Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Hier ist Platz für Tagebücher, Erfahrungsberichte, Haltungserfahrungen und Erlebnisse beim Beginn und bei der Arbeit mit der Dunklen Biene

Moderator: Johannes

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Skipper
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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von Skipper » Donnerstag 14. Juni 2012, 10:04

echt tolle und lehrreiche Beiträge! :o
danke Heiko
LG Skipper
liebe Grüße vom Skipper

elk030
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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von elk030 » Donnerstag 14. Juni 2012, 14:02

Hallo Heiko
Schwärme sind ein wirkliches Mysterium und ich fühle mich innerlich immer wieder stark betroffen, wenn ich es miterleben darf. Einiges ist erforscht, einiges verbirgt sich uns.
Bannwabe und Kellerhaft sind inquisatorische Mittel, um sich den Schwarm gefügig zu machen.
Diese lehne ich ab und mir ist darüber noch kein Schwarm wieder ausgezogen.
Jedoch schließe ich es nicht aus, daß heimkehrende Spürbienen,die für einen anderen Platz entsprechend Werbung machen, damit auch Erfolg haben können.
Weiterhin wunderte ich mich letztens darüber, daß der Schwarm an dem Ast, der aus 15m Höhe herunterkam, kleben blieb.; zumindest der entscheidende Teil mit der Königin.
Dies erkläre ich mir so, daß er an diesen gewählten Ort gebunden ist, weil ihm sonst seine Spürbienen verloren gehen würden.
Ich möchte noch eine weitere These in den Raum stellen:
Wäre der Bien in den heutigen Tagen in der Lage zu schwärmen,wie und wann es ihm passt, hätten wir möglicherweise erheblich weniger Probleme mit der Varroa.
Da das aber aus bekannten Gründen unmöglich ist, bleibt es wohl ein Traum.
LG Elk

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Heiko
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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von Heiko » Donnerstag 14. Juni 2012, 16:13

Hallo Elk,
elk030 hat geschrieben:Schwärme sind ein wirkliches Mysterium und ich fühle mich innerlich immer wieder stark betroffen, wenn ich es miterleben darf
genauso geht es mir auch dabei! Ich erfreue mich wirklich daran.
elk030 hat geschrieben:Bannwabe und Kellerhaft sind inquisatorische Mittel, um sich den Schwarm gefügig zu machen.
Na, ja, darüber kann man trefflich streiten. Es ist sicher nicht natürlich! Aber es hat
sich wohl aus der Notwendigkeit entwickelt mit dem (nur teil-)domestizierten Wildtier Biene umzugehen
und es zu nutzen.

Es gibt mir (mit wenig Völkern) zumindest mehr Sicherheit, dass der glücklicherweise entdeckte und gefangene Schwarm nicht wieder abhaut. Bienen sind mir da einfach zu wertvoll. Ob diese Phase
schadet oder gar quält, vermag ich nicht zu beurteilen. Würde sie es offensichtlich tun, hätte ich es
unterlassen. Was an einer Bannwabe "gemein" sein soll erschließt sich mir nicht so richtig. Da kommt
man auch auf dünnes Eis so nach dem Motto: die arme "Stiefbrut" :wink: Versteh mich nicht falsch -
ich nehme es nicht auf die leichte Schulter aber viele unserer Tätigkeiten sind zumindest Manipulation.
Die Bienen sollen etwas bestimmtes tun, weil wir es wollen oder so planen. Bei der Meßlatte müßte dann
so einiges auf den Prüfstand, was selbst "wesensgemäße Imker" ausführen.
elk030 hat geschrieben:Wäre der Bien in den heutigen Tagen in der Lage zu schwärmen,wie und wann es ihm passt, hätten wir möglicherweise erheblich weniger Probleme mit der Varroa.
Das ist ja auch die Taktik des Varroa- Urwirtes - das "verseuchte" Nest rechtzeitig verlassen. Diese
These hat einen starken Kern und könnte sicher helfen die Überlebensraten zu steigern. Leider wird sie
das Problem nicht lösen, da auch noch andere Faktoren (Putztrieb, Entwicklungszeiten der Larven
usw.) in das ausbalancierete Verhältnis Milbe/Urwirt hineinwirken.

Meiner Meinung nach kann man aber seinen Bienen keinen größeren Gefallen tun, als auch das Schwärmen zu gewähren. Da bin ich voll bei Dir! Die Probleme damit hat wirklich nur der Imker... :)

LG Heiko

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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von Skipper » Montag 18. Juni 2012, 11:36

Hallo Heiko :)

hab da wieder mal so'n paar Sachen nicht gecheckt ..
Heiko hat geschrieben: ... Da kommt man auch auf dünnes Eis so nach dem Motto: die arme "Stiefbrut" :wink: Versteh mich nicht falsch - ich nehme es nicht auf die leichte Schulter aber viele unserer Tätigkeiten sind zumindest Manipulation.
... was issen "Stiefbrut" bitte?
Und dann würde mich Deine Meinung interessieren und zwar zu den SchwarmfangGeräten (mit einem Absperrgitter), die man offensichtlich vor die Beute stellen kann (Gibt's zB bei Bienen-Ruck).

Natürlich wär ich auch jedem anderen Kollegen für seine Einstellung oder Erfahrungen mit diesem Gerät dankbar.

Man kann scheinbar entspannt das Volk schwärmen lassen und hat doch keinen Verlust. Ob man jetzt Beuten aufstellt, aufhängt oder diese Fanggeräte (vorrübergehend) davor stellt - wäre das schlimm?

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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von elk030 » Montag 18. Juni 2012, 23:26

Ein Wassersprüher eine Leiter und ein Baueimer, das reicht. Heute hatte ich diese Hy-tech-Geräte wieder im Einsatz. Der 3kg-Schwarm ist im Kasten. Den Zeitpunkt zwischen den letzten Heimkommern und dem sich neu Einfliegen bekomme ich immer besser hin. War ich zu früh beim Verstellen der Beute auf den entgültigen Platz, stelle ich eine weitere leere Beute dort auf, Meist sammelt sich darin der Rest, den ich dann vor dem Mutterschwarm abstoße.
Sicherheitsmaßnahmen anzuwenden, passt meiner Ansicht nicht zum Freiheitsdrang eines Schwarmes.
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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von Skipper » Dienstag 19. Juni 2012, 00:14

elk030 hat geschrieben: ... Sicherheitsmaßnahmen anzuwenden, passt meiner Ansicht nicht zum Freiheitsdrang eines Schwarmes. LG Elk
na ja, beim Gedanke an solche Fanggeräte fühl ich mich auch nicht soo wohl :( andererseits will ich nicht dauernd Bienen verlieren, nur weil ich noch unerfahren und ungeübt bin. Aber ich glaube so richtig verstehen kann man die Sachverhalte erst dann, wenn man das alles einmal selbst erlebt hat. Also heißt es wieder Lehrgeld zahlen und durch :| Na ja dann sei es halt so - hat wahrscheinlich jeder Imker am Anfang mal durchgemacht.

Elk, hast Du jetzt einen 3kg-Schwarm eingefangen? Bei uns hier sagt man, dass man den Kalender danach stellen könnte, dass nach dem 15 Juni kein Volk mehr schwärmt. Was soll man denn davon halten?

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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von elk030 » Dienstag 19. Juni 2012, 00:37

Tja!
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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von Heiko » Dienstag 19. Juni 2012, 14:57

Skipper hat geschrieben:... was issen "Stiefbrut" bitte?
:lol: :lol:

Nein, nein -keine neue Bienenkrankheit - es war ein Wortspiel in Anspielung darauf, dass die aus der Bannwabe sich entwickelnde Brut mit dem Schwarm ja nicht verwandt ist. "Stiefkinder" wenn man so will.
elk030 hat geschrieben:Ein Wassersprüher eine Leiter und ein Baueimer, das reicht.
Auf jeden Fall!

@skipper: So ein "Fanggerät" ist auch nicht sicher. Sicher ist, sich davor setzen, warten und im richtigen Moment ein Fangbeutel vors Flugloch hängen. Alles andere ist immer auch eine Portion Glück und damit auch immer wieder was besonderes.
elk030 hat geschrieben:Den Zeitpunkt zwischen den letzten Heimkommern und dem sich neu Einfliegen bekomme ich immer besser hin. War ich zu früh beim Verstellen der Beute auf den entgültigen Platz, stelle ich eine weitere leere Beute dort auf, Meist sammelt sich darin der Rest, den ich dann vor dem Mutterschwarm abstoße.
@ Elk: Kannst Du das bitte noch mal etwas näher beschreiben? Das hört sich für mich sehr interessant an.
Wie ist dein Timming dabei?
Skipper hat geschrieben:Ob man jetzt Beuten aufstellt, aufhängt oder diese Fanggeräte (vorrübergehend) davor stellt - wäre das schlimm?
Zum offen stehen lassen von Bienenbeuten >> siehe BienenseuchenVO
Was ist "vorrübergehend" - das kann unter Umständen täuschen.

LG Heiko

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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von Skipper » Mittwoch 20. Juni 2012, 04:02

Hi Heiko :D

ok, den Beitrag "Stiefkinder" hab ich verstanden 8) danke schön

Zum Thema "Fanggerät" und "vorrübergehend" Beuten aufstellen oder sich vor's Flugloch setzen:
Also hier drängt sich mir so'n schleichender Verdacht auf, daß hier wieder mal so ne typisch deutsche GrundsatzDiskussion entstehen könnte. Die PraxisUrgesteine machen wahrscheinlich eh was sie wollen und kümmern sich n Dreck um doofe Gesetze und der "korrekte Rest" versucht dem nach zu kommen und gerecht zu werden, was die "Gesetze schaffende SesselPupserFraktion" (leider oft völlig überflüssiger Weise) für notwendig hält, weil es einige schwarze ImkerSchafe mit der Hygiene und der Aufmerksamkeit nicht so dolle ernst nehmen. Verstehen kann ich irgendwie beide Seiten aber auf diese Diskussion hab ich hier ehrlich keinen Bock :roll: Das hat jetzt aber auch rein gar nix mit Dir oder Deinen Beiträgen zu tun, lieber Heiko :| Dir bin ich jedenfalls sehr dankbar, daß Du alle Seiten beleuchtest und zum Abwägen anregst.

Zum "vorrübergehend" meine ich, wenn der aufmerksame engagierte Imker seine Völker richtig "liest" und versteht ... und wenn es dann sogar noch möglich sein soll, "im richtigen Moment mit dem Fangbeutel ..", also dann müsste er doch relativ zeitnah und nur für die gleiche kurze Zeit auch eine bereitgestellte saubere Beute oder von mir aus auch so'n fragwürdiges Fanggerät erfolgreich aufstellen können. Also was da die Seuchenverordnung angeht ...? :roll: na ja, vergessen wir den Fall. Da zieh ich mich jetzt mal ganz dezent auf das Statement von Kai zurück: Jeder so, wie er es mag und für richtig hält :wink:

Dennoch würde mich mal interessieren, wie lang dieser "richtige Moment für die FangbeutelAktion" dauern könnte. Sind das Minuten, Stunden oder müsste man den ganzen Tag vor'm Loch sitzen?

LG Skipper
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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von elk030 » Mittwoch 20. Juni 2012, 07:28

Hallo Heiko
In Imkerkreisen nennt sich dieses Zeitintervall "Schwarmbier".
Da ich kein Biertrinker bin, gehe ich schwimmen. Bei diesem letzten Großschwarm musste ich dies zweimal tun. Letztlich beschleunigte sich der Vorgang durch ein hereinbrechendes Unwetter.
Manchmal ist es eine, ein andermal drei Stunden, bis alle im Kasten sind.
Vielleicht bin ich da zu sentimental, doch achte ich sehr darauf, daß die Einheit des Schwarmes als Ganzes erhalten bleibt. Dazu gehören nun mal auch die Scoutbienen; selbst wenn sie notfalls auch zum Muttervolk zurückkehren können.
LG Elk

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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von Heiko » Mittwoch 20. Juni 2012, 16:28

Skipper hat geschrieben: Zum Thema "Fanggerät" und "vorrübergehend" Beuten aufstellen oder sich vor's Flugloch setzen:
Also hier drängt sich mir so'n schleichender Verdacht auf, daß hier wieder mal so ne typisch deutsche GrundsatzDiskussion entstehen könnte. Die PraxisUrgesteine machen wahrscheinlich eh was sie wollen und kümmern sich n Dreck um doofe Gesetze und der "korrekte Rest" versucht dem nach zu kommen und gerecht zu werden, was die "Gesetze schaffende SesselPupserFraktion" (leider oft völlig überflüssiger Weise) für notwendig hält, weil es einige schwarze ImkerSchafe mit der Hygiene und der Aufmerksamkeit nicht so dolle ernst nehmen. Verstehen kann ich irgendwie beide Seiten aber auf diese Diskussion hab ich hier ehrlich keinen Bock
Hallo Skipper, es geht leider nicht nur um "Sesselpupser" und deren Gesetzentwürfe. Faulbrut macht leider keinen Unterschied zwischen schwarzen Schafen und ordentlichen Imkern und räumt dir unter Umständen deinen Stand leer! Einem Imker in Kiel wurden letztes Jahr knapp 50 Völker auf diese Weise "entsorgt." Stell dir mal vor du hättest irgentwann einen dunklen Bestand aufgebaut und dann so etwas - wär blöd oder?
Aber ich hör schon auf - hast ja keinen Bock drauf... :wink:

Bist ja auch schon in der richtigen Richtung. Leider finden Schwärme benutzte Beuten (Wachsreste) wesentlich attraktiver als frisch gezimmerte Kisten.

Den ganzen Tag must du nicht davor sitzen, so ca. von 10:00 - 15:00 Uhr ist die "gefährliche Zeit (Man sagt, wenn die Sonne im Zenit stünde würden die meißten Schwärme fallen). Du mußt dir unbedingt die Filme aus der Imkerei Klindworth anschauen!!!! Zwar bisschen sperrig (Lehrfilm halt) aber sehr, sehr informativ!

@Kai - sind diese 7 oder 8 Filmchen eigentlich schon wieder irgentwo verfügbar?

@elk: Danke Dir! Nur zum verstehen: Du fängst einen Teil der Traube, läst sie im Kasten mit offenen Flugloch stehen und wartest bis auch die Scoutbienen wieder da sind. Nach einem oder mehreren Schwarmbieren :) verstellst du dann den Kasten an den neuen Platz.
Dort fliegen sie sich noch am selben Tag neu ein?
Sind dir mit dieser Methode auch schon wieder welche ausgezogen?

LG Heiko

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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von tinafalke » Mittwoch 20. Juni 2012, 19:38

Der zweite Fremdschwarm. Es ist mir nicht gelungen, die Königin zu finden. Das kommt selten vor. Aber hier war es mal wieder so.
Auffällig viele sterzelnde Bienen auf dem leeren Schlupf -- Käfig. Leeren Käfig und ein paar Bienen in den Eimer,und um 20 Uhr den Schwarm nach Hause geholt. Paar Tage Ruhe, und dann werde ich nach der Königin suchen. Mal sehen
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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von elk030 » Mittwoch 20. Juni 2012, 19:57

Heiko:
Selbstverständlich versuche ich die ganze Traube zu erwischen. Klappt aber nicht immer. Ist die Königin
nicht dabei, muß ich nochmals hoch. Habe ich sie, ist Schwarmbierzeit. Stimmt der Moment, kommt der Kasten weg. Anstelle dessen kommt ein Taunus-Boden mit Deckel, der alle 15 Minuten 3 mal vor dem Mutterschwarm abgestoßen wird. In der Regel gebe ich 3cm Anfangsstreifen. Von den insgesamt 25 Schwärmen sind alle geblieben. Füttern tue ich nur selten bei Bedarf.
Der Letzte baut nun fleißig aus und befliegt die Linde. Da mir die Beuten ausgehen, kommen nun die Exoten.
Bei diesem Dadant Blatt; sollten weitere fallen, bleiben die Körbe, für deren Verkleidung ich noch keinen Kuhdung habe. Improvisieren ist angesagt.
LG Elk

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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von Heidjer » Donnerstag 21. Juni 2012, 00:48

@ Heiko:
Wenn bei Euch der Vet. noch 50 Völker wegen AFB abschwefelt. sollte er unbedingt mal eine fachliche Fortbildung machen! Seit Jahren wird auf Anregung des Celler Bieneninstitutes in Niedersachsen eine Völkersanierung aller in Betracht kommenden Stände in Seuchenfall durchgeführt. Diese Spezis reisen durch Deutsche Lande um ihr Wissen und ihre Arbeit anderen 'Fachleuten' zu vermitteln. Schade das jeder Kreis-Vet., ob mit oder ohne Ahnung, selbstständig über die Vorgehensweise entscheiden darf.

@ all:
Aus meiner Schwarmpraxis: Standwache von 10 bis 16 Uhr täglich über Wochen, manchmal ab Ende April bis Mitte Juni. (Gehst Du zum Mittagessen weg, schwärmen sie besonders gerne.)
Wenn der Schwarm sich gesetzt hat mit Wasser einsprühen, dann ein Ruck am Ast, wenn er denn nicht zufällig dick und unbeweglich ist, und ab in einen leichten 10l Kunststoffeimer. Im Eimer ansprühen, den Eimer aufstoßen und in einen Korb oder eine Beute schütten. Diese im Schatten in der Nähe des Fangplatzes aufstellen. Beute nur mit offenem Fluglochschlitz, Korb auf die Seite legen mit etwas erhöhtem Kopf und verschlossenem Flugloch. Das Volk sammelt sich dann im Übergangsbereich zwischen Seitenwand und Kopf. Weiter am Sammelplatz sich absetzende Bienen in den Eimer fegen, ansprühen und ab in den Korb. Auch dort etwas ansprühen, besonders bei hohen Temperaturen. Nach ca. 30 Minuten Wandertuch unter den Korb oder Beute verschließen und ab auf den endgültigen Standplatz. Unter dem Rand des Korbes ein ca. 3 cm dickes Stück Holz legen. so das Luft in den Korb gelangt. Die Beute hat einen Gitterboden zur Lüftung. Nicht wesentlich länger als 30 Min. warten, denn einigen Völker kommt es sonst in den Sinn, weiter zu ziehen. Die seht ihr dann nicht wieder.
Die Schwarmbienen haben Futter für drei Tage dabei. Nach ca. einem Tag Flugloch öffnen, Wandertuch entfernen und Korb richtig hinstellen. Dann ganz wenig, so eben einen bedeckten Tellerboden, 1:1 Zuckerwasser geben. Keine Kellerhaft, keinen besonderen Aufwand, sondern nur in Ruhe lassen.
Dann jeden Tag weiter wenig Füttern. Sie haben ja kein Wabenwerk und können nichts einlagern. Sonst denken sie, dass draußen der Himmel auf Erden ist und fliegen wieder raus, sie werden vom Imker rausgefüttert. Mit zunehmendem Wabenwerk etwas mehr Futter bis dann zweitäglich jeweils ca. 0,2 l gegeben wird. Nach erfolgreichem Brutbeginn und dem Ausbau im Korb bis zu den ersten Speilen herab muss entprechend der Trachtlage weiter gefüttert werden. Achtung nicht zuviel, sonst ist das ganze Wabenwerk voller Futter und kein Platz für die Brut. Ruhig auch mal nichts geben, damit sie wieder an die sofort gehorteten Vorräte gehen.
Einen Korb nur etwas nach hinten ankippen und den Teller darunter schieben, bzw. ihn herausziehen. Das Ankippen gelingt am Leichtesten, wenn hinter dem Korb eine Dachlatte o.ä. liegt und man über oder unter dem Flugloch gegen den Korb drückt. Er kann dann nicht wegrutschen und mit der zweiten Hand wird dann gefüttert. Nie den Korb ruckartig bewegen oder mit dem frischen Wabenwerk, das noch nicht bis zu den Speilen und Seitenwänden reicht, umdrehen. Auf keinen Fall einen Korb seitlich Kippen. In beiden Fällen werden die weichen frischen Waben vom Korbkopf abreißen und dabei auch Bienen, sowie evtl. die Kö, unter dem eingetragenem Zuckerwasser beerdigen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sprüht das nackte Volk mit Milchsäure ein. Die Menge richtet sich nach der Bienenmasse. Sie wollen nicht schwimmen. Das geht auch gut, bevor man das Flugloch öffnet.

Wolfgang, der Heidjer

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Re: Man lernt nie aus - Schwarm-Kuriosität

Beitrag von elk030 » Donnerstag 21. Juni 2012, 08:28

Danke Heidjer, jetzt mit deiner Korberfahrung wird es interessant.
Also frontal nach hinten ankippen ist machbar, seitlich jedoch fatal.
Heißt das, daß die Bienen im Korb ihr Wabenwerk zum Flugloch hin ausrichten, sozusagen im Kaltbau?
Und daß das Wabenwerk zur einen Richtung somit stabiler ist als zur anderen?
Gilt die angegegebene halbe Stunde vornehmlich für die Korbbetriebsweise?, weil ich das so nicht bestätigen kann. Bei mir kann das uch lääger dauern, bis sich der Schwarm gesetzt hat.
Ich füttere fast nie. Daß es trotzdem funzt, mag damit zusammenhängen, daß ich eine fast durchgehende Tracht habe. In Ausnahmefälen hänge ich nach 3 Tagen eine Futerwabe zu, was bei Körben natürlich nicht geht.
Standwachen ist für mich allein bei mehreren Ständen nicht machbar, Mir kommt es da zugute, daß die Schwäme
Lieblingsbäume haben. So reicht dann ein Check zwischen 14:00 und 16:00 Uhr an Aißenständen.
Vermutlich geht mir ungesehen hier und da ein Schwarm verloren. Nachschwärme habe ich kaum, weil ich entsprechend eingreife.
Bei mir beginnt das Einfliegen am gleichen Tag, und das massive Eintragen spätestens am nächsten Tag.
Ich danke dir dafür, daß du deine Erfahrungen teilst.
Freundlichst, Elk

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