Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Hier ist Platz für Tagebücher, Erfahrungsberichte, Haltungserfahrungen und Erlebnisse beim Beginn und bei der Arbeit mit der Dunklen Biene

Moderator: Johannes

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Heiko
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Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von Heiko » Montag 13. Februar 2012, 09:37

Moin, moin,

letztes Jahr sind meine Bienchen durch die Geburt meines Sohnes (im Juni) und der nachfolgenden "Brutpflege" :wink: leider etwas ins hintertreffen geraten. Habe die zwei Altvölker und drei Schwärme (alle gleich) spät behandelt. Jetzt sind die Altvölker abgestorben. :cry:

Das ist sehr schade aber auch ein Lehre! Wenn die Schwärme damit besser zurecht gekommen sind, dann wahrscheinlich weil sie dabei viele Parasiten im alten Nest zurück gelassen haben. Ich werde daher auch in 2012 keine Schwarmverhinderung betreiben und mich mit Eimer und Beutel im Apfelbaum "rumtreiben" :wink:

Und ich werde mich mehr um die abgeschwärmten Völker zu kümmern! Da bin ich noch auf der Suche nach geeigneten Maßnahmen ohne die neue Königin in der empfindlichen "Neueinrichtungsphase" zu sehr zu stören.

Darum meine Frage: Wie behandelt ihr das Altvolk? Mein Gefühl sagt mir teilweise Bau/Brutentnahme...

Viele Grüße! Heiko

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manne

Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von manne » Montag 13. Februar 2012, 10:39

Hallo Heiko,

wie würdest du aber die mehrfach in den Foren vorgetragene Erfahrung einordnen, dass es inzwischen Umstände gibt, nach denen aus Schwärmen hervorgegangene Völker das Verlustgeschehen auf dem Stand einleiteten und zwar bereits im Spätherbst?
Eine meiner "Standard-Erfahrungen":
Bien oder Milb gelegentlich lacht, wenn Imker sich Gedanken macht!

Gruß
Manne

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Heiko
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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von Heiko » Montag 13. Februar 2012, 13:26

Hallo Manne,
manne hat geschrieben:Hallo Heiko,
wie würdest du aber die mehrfach in den Foren vorgetragene Erfahrung einordnen, dass es inzwischen Umstände gibt, nach denen aus Schwärmen hervorgegangene Völker das Verlustgeschehen auf dem Stand einleiteten und zwar bereits im Spätherbst?
Eine meiner "Standard-Erfahrungen":
Ich ordne das so ein: Der Schwarmakt ist der eine natürliche Akt der Vermehrung. Sollte dieser direkt mit den Völkerverlusten im Spätherbst zu tun haben bzw. dafür verantwortlich sein, wäre das für mich das Zeichen einer fortgeschrittenen Degeneration der Art Biene! - Davon gehe ich nicht aus. Der Bien hat es schwer aber wohl doch noch nicht verlernt sich zu vermehren!
Leider habe ich die von dir genannten Foren nicht gelesen. Ich weiß auch nicht welche anderen Umstände konkret zu den Verlusten dort geführt haben. Der möglichen Faktoren gäbe es viele - das Schwärmen als Ursache schließe ich aus!
manne hat geschrieben:Bien oder Milb gelegentlich lacht, wenn Imker sich Gedanken macht!
Der Spruch ist irgentwie.... na ja... geschmackssache. Ich will ja gerade nicht manipulieren! Als Halter muss man sich aber Gedanken machen, weil wir mit all unserem Tun das natürliche Spiel der "Kräfte" immer auch beeinflussen. Ich möchte Imker sein, kein Chemiker und darum will ich mich an eine möglichst optimale Haltung (für den Bien) herantasten. Die bisherigen Entwicklungen haben sich eigentlich immer an den Bedürfnissen der Imker (=Menschen) ausgerichtet um das Arbeiten zu optimieren/erleichtern.

Wenn Du Schwärme hast/zuläst - wie behandelst Du deine Altvölker?
Gruß! Heiko

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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von manne » Montag 13. Februar 2012, 15:34

Heiko hat geschrieben:...Wenn Du Schwärme hast/zuläst - wie behandelst Du deine Altvölker?
Schwärme lasse ich nicht zu.
"Schwärmen" sie dennoch, ist das durch nichts und niemand zu verhindern. Dabei gibt es weder für Bien und Milb noch für den Imker etwas zu lachen; es ist das Tal der Tränen.
Was das Behandeln angeht, da kann ich nichts zu sagen.

Manne

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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Montag 13. Februar 2012, 15:56

Heiko hat geschrieben:Moin, moin,

letztes Jahr sind meine Bienchen durch die Geburt meines Sohnes (im Juni) und der nachfolgenden "Brutpflege" :wink: leider etwas ins hintertreffen geraten. Habe die zwei Altvölker und drei Schwärme (alle gleich) spät behandelt. Jetzt sind die Altvölker abgestorben. :cry:

Das ist sehr schade aber auch ein Lehre! Wenn die Schwärme damit besser zurecht gekommen sind, dann wahrscheinlich weil sie dabei viele Parasiten im alten Nest zurück gelassen haben. Ich werde daher auch in 2012 keine Schwarmverhinderung betreiben und mich mit Eimer und Beutel im Apfelbaum "rumtreiben" :wink:

Und ich werde mich mehr um die abgeschwärmten Völker zu kümmern! Da bin ich noch auf der Suche nach geeigneten Maßnahmen ohne die neue Königin in der empfindlichen "Neueinrichtungsphase" zu sehr zu stören.

Darum meine Frage: Wie behandelt ihr das Altvolk? Mein Gefühl sagt mir teilweise Bau/Brutentnahme...

Viele Grüße! Heiko
Hallo Heiko,

erstmal: ganz herzlichen Glückwunsch nachträglich zur Geburt Deines Sohnes!!!!! Ich hoffe, ich lerne ihn kennen, wenn ich Dich mal wieder besuche. Irgendwann machen wir einen Jungimker aus ihm. :lol:

Der Verlust zweier Völkker tut mir ganz schrecklich leid. Ich kenne das Gefüh, hatte 2010 ja 50% Verluste, und dennoch: jeder Verlust ist auch mit einem Aufbruch zu neuen Ufern verbunden, von daher: Kopf hoch. Und: aus jedem übriggebliebenen Volk lassen sich locker 3 Jungvöler bilden. Mit Glück wirst Du im Sommer also bereits mindestens 8 Völker haben! :P

Was die Behandlung der abgeschwärmten Völker betrifft, so würde ich keinen Unterschied zur V-Behandlung der anderen Völker machen, sondern alles nach einem Behandlungskonzept richten. Da bei uns in Kiel Ende Juni die Tracht zu Ende ist, kann man gleich mit der Thymovarbehandlung beginnen, dann nach 3 Wochen Ameisensäure, und danach wieder Thymovar. Dann ist es bereits August, die Völker sind dann recht arm an Varroa dank der Behandlung, und können eingefüttert werden. Die nächste Behandlung ist dann die Restentmilbung mit OS zu Weihnachten.

Unabhängig von der Varroabehandlung sind natüprlich abgeschwärmte Völker auf genug Futter und auf die Eilage der (jungen) Königin zu überprüfen. Sollte das Volk drei Wochen nach dem Vorschwarm noch immer nicht in Brut sein, würde ich es auflösen, da man ansonsten Drohnenbrütigkeit und somit einen Varroaherd riskiert.

Ist das Volk bereits drohnenbrütig, schwefel ich es kurzerhand ab und mit ihm (wohl) tausende Varroen. So musste ich es letzten September mit einem Volk machen. Sicher ist sicher.

Heiko, ist das was ich hier gescvhrieben habe, einigermaßen hilfreich? Bitte um Rückmeldung. Es ist ein Weg, wie man es machen KANN, andere machen es sicher auch anders.
LG
Kai
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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von Heiko » Dienstag 14. Februar 2012, 09:05

Hallo Manne,
manne hat geschrieben:Dabei gibt es weder für Bien und Milb noch für den Imker etwas zu lachen; es ist das Tal der Tränen.
Danke für deine Antwort! Mich würde ehrlich sehr interessieren warum das für dich so ist!? :?:

Hallo Kai,

danke für deine Glückwünsche. Das läst sich bestimmt mal einrichten. Im Moment interessiert er sich nur für seine Beine. Er hat entdeckt, dass man die ja auch zum Stehen gebrauchen kann. Da er darin aber auch noch nicht so sicher ist, fordert das 100 % Aufmerksamkeit
von uns :wink:

Ja, die Tipps sind hilfreich. Was hälts du konkret davon nach dem Schwärmen Waben zu entnehmen?
Und, hast du ähnliche Erfahrungen wie Manne? Das das Schwärmen für den Honigertrag ein "Tal der Tränen" ergibt ist mir klar. Aber wieso
sollte es bezüglich Vitalität der Bienen auch so sein. Das geht mir nicht in den Kopf :?:

Viele Grüße! Heiko

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Michal Anton

Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von Michal Anton » Dienstag 14. Februar 2012, 10:56

Hallo ,
ich finde es eine Wunderbare Sache wenn ein Volk dass Glück haben Darf zu schwärmen. Schwarm-Vermehrung als Betriebsweise ist einfach klasse.Ich habe vor meine Dunkle nur auf diese Weise zu Vermehren. Dunkle Biene ist ohne hin Wertvoller als der Honig, den sie beim Schwärmen verbraucht. Es gibt aber auch noch Imker unter uns die außer der Schwärme auch noch Honig ernten wollen. Für die bittet sich die Schwarmvorwegnahme oder im Umkehrschluss die totale Brutwegnahme mit Ableger Bildung. Allein durch diese Maßnahme lassen sich Verluste auf unter 30%( Belegt) halten. Es ist klar der Schwarm nimmt nur soviele Milben wie er Tragen kann, im Alt-Volk entsteht eine Brutpause. Jeder der nicht behandeln will und trotzdem seine Bienen ihm am Herzen liegen, ist gut beraten die Schadschwelle der Vermilbung zu kontrollieren. Erste Kontrolle ab Juli in 3 Wo interwall. Erreicht sie 5 Milben / 10 gram Bienen im Sept.( nicht wie AGT Sagt 10, die 5 Völker überleben nahe zu alle die 10 sind dann in der Statistik bei den Winterverlusten dabei) soll man über Behandlung nachdenken oder man geht das Risiko der Winterverluste.
Gruß Michal
PS Ich hoffe ich kann den Manne irgend wann treffen und vielleicht im persönlichen Gespräch, ihm die Geheimnisse aus der Nase ziehen.
manne hat geschrieben:.......
Dabei gibt es weder für Bien........
Manne
Hallo Manne,
ist, dass für den Bien, nicht der Sinn des Lebens zu schwärmen?

Gruß Michal


NACHTRAG;
Ich hab die Angaben von % auf Absolute Milben Zahl pro 10 g. Bienen geändert . Ein erfahrene Kollege hat mich da drauf hingewiesen, dass die andere Angaben für Leute die sich damit nicht so gut auskennen oder beschäftigen, wenig Aussagekraft haben.
Danke Manne.
Zuletzt geändert von Michal Anton am Mittwoch 15. Februar 2012, 13:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von Debora » Dienstag 14. Februar 2012, 11:18

Michal Anton hat geschrieben: Hallo Manne,
ist, dass für den Bien, nicht der Sinn des Lebens zu schwärmen?
Gruß Michal
klasse :P
liebe Grüße
Debora

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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von Michal Anton » Dienstag 14. Februar 2012, 11:26

Hier habe ich gerade im einem anderem Forum gefunden
http://www.landlive.de/boards/thread/39768/page/1/
Ist nicht gerade 1 zui 1 mit dem was ich mir vorstelle aber ein schönere Weg wie 7x AS und dann doch alles tot im Kasten.

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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von manne » Dienstag 14. Februar 2012, 12:52

Hallo Imkers,

das Schwärmen ist eine feine Sache; aber nicht das Ziel des Biens.
Sein primäres Ziel ist das Überleben in seinem Umfeld.
Er schwärmt nur in einer für ihn selber möglichst sicheren Überlebenssituation.
Diese Situation war aber sicher nicht die Standardsituation.
Dabei ist ihm der Schwarm selber unwichtig.
So sehe ich seine 70? Mio Jahre währende Erfolgsgeschichte...

Nachdenkliche Grüße

Manne

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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Mittwoch 15. Februar 2012, 09:42

Heiko hat geschrieben:...Was hälts du konkret davon nach dem Schwärmen Waben zu entnehmen?
Und, hast du ähnliche Erfahrungen wie Manne? Das das Schwärmen für den Honigertrag ein "Tal der Tränen" ergibt ist mir klar. Aber wieso
sollte es bezüglich Vitalität der Bienen auch so sein. Das geht mir nicht in den Kopf :?:

Viele Grüße! Heiko
HAllo Heiko,

das Thema "Schwärmen" beschäftigt schon seit über 100 Jahren die Imkergemüter. Es ist der natürliche Vermehrungsvorgang der Bienen, und sicher auch der Gesundbrunnen.

Für mich wäre ein Bienenjahr ganz ohne jeden Schwarm traurig.

Allerdings birgt das Schwärmen auch Risiken, die ich gern missen möchte: es wirft das Konzept durcheinander, und manch (wertvolle?) Königin verschwindet mit dem Schwarm unerkannt. Auch besteht das Risiko, dass das Restvolk nicht mehr weiselrichtig wird.

Einem abgeschwärmten Restvolk würde ich keine Brutwaben entnehmen, erst Recht keine Brutwaben. Habe ich jedenfalls noch nicht gemacht. Gerade die verdeckelten Brutwaben bewirken, dass das abgeschwärmte Volk in wenigen Tagen wieder an Volksstärke zunimmt.

Der Schwarm in der Schwarmkiste ist bei mir übrigens noch der einzige Bienenkörper, der eine einmalige Perizindusche erhält, gleich nach dem Einfangen.

Dennoch habe ich im Jahr nicht viele Schwärme, da die Völker bei der Königinnenaufzucht geschröpft werden und dann in der Regel keine Lust mehr zum Schwärmen haben.

LG
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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von Debora » Freitag 17. Februar 2012, 12:03

manne hat geschrieben:Hallo Imkers,

das Schwärmen ist eine feine Sache; aber nicht das Ziel des Biens.
Sein primäres Ziel ist das Überleben in seinem Umfeld.
Er schwärmt nur in einer für ihn selber möglichst sicheren Überlebenssituation.
Diese Situation war aber sicher nicht die Standardsituation.
Dabei ist ihm der Schwarm selber unwichtig.
So sehe ich seine 70? Mio Jahre währende Erfolgsgeschichte...

Nachdenkliche Grüße

Manne
Lieber Manne,

wie Du sagst, der Bien schwärmt nur in einer für ihn selber möglichst sicherer Überlebenssituation.

So wie auch der Mensch, der krank ist, kein Interesse an Vermehrung und Besiedeln von neuen Gebieten bekunden will, tue es auch der Bien nicht. Der Bien hat ein stärkeres soziales Netzwerk als der Mensch. Jede einzelne Biene sorgt und arbeitet nur für den Bien, damit er so stark ist, um in der Lage zu sein, eine neue Kolonie und Land zu bevölkern. So gesehen garantiert die Schwarmbildung das Überleben der Bien in der Natur. Die Schwarmbildung ist der Höhepunkt der ganzen Mühen, ein Auszug aus Mizraim, in dem sich das Leben in ihrer natürlichsten Form manifestiert, Ostern, Pessach und Weihnachten an einem Tag. :D


Nur ein "kranker" Bien hat kein Schwarmlust. Die Schwarmlust der Bien zu verleiden, nötigt sie in eine stressige Situation. Wir setzen die Millionen Jahren der Evolution außer Kraft und sterben mit unserem Planet Erde, wie der schwarmloser Bien in der Beute, wenn wir nicht lernen auch ein Schwarm zu Bilden, den uns das Überleben im Universum sichert. Lass der Bien schwärmen um unsertwillen wegen. :wink:
liebe Grüße
Debora

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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von manne » Freitag 17. Februar 2012, 16:29

Man kann den Bien akzeptieren.
Man kann den Bien interpretieren, mit menschlichen Vorstellungen und Neigungen.

Evolution geht ihren Weg.

Manne

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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von Debora » Freitag 17. Februar 2012, 17:40

manne hat geschrieben:
Evolution geht ihren Weg.
freilich, aber nur dann, wenn wir unser Verstand mit einem Glaube ersetzen. :wink:
Gott sei dank, hat der Mensch eine metaphysische Gabe, die Evolution zu gestalten. Daher sollten wir die Verantwortung nicht gleich aufgeben. :P
liebe Grüße
Debora

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Re: Behandlung eines abgeschwärmten Volkes

Beitrag von Heiko » Dienstag 21. Februar 2012, 09:38

"Allerdings birgt das Schwärmen auch Risiken, die ich gern missen möchte: es wirft das Konzept durcheinander, und manch (wertvolle?) Königin verschwindet mit dem Schwarm unerkannt. Auch besteht das Risiko, dass das Restvolk nicht mehr weiselrichtig wird."

Auch bei diesen Aspekten handelt es sich doch eher um die Imkersicht. Ich will mich auch gar nicht in der Diskussion um die "übergeordnete Bedeutung" des Schwärmens verlieren. Obwohl... 8)

@manne: deine Antworten sind manchmal etwas kryptisch und leider weniger konkret. Meinst du der Bien schadet sich durch das Schwärmen? Immerhin beziehst du ja die Milben in "das Tal der tränen" mit ein. Das macht mir zumindest Hoffnung, dass es eine milbenreduzierende Wirkung (auch) gibt!?

Viele Grüße! Heiko

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