Korkbienenhaltung in Portugal

Moderator: Johannes

martina michaela
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Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von martina michaela » Sonntag 1. Mai 2011, 12:41

Ich finde keine Option in Ashampoo oder windows 7 die bits zu verkleinern . Fotos haben alle zwischen 600kb bis 2mb, format jpg. Die Loesung wird dauern. - L.G. MM

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molle

Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von molle » Sonntag 1. Mai 2011, 19:41

martina michaela hat geschrieben:Ich muss sie mindestens ein halbes Jahr ihrem natuerlichen Schicksal ueberlassen...
Das ist das Beste was Du für die Bienen tun kannst. :D


Beobachte sie regelmässig am Flugloch! Dort kannst Du bald, mit etwas Erfahrung, alles über ihren Zustand und was sie gerade machen oder demnächst vorhaben erfahren (ob Tracht ist, demnächst geschwärmt wird usw.). Dazu wissen bestimmt die beiden Imker einiges zu erzählen.
Das Flugloch ist die Atemöffnung des Bien.


Zum Lesen auf deutsch kann ich Euch folgendes Buch empfehlen:
Jürgen Tautz: Phänomen Honigbiene (auch als Hörbuch erhältlich)
Dort geht es um die Grundlagen des Lebens der Honigbiene in verständlicher Form.

entspannte sonntägliche Grüße
Molle

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Horst

Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von Horst » Montag 2. Mai 2011, 08:40

Hallo Michaela,
höchst interessant was du da über die Bienen Portugals schreibst und zeigst. Habe mich erst einmal durch deine Beiträge gelesen. Die Bienen des „Korkeichenwaldes“ leben wie im Naturzustand und das solltest du versuchen so gut es geht zu erhalten. Imkern in Modernen Beuten kann fast jeder und um leichter an den Honig zu kommen kannst du dir ja ein paar Referenz-Völker in Kisten mit mobilem Waben am Haus aufstellen.

Was die Biene angeht die bei dir lebt, so handelt es sich nach meinen Kenntnissen um Apis mellifera ssp. iberiensis (früher iberica), insgesamt handelt es sich bei der portugiesischen Honigbienen um 3 genetisch verschiedene, afrikanische (AI, AII, AIII) mtDNA Haplotypen (untersucht wurden 75 Völker der Umgebung von Lissabon und Evora, 1998); der AIII-Haplotyp ist sogar einzigartig für das südl. Portugal und kommt so nur noch auf den Kanarischen Inseln vor. Diese Typen sind über ganz Südspaniens verbreitet, der Raum um die Pyrenäen wird zum größten Teil von M-Typen bewohnt. Interessant ist, dass der C-Typ (carnica, ligustica u.a.) so gut wie keine Rolle auf der iberischen Halbinsel spielt.
Zu prüfen ist, wie die Biene mit der Varroa destructor fertig wird, die regelmäßige Erneuerung über Schwärme spielt bei der afrikanischen Biene eine große Rolle und sicherlich noch einige andere Eigenschaften. Auch die große Variabilität des Erbgutes afrikanischer Völker, bedingt durch die freie Vermehrung über Schwärme und freie Paarung und trägt wohl zum Widerstand gegen Parasiten und Viren bei. -Aus diesem Grund lasse ich meine Königinnen nur noch am Stand, oder einige Kilometer weiter, begatten; nach 11 Jahren mit bestem Erfolg-.
Weiterhin viele neue Erkenntnisse an deinen portugiesischen „Korkeichenbienen“.
Herzliche Grüße, Horst

martina michaela
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Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von martina michaela » Montag 2. Mai 2011, 12:44

Hallo Horst!

Wir wohnen 20 km vor Evora Richtung spanische Grenze zur Extremadura. - Die Frau des portugiesischen Imkers amuesierte sich neulich ueber kleine, hochagressive, hochagile Bienen, die sich sofort auf alles stuerzen, deren Volk dieses Jahr bei ihnen eingezogen ist. Koennte das diese afrikanische Bienenart sein?
Ist diese afrikanische Art agressiv wie die spanischen Voelker, die schon ab 50m Distanz angreifen wie mir das aus Spanien bekannt ist?

Ging mir auch durch den Kopf, dass ich besser aufpassen sollte, wenn ich durch den Fluss zu den Bienen gehe, es koennte spaeter mal ein charakterlich ganz anders Volk eingezogen sein und ohne Imkertracht wuerde mir das schlecht bekommen. Bisher sah ich hier am Fluss nur Apis m. iberiensis.

Weder ich noch mein Mann haben vor kommerziell zu imkern. Natuerlich fragen die Hausgaeste jetzt schon nach Honig, aber bei nur 3-4 Zimmern wird das niemals einen kleinen Rahmen sprengen, ich kann sie weiterhin in den Imkerladen schicken. - Durch das was ihr schreibt, werde ich auf jeden Fall bei der Kokbeutenhaltung bleiben. Ich finde es nicht unbequemer, sondern archaisch simpel.
Wenn ich das lernen koennte, waeren meine Gaeste begeistert. Nur am Pool zu liegen wird schnell langweilig. Die Bienenvoelker sind ohnehin bei uns auf dem Grundstueck, wild oder in Korkbeuten. Schicksal :D

Ich muss irgendwie fachkompetent werden. Nicht unbedingt auf wissenschaftl. Ebene wie ein moderner Imker; die alten Korkimker gehoeren einer Generation an, die meistens weder lesen noch schreiben kann, Wissen das frueher bei der Arbeit mit den Bienen vor Ort an die Soehne weitergegeben wurde und somit fast verloren ist. Youtube ist eine tolle Sache.

Beispiel: Ein Imker aus den USA hat letztes Jahr so 100 Naturkorkbeuten 1. Qualitaet in der Korkfabrik ohne imkerische Hilfe vor Ort bestellt, 80 Euro/ Stueck. So ein naturgewachsener, nahtloser Stamm ist extrem teuer. Bienen moegen aber nur den Kork des sog. 2. Schnittes, kostet die Haelfte, einer nicht mehr <jungfraeulichen> Korkeiche, der glatter und dunkelbraun ist. - Ich nehme an, dass die Bienen den tief strukturierten Kork einer niemals vorher geschnittenen Eiche vielleicht nicht putzen koennen? Kaefer und sonstiges Getier kann nicht eleminiert werden?
Der Stamm muss auch nicht aus einem Stueck bestehen, sondern die Korkeiche wird wie ueblich geschaelt, die zwei bis drei Stuecke vertikal , nahtlos mit Metallkrammen zusammengefuegt, der Deckel wird draufgenagelt. Die Beuten bleiben unten offen, die Bienen muessen von unten selber abdichten.

Das Foto von der strukturierten hellen Korkbeute von innen ist also nicht das was die Bienen wollen, blieb bisher auch leer ! Diese fuer mich schoenere Beute stand mit den anderen als Deko vor dem Laden, haette das bedenkliche Kopfwiegen des Imkers richtig interpretieren sollen als ich genau nach der griff, jetzt weiss ich glaube warum :idea: Sie kostete fuer mich dasselbe, die moegen den aber nicht, haben Honig und Kunstwaben rausgeholt. Mordsaktivitaet und schnell weg. - In den anderen <niedrigerer> Qualitaet zog den naechsten Tag ein Volk ein und blieb. - Keine Ahnung was draus geworden ist, komm nicht durch den Fluss weil es regnete.

Falls sie ins Schwaermen kommen, sollte ich noch einige adaequatere Staemme besorgen, jetzt schon einfach aufstellen ?

Der Imker hat bisher nur eine andere Interessentin fuer den Imkerkurs bisher, er braucht eine Handvoll. Das sieht nicht gut aus.

Herzliche Gruesse, Michaela

martina michaela
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Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von martina michaela » Montag 2. Mai 2011, 12:49

Das Buch das mir der Imker gab ist von Ted Hooper, 5. Auflage portugiesisch, <Leitfaden fuer den Imker> (Guia do Apicultor) - Kennt das jemand oder den Autor?

Ich werd das von Molle enpfohlene Buch bestellen.

L.G. Michaela

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Horst

Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von Horst » Montag 2. Mai 2011, 21:10

Michaela, alles was bei euch fliegt gehört zur Unterart iberiensis und was das mit der afrikanischen zu tun hat ist halt nur genetisch definiert; es gibt überall böse Völker. Die afrikanisierten Bienen von Amerika stammen von der in Afrika weit verbreiteten Unterart scutelata aus dem südöstlichem Afrika verkreuzt mit ligustica/carnica, während die der iberischen Halbinsel doch mehr oder weniger zur intermissa gehören, also aus dem Nordwesten Afrikas.

Deutsche Imkerliteratur gibt es eine Menge, jedoch nichts über Korkbienenhaltung, ähnlich ist die Korbbienenhaltung unserer ehemaligen Heideimker mit der speziellen Heidebiene, der Unterart mellifera "Nordbiene".
Ich empfehle jedem der anfängt das Buch von Bruder Adam "Meine Betriebsweise", und "Auf der Suche nach den besten Bienenstämmen"; gibts in deutsch.

An deiner Stelle würde ich leere Korkräume vermehrt aufstellen, evtl auch Kisten. In Südfrankreich stellen Imker wegen der extensiven Betriebsweise leere Beuten auf als "Schwarmfänger", soll sogar funktionieren.

Bei euch regnet es, super, könnten wir auch gebrauchen denn der ganze April war viel zu trocken in Nordrhein-Westfalen und dann noch der ständige Ostwind, der Raps verblüht.
LG, Horst

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molle

Fotos von Michaela

Beitrag von molle » Montag 2. Mai 2011, 22:24

Hier sind drei weitere Bilder mit Text von Michaela:
751 Rio Divor bei mittlerem Hochwasser, Wehr ueberflutet.
102 der Teich so 10m unterhalb der Korkbeuten
627 dort habe ich zwei weitere aufgestellt, soll der definitive Platz werden. der Felssims ist so 2,20m hoch, sie stehen exakt Richtung Ost, der Ruecken der Wand ist vertikal gegen West eine natuerliche Felssteinwand wie mit dem Lineal gezogen, koennten wir als Auflage fuer Dachkonstruktion nehmen , kleinen Verschlag fuer Utensilien bauen, um nicht immer alles durch den Fluss zu tragen. - Erstmal abwarten, ob das der richtige Standort fuer Beuten ist, denn das ist fundamental. Dieser Felssims ist relativ einfach zu erreichen, mehr als einige Ginsterbuesche muessen nicht gerodet werden. Wegen der vielen Brutvoegelchen greifen wir in dieses Biotop auch nur sehr ungerne ein. Dennoch finde ich es gut, dass man den Teil durch die Bienen ueberhaupt irgendwie nutzen kann.

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molle

Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von molle » Montag 2. Mai 2011, 22:48

martina michaela hat geschrieben:Falls sie ins Schwaermen kommen, sollte ich noch einige adaequatere Staemme besorgen, jetzt schon einfach aufstellen ?
Sehe ich genau wie Horst: adäquate Stämme so zugerichtet wie vom Imker aufstellen. Wenn Ihr wieder Spürbienen oder Scoutbienen an der alten Mühle entdeckt wird eine neue Immobilie für den nächsten Schwarm gesucht...

Literatur von Ted Hooper: http://www.amazon.de/gp/search/ref=pd_l ... ex=blended

Horst hat geschrieben:Deutsche Imkerliteratur gibt es eine Menge, jedoch nichts über Korkbienenhaltung, ähnlich ist die Korbbienenhaltung...Ich empfehle jedem der anfängt das Buch von Bruder Adam "Meine Betriebsweise", und "Auf der Suche nach den besten Bienenstämmen"; gibts in deutsch.
Imkerliteratur behandelt fast immer sehr spezialisierte bis hin zu subjektiven Haltungsformen, deswegen habe ich den Tautz empfohlen - reine Grundlagenliteratur über das Leben der Bienen - ohne Rassenwahn, Rähmchensalat und Betriebsweisheiten.
Und wie mit den regionalen Bienen in den Korkbeuten geimkert wird, wissen die erfahrenen Locals am besten.

martina michaela
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Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von martina michaela » Dienstag 3. Mai 2011, 12:34

Hallo Horst ! Hallo Molle!

