Naturbau ?!

Hier ist Platz für Tagebücher, Erfahrungsberichte, Haltungserfahrungen und Erlebnisse beim Beginn und bei der Arbeit mit der Dunklen Biene

Moderator: Johannes

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Katrin
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Re: Naturbau ?!

Beitrag von Katrin » Dienstag 18. Oktober 2016, 21:26

Haiko hat geschrieben:Ich möchte hier mal eine (vielleicht schon bekannte?) Webseite vorstellen.
http://www.summ-summ.ch/bibl/imk/t_naturb_anl.html
Hier finde ich das Arbeiten mit Naturbau sehr gut beschrieben.
Den Artikel von Haiko finde ich auch sehr gut. ^^
Artikel hat geschrieben:Ungeeignet ist der laufende Wechsel von bestehenden Völkern auf Naturbau. Es entstehen nur Drohnenbauwaben. Wenn Völker umgestellt werden, dann nur über eine totale Wabenbauerneuerung.
So einfach geht das? Bin vielleicht noch etwas zaghaft, auf die Idee sie einfach mitsamt der Königin in eine Zarge mit Leerrähmchen und Anfangsstreifen zu kehren bin ich nicht gekommen.

LG Katrin

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Rene

Re: Naturbau ?!

Beitrag von Rene » Dienstag 18. Oktober 2016, 23:30

Hallo.
Ein youtube Filmchen zeigte es recht einfach. Schwarm in Beute, 5 oder 6 Rähmchen mit Anfangsstreifen (war im Film Dadant) - Futterzugabe und dann nach und nach erweitern. Ob gedrahtet oder nicht habe ich nicht gesehen. War von "wesensgemäßer Bienenhaltung" die Rede. Mir ging es erstmal um Anfangsstreifen oder ganz ohne.
Zusammen mit den Beiträgen im Forum gehe ich von Anfangsstreifen aus und von senkrechter Drahtung. Wenn man das also angehen möchte, dann so und - wie Johannes schrieb - mit Schwarm bzw KS.

Wenn ich richtig verstanden habe, kann man dann im ersten Jahr Honigernte fast vergessen, weil es quasi für den Eigenbedarf der Bienen benötigt wird bzw es Bedarf Anfangs sowieso der Futterzugabe.
Ist das richtig so?

Welches Zellenmaß hat der Arbeiterinnen-Naturbau? 5,4? Und die Y Ausrichtung der Zellen wechselt auf einer Wabe sogar mehrmals? Haben unsere Bienen das verlernt, oder ist diese Theorie mit den Zellen nur Wunschtraum?
L.G. Rene

Habe hier eine Seite gefunden dazu. Muss ich mich mal mit befassen... https://www.resistantbees.com/forum/vie ... 630#p12630

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Katrin
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Re: Naturbau ?!

Beitrag von Katrin » Mittwoch 19. Oktober 2016, 06:44

Hallo Rene,

Gibt schon ein Thema zu den kleineren Zellen. :wink:
viewtopic.php?f=11&t=2139&hilit=kleine+Zellen

LG Katrin

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Johannes
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Re: Naturbau ?!

Beitrag von Johannes » Mittwoch 19. Oktober 2016, 06:58

Rene hat geschrieben:...Wenn ich richtig verstanden habe, kann man dann im ersten Jahr Honigernte fast vergessen, weil es quasi für den Eigenbedarf der Bienen benötigt wird bzw es Bedarf Anfangs sowieso der Futterzugabe.
Ist das richtig so? ...
Hallo Rene,

das sehe ich nicht so negativ. Es kommt auch etwas darauf an, wann du die Umstellung machst. Wenn du das Prozedere mit der TBE nach der Honigernte verbindest und dann sachte fütterst, ist aller Honig des Jahres schon im Eimer. Wenn du die Umstellung im Frühjahr machst, verlierst du sicher etwas Frühtracht. Das ist klar. Denn Naturbau kostet die Bienen mehr Energie. Aber dadurch geht ja nicht alles verloren. :wink:

Bezüglich der Zellgröße hat Katrin den richtigen Hinweis gegeben. Bitte im anderen Thema diskutieren.

Ich hatte mich persönlich auch mal mit dem Y und der Zellgröße beschäftigt. Ich halte mittlerweile beides für müßig und wenig hilfreich.

Übrigens bin ich der festen Überzeugung, dass der waagerechte Draht nicht stört. Meine modifizierten Rähmchen gibt es auch nicht senkrecht. Damit entfällt diese Diskussion für mich sowieso. :P
Hier mal ein Foto von mir und dem Zadant-Experiment mit Anfangsstreifen und waagerechtem Draht.

Bild

LG Johannes
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CIMG5115.JPG

Der Großteil Vorbestellungen ist nun erfüllt. Die letzten Königinnen gehen bis Mitte Juli raus. Den Rest der Saison möchte ich nutzen, um das Zuchtprogramm des Landesverbandes Dunkle Biene Sachsen e.V. zu unterstützen. Daher kann ich leider keine umfangreichen Anfragen mehr annehmen. In dringenden Fällen bitte einfach eine Anfrage per Mail schicken und ich werde sehen, was ich tun kann!

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Re: Naturbau ?!

