Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Von Nosema über Faulbrut, Varroose, Sackbrut, Kalkbrut, Kleiner Beutekäfer, Großer Beutekäfer, Wachsmotten, Wespenplage, Mäuse etc.

Moderator: Johannes

elk030
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von elk030 » Donnerstag 21. September 2017, 07:52

Hallo Kai
Kommen die Völker denn wieder auf die Beine nach dem Schock, so das sie gute Chancen haben, den Winter zu überstehen?
Das ist wohl Priorität, nicht, womit man nun als nächstes behandelt.
Elk

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imkerforum-nordbiene
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 21. September 2017, 17:30

Hallo allerseits,

danke für die vielen Rückmeldungen. Habe sie alle intensiv gelesen, beantworte sie in Kürze. :P

Hier mal zwischendurch erstmal meine Gedanken, als weitere Analyse:

Außentemperatur während der Behandlung war bei mir ca. 11-14 Grac C maximal. Die Völker waren allesamt SEHR stark (wie man gesehen hat). Beute hochisolierend (Segeberger). Flugloch eingeengt (wie empfohlen, ca 10 cm breit und 2 cm hoch). Dochtgröße laut Anleitung: maximal. Von daher Temperatur oben waren garantiert 20-25 Grad, wenn nicht noch höher. Schwimmende AS in meiner Wanne habe ich auch nicht gehabt (Lediglich beim schnellen Hantieren (Notfall) ist AS in die Wanne geschwappt). Von daher war die Verdunstung stets hoch, ca 200 ml in 5 Tagen (wie man im Video sah). Scheint noch im normalen Bereich gewesen zu sein. Dennoch kompletter Brutverlust in ALLEN meinen Völkern, egal ob stark oder superstark. Mein Fazit also: der Nassenheider Professional vernichtet IMMER und in JEDEM Volk sämtliche Brut und Jungbienen. Hierauf scheint wohl die Entmilbung zu basieren. Und SICHER tötet er auch Königinnen. Es ist schade, dass weder die Anleitung noch bisherige Videos hierauf eingingen. Ein System also, das Brut vernichtet und darüber hinaus noch zig Fehlerquellen beinhaltet (mit dramatischen Folgen), kann ich nicht empfehlen und werde ich nicht verwenden. Dazu sind mir meine Bienen und Maden und vor allem auch Königinnen zu schade. Einen Vorwurf mache ich mir: ich hätte die Behandlung bereits nach 1 Stunde abbrechen sollen, als ich merkte, dass die oberste Zarge (unterhalb der Nassenheider) bienenfrei wurden. Ich hätte zu dem Zeitpunkt sofort abbrechen sollen.

LG
Kai
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Postkugel » Donnerstag 21. September 2017, 19:58

So, nun muss auch ich noch meinen (umfangreichen) Senf dazu geben.

Bei dem Thema weiss man schon garnicht, wo man anfangen und aufhoeren soll. Ich mach's mal in 3 Teile:

Ameisensaeure im Allgemeinen
Hans Beer sagte auf einem Vortrag bei uns im Verein etwas sarkastisch, dass die hierzulande weit verbreitete Anwendung dieser Säure die Imkerschaft vor den Problemen der Milchbauern schützt, denn sie wuerde die Voelkeranzahl ausreichend begrenzen und damit eine Ueberproduktion an Honig zuverlaessig verhindern :twisted:

Meiner Meinung nach sollte AS nur in Ausnahmefaellen zur Anwendung kommen. Und auch nur bei sehr starken Voelkern, die einen kompletten Brutverlust verkraften und vor der Aufzucht der Winterbienen, also nicht spaeter wie Mitte August. Das man solche Voelker auch anders behandeln kann, ist aber auch klar. Fuer mich handelt es sich bei der zweimalige Anwendung von Ameisensaeure um ein veraltetes Konzept, welches bestenfalls noch in Bio-Grossimkereien seine Daseinsberechtigung hat. Leider nimmt "Bio" mitunter wenig Ruecksicht auf die Tiere...

Nassenheider Verdunster im Speziellen

Ich denke, dass dieser nicht das Universalwerkzeug gegen die Varroamilbe darstellt, wie uns ein bestimmter YT-Kanal glauben machen will. Leider sind/werden in diesem Jahr edliche Voelker deswegen sterben. Diesen Vorwurf muss der Betreiber des Kanals mit sich herumtragen.

