Blühwiese im Herbst - Ein Problem?

Moderator: Johannes

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Johannes
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Blühwiese im Herbst - Ein Problem?

Beitrag von Johannes » Dienstag 6. Oktober 2015, 19:21

Hallo zusammen,

an anderen Stellen im Internet ließt man jetzt gelegentlich davon, das Imker besorgt sind, weil in der Nähe ihrer Stände Felder mit Gründüngung blühen.
Hat denn jemand ernsthaft damit schon schlechte Erfahrungen gemacht?

Ich wüsste eigentlich nicht, was dagegen spricht, dass die Bienen jetzt noch etwas Nektar und schönen Pollen finden. Nur mit guter Eiweißversorgung können optimale Winterbienen entstehen und der jetzt eingelagerte Pollen dient im Frühjahr den ersten Jungbienen.

Außerdem finde ich, dass wir den Landwirten dankbar sein sollten, dass sie solch kostspielige Mischungen aussähen! Gegen die Agrarwüste sind wir ja auch. Aber warum jetzt gegen Blühwiesen?

Was sind eure Erfahrungen?

LG Johannes

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Re: Blühwiese im Herbst - Ein Problem?

Beitrag von Goldstadthonig » Mittwoch 7. Oktober 2015, 00:18

Hallo Johannes,

bei mir gibt es auch jede Menge Senffelder, die jetzt wie alljährlich auch gut beflogen werden. Auch ich habe befürchtet das die Völker im Frühling geschwächt sind. Aber alle kommen stark aus dem Winter.

Ich glaube das ist wieder so ein Mythos & Märchen was nicht stimmt.

LG Markus

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Re: Blühwiese im Herbst - Ein Problem?

Beitrag von elk030 » Mittwoch 7. Oktober 2015, 05:53

Solange die Erde dieser Wiesen nicht zu sehr mit Pestiziden übersättigt ist, sollte das kein Problem sein.
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Johannes
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Re: Blühwiese im Herbst - Ein Problem?

Beitrag von Johannes » Mittwoch 7. Oktober 2015, 07:22

Hallo ihr beiden,

ich sehe es auch so wie ihr.

Was mich immer verwundert, ist das Argument, dass Senfhonig (vergleichbar Rapshonig) kristallisiert und die Bienen dann angeblich im Winter auf vollen Futterwaben verhungern. Hatte das Problem schon jemand?

Ich denke, dass Honig die natürliche Nahrung der Bienen ist. Auch vor hunderten Jahren wird es schon Kreuzblüter und deren Honig gegeben haben. :P Warum sollten die Bienen damit nicht klar kommen? Zuckerwasser als DAS beste aller Winterfutter zu sehen, ist doch ein Irrdenken der Imker. Wird da Zuckerwasser als wertvoller und gesünder bewertet als Honig? :wink:


Bild

So sieht es derzeit bei mir im Garten aus. Ihr glaubt ja gar nicht, wie das summt und wie viel Pollen die Bienen in den Stock schleppen.

LG Johannes
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Re: Blühwiese im Herbst - Ein Problem?

Beitrag von Hainlaeufer » Sonntag 11. Oktober 2015, 11:52

Spätsommerliche oder herbstliche Gründüngung kann einerseits ein Segen sein, andererseits aber auch ein Fluch.

Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Ist der Boden von der Vorkultur durch Spritzmittel schwer belastet, findet man ihn zum Beispiel im Blütenpollen wieder. So wurden im vorletzten Winter große Verluste bei uns festgestellt, nachweislich durch eine Laboruntersuchung. Der Senfpollen war stark belastet und schwächte die Winterbienen und folglich die weitere Entwicklung. Im Frühjahr gab es hohe Verluste zu beklagen.

Ansonsten... ja... wäre nicht dieses Problem, so könnte man reinen Gewissens sagen, dass Gründüngung ein reiner Segen wäre. Nektarangebot mindert die Räuberei, der Wintervorrat kann zur Genze gefüllt werden und man muss weniger Zuckerwasser hinzufügen (sollte es notwendig sein), und die Pollenversorgung würde für dicke Winterbienen sorgen.

Thats life...

LG
euer Hainläufer

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