Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Von Nosema über Faulbrut, Varroose, Sackbrut, Kalkbrut, Kleiner Beutekäfer, Großer Beutekäfer, Wachsmotten, Wespenplage, Mäuse etc.

Moderator: Johannes

bienengral
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von bienengral » Freitag 15. September 2017, 17:42

imkerforum-nordbiene hat geschrieben:
Freitag 15. September 2017, 16:17

[*]Kontrolle nach 2 TAgen? Nein habe ich nicht gemacht. Denn es steht in der Beschreibung: auch eine 50% HÖHERE Verdunstungsmenge kann vorkommen und ist nicht bienenschädlich. Außerdem: Warum Kontrolle erst nach 2 Tagen? Wird die Brut nicht schon während der ersten 48 Stunden mit massiver Überdosierung getötet? Ebenso wie Jungbienen und Königin????
[*]Mit dem MHT- / Universalverdunster habe ich solche Ausfälle nicht beobachten können. [/list]
Hallo Kai,

tut mir leid für dich.

Es steht eben nicht umsonst in der Beschreibung nach 2 Tagen Kontrolle, da man hier noch korrigierend eingreifen kann. Somit hast du eben doch einen Anwenderfehler begangen.
Die Kontrolle ist notwendig, weil eben die Dochte nicht immer gleich sind (Industrie Ware), oder auch Fehler bei der Verschraubung etc. auftreten können. Nach 48 Stunden ist die Konzentration eben noch nicht so massiv hoch. Sie gleicht dann einer Schwammtuchmethode. Nur wenn eben erst nach 5 Tagen kontrolliert wird ist es eben zu spät. In den Segeberger Beuten (welche deutlich dichter sind als Holzbeuten) sollte die Fluglöcher dann bei Zweizargern voll auf sein.

Mit dem MHT-Verdunster bekommst du die gleichen Probleme, wenn es sehr warm ist. Dann verdunstet der deutlich mehr als man möchte.

Die Ameisensäurbehandlung ist die einzige die in die verdeckelte Brut wirkt (80 % der Milben sind hier). Wenn man keine Ameisensäurebehandlung machen will dann muss man eben brutfrei behandeln (Brutunterbrechung machen).

Keine Behandlung zu machen bzw. nur die Winterbehandlung ergibt wie bei dir im Frühjahr eben auch hohe Verluste.

Es gibt keine einfache Behandlung, man muss immer auf irgendetwas achten. Egal ob nun brutfrei behandelt (Brutunterbrechung) wird, oder mit Apitraz, Thymol (hier muss auch die Temperatur stimmen) oder Ameisensäure.

Aus Fehlern muss man lernen wie es beim nächsten mal besser geht.


Grüße Thomas

Robjohn
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Robjohn » Freitag 15. September 2017, 18:03

Oh je, Kai, dass tut mir echt in der Seele weh, das zu sehen.

Finger weg von diesen Verdunstern und Verdampfern - das ist ein riesen Mist.
Es gibt immer noch andere Methoden, die praktisch problemfrei in der Anwendung sind.
Bei der Ameisensäure ist einfach die Anzahl an Parametern, die stimmen müssen, zu hoch. Das kann man seinen Bienen nicht antun. Zumal die Ameisensäure stark brutgängig ist !!! Ich finde das für eine gute imkerliche Praxis einfach nicht tauglich.

bienengral
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von bienengral » Freitag 15. September 2017, 18:09

Robjohn hat geschrieben:
Freitag 15. September 2017, 18:03

Finger weg von diesen Verdunstern und Verdampfern - das ist ein riesen Mist.
Es gibt immer noch andere Methoden, die praktisch problemfrei in der Anwendung sind.
Bei der Ameisensäure ist einfach die Anzahl an Parametern, die stimmen müssen, zu hoch. Das kann man seinen Bienen nicht antun. Zumal die Ameisensäure stark brutgängig ist !!! Ich finde das für eine gute imkerliche Praxis einfach nicht tauglich.
Hallo Robjohn,

welche Behandlungen sind den problemfrei?

