Ist die Salzburger Alpenland eine Dunkle Biene?

Ehemals Dunkle Biene, heute hybridisiert

Moderator: Johannes

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imkerforum-nordbiene
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Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 23. September 2010, 22:47

Horst hat geschrieben:Hi Kai, schöne Bilder, leider kann ich mit den einzelnen Individuen auf den Fotos nichts anfangen; wie kommen die mit den breiten Binden in dein Volk?

Was ich überhaupt nicht verstehe ist, dass du nach verschiedenen Ökotypen suchst und dir auch angeschafft hast, ist deine Nord-Biene so schlecht? Haben wir nicht schon genug aus dem Alpenland bekommen?

Wäre es nicht sinnvoll nach Ökotypen ausschau zu halten die in der Region zu Hause sind?

...

In wie weit die mellifera ökologisch genetisch festgelegt ist kann ich nicht beurteilen, glaube aber sie besitzt eine geringere Variabilität gegenüber von Umweltänderungen.
Gruß, Horst

Hallo,

genau dies war und ist der Zweck meines "Importes": die Mellifera in ihren verschieden Facetten mit eigenem Auge kennen zu lernen, um dann später (zum Beispiel in diesem Forum) anhand eigener Erfahrungen sagen zu können, wie die verschiedenen Zuchtlinien bzw Ökotypen sich verhalten. Ich will ja nicht zu denen gehören, die (in anderen Foren) über die Mellifera reden, aber noch nie eine Dunkle Biene zu Gesicht bekommen haben. :P

Nach wie vor behaupte ich, dass ich noch keine reinere und bessere Mellifera als die aus Skandinavien kennen gelernt habe. Auch dies ist ja eine Erfahrung.

Wie hier auch schon an anderen Stellen beschrieben, sind wir in Deutschland (wenn wir denn die M wieder haben wollen) auf Re-Importe angewiesen sind.

Was Deine letzte Vermutung betrifft, so glaube ich dies nicht, denn:

Die Unterart Apis mellifera mellifera besteht seit ca. 1 Million Jahren auf dieser Erde (solange bestehen in etwa sämtliche Unterarten der Westlichen Honigbiene), vielleicht sogar sehr viel länger, sie musste sich ständig änderndem Klima und mit ihr der Flora anpassen. Sie überlebte Wärmeperioden, Eiszeiten, Dürren und Feuchteperioden.

Was sind da schon die letzten 100 Jahre der Veränderungen durch den Menschen? Oder die letzten 8.000 Jahre seit der letzten Eiszeit? Gar nichts.

LG

PS: Danke für die Komplimente, aber sooo schön sind die Bilder nicht, da von einer Webcam. Am Wochenende mache ich bessere!

Kai
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Horst

Beitrag von Horst » Freitag 24. September 2010, 21:30

Kai, ich verstehe dich gut, mehr über die "vergessene alte deutsche Biene" zu erfahren geht nur über das was bei unseren Nachbarn noch vorhanden ist.
Ganz wichtig auch und notwendig um mehr über die Ökotypen dieser Biene zu erfahren, aber das hat mit Imkerei nichts mehr zu tun.

Zu meiner Vermutung, die bezieht sich aus einer wissenschaftlichen französichen Studie in der auf das genetische Erbgut hingewiesen wird, welches eine geringere Varieabilität aufweist als das der C und A Stämme; genau dieser Punkt ist von Wert die subspecies zu erhalten glauben die Leute.

Ich glaube dass für deine Region die Nordbiene die richtige ist, jedoch sollte man die Vorkommen der westlichen Region (Belgien, Frankreich) nicht außer acht lassen; immerhin beträgt das mütterliche Erbgut großer Teile Frankreichs 85% mellifera.
Alpenbienen oder Karpatenbienen lehne ich als Flachlandtiroler völlig ab, sie gehören nicht in unsere flache Agarlandschaft.
Wenn schon, dann Bienen aus dem Perm - denn das sind echte mellifera-Bienen, aber die Russen geben keine ab-, wie schön!
Grüße, Horst

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imkerforum-nordbiene
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Beitrag von imkerforum-nordbiene » Freitag 24. September 2010, 21:45

Horst hat geschrieben: Ich glaube dass für deine Region die Nordbiene die richtige ist, jedoch sollte man die Vorkommen der westlichen Region (Belgien, Frankreich) nicht außer acht lassen; ...
Grüße, Horst

Da bin ich genau Deiner Meinung, doch es ist sehr schwer, an sie heranzukommen. Das ist auch gut so: die sollen erst einmal selber für sich sorgen :)

LG
Kai
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melissa

Beitrag von melissa » Donnerstag 14. Oktober 2010, 13:26

Hallo,

ich wollte mich kurz dazu melden, da ich ja heuer eine Ableger der Braunelle aus Imst bekommen habe: Diese Bienen sind wirklich deutlich größer mit einem wirklich runden "Po". Manche haben zwar Filzbinden, die Behaarung ist aber alles andere als grau, sondern braun.

