Warrebeuten ~ Stabilbau in Magazinen mit besonderem Maß

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Warrebeuten ~ Stabilbau in Magazinen mit besonderem Maß

Beitrag von Gast » Dienstag 18. Dezember 2007, 21:51

Guten Abend,

durch Eric Zeissloff aus Berlin kam ich zu dem Text von Warre, einem französischem Pfarrer, der sein Leben lang imkerte und viele Beuten ausprobierte. Warre wollte vor allem eine bienengerechte Beute, die auch sehr einfach zu beimkern war. Auch Nicht-Experten sollten die Beute bedienen können.

Mehr durch Zufall ließ er die Rähmchen weg und imkerte fortan mit Stabilbau.

Viele seiner niedergeschriebenen Gedanken deckten sich mit den meinen. Ich wollte nur Bienen zur Selbstversorgung mit Honig und Wachs, zur Naturbeobachtung und zur Bestäubung. Eine professionelle Imkerei war nicht mein Ziel. Alles, womit ich bei der herkömmlichen Imkerei mit Rähmchen und Magazinen in Berührung kam, war für die Massenproduktion ausgerichtet. Mit naturnaher Imkerei hatte das nichts mehr zu tun.

Jedenfalls eröffnete mir Warre eine neue Möglichkeit. Ich stellte 2006 auf die Warrebeute um ~ und bin seitdem einfach nur fasziniert! Da ich entgegen Warre keine Anfangsstreifen verwende, bauen die Bienen völlig frei in die Kästen. Dieser wilde, freie Wabenbau sieht absolut organisch aus ~ mit bewunderswerten Ausformungen.

Mehr zur Warre habe ich hier geschrieben:

http://www.selbstversorgerforum.de/bien ... r_alle.pdf

Martin hat technische Zeichnungen für den Bau der Warre in sorgfältiger Arbeit erstellt:

http://www.selbstversorgerforum.de/bien ... nungen.pdf

Jeder kann diese Beute ausprobieren, sie ist sehr einfach und kostengünstig selbst zu bauen.

Für die Bewahrung der Biologie der Biene leistet die Beute wertvolle Dienste ~ und damit der Gesundheit der Bienen.

Ich habe eine kleine Seite zusammengestellt, mit vielen interessanten Links.

http://www.selbstversorgerforum.de/bien ... index.html

Ganz besonders schön ist die Darstellung einer gläsernen Warrebeute auf folgender Seite:
http://ruche-warre.levillage.org/index.htm

Weitere Fragen beantworte ich gerne ~ per E-Mail und für alle hier in diesem Forum!

Ich schließe mit den Worten Warre's: Mella fluunt tibi! (Der Honig möge euch fließen!)

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Beitrag von Gast » Dienstag 18. Dezember 2007, 23:45

Hallo,

noch ein paar Ansichten "von unten":


Bild

Ein gutes Beispiel für organische Bauweise. Die Beute wurde ohne Anfangsstreifen aus Wachs aufgestellt, so mache ich es nur noch.

Die zwei folgenden Bilder waren mit Anfangsstreifen bestückt:

Bild

Bild

Und jetzt wieder ohne Anfangsstreifen:

Bild

Bild

Einfach sehr lebendig das Ganze. Ich liebe diesen Ausdruck des Bien.

Viele Grüße,

Bernhard

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Beitrag von kleffmann » Mittwoch 19. Dezember 2007, 21:08

Guteb Abend Bernhard!
Ich finde das Verfahren sympathisch, habe aber eine Frage zur Honigernte: läßt sich hier nur Tropf- oder Preßhonig gewinnen oder ist es auch möglich, zu schleudern?
Es wäre auch schön, wenn Du (am besten in der Abteilung Bienenkrankheiten) erklären könntest, wie du es schaffst, ohne Varroabehandlung auszukommen und wie lange das schon gutgeht.
Schöne Grüße, Tom

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Beitrag von Gast » Mittwoch 19. Dezember 2007, 22:03

Hallo Tom,

habe ich bereits in der Varroaecke geschildert :lol:

Honig schleudern geht auch ~ in sogenannten Einhängesäcken für Entdeckelungswachs. Wabenbruchstücke rein ~ schleudern. Ich habe das nicht probiert, nur warum sollte das nur bei Entdeckelungswachs funktionieren?