Der NH ist m.E. von der Grundidee nicht schlecht, leidet nach meiner Erfahrung jedoch an 4 Problemen:

- die kaum ausreichende Wetterprognose fuer den notwendigen langen Behandlungszeitraum (Wettervorhersagen >3 Tage sind hier in Norddeutschland oft Kaffeesatzleserei). Die Kollegen mit dem Schwammtuch sind da definitiv im Vorteil.

- die Verschraubung des "Pro": Wenn man nicht weiss, dass man diese bei der Montage *komplett* zurueck ziehen muss, dann aufstecken des Verdunsters auf den Voratsbehaelter, dann zurueckschieben und beim Aufschrauben aufpassen, dass man das Gewinde nicht ver-/ueberdreht, kann das schnell mal daneben gehen. Steht zwar *irgendwie* in der Anleitung, aber wenn man da unbedarft herangeht und um das Problem nicht weiss, kann es leicht daneben gehen. War bei meinen ersten Versuchen so, da ich aber diesbezueglich vorsensibilisiert war, haben die mit Wasser statt gefunden.

- Die Gebrauchsanleitung: Ich denke nicht, dass der moeglicherweise begangene Anwenderfehler Kai zuzuschreiben ist, Es gibt ja den sog. "Ikea-Paragraphen" im BGB (§434(2)), wonach ein Sachmangel auch dann vorliegt, wenn aufgrund von Unzulaenglichkeiten in der (Montage)anleitung Fehler begangen werden. Das was in der Anleitung steht, ist tlw. recht ungenau und bisweilen hahnebuechener Unsinn (bspw. die Gefahrlosigkeit einer Ueberdosierung). Mein Gott, ist es denn nicht moeglich, mal eine gescheite Anleitung zu dem Teil zu schreiben? Wir leben im EDV-Zeitalter. In anderen Wirtschaftszweigen werden fuer komplexe Parametrierungen kleine Computerprogramme erstellt, wo man seine Daten eintraegt, und dann bekommt man ein klare Handlungsanleitung, die ueber alle Zweifel erhaben ist, und wird deutlich gewarnt, wenn man Riskantes tut. So ein Programm hat ein Student locker in 4 Wochen zusammengeschustert. Fuer mich ein klarer Fall mangelhafter Produktunterstuetzung durch den Hersteller.

- Die Qualitaet des Dochtmaterials: Sowohl in der mir vorliegenden Anleitung wie auch auf der Homepage des Herstellers wird die Moeglichkeit der Verwendung 85%iger Saeure erwaehnt. Leider ist das mir in diesem Jahr gelieferte originale Dochtmaterial (2 verschiedene Quellen) nicht ausreichend saeurefest. Ein paar Fotos von meinen Versuchen sind unter folgendem Link zu finden: http://www.bienenaktuell.com/forum/nass ... erdunstung

Keine Sorge: Ich bin ein vorsichtiger Mensch. Diese Bilder sind auf meiner Gartenterrasse und nicht im Bienenstock entstanden. Leider ist es jedoch (wenn man denn ueberhaupt mit AS behandeln moechte) in bestimmten Situationen unumgaenglich, 85iger Saeure zu benutzen (ja, ich weiss, die Zulassung usw...blabla...). Stichwort fuer "Unglaebige": Saeuresee bei 60%iegr AS!!! Das passiert mit der 85er nicht so schnell, aber die Menge muss natuerlich angepasst werden.
Ach ja, die empfohlene Kontrolle nach 2 Tagen war in dem Fall nutzlos, weil die Dochte erst zwischen dem 3. und 4. Anwendungstag kollapierten. Und wenn die Verschraubung leckt, ist es besser, man merkt das schon nach ein paar Stunden und nicht erst nach 2 Tagen...

Ich denke, wenn sich der Hersteller mal etwas mehr hinter sein Produkt "klemmt" und aktiv und positiv mit der Kritik umgeht, kann das noch was werden. Werden jedoch Erwartungen geschuert, welche das Produkt dann nicht erfuellt, laeuft er Gefahr, rel. schnell seine Reputation zu verlieren. Und das faende ich wieder schade, denn wie geschrieben, die Grundidee des NH ist nicht schlecht.

