Jetzt Ameisensäurebehandlung

Von Nosema über Faulbrut, Varroose, Sackbrut, Kalkbrut, Kleiner Beutekäfer, Großer Beutekäfer, Wachsmotten, Wespenplage, Mäuse etc.

Moderator: Johannes

Heidjer
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Re: Jetzt Ameisensäurebehandlung

Beitrag von Heidjer » Mittwoch 28. August 2013, 00:00

Drudenstein hat geschrieben:Lieber 3 mal Milchsäure und über Weihnachten dann Oxalsäure.
Einmal AS 85% im August reicht, .
Hallo Hans,

85%ige AS ist in Deutschland für den Normalfall nicht zugelassen! Nur in Notfällen nach ärztlicher Anweisung des Kreis-Vet.

85%ige bringt nach Untersuchung einiger Bieneninstitute keinerlei Vorteil bei der Behandlung. Die stärkere Dosierung ist aber für die Bienen nicht förderlich. Lass das Zeug weg.

Bei genauer Anwendung von AS auf dem Schwammtuch (2ml pro DN-Rähmchen, also 20ml pro Segeberger Zarge; trockenes Wetter für 24 Std.; ~ 20°C Lufttemperatur) kenne ich keinerlei Probleme.

Wolfgang, der Heidjer

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Johannes
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Re: Jetzt Ameisensäurebehandlung

Beitrag von Johannes » Mittwoch 28. August 2013, 06:56

Hallo,

da kann ich Wolfgang nur zustimmen.

Mit den richtigen Rahmenbedingungen kann bei 60%-iger AS nichts passieren. Mehr als 3 Anwendungen sollten es aber auch bei optimalen Bedingungen nicht sein.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass jedes Volk ein wenig anders reagiert. So habe ich 5 Völker in einer Reihe stehen und alle am gleichen Abend mit der gleichen Menge AS behandelt. 4 Völker waren unauffällig und benahmen sich normal. Vor dem 5. war aber erheblicher Totenfall in Form von ausgeräumter Brut.
Wie es zu dieser unterschiedlichen Reaktion kommen kann, ist mir bei gleichem Beutentyp und gleichem Entwicklungsstand leider auch nicht klar.
Vielleicht weiß von euch jemand Rat!

LG Johannes

Der Großteil Vorbestellungen ist nun erfüllt. Die letzten Königinnen gehen bis Mitte Juli raus. Den Rest der Saison möchte ich nutzen, um das Zuchtprogramm des Landesverbandes Dunkle Biene Sachsen e.V. zu unterstützen. Daher kann ich leider keine umfangreichen Anfragen mehr annehmen. In dringenden Fällen bitte einfach eine Anfrage per Mail schicken und ich werde sehen, was ich tun kann!

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Gast4

Re: Jetzt Ameisensäurebehandlung

Beitrag von Gast4 » Mittwoch 28. August 2013, 11:58

Hallo

Erst mal danke für die rechtlichen Vorschriften.
Mit den Schwammtüchern arbeite ich nicht, setze den Liebig Dispenser ein. Fülle dann in Zukunft die AS mit 60% ein.
Die gesetzlichen Vorschriften werden auch nur von Menschen gemacht, da wird auch noch das Perizin von Bayer erlaubt und empfohlen.
Zur Milchsäure nochmal, klar wirkt diese nicht in der Brut. Nur wenn man sie 3 mal macht im Abstand von einer Woche bekommt man auch die Milben mit welche erst mit der Brut schlüpfen. Oder sehe ich da was falsch?
Zudem hinterlässt die Milchsäure keine Rückstände, auch nicht im Wachs.
Hier mal noch ein Link dazu: http://www.lwg.bayern.de/bienen/info/kr ... url_10.pdf
Wichtig ist für mich das behandelt wird und auch Kontrollen regelmäßig gemacht werden, es gibt noch genügend Bienenhalter die den ernst nicht erfasst haben und nichts, oder zu wenig machen um die Milben zu bekämpfen.
Da die Milben ja "nur" die Bienen als Wirt haben sollte es doch mal gelingen sie wieder komplett los zu werden.

Heidjer
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Re: Jetzt Ameisensäurebehandlung

Beitrag von Heidjer » Freitag 30. August 2013, 00:08

Hallo Hans,

ja, die MS wirkt auch zuverlässig bei den 'freilaufenden' Milben. Deshalb kann man sie auch gut bei nackten Völkern anwenden.
Das Problem liegt darin, dass Du jede Wabenseite der Rähmchen im Brutraum mit 8 ml MS einsprühen musst, diese aber nicht auf die Stifte und Maden treffen darf. Deshalb heißt es ja auch, dass die Waben im spitzen Winkel eingesprüht werden sollen. Durch das Ziehen aller Rähmchen werden die Bienen im Brutraum extrem gestört.

Zum Thema 'Perizin': Das dieses Mittel noch zugelassen ist, haben wir doch nur der Lobbyarbeit der chemischen Industrie und der Kanzlerin zu verdanken, die da lauthals erklärt, dass Deutschland ein Chemiestandort ist und deshalb diverse Mittel nicht verboten werden dürften. - Denkt daran bei der nächsten Wahl!