Grüße Thomas

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von usurpine » Freitag 15. September 2017, 19:54

Mir tut es auch sehr leid um Deine Bienen, ich kann Deinen Frust verstehen. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen Behandlungsfehler, es liegt nicht am Gerät an sich.
Wenn man mit anderen Verdunstern den Bienen eine Überdosis verpasst, sterben sie genauso. Ein Arbeitskollege von mir hat seine gesamten Bienen letzten Winter verloren, weil er nicht richtig den Liebigdispenser verwendet hat, er hatte zu wenig Säurekonzentration gehabt, obwohl er auch ganz nach Beschreibung gearbeitet hat. Aber es waren grad zufällig ein paar kühle Tage gewesen, wenn er sich richtig erinnerte. Dadurch hat er nur einen viel zu kleinen Teil der Milben getötet und seine Bienen sind wegen Varroa umgekommen (ein Volk wurde von einer Spitzmaus gefressen).
Also bitte schimpfe nicht auf das Gerät sondern lerne aus deinen Fehlern. Ich würd dennoch eine Beschwerde an die Firma schicken, weil die Beschreibung (wobei ich sie von Deinem Gerät gar nicht kenne, ich hab hier eine andere Beschreibung vorliegen, weil es auch ein anderes Produkt von Nassenheider ist, und hier war mir klar verständlich gesagt, das ich den kleinen Docht verwenden soll).

Ich bin mal kurz auf die Webseite von Nassenheider gegangen:
http://imk.nassenheider.com/faqs/index/1/3/de

Ich zitier mal, was hier ua. steht:
" Wie wirkt der Nassenheider Verdunster horizontal
und Nassenheider Verdunster professional?

Die täglich zu verdunstende Menge AS richtet sich danach, dass der Gasdruck der AS so hoch ist, dass die Tracheen der Varroa-Milben verätzt werden und sie dadurch abtötet. Die nötige Verdunstungsmenge pro Zarge richtete sich auch nach mehreren Kriterien:

1. Die Größe der Beute

2. Holz oder Kunststoff, Holzbeuten nehmen mehr AS auf

3. Ganz wichtig, das Fächeln der Bienen. Große starke Völker fächeln mehr als
kleinere, die Bienenrassen sind auch entscheidend

4. Das Wetter: Ist es sehr warm, müssen die Bienen mehr fächeln, der Gasdruck
wird geringer. Ist es kühl wird weniger gefächelt, es bleibt mehr AS im Stock.
Das heißt, es muss z.B. im Sommer mehr Säure verdunsten als im Herbst. Dazu
haben wir die 3 verschiedenen Dochtgrößen für den Nassenheider Verdunster
Horizontal und Professional konzipiert

Der Imker muss auch bei der Behandlung etwas dazu beitragen, nämlich nach 1 und 2 Tagen die Verdunstungsmenge kontrollieren und eventuell die Dochtgröße ändern. Die Verdunstungsmenge soll laut Dr. Rademacher min. 6 – 10 ml im Herbst und 12 - 20 ml im Sommer pro Zarge und Tag betragen.

Die Dochtgrößen bestimmen die tägliche Abtropfmenge. Außerdem verdunstet über die Dochtflächen zusätzlich AS. Ist es warm muss mehr AS verdunstet werden. Man verwendet dann einen größeren Docht. Er verdunstet über seine Fläche zusätzlich AS und kompensiert dadurch das Herausfächeln der AS aus dem Stock.

Diese Kriterien beeinflussen alle den Gasdruck im Bienenstock. Es ist daher das Finger-spitzengefühl des Imkers oder des Bienenberaters gefragt. Er muss beurteilen ob der Gasdruck ausreicht die Milben zu töten oder bei zu viel Gasdruck die Brut, Jungbienen oder auch ganze Völker.

Bienen vertragen bis zu 250 mal höhere AS Konzentrationen (Gasdruck) als Milben.

Auch der Nassenheider Verdunster ist kein Wundermittel. Trotz seiner hohen Milbenabtötungsrate besteht immer noch die Gefahr der Reinfektion. Manche Imkernachbarn nehmen es mit der Behandlung nicht so genau. Daher empfehlen wir, falls Sie nach den ersten beiden Behandlungen immer noch einen erhöhten Milbenbefall feststellen, noch eine letzte Behandlung so spät wie möglich im Jahr mit 85%iger Ameisensäure durchzuführen. Offiziell wäre dann „Gefahr im Verzug“ und somit die Nutzung der 85%igen Säure in bestimmten Bundesländern statthaft.

Joachim Weiland"

Damit liegt die Verantwortung bei der Benutzung der Gerät beim Imker, ein erfahrener Imker, der sich mit den Geräten auskennt, kann zweifelsohne gute Ergebnisse erzielen.

