphysiker. Wenn du konkrete Fragen zu den Ausarbeitungen des Architekten haben solltest kannst du mir gerne eine PM schicken, geht natürlich auch über das Forum, sprengt meines Erachtens aber dann den Rahmen. Ich habe in meinem beruflichen Alltag als Bauingenieur zwar selten mit energetischen Sanierungen zu tun, glaube aber ein ganz gutes bauphysikalisches Verständnis zu haben.

Schöne Grüße aus Cuxhaven
Jörg

Benutzeravatar
imkerforum-nordbiene
Site Admin
Beiträge: 6462
Registriert: Dienstag 11. Dezember 2007, 16:42
Postleitzahl: 24247
Ort: Mielkendorf
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 14. Jul 1979
Völkerzahl ca.: 16
Homepage: www.deutsche-biene.de
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Sicula, Ligustica, Carnica, Buckfast
Zuchtlinie/n: Flekkefjord, sowie F1
Einverständniserklärung: Ja
Alter: 53
Kontaktdaten:

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Mittwoch 11. Februar 2015, 18:15

Hallo Jörg,

ganz herzlichen Dank für Deine fachlichen Ausführungen.

Die letzten Wintermonate hatte ich Zeit zum Beobachten. Ich habe mir dazu exakte Hygrometer und Thermometer für die bewohnten Räume (Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad und Küche) angeschafft. In den ersten dreien hatte ich ja, wie berichtet, in den Ecken der Außenwände leichten Schimmelanflug festgestellt (graue Flecken). Seit der Entfernung derselben und Streichung ist kein Schimmel mehr aufgetreten. M. E. hat dies folgenden Grund:

Ich habe die Temperatur der Wohnräume auf konstant 22 Grad C und ca. 52-55% rel. Luftfeuchte gehalten. Hinzu kommt der entscheidende Faktor: die letzten Wochen waren nicht wirklich kalt, so dass die Außenwände nicht eiskalt wurden.

Man beachte nochmal den Taupunkt (entspr. einer eiskalten Bieflasche im Zimmer), siehe Tabelle in einem der vorigen Beiträge:

Bei 22° C und 53% r. L. liegt dieser bei: 12° Celsius. D. h. wenn die Wand kälter als dieser Wert wird, schlägt sich dort Nässe bei den entspr. Parametern nieder. Hierzu ist es offensichtlich während der letzten Wochen nicht gekommen.

Ich weiß aber nicht, wie es wird, wenn wir mal wieder richtige Wintertemperaturen von -10 oder -20° C bekommen. Da kann die Wand schnell kälter als 12° C werden. Von daher denke ich an eine Innenraumisolierung dieser beiden Wände mit Calziumsilikatplatten ("Klimaplatte"). Eine Außenisolierung kommt wegen des finanziellen Aufwandes nicht in Betracht.

LG
Kai
Große Gemeinschaft Dunkle Biene: Neu, kostenlos, seriös. Mit vielen Bezugsquellen. Bitte hier klicken: Gemeinschaft Dunkle Biene].

Benutzeravatar
imkerforum-nordbiene
Site Admin
Beiträge: 6462
Registriert: Dienstag 11. Dezember 2007, 16:42
Postleitzahl: 24247
Ort: Mielkendorf
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 14. Jul 1979
Völkerzahl ca.: 16
Homepage: www.deutsche-biene.de
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Sicula, Ligustica, Carnica, Buckfast
Zuchtlinie/n: Flekkefjord, sowie F1
Einverständniserklärung: Ja
Alter: 53
Kontaktdaten:

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Montag 21. September 2015, 17:14

Hallo allerseits,

so die Entscheidung ist gefallen. Ich werde die zwei Wände mit der Multipor-Platte (ein Produkt der Firma Ytong) isolieren.

Hier ein interessantes Video:

LG
Kai

Film: Multipor Dämmplatten von Ytong.

Große Gemeinschaft Dunkle Biene: Neu, kostenlos, seriös. Mit vielen Bezugsquellen. Bitte hier klicken: Gemeinschaft Dunkle Biene].

Benutzeravatar
imkerforum-nordbiene
Site Admin
Beiträge: 6462
Registriert: Dienstag 11. Dezember 2007, 16:42
Postleitzahl: 24247
Ort: Mielkendorf
Land: Deutschland
Telefon:
Imker seit: 14. Jul 1979
Völkerzahl ca.: 16
Homepage: www.deutsche-biene.de
Bienen"rasse": Dunkle Biene, Sicula, Ligustica, Carnica, Buckfast
Zuchtlinie/n: Flekkefjord, sowie F1
Einverständniserklärung: Ja
Alter: 53
Kontaktdaten:

Re: Kalte Wände - isolieren?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 29. Oktober 2015, 18:20

So, hier mein vorläufiger Abschlussbericht zu meinem Thema "Kalte Wände isolieren". :P

Ich kann sagen: das Projekt ist abgeschlossen, die Wände sind endgültig fertig. Hurrrrra, welch Freude. :lol: Doch der Reihe nach:

Wie schon beschrieben, habe ich mich nach längeren intensiven Überlegungen und Studien für das Multipor-System der Firma Ytong entschieden. Bei der Firma "Team" Baumärkte in Kiel bestellte ich die entsprechende Menge Multipor-Platten 60x39x10 cm sowie den erforderlichen Leichtmörtel, Armierungsgewebe und 10 cm breites Isolierband.

Äußerlich ähneln die rein mineralischen Multipor Platten einem Ytong-Stein, sie sind aber viel weicher, brüchiger und lassen sich am besten mit einem ... Küchenmesser schneiden. Fuchsschwanz geht auch wie Butter. Auch die Arbeit mit dem Leichtmörtel hat mir viel Freude bereitet. Das Aufmauern der Platten erfolgte mühelos, auch als Laie ist die Einarbeitungszeit sehr kurz. Heikler ist schon das Verputzen. Wie gelingt es, quarkähnlichen Putz an eine senkrechte Wand zu bekommen, und dies möglichst gleichmäßig? Der Umgang mit dem Abreiber will gekonnt sein, und ich habe viel über Stellung und Andruckkraft gelernt.

Die anschließenden Malerarbeiten waren wiederum sehr einfach: es ist atmungsaktive, diffusionsoffene und alkalische Farbe notwendig. Ich habe mich für die gute Brillux Silikatfarbe mit einem bestimmten (hell beige) Farbton entschieden. Wunderbar. 5 Liter Farbe (50€) reichten für zwei Wände (20 qm) bei weitem aus; es blieb sogar noch Farbe übrig, und das trotz zweimaligen Auftragens! So eine wunderbare Ausbeute habe ich noch nicht erlebt.

Kurzum: Projekt gelungen! Die beiden Wände fühlen sich nun viel wärmer (wie Styropor) an als die anderen Steinwände. Schimmel wird es an diesen beiden Wänden garantiert nicht mehr geben. :P :P :P Fotos kommen demnächst. Kostenpunkt für 2 Wände (20 qm gesamt) an Material: 1.500,00 €.

So, das nächste Projekt heißt: Fußboden (zunächst war angedacht: Klick-Vinyl).

LG
Kai
Große Gemeinschaft Dunkle Biene: Neu, kostenlos, seriös. Mit vielen Bezugsquellen. Bitte hier klicken: Gemeinschaft Dunkle Biene].

Antworten

Zurück zu „Für Häuslebauer“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast