Lüneburger Stülper - Betriebsweise als "Schaukorb"

Moderator: Johannes

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Heiko
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Lüneburger Stülper - Betriebsweise als "Schaukorb"

Beitrag von Heiko » Donnerstag 11. Dezember 2014, 14:11

Hallo zusammen,

diejenigen, die schon mal zum IG-Treffen bei mir waren, haben vielleicht noch meinen "Bienenbaum" in Erinnerung.

Ursprünglich 2011 mal geplant und aufgebaut um 2 selbstgebaute Körbe aufzunehmen. Nach großen Mißerfolg - aufgrund damals mangelnder
Erfahrung in der zugehörigen Betriebsweise/Varroabekämpfung - umgewidmet zum Standplatz für 2 DNM Beuten (1 x mit Schauglas).
Das war für mich leider auch nicht sehr zufriedenstellend, da ich zum Bearbeiten die Kästen jedesmal komplett rausheben musste. Zwar nur
1 Zarge DNM 1,5 aber das auf ca. 1,20 Höhe "stemmen" ist dann insbesondere während der Einfütterung dann doch ein wenig anstrengend.

Einen Platz möchte ich im Frühjahr mit einem Kob besetzen. Ein gewisses Manko ist (für mich) die Varroabekämpfung im Korb. Ich habe mir
daher zwei originale Körbe über ebay zugelegt. Diese sind 1. schöner, 2. dickwandiger und 3. günstiger als die "neu" im Bedarfshandel angebotenen
Körbe. Grob habe ich folgende Betiebsweise vor: Jährliches Abtrommeln und damit abwechselnde Besetzung der Körbe. Damit TBE und junges Wabenwerk. Ggf. bei Bedarf im Dezember Oxuvar träufeln. Der Stand ist geprägt von Frühtracht. Ertrag spielt in diesem Fall keine Rolle, da eben nur zum dran freuen!

Den Leezen (u. a.) habe ich gelesen. Die Klindworthfilme gesehen und viele Erkenntnisse gewonnen. Nur entstanden diese Quellen nicht unter dem
Eindruck von Varroa. Darum:

Wer hat einschlägige Erfahrungen mit "Schaukörben" und deren Führung übers Jahr und mag sie hier schildern? Mich interessieren eure
Methoden der Varroabekämpfung und natürlich auch eure Meinung zum beabsichtigten Bekämfungskonzept. Insbesondere bin ich über den
Zeitpunkt des Abtrommelns ins Grübeln gekommen...?! Das Abtrommeln in der Heideimkerei diente ja einem anderen Zweck und war in die
Betriebsweise eingebunden.

LG Heiko

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Re: Lüneburger Stülper - Betriebsweise als "Schaukorb"

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 11. Dezember 2014, 14:29

HAllo Heiko,

danke für Deinen interessanten Beitrag. Klar kann ich mich an Deinen schönen Bienenstand erinnern. :P

Die Varroabehandlung bei mir unterscheidet sich derzeit kaum von derjenigen der Dadantvölker: also Oxuvar im Winter und Thymovar im Sommer. Das winterliche Träufeln ist ja im Korb kein Problem; hierzu stelle ich den Korb kopfüber auf einen Stuhl und habe den Wabenbau vor mir. Dieser ist ja dank der Wintereinfütterung gekürzt worden, so dass die Wintertraube gut sichtbar ist. Pro Korbvolk verwende ich 20 bis 30 ml. FAlls es frostfrei ist, sollte Rauch unbedingt dabei sein, da sonst leicht Bienen auffliegen und auch angreifen. :wink:

Mit dem Abtrommeln habe ich keine Erfahrung, vermute aber, dass Du das Abstoßen meinst? Hier ist, soweit mir bekannt, sehr viel Erfahrung notwendig sowie ein zusätzlicher, leichterer und federnder Trommelkorb notwendig. Auch wenn die Körbe gespeilt sind, dürfte es nach meiner Einschätzung leicht zu Wabenbruch kommen.

Hast Du Dir Lüneburger Stülper gekauft? Zeig doch mal einen Link zu dem Ebay-Angebot, wenn Du magst.

LG
Kai

Foto: Korbstand mit Lüneburger Stülpern und Kanitzkörben

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Re: Lüneburger Stülper - Betriebsweise als "Schaukorb"

Beitrag von Heiko » Donnerstag 11. Dezember 2014, 14:53

Hallo Kai,

ja ich mag:

http://www.ebay.de/itm/Top-Bienenkorb-L ... true&rt=nc
Mit dem Abtrommeln habe ich keine Erfahrung, vermute aber, dass Du das Abstoßen meinst? Hier ist, soweit mir bekannt, sehr viel Erfahrung notwendig sowie ein zusätzlicher, leichterer und federnder Trommelkorb notwendig. Auch wenn die Körbe gespeilt sind, dürfte es nach meiner Einschätzung leicht zu Wabenbruch kommen.
Erfahrung kommt ja nur vom Erfahren. Der Wabenbruch sollte sich dank Speilen in Grenzen halten. Natürlich muss man sich da vorsichtig ran tasten.
Die Heidjer stoßen volle, erntereife Körbe ab also müsste es gehen. Darum habe ich mir ja auch zwei Stück davon besorgt.

Die Winterbehandlung halte ich auch für relativ unproblematisch. Kopfzerbrechen macht mir die Sommerbehandlung. Ich arbeite sonst mit 60 % AS/Schwamtuch von oben, was im Korb ja ein wenig schlecht funktioniert und Schwammtuch "von unten" hat damals beim ersten Besatz nicht
wirklich überzeugt :?

Legst du die Thymovar-Streifen einfach aufs Bodenbrett? Wie dosierst Du?

LG Heiko

Jetzt habe ich das Bild gefunden- mein "Bienenbaum" in Erstausstattung: Bild
Zuletzt geändert von Heiko am Donnerstag 11. Dezember 2014, 15:06, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Lüneburger Stülper - Betriebsweise als "Schaukorb"

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 11. Dezember 2014, 15:00

HAllo Heiko,

ja, Abtrommeln müsste so funktionieren, und ich denke, Wolfgang der Heidjer hat hier Erfahrung und kann mehr dazu sagen als ich.

Ja, das Thymovar lege ich auf das Standbrett, und unter dem Streifen ein Hölzchen, damit der Streifen auch rundum belüftet wird. Pro Korb nehme ich einen ganzen Streifen. Das funtioniert seit 2010 so.

Ameisensäure würde ich in der TAt bei Körben nicht verwenden.

LG
Kai

PS: Der Korb bei Ebay sieht super aus. Herzlichen Glückwunsch zu dem Erwerb. 51,00 €ür einen gebrauchten sind völlig in Ordnung.
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Re: Lüneburger Stülper - Betriebsweise als "Schaukorb"

Beitrag von Heiko » Donnerstag 11. Dezember 2014, 17:26

Hallo Kai,

schon mal vielen Dank für deine Info´s. Ich habe die 96,- € für einen neuen (rel. dünnwandigen - Made in "irgentwo") nicht so recht eingesehen.

Andere Methoden das Volk lebend und für den imker verträglich von seinem Bau zu trennen, wollen mir grad nicht einfallen. Warum auch, hat sich ja
bewährt.

Die Korbimkerei basierte ja quasi auf "Umsatz." Starke Völkervermehrung aber auch viele Völker wieder abschaffen. Die Körbe wurden so spätestens im
2. Jahr neu besiedelt. Alte Schwarten kommen so nicht auf und das ist gut so!
Nun will ich meinen Bestand aber nicht jedes Jahr verdreifachen um in die Heide zu wandern. D. h. meine (gesuchte) Betriebsweise kann sich nur an bestimmte Verrichtungen anlehnen. Beim Thema Bauerneurung und Varroabekämpfung muss man, denke ich, ein wenig modifizieren. Und darauf bezieht sich mein Beitrag.

Ich will mir nicht anmaßen eine Tradition original zu pflegen. Das kann weder ich (Kapazitäten) noch mein Umfeld (Trachtverhältnisse) leisten.
Mein Ziel ist, Bienen im Korb gesund zu (er-) halten, mich dran zu freuen und Besuchern mal ganz andere Ein- und Anblicke zu gewähren.

LG Heiko

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