Gruß aus Schwarzenfeld

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monaldi
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von monaldi » Samstag 16. September 2017, 19:06

imkerforum-nordbiene hat geschrieben:
Freitag 15. September 2017, 16:17
HAllo allerseits,

vielen DAnk für die Rückmeldungen. Ihr könnt mir glauben:

Ich bin ganz schön fertig. Fix und fertig. HAbe auch die ganze Nacht nicht geschlafen. :|

So, hier ganz kurz einige Antworten zu Euren Hinweisen:
  • Ich habe (natürlich) 60% AS verwendet
  • Dochtgröße: wie gesagt, wie gefordet für Zweizarger MAXIMALE Dochtgröße
  • Kontrolle nach 2 TAgen? Nein habe ich nicht gemacht. Denn es steht in der Beschreibung: auch eine 50% HÖHERE Verdunstungsmenge kann vorkommen und ist nicht bienenschädlich. Außerdem: Warum Kontrolle erst nach 2 Tagen? Wird die Brut nicht schon während der ersten 48 Stunden mit massiver Überdosierung getötet? Ebenso wie Jungbienen und Königin????
  • Mit dem MHT- / Universalverdunster habe ich solche Ausfälle nicht beobachten können.
Wie sieht die Situation jetzt aus:
  • In allen Völkern, die behandelt wurden, wohl Vernichtung der gesamten Brut (3 Wochen Brutverlust)
  • Vernichtung in 2 Völkern der schlüpfenden Bienen
  • Königinnenverlust? Noch unbekannt
  • Varroaeffizienz? Wohl sehr gut, aber ......
Es gab auch Völker, die NICHT behandelt wurden (Sicula). Diese flogen heute sich schön ein, trugen wunderschön Maispollen in großen Mengen. Hier war die Freude im Flug zu spüren.

Die behandelten Völker? Sie liegen matt und kraftlos dar. Kaum Flug. Schon gar kein Pollen. Mal eine Putzbiene, die ne Leiche hinausbringt.

Nassenheider???? Nein danke, nie wieder!!!! Ein System, dass so fragil ist und bei dem sich kleinste "Fehler" (?) derart dramatisch auswirken, taugt nichts.

LG
Kai

PS: Man achte mal auf die Vegetation: selbst die 0,5 Meter entfernt Johannisbeere wurde verbrannt.

Bild
nassenheider-totalschaden-15-09-2017-1.jpg

Bild
nassenheider-totalschaden-15-09-2017-2.jpg

Bild
nassenheider-totalschaden-15-09-2017-3.jpg

Bild
nassenheider-totalschaden-15-09-2017-4.jpg
Hallo Kai,

ich schließe mich auch denjenigen an, die einen Fehler bei dir sehen. Ich nutze den Nassenheider Proffessional seit 4 Jahren und hatte nie ein Problem damit. Ich wende ihn aber nur dann an, wenn der Befall zu hoch ist. Die erste Behandlung ist meistens im August. Danach kontrolliere ich den Befall alle 2 Wochen. Ich denke, dass es mit Wetter auch viel zu tun hat. Je später man behandelt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Varroawetter nicht mitspielt.

Ich meine, dass jeder gegen Varroa das benutzen kann, was er will. Ich bin mit deiner so harten Verurteilung des Verdunsters nicht einverstanden. Sei mir nicht böse. Es schreiben hier einige, dass es bei richtiger Anwendung und Kontrolle funktioniert. Wichtig ist auch, dass der Verdunster wirklich waagerecht liegt. Es ist eine starke Säure und ich denke, da muss man auf jeden Fall immer kontrollieren. Kein einziger Verdunster oder andere Mittel sind aus meiner Sicht so gut ausgedacht oder konstruiert, dass man sich auf die Anleitung blind und ohne wenn und aber verlassen kann.

LG VLastik

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Johannes
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Johannes » Samstag 16. September 2017, 19:31

Na nun will ich hier auch mal kurz was schreiben, wobei ich mich sonst mit Hinweisen und Beurteilungen zur Behandlung mittlerweile sehr zurück halte.

Ich glaube, dass der NH-Professional sehr effektiv die Milben vernichtet. Das steht wohl außer Frage. Nur schädigt jede Behandlung auch die Bienen. Ziel ist es also, eine Balance zwischen "Schädigung der Bienen" und "Töten der Milbe" zu finden. Und diese Grenze ist wohl äußerst fließend. Daher sind besonders effektive Methoden und Geräte wohl immer gefährlicher für die Bienen. Und richtig, ein einmaliger Versuch mit einer Hand voll Völker ist kein aussagekräftiger Test. ... Aber will man das Erlebnis wiederholen? ... Ich denke nicht.
Von daher kann ich Kai´s ablehnende Einstellung zum NH verstehen. Und es gibt im Internet genug Beispiele für vergleichbare Erlebnisse.

War der MHT bei Kai im Test nun BESSER???
Na ich fürchte nicht. Denn er hat zwar die Bienen deutlich mehr geschont, aber damit eben auch die Milbe. So zumindest die Logik. ... Nun ist die Frage, ob das schlecht ist. ... Ich denke NEIN! Denn ein Volk kommt mit ein paar hundert Milben besser zurecht, als die Brut der letzten 3 Wochen zu verlieren. Besonders um diese Jahreszeit. Der MHT hat vielleicht nicht so effektiv in die Brut hinein gewirkt, aber bei 2-maliger Anwendung hätte er trotzdem fast alle "geschlüpften" Milben erwischt und wohl weniger Brut und Bienen geschädigt.


Kai´s Warnung vor dem NH mag überstürzt sein. Aber muss nicht jeder seine Erfahrungen selber machen? Jede Beute und jeder Standort stellen ganz eigene Herausforderungen dar. Und es ist wichtig, dass nicht immer nur die Erfolgsmeldungen verbreitet werden, sondern auch mal kritische und negative Stimmen laut werden. Denn DIE Methode scheint es ja nun wirklich nicht zu geben und gerade Anfänger sollten davor bewahrt werden, eben dies anzunehmen.

LG Johannes

Der Großteil Vorbestellungen ist nun erfüllt. Die letzten Königinnen gehen bis Mitte Juli raus. Den Rest der Saison möchte ich nutzen, um das Zuchtprogramm des Landesverbandes Dunkle Biene Sachsen e.V. zu unterstützen. Daher kann ich leider keine umfangreichen Anfragen mehr annehmen. In dringenden Fällen bitte einfach eine Anfrage per Mail schicken und ich werde sehen, was ich tun kann!

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Johannes » Samstag 16. September 2017, 19:39

Schaut mal hier ab Minute 9 ungefähr rein: https://www.youtube.com/watch?v=QDy8l3MPkZI

Der Großteil Vorbestellungen ist nun erfüllt. Die letzten Königinnen gehen bis Mitte Juli raus. Den Rest der Saison möchte ich nutzen, um das Zuchtprogramm des Landesverbandes Dunkle Biene Sachsen e.V. zu unterstützen. Daher kann ich leider keine umfangreichen Anfragen mehr annehmen. In dringenden Fällen bitte einfach eine Anfrage per Mail schicken und ich werde sehen, was ich tun kann!

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von bienengral » Samstag 16. September 2017, 19:58

Johannes hat geschrieben:
Samstag 16. September 2017, 19:31

Ich glaube, dass der NH-Professional sehr effektiv die Milben vernichtet. Das steht wohl außer Frage. Nur schädigt jede Behandlung auch die Bienen. Ziel ist es also, eine Balance zwischen "Schädigung der Bienen" und "Töten der Milbe" zu finden. Und diese Grenze ist wohl äußerst fließend. Daher sind besonders effektive Methoden und Geräte wohl immer gefährlicher für die Bienen. Und richtig, ein einmaliger Versuch mit einer Hand voll Völker ist kein aussagekräftiger Test. ... Aber will man das Erlebnis wiederholen? ... Ich denke nicht.
Von daher kann ich Kai´s ablehnende Einstellung zum NH verstehen. Und es gibt im Internet genug Beispiele für vergleichbare Erlebnisse.

War der MHT bei Kai im Test nun BESSER???
Na ich fürchte nicht. Denn er hat zwar die Bienen deutlich mehr geschont, aber damit eben auch die Milbe. So zumindest die Logik. ... Nun ist die Frage, ob das schlecht ist. ... Ich denke NEIN! Denn ein Volk kommt mit ein paar hundert Milben besser zurecht, als die Brut der letzten 3 Wochen zu verlieren. Besonders um diese Jahreszeit. Der MHT hat vielleicht nicht so effektiv in die Brut hinein gewirkt, aber bei 2-maliger Anwendung hätte er trotzdem fast alle "geschlüpften" Milben erwischt und wohl weniger Brut und Bienen geschädigt.


