Oberträgerbeuten

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Oberträgerbeuten

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 9. April 2009, 22:01

Hallo allerseits,

hier zwei interessante Links zum Thema Top Bar Hive - Obeträgerbeuten:

http://www.lwg.bayern.de/bienen/info/haltung/27045/ und

http://www.top-bar-hive.de/

Was haltet Ihr davon? hat jemand Erfahrungen?
LG
Kai


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sabine.leck

Beitrag von sabine.leck » Mittwoch 26. Mai 2010, 19:18

Hallo Kai,
nein, Erfahrung habe ich mit dem TBH noch nicht, aber ich baue gerade genau nach Anleitung der LWG Bayern eine solche Oberträgerbeute.
Derzeit besuche ich noch einen Imkerkurs, habe einen Imkerpaten (der natürlich völlig anders imkert - in Segeberger Beuten mit Plastik-rähmchen). Aber nachdem ich mir alles mögliche an Betriebsweisen angelesen habe, fand ich die TBH für meine Zwecike am geeignetsten. Da brauche ich wenig Equipment. Und schließlich sollen die Bienen ein Hobby bleiben, das weder für mich noch meinen Geldbeutel in Stress ausarten soll.
Ich werde dann gern von meinen Erfahrungen berichten, so gewünscht.
Derzeit liegt das Leimholz noch beim Tischler, weil ich es mir nicht zugetraut habe, die 68,5 Grad selbst zuzusägen. Hoffentlich kommt der bald in die Puschen.
viele Grüße
Sabine

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Beitrag von imkerforum-nordbiene » Montag 2. August 2010, 16:27

Na super, wir sind alle ganz gespannt auf die ersten Erfahrungsberichte. Wie sollen die Beuten besiedelt werden? Und vor allem: wann?

LG
Kai
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sabine.leck

Beitrag von sabine.leck » Donnerstag 12. August 2010, 21:35

Hallo Kai,
und Grüße natürlich auch an ale anderen, die das Thema interessiert.
Dann werde ich mich mal an einem ersten Bericht meiner Bienenhaltung in der Oberträgerbeute versuchen.
Mitte Juni habe ich von meinem Imkerpaten einen Schwarm geschenkt bekommen, und ihn in meine TBH eingeschlagen. Drei Wochen später hatte selbiger zehn Waben ausgebaut, wenn auch nicht in vollständig möglicher Größe. Die Bienen bauen dabei bevorzugt an der Fluglochseite, was entweder am Flugloch oder daran liegen kann, dass diese Seite mehr Sonne bekommt, und deshalb auch wärmer ist. Ich habe dann mehr Platz gegeben, aber seitdem ist die Bautätigkeit meiner Bienen nicht mehr gar so emsig.
Vor ca. drei Wochen haben wir dann nochmal eine gründliche Durchsicht gemacht, bis dahin waren 15 Waben ausgebaut. Allerdings waren fast alle Waben bebrütet, das Brutnest erstreckte sich über 13 Waben, nur jeseils die Randwaben waren reine Honigwaben. Mein Imkerpate riet mir dann, ein Absperrschied einzubauen, damit ich auch in diesem Jahr noch Honig ernten kann. Das habe ich getan. Zur Zeit leben meine Bienen also auf 13 Brutwaben, alle mit einem netten Honigkranz über der Brut, und drei Honigwaben hinter dem Absperrgitter.
Ich füttere übrigens seit Einzug meiner Bienen kontinuierlich mit etwas verflüssigtem Honig ein. Außerdem tragen sie auch noch eine Menge ein. Aber das meiste scheinen sie auch gleich wieder zu verbrauchen, entsprechend gut hat sich der Schwarm entwickelt.
Nun nochmal zu meiner Beute: Ich habe, wie vordem geschrieben, mich ziemlich genau an die Baupläne der LWG Bayern gehalten. Allerdings habe ich das Bodenbrett durch einen offenen Gitterboden ersetzt, unter den ich dann noch einen Unterbau gesetzt habe, auf Anraten meines Imkerpaten, der befürchtete, dass bei schlechtem Wetter zuviel kalter Wind in die Beute fährt. Außerdem habe ich so die Möglichkeit, eine Varroa-Windel einzuschieben. Und ich habe ein Anflugbrett über die gesamte Beutenbreite angebracht. Meine Beuten sind weiß gestrichen, wegen der besseren Hitze-Reflektion, und mit ein paar bunten Bildchen bemalt, einfach der netteren Optik wegen.
Wenn ich mich nochmal ans Bauen wage, werde ich keine zwei Fluglöcher mehr an einer Beute anbringen, weil die Trennschiede so einwandsfrei meines Erachtens nicht zu bauen sind. Wenn sie beweglich bleiben sollen, haben sie auch immer genug Spiel, dass doch mal eine Biene durchflutscht, auf jeden Fall schließen sie nicht dicht genug, dass ich zwei Völker ohne Duft-Irritation in einer Beute halten könnte.
Momentan genieße ich den vielen Platz in der Beute. Ich habe immer auch noch ausreichend Platz, um einzufüttern, und kann beliebig erweitern, wenn ich das Gefühl habe, meine Bienen brauchen mehr Platz.
Schwierig ist es, wenn ich mal das ganze Volk Wabe für Wabe durchschaue, was ich bislang zweimal getan habe. Dann brauche ich doch viel Rauch, um die Bienen in die Wabengassen zurück zu drängen, damit ich die Oberträger wieder dicht an dicht rücken kann, ohne Bienen zu zerquetschen. Da weiß ich auch noch keine Lösung. Andererseits ist die geschlossenen Fläche der Oberträger sehr sinnvoll, weil ich nur einen kleinen Teil des Volkes störe, wenn ich mal nur eine Wabe ansehen will.
Überhaupt sind die Bienen in meiner Beute außerordentlich ruhig. Mein Imkerpate, der sehr viel Wert auf ruhige Bienen legt, und von dem ich meinen Schwarm ja habe, ist fasziniert davon, wie ruhig meine Bienen beim Öffnen der Beute und Betrachten einzelner Waben bleiben.
Die Bienen haben sich übrigens sehr genau an meine Vorgaben mit den gewachsten Dreiecksleisten gehalten, ich kann jede Wabe problemlos ziehen. Sie bauen nämlich bislang auch nicht an den Seiten an.
Ich werde jetzt nochmal eine Varroa-Kontrolle durchführen. Hoffentlich bleibt das alles im grünen Bereich, ich möchte nämlich eigentlich erst (wie von der LWG Bayern vorgeschlagen) im Winter mit Oxalsäure behandeln. Ich hatte den Schwarm nach Einzug mit Milchsäure besprüht. Wenn ich jetzt doch Ameisensäure brauchen sollte, muss ich erstmal scharf darüber nachdenken, wie das bei meiner Beute funktionieren kann.
Soweit mal mein erster Bericht. Fragen werde ich natürlich gern beantworten und über Verbesserungsvorschläge gern nachdenken.
Ach, und was mich besonders freut: Mein Imkerpate, Imker seit 25 Jahren, in Segeberger Beuten und auf "Nordwaben" möchte sich im Winter auch eine TBH bauen, einfach weil es so schön ist, den Bienen in dieser Beute zuzusehen.
honigsüße Grüße
Sabine

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Beitrag von imkerforum-nordbiene » Montag 16. August 2010, 22:20

Hallo,

vielen Dank für den interessanten, ausführlichen Bericht. Das hört sich ja ganz spannend und "exotisch" an, und ich glaube, dass sich Deine Bienen in ihrer Wohnung richtig wohlfühlen. Das ist richtig toll zu lesen! Vielen Dank!

Also Verbesserungsvorschläge habe ich keine, das liest sich alles sehr durchdacht. Besser kann es eigentlich gar nicht laufen, und wenn ich an meine "kleinen" Top Bar Hives denke, sprich an die alten Kieler Begattungskästen, dann habe ich auch Lust auf so einen TBH :) Vielleicht lässt sich das einmal realisieren. Besonders toll an dem TBH finde ich, dass die Waben TROTZ Naturbau beweglich sind. Ein eindeutiger Vorteil gegenüber der Bienenkiste oder auch der Warrébeute.

Hast Du auch Bilder?

Ach so, eine Sache habe ich doch noch: auf Ameisensäure würde ich verzichten, dafür lieber Thymovar* nehmen, ist mit Sicherheit bienenverträglicher.
LG
Kai


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