Bild
aus: http://www.holtermann-shop.de/index.php/cPath/5_184

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Beitrag von Hobbyimker » Donnerstag 20. Dezember 2007, 08:43

Hallo liebe Forumsgemeinde
Bei dem lesen dieses Beitrags Ich finde das Verfahren sympathisch, habe aber eine Frage zur Honigernte: läßt sich hier nur Tropf- oder Preßhonig gewinnen oder ist es auch möglich, zu schleudern? kommen mir Gedanken....ein zurück in die Vergangenheit ?? ist das langfristig bei der herrschenden Umweltveränderung dem Bien überhaupt dienlich???
Ist es in der Praxis nicht so das ein Verzicht auf Rähmchen- b.z.w. Mittelwändegabe mit Sicherheit einen negativen Einfluß auf das Leben des Biens wegen der veränderten Tracht oder besser vorhandenen Lebensbedingungen mit sich bringen könnte und mit Sicherheit auf die Menge b.z.w. Kilos bei der Honigernte zum tragen kommt??? Nun ist es ja so das im Prinzip die Honigernte den Erfolg einer Imkerei mit bestimmt und ein Verzicht und ein zurück zur Natur sicherlich auch negative Einflüsse hinterlässt.Könnte da nicht ein Kompromiss der genau richtige Weg sein?man lässt einfach zum großen Teil dem Bien sein Leben nach Bernhards Betriebsweisengedanken Stabilbau laufen somit dann einfach mal Bienenhalter zusein und führt aber dann in Punkto Vorratsstube b.z.w. Überschußbereichszone ein imkern mit Rämchen und Mittelwänden durch.
Ist dieser Gedankengang nicht mal ein Versuch der Praxisprobe wert ???
bei irgendeiner Idee und Antwort zur Diskusion
besten Dank im Voraus
imkerliche Grüße
ABER DIE NATUR VERSTEHT GAR KEINEN SPASS, SIE IST IMMER WAHR, IMMER ERNST, IMMER STRENGE; SIE HAT IMMER RECHT UND DIE FEHLER UND IRRTÜMER SIND IMMER DES MENSCHEN. J. W. V. GOETHE
Wir sind alle nur Gast auf dieser schönen Erde

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Beitrag von kingsfalcon » Mittwoch 15. April 2009, 16:51

Hallo Brasbee :)

Ich war früher sehr oft in Brasilien, vornehmlich Rio de Janeiro, Sao Paulo und Curitiba. Ich bin sehr gespannt darauf, wie Du Deine Afrikaner imkerst. Denn wie ich weiß, dürfen sie nur außerhalb geschlossener Ortschaften und weitab von Siedlungen und Viehherden sein.

Die Honigerträge sollen gut sein. Ich lese jetzt zum ersten Mal, daß man diese Mischrasse in Warré zu imkern versucht. Wie wirst Du sie beim entnehmen der Waben zum Schleudern beruhigen, denn in Warré ist ja alles innen offen?

Ich würde mich freuen, von Dir nähere Nachrichten darüber zu lesen.

Gruß Peter

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Beitrag von kingsfalcon » Donnerstag 16. April 2009, 17:56

Hallo Dieter :)

Auch ich möchte künftig mit den Bienen in Naturwabenbau arbeiten. Vorläufig sollen sie noch in Magazinbeuten gehalten werden, bis unser Ökodorfprojekt ab November dieses Jahres beginnt. Je nachdem, ob noch warm genug zum Umsetzen an den neuen Standort oder nicht, werde ich schon im Frühsommer beide Beutensysteme bauen, Topbar und Warré, damit im zeitigen Frühjahr 2010 die Völker umgesetzt werden. Da wir Ökodörfler mitten im Wald sind, muß ich wohl noch Bienenweiden pflanzen und säen.