Inzwischen habe ich uebrigens noch etwas herumexperimentiert (auf der Gartenterrasse). Mir ist eingefallen, dass wir in den 80ern immer mit 85er AS-gedraenkte Bierdeckel unter die Voelker geschoben haben (Hinterbehandlungsbeute). Die hat's nicht zerfressen. Dershalb habe ich mir einen grossen Docht aus einem Bierdeckel geschnitten und siehe da: Der haelt die 85er Saeure aus! Verdunstungsmenge 30 ml/Tag. So soll's sein.

Was ich besonders interessant finde: Ich habe neben dem NH mit dem Bierdeckeldocht und der 85er Saeure zur Kontrolle einen weiteren NH-Prof. mit 60er Saeure und dem kleinen Docht stehen. Tagestemperatur ca. 12 Grad, Nachttemperatur ca. 8 Grad. Die Abtropfmenge ist bei diesem 15ml/Tag, soweit sogut. Aber das Fließtuch ist trotz der geringen Menge pitschenass, waehrend der grosse Docht zusammen mit der 85er Saeure und 30ml lediglich einen nassen Fleck produziert hat - sieht man schoen, weil der Bierdeckel einen roten Werbeaufdruck hatte; die rote Farbe hat's geloest und diese markiert jetzt das Ende vom Fleck :-D

Meine Meinung: Unterhalb von 15 Grad Tagesmitteltemperatur sollte nur noch 85er Saeure mit einem brauchbaren Docht (Bierdeckel, Charge vorher testen!) verwendet werden. Hingegen finde ich das "Warmhalten" des Verdunsters mittels geschlossenem Flugloch, welches Dirk Unger empfielt, kreuzgefaehrlich, nimmt er doch den Bienen die Moeglichkeit, die Stockluftkonzentration in gewissen Grenzen selbst zu regeln. Irgenwo muss ja auch die ganze Saeure hin, die da so verdunstet...

Ein weiteres Problem, welches noch nicht diskutiert wurde: Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann sich in der Beute saures Kondensat bilden (besonders bei geschlossenem Flugloch und Verwendung von 60er Saeure). Ich kann mir gut ausmalen, was passiert, wenn die Bienen damit in Kontakt kommen. Es wurde ja auch berichtet, dass es bei gleichmaessig geringen Temperaturen (also kein ploetzlich verdunstender Saeuresee) dennoch zu einem sehr starken Totenfall kam. Deshalb: Unter von 15 Grad Tagesmitteltemperatur Finger weg von der 60er Saeure!

Nun noch zu Varroabehandlung im Allgemeinen
Leider werden wir die Varroa nicht in den Griff bekommen, solange wir, wie derzeit noch, herumbasteln und herumdoktern. Auch die Institute spielen da bisweilen eine unruehmliche Rolle. Das ganze dann noch mit diversen Heilspropheten garniert (Stichworte: Schallbehandlung, thermische Behandlung, Wunderkaeuter, Killerinsekten usw.), fuehrt mit Sicherheit in den Abgrund. So sehr man den alten Liebig kritisieren mag: Aber er ist mit seinem "Teilen und Behandeln" m.E. auf dem richtigen Weg. Auch ein guter Ansatz: https://www.youtube.com/watch?v=k0eiJpxMKo8

Wenn man das Varroaproblem als Regelkreis betrachtet, kommt man mit etwas Statistik schnell dahinter, wie optimal zu behandeln ist. Jede Behandlung wirkt lediglich als Daempfungsglied bei der Populationsentwicklung der Milbe. Die Behandlung muss nicht nur so erfolgen, dass man die Bienen "irgendwie ueber den Winter bringt". Vielmehr ist es wichtig, statistisch und ueber mehrere Jahre betrachtet, die Milbenpopulation im Januar immer weiter unter Null zu druecken (0,0 ist nicht moeglich!). Hierzu kann die Zuechtung einen wertvollen Beitrag leisten. Gelaenge es bspw., die Reproduktionsrate der Milben um rd. 30% zu verringern (Stichwort VSH), koennte man das angestrebte Ziel recht bienenschonend erreichen. Es geht (muss) aber (derzeit) auch ohne Zuechtung funktionieren. Ich werde mir im Winter mal eine Excel-Tabelle erstellen, in die ich meine Werte pro Volk (Reproduktionsrate der Milben, Behandlungstermine- und Erfolge) eintragen kann und dann sehe, wo ich mich im Regelkreis befinde. Da erkennt man dann auch schnell, wann und ob Nachbehandlungen notwendig sind, auch wenn es dem betreffenden Volk augenscheinlich (noch) gut geht.