Wolfgang, der Heidjer

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Gast4

Re: Jetzt Ameisensäurebehandlung

Beitrag von Gast4 » Samstag 31. August 2013, 10:47

Danke Wolfgang für deine Antwort.
Was du schreibst ist richtig.
Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile.
Wobei ich bei MS mehr Vorteile sehe als bei allem anderen.
Es kommt aber auch auf die Anzahl der Völker an die ein Imker hat und auf seine Zeit.
MS braucht halt mehr Zeit in der Arbeit als eine AS Behandlung.

Eine ehrliche Antwort zu unserem Adel, auch wenn der Fürst wechselt ändert sich höchstens das Geschrei.
Aus deren Sicht bleiben wir ja eh nur der Pöbel. Denn zurücknehmen wird keiner was, sind doch alle miteinander verstrickt.
Wenn mal die Ufos bei dir landen, schicke sie auch zu mir, vielleicht haben die ja noch einen Platz wo es besser ist.

Herbert
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Re: Jetzt Ameisensäurebehandlung

Beitrag von Herbert » Samstag 6. August 2016, 21:10

Moin moin,
es ist wieder soweit,ohne die Chemiekeule rauszuholen,kann man jetzt erfolgreich der Varoa zu leibe
rücken mit 60% Ameisensäure nach der Schwammtuchmethode von oben,
viel Erfolg!

LG Herbert

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Re: Jetzt Ameisensäurebehandlung

Beitrag von Ape » Freitag 28. September 2018, 12:23

Herbert hat geschrieben:
Samstag 6. August 2016, 21:10
Moin moin,
es ist wieder soweit,ohne die Chemiekeule rauszuholen,kann man jetzt erfolgreich der Varoa zu leibe
rücken mit 60% Ameisensäure nach der Schwammtuchmethode von oben,
viel Erfolg!

LG Herbert
Hallo Herbert,

möchte das Thema kurz noch einmal aufgreifen.

Zum Einsatz des Schwammtuches. Nimmst du 20ml pro Zarge? Bei Zweizargern 40ml verteilt auf zwei Tücher? Beide auf die Rähmchen der oberen Zarge? Ist dies auch noch Ende September als 2. Behandlung anwendbar oder sind hier Langzeitverdunster sinnvoller? Bei Schwammtuch Behandlung 1-2 mal, Abstand gut 7 Tage, wiederholen. Für mein Verständniss wenn die Witterung passt sollte das schon möglich sein, oder irre ich? Sorry für die "blöde" Frage, aber mich interessiert diese Vorgehensweise mit Schwammtuch. Ich suche für nächstes Jahr Alternativen zum LD und Nassenheider.

PS: Keine Sorge, habe schon lange (Mitte August ;) )behandelt. Wobei mir ein Volk etwas Kopfzerbrechen macht. Hier finde ich gut 5 Milben/Tag. Bin mir etwas unsicher, ob ich das Risiko eingehen will und bis zur Winterbehandlung ausharre.

Gruß
Steve

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Re: Jetzt Ameisensäurebehandlung

Beitrag von Herbert » Freitag 28. September 2018, 17:36

Hallo Steve,
bei 2 Zargern liegst du mit 40ml schon richtig,allerdings reicht 1 Schwammtuch völlig aus,lege sie aber nicht so auf die nackten Rähmchen,

sondern auf eine Gaze die alle Rähmchen abdeckt,damit nicht einzelne Bienen sich verbrennen.

Wenn die Umstände sprich Temperaturen etc .passen ,Behandlung auch im September,mit Langzeitverdunstern habe ich keine Erfahrung.

Ich behandel,wie es auch die Imkerschule in Bad Segeberg macht,bei Altvölkern 5x mit Schwammtuch,früher reichte auch 2-3x.

Der Erfolg spricht für sich.


LG Herbert

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Re: Jetzt Ameisensäurebehandlung

Beitrag von Ape » Dienstag 2. Oktober 2018, 07:06

Habe Herbert,

danke dir für die Rückmeldung. Ok, normales handelsübliches Schwammtuch sollte reichen. Mit Gaze arbeiten ist ebenfalls ein guter Tipp, danke :)

Die Schwammtuchmethode mag vielleicht für den Ein oder Anderen "Altbacken" wirken, aber ich lese das in recht vielen Betriebsweisen von Imkern aus dem Gebirge. Hier existiert oft das Problem das sich, u.a. bedingt durch späte Trachten wie z.B. dem Wald (bis weit in den August hinein), die Varroabehandlung mit AS verschieben kann. Im September wiederum gibt es schon des Nachts recht häufig Frost. Damit sind Langzeitverdunster nur bedingt einsetzbar. Daher auch mein Interesse an dem Thema. Hier bietet sich die Anwendung der Schwammtücher m.M.n. schon an, da man nur über einen überschaubaren Zeitraum entsprechende Temperaturen benötigt.
An einem sonnigen Tag beginnt man Morgens, dann kann die AS langsam verdunsten und am Abend sollte der Großteil schon umgesetzt sein. So die Theorie.

Werde das definitiv testen!

Grüße
Steve

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