Ich habe bislang erst von einer Honigschleuder gehört, mit denen auch Naturwaben geschleudert werden können, den World Extractor. Derzeit ist es nicht zu haben, soll ohnehin in neuer Version gebaut werden. Die Kritiken sollen gut sein, Preis so um die 300 Euro. Ich bin selber daran interessiert, denn mit dieser kann ich alle Waben schleudern. Selbst wenn es länger dauern könnte, wenn ich mehr Völker hätte, sind sie doch eine Alternative. Mit diesem Gerät sollen die Waben schnell und ohne Wenden geschleudert werden können. Mit ein Pluspunkt ist, daß ich nicht mehrere Schleudern brauche, wenn verschiedene Waben bearbeitet werden.

Soweit ich weiß, sollen die Afrikaner große Honigernten einbringen. Beim Warré wäre durch das rasch ansteigende Eigengewicht der Waben ein Abriß vom Träger möglich. Sicherst Du sie mit Draht? Ist sicher nicht lustig, wenn Vorbeikommende von einem vermeintlichen Angriff aufs Volk durch Herabfallen der Waben von wütenden "Killerbienen" angegriffen werden.

Welche Honigsorten sind bei Dir zu erwarten? Welche Blütenpollen sind je nach Jahreszeit vorhanden?

Schöne hobbyimkermäßige Grüße aus Nürnberg

Peter

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Beitrag von kingsfalcon » Freitag 17. April 2009, 11:43

Hallo Dieter,

hier ist der Direktlink zum Extractor

http://www.swienty.com/?pid=1&id=108600

Du kannst dann auf die deutsche Flagge bei dem Artikel klicken. Es ist eine dänische Seite.

Der Extractor wurde 2005 auf der Apimondia in Irland in der Kategorie „Beste technische Neuentwicklung“ mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Leider finde ich nach wie vor noch keine Hinweise, wann die neuen Geräte ausgeliefert werden. Wenn Du doch noch fündig wirst, würde ich mich über eine Benachrichtigung freuen.

Was die Blattschneiderameisen anlangt, glaube ich zu wissen, daß in Brasilien, ich weiß nicht mehr, an welcher Forschungsstation, Versuche mit bestimmten Pilzen gemacht wurden. Die Ameisen hatten diese dann in die Zuchträume getragen, woraufhin die von ihnen gezüchteten Nahrungspilze eingingen. Schlicht gesagt verhungerten dann die Ameisen, wenn sie nicht abwanderten.

Vielleicht wäre es eine Möglichkeit für Dich, die Population auf Deinem Landsitz zu kontrollieren.

Übrigens, ich war meinen jüngeren Jahren im Urlaub oft im Instituto Butantan, um dort Gifte von Spinnen, Skorpionen und Schlangen zu melken helfen.

Viele Grüße

Peter

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Beitrag von kingsfalcon » Freitag 17. April 2009, 13:08

Hallo Dieter

Die Klapperschlangen werden dann die Cascavela sein. Abhängig von Deinem Standort Crotalus durissus terrificus. Sind schon beträchtliche Größe und man muß sehr achtgeben. Nicht zu Unrecht tragen sie im zweiten Artnamen die Schreckliche. Noch mehr achtgeben muß man bei den klapperlosen Grubenottern, weil man sie kaum hört. Wenn Laub vorhanden ist, zittern die Schwanzspitzen, so daß sie im Laub gehört werden können.

Der Extractor ist 16 cm hoch. Ich habe irgendwo einen Beitrag gelesen, in denen mehrere Fotos gezeigt wurden. Sieht stabil aus, allerdings hatte Erwerber an einem Schweißnaht ein kleines Loch, den er selber flickte.

Wie heißt das Mittel gegen die Blattschneiderpilze?

Viele Grüße

Peter

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