Kai's Gewissensbisse kann ich gut nachvollziehen. Die Vorwurfsvollen Blicke meine "Damen" beim Entfernen des Verdunsters nach meiner letzten AS-Behandlung werde ich so schnell nicht vergessen...

Mein Behandlungskonzept fuer das kommende Jahr sieht deshalb folgendermassen aus:
1. Drohnenbrut 1x im April schneiden, dabei Befallskontrolle (ausklopfen der Maden, evtl. ein zweiter Schnitt Anfang Mai). Bitte beachten: Ausreichend Drohnen im Volk verbessern den Waermehaushalt (lt. Hans Beer) und tragen dadurch zu einer Verringerung der Reproduktionsdynamik bei den Milben bei (Verkuerzung der Brutzeit der Arbeiterrinnen). Man soll es also mit dem Drohnenbrutschneiden nicht uebertreiben!
2. Wo immer moeglich, Jungvolkbildung im Juni (solange noch allerorten mit AS behandelt wird, finden sich im kommenden Fruehjahr ausreichend Kaeufer :evil: :roll:
3. Befallskontrolle Anfang Juli, ggf. Verzicht auf weitere Honigernte, wenn Befall zu stark
3. Teilen und Behandeln (mit Oxalsaeure, Milchsaeure ist zu schwach); man gewinnt dabei auch noch eine neue Weisel!
4. Befallskontrolle vor dem Widervereinigen, ggf.! Nachbehandlung mit Bayvarol/Amitraz im jaehrlichen Wechsel (wg. Resistenzproblematik), aber nur wenn wirklich notwendig!!! Ziel muss es sein, nach der Wiedervereinigung nicht mehr wie 100 Milben im Gesamtvolk zu haben.
5. Oxal- oder Milchsaeurebehandlung im November/Dezember (je nach Temperatur und Befallsgrad)

Wichtig: Waben, welche mit Bayvarol oder Amitraz in Beruehrung gekommen sind, muessen im folgenden Jahr ausgesondert werden (bei "Teilen und Behandeln" kein Problem) und duerfen auf keinen Fall in den Wachskreislauf gelangen!

PS: Ich weiss, das war jetzt bissel viel...hoffentlich liesst das jemand...und kann mit seinen 3 Meinungen zu meinem Pamphlet sachlich umgehen ;-)

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von elk030 » Donnerstag 21. September 2017, 20:30

Was beinhaltet Bayvarol, was sich im Wabenwerk anreichert.
Elk

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von bienengral » Donnerstag 21. September 2017, 20:35

imkerforum-nordbiene hat geschrieben:
Donnerstag 21. September 2017, 17:30
Hallo allerseits,

Mein Fazit also: der Nassenheider Professional vernichtet IMMER und in JEDEM Volk sämtliche Brut und Jungbienen. Hi
LG
Kai
Hallo Kai,

diese Aussage ist falsch. Der Nassenheider vernichtet nicht sämtliche Brut und Jungbienen und schon überhaupt nicht immer.

Ich habe letztes Jahr 4 Völker mit dem Nassenheider Professional behandelt und es wurde keine Brut und Jungbienen vernichtet. Diese 4 Völker haben alle den Winter überlebt. Von 3 Völkern hatte ich Teilen und Behandeln durchgeführt. Von den daraus entstandenen 6 Völkern haben 5 den Winter nicht überlebt.

Grüße Thomas

PS bei Überdosierung von Ameisensäure gebe ich dir allerdings recht. Dann wird die Brut und die Jungbienen vernichtet und ggf. auch die Königin.