Beitrag von Herbert » Mittwoch 19. Oktober 2016, 09:34

Moin Johannes,
Johannes hat geschrieben:Übrigens bin ich der festen Überzeugung, dass der waagerechte Draht nicht stört. Meine modifizierten Rähmchen gibt es auch nicht senkrecht. Damit entfällt diese Diskussion für mich sowieso.
Hier mal ein Foto von mir und dem Zadant-Experiment mit Anfangsstreifen und waagerechtem Draht.
sehe ich auch ähnlich,auch wenn das Buch" Ökologisch Imkern"von Claudia Bentzien,nicht besonders zu
empfehlen ist,in ihren Bildern zeigt sie Naturbauwabe mit waagerechter Drahtung.
Trotz alledem hoffe ich das sich der Wachsskandal bald klärt,die verantwortlichen zur Rechenschaft
gezogen,und ich wieder ruhigen gewissens MW kaufen kann,beziehngsweise Wachs tauschen kann.

LG Herbert

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Rene

Re: Naturbau ?!

Beitrag von Rene » Mittwoch 19. Oktober 2016, 10:38

Johannes hat geschrieben: Hallo Rene,

das sehe ich nicht so negativ. Es kommt auch etwas darauf an, wann du die Umstellung machst. Wenn du das Prozedere mit der TBE nach der Honigernte verbindest und dann sachte fütterst, ist aller Honig des Jahres schon im Eimer. Wenn du die Umstellung im Frühjahr machst, verlierst du sicher etwas Frühtracht. Das ist klar. Denn Naturbau kostet die Bienen mehr Energie. Aber dadurch geht ja nicht alles verloren. :wink:

LG Johannes
Hallo Johannes,

Ach, so negativ sehe ich das garnicht. Wenn der Preis für ein gesundes Volk ein komplettes Honigjahr ist, dann ist es mir das wert.
Die Karten werden erstmal im Frühjahr neu gemischt. Momentan bin ich der Meinung, dass die Völker erstmal gut aus den Startlöchern kommen müssen. Dann erst kommen die anderen Möglichkeiten.
Aber beschäftigen muss man sich mit dem Thema. Niemand weiss wo das Ende der Fahnenstange ist, zumal ja besagter Händler immer noch aktiv zu sein scheint....
Da bekommt man finstere Gedanken...
L.G. Rene

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Abramis
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Re: Naturbau ?!

Beitrag von Abramis » Mittwoch 19. Oktober 2016, 12:22

Moin zusammen,

wie ich schon schrieb, bauen die Bienen im HR von selber keinen Drohnenbau. So zumindest meine Erfahrung in diesem Jahr.
Da ich ja "mehrzargig" mit Absperrgitter imkere kann ich bei zweizargiger Überwinterung jedes Jahr einen (oder mehr) HR mit Anfangsstreifen aufsetzen. Diese werden ohne Drohnenbau ausgebaut. Wenn die Rähmchen das Schleudern wie in diesem Jahr halbwegs heil überstehen, dann kann ich im Spätsommer bei der Wabenhygiene den unteren BR abräumen und den ausgeschleuderten HR als 2. BR aufsetzen. Ohne Drohnenbau! Selbst Reparaturen am Wabenwerk sollten die Damen zu der späten Jahreszeit wieder mit normalen Arbeiterinnenzellen durchführen.
Damit kann man im nächsten Frühjahr wieder mit dem DR arbeiten und ggf. auch Drohnenschneiden.
Voraussetzung ist natürlich konsequente Wabenhygiene und vollständig ausgebaute Rähmchen aus dem HR.

Alles in Allem hieße das, dass die Segeberger Betriebsweise (oder nach Liebig oder nach weiß-ich-nicht) einfach weiter geführt werden kann, nur eben ohne Mittelwände. Per se gäbe es also gar keine Änderung - außer dem Verkauf anstatt Tausch von Altwachs. Oder man gießt mehr Kerzen und verkauft diese für gutes Geld (grade so Weihnachten/Ostern).
Ich bin übrigens der Ansicht, dass ein Ausgießen der Rähmchennut als Anfangsstreifen völlig ausreicht. Also als reine Richtungsvorgabe, die richtigen Zellen bauen die Damen dann von alleine. Belegen kann ich das aber nicht. Da ich eine simple, aber funktionierende Mittelwandpresse habe, mache ich aus einer einzigen Mittelwand locker 10 recht dünne Anfangsstreifen. Diese werden einfach in die Nut gedrückt. Die selbst hergestellten MWs sind recht dick, daher brauche ich sie nicht extra einzulöten.

Viele Grüße,
Heiko
Und erstens machen sie es anders, als es zweitens im Lehrbuch steht :!: :!: :!:

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Re: Naturbau ?!

Beitrag von Katrin » Mittwoch 19. Oktober 2016, 20:51

Abramis hat geschrieben:wie ich schon schrieb, bauen die Bienen im HR von selber keinen Drohnenbau. So zumindest meine Erfahrung in diesem Jahr.
Richtig.

Auch wenn man Drohnenbau in den Honigraum hängt "scheuen sich die Bienen dort mit Honig auszufüllen". Ist ja auch verständlich, Drohnenbau hat eine andere Aufgabe: Drohnen für die Vermehrung und dient auch als Schädlingsfalle. Mal davon abgesehn hat bei Naturbau eine Drohnenwabe nichts im HR zu suchen. :wink:

Zu dem Rest im Video weiß ich noch nicht so recht ob ich was damit anfangen kann. Ist ne interessante Möglichkeit zur Behandlung ohne Chemie.

https://www.youtube.com/watch?v=V89PHf-QM5o

LG Katrin

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