Ja, gestern hab ich mich um insgesamt 12 Korkbeuten bemueht, das waeren dann so 6-7 Voelker, die restlichen Beuten einlagern fuer die Honigernte.

Der Imker sagt, die Bienen werden in modernen Holzkisten ab Juli verrueckt, faecheln nahtlos, wollen nur raus , werden krank, nicht ausreichend ventiliert, isoliert. Wir sollen im August mal an eine der modernen Beuten rangehen, egal welche, was da fuer ein Rumoren herrscht, sie ersticken fast. - In den Korkbeuten waren sie gesund, kein Varroaproblem. Sie blieben an festen Standorten in den Waeldern.
Korkbeuten kann man nicht in Kleintransportern stapeln, und sie sind vom Ertrag unwirtschaftlicher. Gluecklich aber ist er mit der Umstellung nicht. Auch nicht ueberzeugt von Honig- und Wachsqualitaet. Die Wachsplatten, auch wenn aus natuerlichen Waben hergestellt, schmelzen einfach bei den hohen Temperaturen. Naturwaben aber verformen sich nicht bei Temperaturen erheblich ueber 40 Grad in der Beute.
Die Imker haben dieselben Problem wie Landwirte und Viehzuechter, die kompetenzfaehig sein muessen.

Endlich einen guten Link gefunden ueber portugiesische Korkimkerei, aber eine scheinbar reine Internetseite einiger portugiesischer Imker, die moderne Imkerei betreiben, mitunter Artikel darueber reinstellen, kein Link zum Autor. Sehr spannende Artikel druckreif bebildert, so dass man auch ohne portugiesisch zu koennen, versteht worum es geht.

z.B. in google.de eingeben: monte do mel cortiças

<cortiças> heisst auf portugiesisch <Korkbeute>

Unser Imker hat allerdings grad gestern erklaert, dass man die Beuten fachgerecht mit angespitzten Stoeckchen aus Zistrosenholz zusammensteckt, gezeigt wie. Warum Zistrosenholz: wie man sieht, werden die Korkbeuten zum Abtoeten von Ungeziefer, Pilzen etc. in einen gemauerten Brotofen geschoben; Zistrosenholz haelt solche Temperaturen aus, ganz schwer brennbar, hart wie Elfenbein, aber leichter schnitzbar. Der Mann weiss alles ueber Korkimkerei bis hin zu Rezepten fuer Honig, Honigwasser, sogar altenative Medizin mit Honig und Kraeutern. Er sollte den Kurs geben, nicht der Ingeneur aus Lissabon.

Er hat es nicht ausgesprochen, aber er haelt den Kurs fuer eher ueberfluessig. Da kam ein aehnlicher Satz wie von Euch; die Bienen verfuegen ueber ein enormes Wissen. Kontext ist : zurueck zu den Wurzeln und es gibt kein Problem.

L.G. Michaela

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Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von Horst » Dienstag 3. Mai 2011, 13:30

Ja ja, Michaela, ließt sich alles sehr abenteuerlich was da bei euch imkerlich läuft. Ich gebe zu, man braucht nicht lesen und schreiben zu können um Bienen zu verstehen und das tuen die Alten, auch wenn es nicht genug einbringt (ähnliches gibt es auch im kalten Russland). Ich las mal von einem USA-Imker aus Nebraska "las es die Bienen nur machen", M Bush seine Home Page:bushfarms.com. Hier findest du alles auch Naturbau usw., aber in englisch.
Das die Bienen im Hochsommer stark fächeln in Holzbeuten liegt an falsche Kisten. In Griechenland imkert man vorwiegend in Langstroht-Beuten und diese haben unterm Dach ein Lüftungsgitter, außerdem sind sie meist weiß gestrichen; ich sah im März 2010 auf Zypern hunderte Völker in der prallen Sonne. Bei meinen Beuten habe ich ab Mai den Boden ohne Varroa Schieber, also den ganzen Sommer sitzen meine Bienen über einen Drahtboden und da meine Völker in der vollen Sonne stehen habe ich alle Bruträume weiß gestrichen, die Entwicklung ist etwas langsamer aber das ist mir recht.
Ich hänge mal ein Bild meines Standes an.
Inwieweit die Korkbeute auf die Varroa wirkt ist mir nicht klar, einen Zusammenhang gibt es mit der Schwärmerei. Es ist die natürliche Art der Völkervermehrung die wir bei unseren Bienen aus wirtschaftlichen Gründen nur noch ansatzweise beobachten.
PICT1964 verkl 2.JPG