LG,
melissa

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melissa

Beitrag von melissa » Donnerstag 28. Oktober 2010, 08:10

Hallo,

ich versuch heute mal Fotos zu machen, aber irgendwie ist meine Kamera zu langsam für die kleinen Wusler.

Da es zur Zeit ja schon ziemlich kalt ist, sind meine Dunklen gar nicht mehr so aktiv. Meine Buckfast dagegen sind wie irre, sobald die Sonne rauskommt, bringen wie wil Pollen ein etc.

Ich muss ja leider zufüttern, da ich nur schwache Ableger hatte (nur einen größeren Kunstschwarm im September) und die Völker alle eingebrachten Vorräte bereits aufgebraucht haben. Insgesamt sind aber alle sehr zurückhaltend mit meinem Fondant.

Da fällt mir gerade ein: ich suche gerade einen Lieferanten für Bio Rohrzucker raff. Wenn ich ein paar Angebote habe und der Preis passt, wäre jemand interessiert, mitzubestellen?

Viele Grüße,
melissa

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melissa

Beitrag von melissa » Donnerstag 28. Oktober 2010, 12:33

Nein, ich füttere wieder. Ich habe mal eine knappe Woche im August gefüttert, das war schon ganz gut (obwohl ich ja eigentlich überhaupt nicht füttern wollte), aber jetzt habe ich gar keine andere Wahl.

LG,
melissa

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Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 28. Oktober 2010, 15:27

melissa hat geschrieben:Nein, ich füttere wieder. Ich habe mal eine knappe Woche im August gefüttert, das war schon ganz gut (obwohl ich ja eigentlich überhaupt nicht füttern wollte), aber jetzt habe ich gar keine andere Wahl.

LG,
melissa
Hups, das hört sich aber ja gar nicht so gut an. Du hast im August "eine knappe Woche" gefüttert? Und musst jetzt (Ende Oktober) mit Fondant füttern, weil die Immen alles aufgefressen hatten?

Wie groß ist das Volk? Und wieviel hast Du im August gefüttert?

Ich wunder mich immer wieder, welche Vorstellungen über die Futtermengen, die nötig sind, so kursieren. Ein Ableger auf beispielsweise 6 DN-Waben muss im August mindestens 10 kilo Zucker bekommen, damit er überlebt. Wohlgemerkt: mindestens! Meine Hauptvölker haben jeweils im Schnitt 25 kilo Zucker bekommen. Manche Völker sogar 30 kg!

Ich hoffe, dass es bei Dir (und anderen) im Frühjahr kein böses Erwachen gibt?

LG
Kai
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melissa

Beitrag von melissa » Donnerstag 28. Oktober 2010, 16:34

Hallo Kai,

da möchte ich Dir nicht unbedingt zustimmen. Ich überlege mir immer sehr genau, was ich tu, und ich mache das auch nicht ohne "Aufsicht", sozusagen. Es gibt genügend Imker, die absolut naturgemäß imkern und die, wenn es nicht unbedingt und absolut zwingend ist, nicht füttern und damit langjährige Erfahrung haben. Mit genau solchen Imkern stehe ich in ständigem Kontakt und deshalb fühle ich mich gut betreut und habe auch kein schlechtes Gefühl wegen der Bienen.