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Postkugel » Donnerstag 21. September 2017, 20:46

elk030 hat geschrieben:
Donnerstag 21. September 2017, 20:30
Was beinhaltet Bayvarol, was sich im Wabenwerk anreichert.
Elk
Ich weiss, Flumethrin reichert sich angeblich nicht an. Ist aber fettloeslich...naja, naja. Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste!
bienengral hat geschrieben:
Donnerstag 21. September 2017, 20:35
Von den daraus entstandenen 6 Völkern haben 5 den Winter nicht überlebt.
Puhhh, eigentlich werden die Voelker bei dem Konzept ja auch wieder vereinigt. Hast Du den Milbenfall kontrolliert und ggf. nachbehandelt?

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Herbert » Freitag 22. September 2017, 08:56

Hallo hallo,
wer ist Hans Beer? wer sich so äußert, weiß wohl nicht wovon er redet!
Postkugel hat geschrieben:
Donnerstag 21. September 2017, 19:58
So, nun muss auch ich noch meinen (umfangreichen) Senf dazu geben.

Bei dem Thema weiss man schon garnicht, wo man anfangen und aufhoeren soll. Ich mach's mal in 3 Teile:

Ameisensaeure im Allgemeinen
Hans Beer sagte auf einem Vortrag bei uns im Verein etwas sarkastisch, dass die hierzulande weit verbreitete Anwendung dieser Säure die Imkerschaft vor den Problemen der Milchbauern schützt, denn sie wuerde die Voelkeranzahl ausreichend begrenzen und damit eine Ueberproduktion an Honig zuverlaessig verhindern :twisted:
die AS ist nicht zu unterschätzen,das sollte jedem klar sein. Wenn ein Problem,dann sind es Anwenderfehler und eventuell
auftretender Nebenwirkungen.

Was in meines Erachtens wirklich die Völkerzahl ausreichend begrenzt,ist ganz klar eine unzureichende,oder mit falschen
Mitteln behandelte Varroa.

AS ist kein Völkerkiller.das stimmt einfach nicht.
so können sich nur Verfechter von Apitraz,Bayvarol Thymole in jeglicher Form,vielleicht noch Perizin etc. äußern

LG Herbert

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Freitag 22. September 2017, 09:55

HAllo allerseits,

vielen DAnk für die weiteren, zum Teil sehr sehr ausführlichen Beiträge.
Bevor ich auf weitere Details eingehe, hier mal ein weiteres aktuelles Video der Leipziger Stadtimker, was mich in meiner Meinung über AMeisensäure bestärkt:

https://www.youtube.com/watch?v=QDy8l3MPkZI[/youtubehd

Nassenheider: http://amzn.to/2xFvf9X

So ungefähr sahen die Völker nach AS bei mir auch aus.

LG
Kai
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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von elk030 » Freitag 22. September 2017, 09:59

Es gibt keine Untersuchungen darüber, wieviele Völkerverluste durch die Anwendung von AS verursacht werden.
Ich befürchte,das das nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, alleine schon von dem, was ich aus meinem Umfeld so höre.
Augenblicklich ist es halt Habitus, letztenlich alles auf die Milbe zurückzuführen, ohne in Betracht zu ziehen, was die Nebenwirkungen von AS anrichten.
Elk

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Postkugel » Freitag 22. September 2017, 10:26

Herbert hat geschrieben:
Freitag 22. September 2017, 08:56
Hallo hallo,
wer ist Hans Beer? wer sich so äußert, weiß wohl nicht wovon er redet!
Hans Beer ist einer der ganz Grossen. Fuer Dadant-Imkern ein Begriff. Stichwort: Angepasster Brutraum.
Herbert hat geschrieben:
Freitag 22. September 2017, 08:56
AS ist kein Völkerkiller.das stimmt einfach nicht.
so können sich nur Verfechter von Apitraz,Bayvarol Thymole in jeglicher Form,vielleicht noch Perizin etc. äußern

LG Herbert

Bitte entfache hier keinen Glaubenskrieg. Das bringt uns kein Stueck weiter. Zumal die Fakten eine andere Sprache sprechen.