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Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von martina michaela » Dienstag 3. Mai 2011, 16:45

Hallo Horst!

Werd fragen, wo seine Bienen draufsitzen, Deine Methode mitteilen, so auch mit weiss kalken, kann mich auf Dich als Imker berufen, besser als wenn ich mich in imkerische Tradition einmische. Ich hab so den Eindruck, die Umstellung von traditional auf modern ist noch nicht lange her, experimentieren auch noch, weil nicht zufrieden.
Portugal ist eher an Brasilien angeschlossen, aber insgesamt kaum Kontakt zu dem was ich scherzhaft <Echtzeit> nenne, ohnehin kaum industrialisiert, telekommunikatorisch weit zurueck. Und ein sehr armes Land.

Wieso man die dunkelbraunen Korkstaemme nicht weiss kalkt ist mir dann unklar. - Sollte mal eine der Beuten kalken und gucken was passiert.

Heut kam ich uebern Fluss, die eine Beute ist unveraendert leer, zweite bewohnt mit gleicher Aktivitaet noch keine Waechter. Aber bei der 3. sehe ich eine grosse Veraenderung. wenigstens dreimal soviel Aktivitaet, zudem sind ca 20 Bienen im Kreis um das Einflugloch herum plaziert, immer dieselben. Die kontrollieren einerseits die Zueckkommenden, andererseits tun die irgendwas - moeglicherweise beissen sie am Kork herum, um das Einflugloch zu vergroessern. Oder Waechterinnen? Dieses Verhalten bisher noch nicht gesehen.
Ich meine auch gesehen zu haben, dass sie irgendetwas gemeinsam raustransportiert haben, fuer mich sah das aus wie ein Stueck trockenes Blatt, oder eine Motte. Damit hatten sie ein Problem.

Haette wohl die Imkertracht anziehen sollen zum ganz nah rangehen - ohne war mir das erstmal etwas gewagt so allein da drueben. Ich weiss nicht, wie weit ich ran kann. Vielleicht tun sie mir auch absolut nichts, solange ich die Beute nicht anfasse? Der Imker sagt, ich soll mal vorsichtig sein, wenn sie Honig haben, wuerden sie agressiver werden.

L.G. Michaela

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Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von Horst » Dienstag 3. Mai 2011, 19:04

http://www.abelia.de/exoten/nordbiene/horst/zypern1.jpg
Liebe Michaela, schau mal hier habe ich auf Zypern aufgenommen. Den Beitrag findest du in Forum Übersicht -Carnica, Buckfast, ligustica u. a. Rassen. Dort sind noch einige andere Bilder von mir.
Übrigens, ich habe nicht vor dir die moderne Betriebsweise einzureden denn damit wäre auch der vermutliche Naturzustand im Korkeichenwald im Eimer. Bei einer derartigen Massenaufstellung wie auf Zypern (war wohl ein Winterlager) kommen natürliche Populationen unter die Räder und das möchte ich nicht. Natürliche Populationen sind Genressourcen von unschätzbaren Wert und die schwinden in unserer erfolgsorientierten Welt immer mehr.