Kai´s Warnung vor dem NH mag überstürzt sein. Aber muss nicht jeder seine Erfahrungen selber machen? Jede Beute und jeder Standort stellen ganz eigene Herausforderungen dar. Und es ist wichtig, dass nicht immer nur die Erfolgsmeldungen verbreitet werden, sondern auch mal kritische und negative Stimmen laut werden. Denn DIE Methode scheint es ja nun wirklich nicht zu geben und gerade Anfänger sollten davor bewahrt werden, eben dies anzunehmen.

LG Johannes
Hallo Johannes,

den Test so wiederholen will man sicher nicht. Wenn dann würde man den Test mit kleinerem Docht und nach einem und am zweiten Tag kontrolliern ob die Säuremenge past. Und man muss auch das Wetter beobachten. Bei Tages Temperaturen unter 10 °C und hoher Luftfeuchte verdampft die Säure schlecht. Wird es dann plötzlich warm wird mehr Säure (welche in der Wanne ist) verdampft.

Mit ein paar Hundert Milben kommt ein Volk mit 6000 Bienen wohl zurecht. Wenn jedoch durchgebrütet wird verdoppelt sich die Milbenzahl jeden Monat. Gehen wir von 500 Milben im September aus. Sind das ende Dezember
4 Tausend und das Volk ist tot.

Grüße Thomas

Herbert
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Herbert » Samstag 16. September 2017, 20:27

Hallo zusammen,
jeder sollte für seine Bienen die bestmögliche Methode der Varroabehandlung wählen,mit der man auch zurecht kommt.
Mit dem Wissen,das noch einige 100 Milben im Volk sind würde ich mich mit der Behandlung nicht zufrieden geben,allerdings
ist mir völlig klar das ich die Milbenzahl nicht auf 0 bringen kann.
Meine mehrjährige Erfahrung mit AS-Schwammtuch ist auf erster Sicht vielleicht mehr Arbeit,kann aber sehr flexibel nach Wetter
sprich Temperatur und Luftfeuchte Bienenschonend die Varroa effizient bekämpfen.

LG Herbert

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von isartaler44 » Samstag 16. September 2017, 20:55

Hallo Bienengral,
das gleiche hatte ich letztes Jahr, starken Totenfall, vor allem bei den neu geschlüpften Jungbienen.
Aufgetreten ist das ganze Ende Juli/ Anf.August bei Tagestemperaturen so um die 24-27 Grad.
Wie immer, habe ich meine 3 Völker genau gleichzeitig behandelt, allerdings nicht mit dem Nassenheider, sondern mit dem Liebigverdunster und FAM Dispenser. Diese hatte ich mit 70% AS bestückt, obwohl für Liebig-Verdunster 85 % AS empfohlen wird, was ich für zuviel halte.
Der Stock, bei dem das aufgetreten ist, hatte in den 2-3 Tagen vorher ausgesprochen viele Einflieger, worüber ich mich sehr gefreut habe.
Meine Erfahrungen zusammengefasst sind:
- bei Temp. über 20 Grad nur 60% ige AS verwenden, egal mit welchem Verdunster.
- bei Temp. über 28 Grad keine Behandlung mit AS
- bei vielen Jungbienen/Einfliegern Verdunsterfläche reduzieren bzw. kleinerer Docht beim Nassenheider, noch besser: Behandlung zurückstellen ein paar Tage, bis sich die Einflieger eingeflogen haben.
mein genereller Grundsatz lautet: "Bienen schonen"
- lieber mehrere Stoßbehandlungen von 3-4 (max.7)Tagen als Langzeitbehandlungen
- im Zweifelsfall lieber kleinere Verdunstungsrate einstellen (Docht bzw. Verdunsterfläche), da fallen immer noch genug Milben
- täglich Milbenfall kontrollieren (auch um festzustellen, ob Ameisen oder anderes Getier die Milben abtransportiert!).

Noch ein Wort zu den Verdunstern:
1. NASSENHEIDER: Ich habe den Nassenheider getestet, mit Wasser und den Dochtgrößen 1 und 3. Alle 1-2 min fällt ein Tropfen, wobei 14 Tropfen = 1 ml sind. Er ist sehr emfindlich was die Dochtqualität (Kapillarwirkung) angeht (neuer Docht/alter Docht/ verschied. Dochtmaterialien wie Orig.docht, Filzdocht etc.). Das ist mir zu heikel, auch in der Handhabung ist er mir zu kompliziert.