Da gibt es halt, wie so oft beim Imkern, unterschiedliche Ansätze, und ich verfolge wahrscheinlich einen anderen als Du, was aber nichts macht. Jeder muss seinen Weg gehen, nicht wahr?
Du kannst aber in jedem Fall sicher sein, dass ich sehr gut auf meine Imme aufpasse. Und natürlich hoffe ich auf eine gute Überwinterung, für alle Bienen, nicht nur für meine :D

LG,
melissa

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Beitrag von imkerforum-nordbiene » Donnerstag 28. Oktober 2010, 17:09

Hallo,

ja ich drücke wirklich die Daumen. Beim Lesen Deiner Zeilen

"Ich habe mal eine knappe Woche im August gefüttert, das war schon ganz gut (obwohl ich ja eigentlich überhaupt nicht füttern wollte), aber jetzt habe ich gar keine andere Wahl" und "Ich muss ja leider zufüttern, da ich nur schwache Ableger hatte (nur einen größeren Kunstschwarm im September) und die Völker alle eingebrachten Vorräte bereits aufgebraucht haben. Insgesamt sind aber alle sehr zurückhaltend mit meinem Fondant"


kam in mir schon ein ungutes Gefühl auf. Irgendwie hatte ich verstanden, dass die Völker die August-Fütterung aufgefressen haben und nun nur schleppend das Fondant abnehmen.

Naja, aber wenn dies laut Deiner/Eurer Erfahrung so funktioniert, dann ist ja alles gut.

LG
Kai
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Beitrag von melissa » Donnerstag 28. Oktober 2010, 17:19

Hallo Kai,

Garantien gibt es ja nie, bei mir nicht, bei Dir nicht und bei keinem anderen Imker, aber viele (wenn auch nciht alle) Wege führen nach Rom und somit hoffe ich auf einen nicht zu strengen Winter, auch wenn die Fachleute ja mittlerweile Dank der Ölpest und der dort eingesetzten Chemikalien den strengsten Winter seit hundert Jahren befürchten. Wir spüren ja jetzt schon die Auswirkungen und haben so einen kalten Oktober gehabt.

LG,
melissa

Pommernalex
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Beitrag von Pommernalex » Donnerstag 28. Oktober 2010, 18:52

Also wenn es ein Kalter Winter wird um so besser desto weniger Nahrung benötigen Deine Bienen . Vieleicht sind Sie ja dann kommplett Brutfrei und Verbrauchen nur das nötigste zu Währmen !
Bei einem Milden Winter sollen Sie angeblich mehr Verbrauchen !
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melissa

Beitrag von melissa » Donnerstag 28. Oktober 2010, 21:47

Ja, da hast Du auch wieder Recht, Alex....da habe ich wahrscheinlich mehr an mich gedacht (ich hasse den Winter, ganz ehrlich)..

Naja, sie bekommen alles, was sie haben möchten.

LG,
melissa

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Dunkle Biene in den Salzburger Alpen!

Beitrag von aufwind » Dienstag 15. November 2011, 18:08

Als Generhalter bin ich vor knapp 20 Jahren Kenntnis von dieser Biene erlangt, war aber selbst nie Bienenzüchter. Das ist auch der Hauptgrund, warum ich hier Mitglied beworden bin und beim Wiener Landesverband vor 3 Jahren sogar einen Anfängerkurs belegt habe. Es war sehr interessant, hier mal etwas die Grundkenntnisse zuvermittelt bekommen.

Doch ich habe auch realisiert, wie schwierig, bzw. unmöglich die Herdbuchzucht bei Bienen wäre oder auch ist, allein schon was das rassereine Belegen betrifft. So ist es kaum vorstellbar, dass es in Salzburg noch so was wie rassereine dunkle Bienen gibt. Ich selber stamme ja aus dem Carnica-Hochzuchtland Kärnten, interessiere mich aber allenfalls v. a. für Völker, die so etwas wie vorroa-resistent sind, doch auch da verfüge ich schon etwas über eine Art Basiswissen.

So finde ich es toll, dass man sich auch hier dieser österreichischen Genressource, sofern man das in diesem Zusammenhang überhaupt so bezeichnen und taxieren kann, annimmt.

Viele Grüße aus Wien von einem

Generhalter (für lw. Nutztiere)
Ich bin an der Erhaltung genetischer Ressurcen v. a. bei landw. Nutztieren interessiert und aktiv und operativ tätig, wowie der einzige Herdbuchzüchter bei Hühnern in Österreich (Altsteirer weiß).

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Re: Ist die Salzburger Alpenland eine Dunkle Biene?

Beitrag von imkerforum-nordbiene » Dienstag 15. November 2011, 21:44

Ich auch, nur leider konnte ich dies an dem einen (!) Volk nicht bestätigen.
Leider.
LG
Kai
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