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Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von martina michaela » Mittwoch 4. Mai 2011, 00:04

Nicht fuer mich hitzetaugliche Modifizierungen der modernen Imkerei, das ist eher eine nostalgische Geschichte geworden. - aber vielleicht nuetzen solche Loesungen, wie die Bienen im Sommer einschublos auf einem luftigen Gitter zu lassen fuer andere Imker hier - auch die Kisten weiss zu kalken. Kalk desinfiziert zudem, gut gegen Schimmelbefall. Immerhin muessen die portugiesischen Imker auch die Voelker zu den Monokulturen suedl. fahren, die Kisten stapeln. Einige Male solche Transporter gesehen.
Fuer Deutschland erscheint mir Holz das beste und natuerlichste Material. Wobei; die Strohkoerbe und ihre Abdichtung sind ebenso oekologisch.

Korkbeuten sind wie zurueck in der Zeit. Mir hat meine verwunschene Bienenromantik heute da drueben sehr gut gefallen. Solange man hohe Stiefel und feste Kleidung traegt, langaermelig, kann nichts passieren. Der riesige Hundertfuessler ist ein <Skolopendra cingulata>, Beute sind auch Wuehl-und Spitzmaeuse, Skorpione, Kaefer, Spinnen, giftig, aber nicht toedlich fuer Menschen, nur sehr schmerzhafter Biss. Verbleibt eine angeblich toedlich giftige , kleine Schlange, vor der uns der Schaefer warnte; schwarz-gelb geringelt, noch nie gesehen. Natuerlich waere irgendeine Verbindung zum Haus vernuenftig. - Der Granitfels aber ist so stark siliziumhaltig, dass er wie eine Abschirmung fuer z.b. eine Mikrowelle wirkt. An dem Ort ist nichts mysterioeses, sondern das ist ein real- physikalisches Problem kein metaphysisches.
Das praktische an den Korkbeuten ist, dass sogar ich sie in so unguenstigem Gelaende einfach aufstellen kann, weil dafuer nur eine winzige Grundflaeche noetig ist. Hab eine mit einem Draht um einen Baum gesichert. Waere schwieriger Kisten aufzustellen, in dem Falle.

Die waren heute anders, auch der erste trockene Tag mit etwas Sonnenschein. Der Imker meinte, sie wuerden nach einer Zeit die Drohnen toeten, ich wuerde ihre Leichen dann um die Beuten herum sehen. Also bisher nichts, wenn sie der Regen nicht weggeschwemmt hat.

Waere es moeglich, dass dieser Kreis der ca. 20 Waechterbienen heute die Drohnen nicht in den Stock lassen wollte?

L.G. Michaela

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Horst

Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von Horst » Mittwoch 4. Mai 2011, 07:40

Glaube nicht das bei euch jetzt schon die Drohnen abgetrieben werden und bei den Fluglochbienen könnte es sich um eine Putzkolonne handeln.
Der Drohnenabtrieb erfolgt immer nach der Vegetationsfase, also im Spätsommer/Herbst.

martina michaela
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Re: Korkbienenhaltung in Portugal

Beitrag von martina michaela » Mittwoch 4. Mai 2011, 08:08

Muss ich noch lesen ansehen, Deinen Beitrag zu dem das Foto aus Zypern gehoert. Ein zusaetzliches Lueftungsgitter unter dem Dach - wie moederne Stallungen, Hallen das im Grossen haben?
Bei Dir haben die Bienen einen Honigraum, unten den Brutraum und dieser Boden ist im Sommer durch ein Gitter ersetzt, statt einem festen Einschub?

Ich werde einfach fragen, ob sie Drahtgitter unterm Dach und statt Varroaschieber im Sommer benutzen. - Darum ging es ja dem Imker, dass die Belueftung und Ventilation in den Holzkisten nicht gegeben ist, auch zu kleines Volumen. Wir standen direkt neben 3 Typen Holzbeuten, er zeigte auf die winzigen Belueftungsloecher, kein Missverstehen moeglich.

In Spanien habe ich meistens nur einraeumighe Kisten gesehen, oft sogar Styropor.- Stauhitze,keine Luft, niemals Wasser gesehen vor den Beuten, Monokulturen mit ihren Tonnen von Insektiziden, Herbiziden, natuerlich werden solche Tiere hochagressiv vor Stress.

L.G. Michaela

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