2. FAM Dispenser: Sehr praktisch, gut handzuhaben, wenig Totraum, da sehr flach, aber Verdunstungsmenge nicht kontrollierbar, ich verwende ihn meist für Kurzzeitbehandlung, Öffnung auf "1", gefüllt mit 120 ml AS 60% oder70%.

3. LIEBIG Verdunster: Ebenfalls sehr praktisch, wird alles zu Hause vorbereitet, Verdunstermenge wird - je nach Volkgröße und Temperatur - über das Verdunsterpapier eingestellt (auch zu Hause) und kann an der Skala nach einem Tag kontrolliert werden (30 ml/Tag sind ein ganz guter Wert). Nachteil ist der große Totraum (Leerzarge) und, für mich, der umfangreiche Materialtransport (3 Leerzargen).

Und immer Wetter beobachten, unter 15 Grad ist AS fast wirkungslos, es sei denn man verwendet 85% AS, da diese einen höheren Dampfdruck hat, aber wehe die Temperatur steigt plötzlich.-

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von dirk2210 » Sonntag 17. September 2017, 08:30

Hallo Johannes

Also.Der Link mit dem Film hat an meiner Meinung nichts geändert.
Bei den Jungs im Film,,youtube" die Beute !
Oh je.
Da fehlt die Königin..Und nicht erst seit gestern.
In der Beute ist null Brut..- kein Futter - die Bienen sind ausgehungert - Die Waben sehen aus wie aus einer Kohlengrube-
und dann noch Ameisensäure.!!!
Da wundert es mich nicht das die schon schwache Bienen bei der Behandlung sterben.
Kein gutes Beispiel
Gruß Dirk

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Montag 18. September 2017, 22:43

DAnke allerseits, für Eure Antworten.

Anbei ein weiteres (und zum Thema NAssenheider vorerst letztes) Video, bitte hier klicken: https://www.youtube.com/watch?v=XgjuQTVB9Wg

Zu den einzelnen Antworten nehme ich so bald wie möglich Stellung.

LG
Kai

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von elk030 » Montag 18. September 2017, 23:27

Traurig, traurig
Es werden doch zuviele Völker durch Behandlungen geschädigt oder getötet.
Ich sehe auch nicht, das das besser wird, ganz im Gegenteil.
Vielleicht stimmt unser Konzept nicht.
Vielleicht ist es Zeit, die Bienen es selbst machen zu lassen.
Elk

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Herbert » Dienstag 19. September 2017, 16:53

Moin Kai,
zum Glück noch kein Totalausfall,ich finde es gut das Du daraus deine Konsequenzen ziehst und von dem NHV abrätst.
Es sind bei diesem System,obwohl ich es nie angewendet habe zu viele Fehlerquellen die gemacht werden können,
auch wenn es Imker gibt die damit wohl sehr gut zurecht kommen.
Ich muss dir aber wiedersprechen,in deiner Aussage :aus der Brut gehen bei AS- Behandlung heisst nicht das grundsätzlich
die ganze Brut vernichtet wird,habe es auch noch nicht so erlebt.
Mache mir auch sorgen um deine Bienen,wenn Du Völker nicht behandelst,gerade die Ligustica ,sollte sie den Winter durchbrüten
wie es immer beschrieben wird steigt die Milbenzahl bis zur OS-Behandlung im Winter noch ordentlich an und dann kann es schon
zu spät sein.

LG Herbert

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von robirot » Mittwoch 20. September 2017, 23:13

Der hohe Totenfall bei den Jungbienen ist nichts besonderes, beim NH. Der entsteht, da eine Schlüpfende Biene eben doch noch nicht voll ausgereift ist. Z.b. die Tracheen sind noch empfindlich und können die acide Umgebung nicht unbedingt ab.

Nächstes mal nehm lieber den mittleren Docht. Der passt zur Segeberger mit verengtem Flugloch.

Die Anleitung ist nicht wirklich gut, da es aber auch zu viele Varrianzen gibt, ist man beim NH sehr stark auf Erfahrungswerte angewiesen.

Die Brut ist nicht vernichtet, bei der Überdosis aber ein Großteil der Schlüpfenden und der offenen getötet worden. D.h ist keine neue mehr Nachgekommen und es sieht nach so wenig aus.
Bishet sind bei mir 90% der Völker sogar in Brut geblieben.
Nicht verzagen, nachlesen und Erfahrungen sammeln, aber keine voreiligen Schlüsse ziehen.

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