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Herbert » Freitag 22. September 2017, 11:01

Moin Herr Postkugel,
von welchen Fakten reden wir hier,behandel jetzt über 5 Jahre erfolgreich 60%AS mit Schwammtuch,keine Verluste der Völker!
ich rede hier nicht von 2 Völkchen und Glück gehabt,sondern ca. 25-30 Völker jedes Jahr.
keine Verluste von Königinnen ,die ich der AS zuordnen kann.
Will die As nicht verharmlosen,aber richtig angewendet habe ich kein Problem.

Mit keinem Wort will ich Fakten widersprechen,Fakt ist jawohl auch das Kai durch den Nassenheider,der wohl nicht richtig gearbeitet
hat,seine Völker geschädigt hat.

Die ganze Sache hat doch nichts mit Glauben zu tun.

Zu diesem Thema habe ich genug gesagt,will ganz ehrlich keinen Krieg anzetteln.


In Frühjahr nach der Auswinterung 2018 können wir uns sehr gerne wieder über dieses Thema unterhalten.

LG Herbert

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von bienengral » Freitag 22. September 2017, 13:58

Hallo Herbert,

ich schließe mich deiner Meinung vollständig an.

Man muss immer bedenken das jede Behandlung mit welchen Mitteln auch immer ein Medikament ist und Medikamente haben immer Nebenwirkungen (mal mehr mal weniger). Selbst wenn ich nur Biotechnische Methoden anwende (Drohnenbrutschneiden,Totale-Brutentnahme etc.) ist eine Nebenwirkung vorhanden.

Bei der Ameisensäure genauso wie bei der Oxalsäure ist eine Überdosierung tödlich.
Es gibt keine einfache Behandlung. Die eine Behandlung verlangt mehr Aufmerksamkeit bei der Dosierung und Temperatur die andere mehr Arbeit und ggf. die richtige Zeit (z.B. Brutfreiheit etc.).

Grüße Thomas

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Bienenfreund » Freitag 22. September 2017, 14:53

Ich habe den Nassenheider Verdunster schon seit Jahren und damit keine Probleme gehabt, mit Ausnahme bei einer Behandlung mit 85% AS. Davon kann ich abraten. Wie o.a. ist es wichtig die richtige Dochtgröße zu wählen und zu kontollieren. Ich vermute, daß die Schäden durch Anwendungsfehler verursacht wurden.

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von Postkugel » Freitag 22. September 2017, 16:54

Da sieht man mal wieder, wie verschieden so die Erfahrungen sind. Und weil keiner die exakten Randbedinungen dabei erfasst, sind diese wertlos.

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Re: Nassenheider: Starker Totenfall - Behandlungsabbruch

Beitrag von bienengral » Freitag 22. September 2017, 18:27

Postkugel hat geschrieben:
Freitag 22. September 2017, 16:54
Da sieht man mal wieder, wie verschieden so die Erfahrungen sind. Und weil keiner die exakten Randbedinungen dabei erfasst, sind diese wertlos.
Bitte entfache hier keinen Glaubenskrieg. Das bringt uns kein Stueck weiter. Zumal die Fakten eine andere Sprache sprechen.
Hallo Herr Postkugel,

hiermit widersprichst du dir selber.
Was ich besonders interessant finde: Ich habe neben dem NH mit dem Bierdeckeldocht und der 85er Saeure zur Kontrolle einen weiteren NH-Prof. mit 60er Saeure und dem kleinen Docht stehen. Tagestemperatur ca. 12 Grad, Nachttemperatur ca. 8 Grad. Die Abtropfmenge ist bei diesem 15ml/Tag, soweit sogut. Aber das Fließtuch ist trotz der geringen Menge pitschenass, waehrend der grosse Docht zusammen mit der 85er Saeure und 30ml lediglich einen nassen Fleck produziert hat - sieht man schoen, weil der Bierdeckel einen roten Werbeaufdruck hatte; die rote Farbe hat's geloest und diese markiert jetzt das Ende vom Fleck
Wenn du den Nassenheider im Freien auf deiner Terrasse bei diesen Temperaturen stehen hast muss das Fließtuch ja nass sein. Die Anwendung ist in der Beute welche von den Bienen höher als 12 Grad gehalten wird um diese Jahreszeit. Somit hat diese Aussage keinen Wert.

Grüße Thomas

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